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Damalige Spielentwicklungskosten (Interview mit Rainbow Arts 1988)

  • Was wäre, wenn man Kindern und Jugendlichen das Kopieren offen erlaubt hätte und nur Erwachsene hätten für Videospiele zahlen müssen? Z.B. indem man nur Leerdisketten mit Benjamin Blümchen Aufdruck im Verkauf gehabt hätte? Da hätten sich viele Erwachsene geschämt, eine Kopie zu machen. :thumbsup:

    Im Ernst: Eine Abgabe für Disketten, die den Entwicklern ausgezahlt wird, hätte ich für gut befunden.

  • Telespielator:
    Die von dir angegebene Stückzahl halte ich für tiefgestapelt. Zunächst einmal gab es Kontakte von Herstellern in die Crackerszene und man konnte schon Rückschlüsse ziehen, wie sich zB ein frühzeitiger Crack sich auf Verkäufe auswirkte. Es gab bekanntermaßen die extrem hjöheren Verkaufszahlen bei bestimmten Genres. An der Spielerbasis lag es offensichtlich nicht. Die Last-Ninja-Reihe war ein gewaltiger Erfolg, wurde über die gesamte Serie hinweg millionenfach verkauft und dürfte das finanziell erfolgreichste C64-Spiel ever sein. Ocean stieg zu der Zeit zum größten Spielepublisher Europas auf, was retrospektiv meist Robocop und Batman the Movie zugeschrieben wird. Nur wie viele Leute kannte man hier mit einem Original im Schrank?

    Die Sorge um Fehlkäufe halte ich damals für nicht wirklich präsent. In den 80er und 90er Jahren waren Spielemagazine Schulhoflektüre und es wurde sich auch darüber ausgetauscht. Bezogen auf das knappe Taschengeld denke ich erstmal daran, dass es in meinem Umfeld überhaupt kein Thema war, regelmäßig Geld für Markenklamotten oder Zigaretten auszugeben. Das war zum großen Teil persönliche Einstellung und weil es halt jeder machte.

    Was sicher kaum zu greifen ist, ist der damals tatsächlich entstandene Schaden. Dazu gibt es keine Statistik, man konnte es nur durch Indikatoren grob einschätzen. mMn sollte man das allerdings auch nicht zu hoch hängen, denn der Zeitgeist war nun mal so, wie er war.


    wizball6502
    Der Haken an der Sache war, dass jede gute Publicity an einem Wall gesellschaftlicher Missgunst weitgehend abgeprallt wäre. Medien, Lehrer und Politik verpackten Spiele dafür zu gerne als Geld- und Zeitverschwendung, schädlich für den Schulerfolg und all die Gewalt und das sinnlose Ballern...

  • A propos, die Preise fuer Konsolenspiele waren zum Teil echt hammerhart. Ich glaube ein Gameboy-Spiele kostete um die 70 DM (vielleicht auch 79), und NES/SNES-Spiele gab es bis zu 120 DM. Da frage ich mich manchmal, wie das ueberhaupt jemand haben konnte, vor allem inflationsbereinigt betrachtet. Aber gut, da haben vielleicht Eltern + Grosseltern zusammengelegt, damit es zum Geburtstag mal ein neues Spiel gab.

    Ich kann nur berichten, dass es zu meiner Schulzeit - Abi 1993 - so aussah, dass ich wirklich niemanden mit Konsole kannte. In den 1980ern gab es ein paar mit Atari 800 XL, eine nicht unerhebliche Gruppe mit Schneider CPC, neben mir nur einen anderen mit C16 (aber eine größere Gruppe derer, die ein Jahr später einen plus/4 bekamen) und natürlich C64-Nutzer. Erstaunlicherweise sind fast alle dann Ende des Jahrzehnts auf den Amiga umgestiegen (ich kannte einen mit ST und einen mit Mac). PC war kein Thema und stationäre Konsolen auch überhaupt nicht.


    Als ich meinen C16 selber zu Weihnachten 1985 bekam, war das wirklich so, wie Eltern sich das vorstellen: Sohnemann lernt den Computer kennen und versucht sich in Programmieren. Zum gleichen Weihnachten bekam ein Mitschüler einen 800 XL und im darauf folgenden Sommer ein anderer Mitschüler mit seinem Bruder einen C64 mit Datasette und ein ehemaliger Kindergartenfreund einen CPC 464. Wir alle kauften da ab und zu Spiele auf Kassette und konnten untereinander natürlich nichts tauschen, haben dann aber gerne bei den jeweils anderen gespielt. Ich fand Donkey Kong auf dem 800 XL spaßig und der Besitzer kaufte sich dann auch Mastertronics Kikstart und wir stellten fest, dass das ein ganz anderes Spiel war als jenes für meinen C16.


    Ich blieb dem C16 noch recht lange treu (eigentlich bis heute, habe ihn aber schon 1989 durch einen plus/4 ersetzt) und pilgerte dann durch die Geschäfte in und um Hannover. Erste Käufe von Tynesoft waren grottig, die Mastertronic Sachen aber ganz gut. Ich weiß aber auch noch wie ich mich im Winter bei Schneetreiben in der Südstadt zu einem kleineren Computerladen durchgeschlagen habe, um Kingsofts Winter Olympiade zu kaufen oder wie ich von einem Kollegen meines Vaters günstig eine 1541 bekam und dann erfreut das Kingsoft Plus Paket auf Diskette im Kaufhof kaufen konnte (im Laden gab es ja kaum Software auf Diskette für den C16).


    Die Software wurde auch besser und ich kaufte auch im Versand (aber nur von deutschen Händlern). Das letzte Spiel müsste Tube Runner gewesen sein. Entscheidend ist aber, dass ich den Rechner eigentlich mochte und sicher auch noch mehr gekauft hätte, aber dann war schon um 1988 in den Computerabteilungen von Kaufhof, Karstadt, Quelle und Brinkmann auf einmal GAR NICHTS mehr für C16 und plus/4 zu finden. Die Frage bei den Verkäufern ergab dann aber "Das verkaufen wir nicht mehr, lohnt sich für uns nicht. Wir haben jetzt Amiga, ST und PC.". Ok, da fragt man doch mal rum im Bekanntenkreis und da waren einige eben auf den Amiga umgestiegen ... und hatten nicht ein Original außer der Workbench- und Extras-Diskette.


    Aha, so ist da die Zukunft und geile Intros haben diese Spiele dann auch noch. Nun denn, ab da zählte ich mein Geld und las ich die Vobis Denkzettel sehr aufmerksam und als dann im Spätsommer 1988 das Paket aus Amiga 500 und Profex-Monitor auf 1,3K-Mark fiel kaufte ich das Set mit Vorfreude mit meinem Vater. Auch da war ich erstmal allein mit dem Gerät und fand die neue Oberfläche - vorgestellt mit der "Erste Schritte"-Diskette - faszinierend fortschrittlich. Aber danach hieß es dann, on the Amiga do as the Amiga-users do: Also Kopieren was so reinkam (nicht nur Spiele sondern auch viele von diesen geilen Demos) und nie ein Original gekauft bis ich etwa 1992 oder 1993, als die Softwarequelle versiegte, den Rechner wieder verkaufte.


    Schlechtes Gewissen hatte ich nie. Die Verkäufer im Laden wollten mir ja keine C16-Sachen mehr verkaufen und hatten mir gesagt, mit Amiga-Software geht der Laden besser. Also habe ich den Amiga genutzt, wie alle Amiga-Nutzer um mich herum das taten. Auf dem plus/4, den ich behielt, kam dann ein zweiter Frühling in Ungarn und da habe ich auch auf Diskette Software getauscht (aber die wäre ja eh nicht per Geld zu erwerben gewesen). Dem Rechner bin ich treu geblieben und als ich dann 2010 von "Adventures in Time" erfuhr habe ich begeistert wieder ein Spiel gekauft und tue das bis heute, wenn Neues auf der Maschine erscheint. Wird jetzt fast zu viel nach der kommerziellen Pause mit Null-Releases von 1990 bis 2010.


    Mein Fazit ist damit, ich halte es für vorgeschoben alles auf "die Raubkopierer" zu schieben, wenn in den späten 1980ern und frühen 1990ern kaum Originale verkauft wurden. Die Händler sind so bedingungslos bei uns auf die neuen Systeme umgeschwenkt, dass die Spielkinder gezwungen waren auch die Plattform zu wechseln und wenn man da schon dabei ist und viel Geld ausgeben musste, schaut man sich auch mal um, ob das mit dem Geldausgeben für Software unbedingt sein muss. Wie mir mal berichtet wurde, war das in UK mit dem großen Fokus auf die Sinclairs und Amstrads anders. Da lagen bis in die 1990er noch Kassetten für die Maschinen in der Auslage. Ich glaube so wäre das auch bei uns anders gelaufen und die Atari, Schneider oder Commodore-User mit Datasette wären deutlich später auf eine andere Plattform umgestiegen, wenn man beim Besuch ab und zu in der Stadt einfach immer mal ein neues (!) Game hätte mitnehmen können. Aber Emerald Mine, Spore, Dingbat, Auf Wiedersehen Monty, Chipy oder Crillion lag halt nicht als Quengelwaren in der Auslage der Geschäfte. Da hätte ich gekauft. Nein, die sagten dir, dein System ist veraltet, da gibt's nichts mehr, kauf ein Neues (und deutlich Teureres). Aber wen man so nudged, der schaut sich dann anderswo auch nach Software um. Heute kennt man den Effekt, teurere Mobilfunk- oder Telefonrechnungen zahlen die Kunden einfach weiter, aber wenn du sie nötigst in einen anderen Vertrag zu wechseln, dann schauen sie sich auf dem Markt um und wechseln gleich ganz den Anbieter.


    Mich hat das bis heute geprägt und hätte ich einen Amiga kämen auf den auch nur Raubkopien (und natürlich Demos). Ganz anders sieht's beim plus/4 aus. Da finde ich aktuelle Initiativen immer wieder bewundernswert und durch den Musikkassetten-Thread hier bin ich mal wieder ganz angefixt von dem Medium und habe mir im Überschwang von ihm hier mal seine Sammlung geordert (wäre der Versand aus UK nur nicht so teuer).

    Im Ernst: Eine Abgabe für Disketten, die den Entwicklern ausgezahlt wird, hätte ich für gut befunden.

    Eine Leerdisk-Steuer und dann Gamedev-Subvention durch den Staat. Warum nicht. Und nun mit Fluxkompensator zurück in die 80er Jahre und in die Politk gehen.

    Och ne, wozu hätte das denn geführt? Diskettenpreise wie beim CPC (etwa das 10-fache einer 5,25"-Diskette für die 3"-Diskette)? Das hätte doch nur dazu geführt, dass die Speicherung auf Compact Cassette bis weit in die 1990er rein in Deutschland Standard geblieben wäre. Damit hätte man dann massiv den Hardwarefortschritt ausgebremst. Wie man mit solchen Gesetzen Deutschland vom Rest der Welt abhängen kann, hatten wir doch schon bei DFÜ gesehen. Während der Rest der Welt Modems hatte, durfte man hier nur mit Akkustikkoppler hantieren. Dadurch war das dann eine Nischenanwendung nur für Freaks und wir waren hier ganz hinten dran mit dem Thema Online in Deutschland.

  • Im Ernst: Eine Abgabe für Disketten, die den Entwicklern ausgezahlt wird, hätte ich für gut befunden.

    Eine Leerdisk-Steuer und dann Gamedev-Subvention durch den Staat. Warum nicht. Und nun mit Fluxkompensator zurück in die 80er Jahre und in die Politk gehen.

    Och ne, wozu hätte das denn geführt? Diskettenpreise wie beim CPC (etwa das 10-fache einer 5,25"-Diskette für die 3"-Diskette)? Das hätte doch nur dazu geführt, dass die Speicherung auf Compact Cassette bis weit in die 1990er rein in Deutschland Standard geblieben wäre.

    Die Abgaben für andere Datenträger und Vervielfältigungsgeräte zahlen wir doch auch, ohne zu murren. Musiker und andere Autoren freuen sich über den Bonus.

  • Im Zusammenhang mit Fragen zu Spieleentwicklungskosten eines 80/90er-Jahre-Spieles möchte ich auf den aktuellen Stay Forever Podcast zum Spiel "Oil Imperium" hinweisen. Das Spiel wurde 1989 von reLINE herausgebracht. Eine, von den Stay Forever Jungs sehr sorgsam recherchierte, spannende und interessante Geschichte.


    https://www.stayforever.de/2023/07/oil-imperium-sf-134/

  • Ich hab mal irgendwo gelesen Battle Isle nur für den Amiga über 150k DM gekostet hat.

    Heute undenkbar so günstig ein Spiel zu entwickeln, wenn man pro Mitarbeiter ca 40-50k EUR pro Jahr rechnet. Weiß jemand wie lange die an so einem Spiel gesessen haben? Viele Sachen waren ja auch One-Man Shows, aber wohl eher auf dem C64 oder?

  • Ich habe vor einiger Zeit mal ein Interview mit Teut Weidemann (Rainbow Arts) gemacht. Da geht es in erster Linie um M.U.D.S. - Mean Ugly Dirty Sport für den Amiga. Er hatte jetzt keine konkreten Zahlen mehr, aber man kann erkennen das M.U.D.S ein ziemlich teures Spiel war im Vergleich zu anderen Titeln der damaligen Zeit. Auch weil LucasArts damals die Finger mit im Spiel hatte und das Game weltweit vertreiben wollte, was am Ende nicht geschehen ist. Die Kosten waren zu dem Zeitpunkt aber schon explodiert.


    Er meinte auch das bspw. ein Katakis für 40.000 DM eingekauft wurde, das hat man nicht selbst gemacht. Das war teilweise gängige Praxis das Spiele nicht selbst programmiert wurden, sondern einfach eingekauft wurden. Spart alles Zeit und Geld. Hier noch der Link zum Interview, falls da wer reinhören will.


    https://youtu.be/1jxKP7OYnqM

  • Wurden denn für gut befundene Kopien dann als Original nachgekauft?

    In meinem Fall allerdings, ja. Wenn mich ein Spiel wirklich geflasht hat und beim Originalspiel tolle Gimmicks und/oder Handbücher dabei waren die ich unbedingt haben wollte, dann habe ich mir das tatsächlich gekauft. Das betraf somit fast ausschließlich Rollenspiele, bei Actionkram brauchte man ja i.d.R. keine Anleitung und hat mich von Haus aus weniger interessiert.

  • Ich bin 1993 bis 1994 nochmal zur Spiele-Branche zurückgekehrt und bekam damals bei Ascon 4000 DM im Monat Festgehalt. Als ich allerdings sah, dass der Zug Richtung PC und 3D ging, hab ich es dann doch vorgezogen, mein Studium der Informatik weiterzuführen und bin danach nicht mehr in die Spiele-Entwicklung zurückgekehrt. Die hatte damals den Ruf : "Viel Arbeit - wenig Geld".

  • Die Abgaben für andere Datenträger und Vervielfältigungsgeräte zahlen wir doch auch, ohne zu murren. Musiker und andere Autoren freuen sich über den Bonus.

    Hast du? Ich nicht. Es gab ja auch bei den CD-R so spezielle, teurere Versionen, die einen Code (?) hatten, damit die in CD-R-fähigen Hifi-Aufnahmedecks beschrieben werden konnten. Habe ich einen Bogen drum gemacht, denn so etwas hatte/habe ich ja nie gehabt. Natürlich kaufte ich nicht möglichst billig, aber der Fokus bei CD-R lag dann darin die zu nehmen, die von vertrauenswürdigen OEMs kamen (also Tayio Yuden, im Handel dann z.B. als Plextor-, Verbatim-Pastel-, oder später JVC-Disks).


    Fazit: Den Möglichst-Billig-Käufer erreichst du sowieso nicht, aber der Käufer mit mehr Geld - der auch nicht verblöded ist - möchte auch die beste Qualität. Wenn der sich zwischen bester Qualität oder moralischer Abgabe entscheiden muss, nimmt er Ersteres. So ist das auch auf dem plus/4 bei mir heute, wo ich gerne Software erwerbe. Das muss dann aber auch eine physische Erfahrung sein. Für ein reines PRG im Download gibt's auch heute von mir kein Geld.

  • Ich hab mal irgendwo gelesen Battle Isle nur für den Amiga über 150k DM gekostet hat.

    Heute undenkbar so günstig ein Spiel zu entwickeln, wenn man pro Mitarbeiter ca 40-50k EUR pro Jahr rechnet. Weiß jemand wie lange die an so einem Spiel gesessen haben?


    Der Blue Byte-Chef in Power Play 12/93:

    Quote

    Battle Isle hat 1991 allein in der Produktion über 300.000 DM verschlungen.


    Der Programmierer meinte im Stay Forever-Interview:

    Quote

    Der Amiga kam natürlich zuerst. ... Aber Cross-Development in C hat funktioniert. Also wir haben innerhalb von kürzester Zeit, ich glaube, nach zehn Tagen lief das Spiel schon auf dem PC und wenige Wochen später war es auf dem PC dann fertig.


    (Entwicklungszeit:) Am Einser müssten es, glaube ich, knapp 17 Monate gewesen sein. Also auf jeden Fall über ein Jahr.

  • Die Abgaben für andere Datenträger und Vervielfältigungsgeräte zahlen wir doch auch, ohne zu murren. Musiker und andere Autoren freuen sich über den Bonus.

    Hast du? Ich nicht.

    Doch, hast du auch, ohne es zu merken: https://de.wikipedia.org/wiki/Pauschalabgabe

    Wollte ich gerade auch schreiben, du warst schneller. :)


    Z.B. pro USB-Stick zahlt man aktuell 30 Cent Vergütungspauschale mit, man kommt da gar nicht drumherum.

  • A propos, die Preise fuer Konsolenspiele waren zum Teil echt hammerhart. Ich glaube ein Gameboy-Spiele kostete um die 70 DM (vielleicht auch 79), und NES/SNES-Spiele gab es bis zu 120 DM. Da frage ich mich manchmal, wie das ueberhaupt jemand haben konnte, vor allem inflationsbereinigt betrachtet.

    Zu Atari VCS-Zeiten war es noch schlimmer. Die Spitzen-Titel, wie Defender und Co. kosteten 139 oder 149 DM. Und das waren nur 4 bis 8 KB Code/Grafik/Sound, die man dafür bekam.


    Ich hatte mein VCS inkl. Space Invaders zu Weihnachten bekommen, im Jahr darauf gab es Defender. Wenn nicht meine große Schwester und ihr Mann ein Radio/TV-Geschäft (inkl. Plattenladen, kleiner Videothek und eben auch Videospiele) gehabt hätten und ich mir zum WE ein paar neue Titel "zu Testzwecken" hätte ausleihen dürfen, wäre der Spielspaß doch recht schnell eintönig geworden.


    Den Möglichst-Billig-Käufer erreichst du sowieso nicht, aber der Käufer mit mehr Geld

    Ich habe mal gelesen, dass bei Spielen mit InGame-Käufen der Großteil der Umsätze mit dem 1% der Spieler gemacht wird, die quasi ALLES kaufen. Deswegen gibt es so Wahnsinns-Deals, wie 1 Mio. Schlumpfbeeren/Münzen/Eimer-voll-Gold für 999 echte Euros. Es gibt ein paar Leute, die das kaufen – und die finanzieren den Rest (von uns) einfach mit.


    ----


    Ich wurde Anfang/Mitte der 90er von einem Bekannten, der Programmierer bei Bertelsmann war, gefragt, ob ich Lust hätte, Grafiken für ein Videospiel zu erstellen. Er hatte fast ein wenig Bedenken, zu fragen, weil er meinte, das könne von mir als unter meiner Würde angesehen werden, weil ich Design studierte. Ich freute mich aber über die Anfrage und willigte ein und unterschrieb einen Vertrag. Es ging um einen Janosch-Tiger-Titel (das zweite Spiel, an dem gearbeitet wurde, war zur "Sendung mit der Maus") für eine SEGA-Konsole. An Details zur Bezahlung kann ich mich leider nicht mehr erinnern (es gab einen festen Stundensatz und ich schrieb die Stunden einfach auf) aber das ganze nächste Jahr finanzierte mir der Nebenjob (ich habe im Schnitt rund 1 bis 2 Tage pro Woche daran gearbeitet) meine Studien-Nebenkosten. Ich war froh, nicht kellnern, Supermarkt-Regale einräumen oder ähnliches zu müssen, wie viele meiner Kommilitonen. Und nebenbei lernte ich eine Menge zu Animationen und zum Umgang mit DPaint. Im großen und Ganzen eine schöne Zeit, wie ich da in meiner kleinen Altbau-Wohnung abwechseln am Mac (für Studium, die Print-Sachen für das Janosch-Spiel und andere kleine Jobs) und am 386SX (für DPaint) saß, Tagsüber in die Vorlesungen ging und am WE mit Freunden und Freundin die Stadt unsicher machte. Ach ja, die gute alte Zeit. ;)

  • Doch, hast du auch, ohne es zu merken: https://de.wikipedia.org/wiki/Pauschalabgabe

    Deswegen fand ich u.a. unfair, als auf Musik-CDs immer öfter Kopierschutzmaßnahmen eingesetzt wurden. Einerseits hat man auf Datenträger, CD-Brenner usw. diese Gebühren bezahlt – dafür dass man Privatkopien anlegen durfte, andererseits wurde das legale Überspielen technisch verhindert. Das passte nicht zusammen.


    Apple hat seinerzeit die Pauschalabgabe sogar getrennt ausgewiesen und betroffene Geräte-Preise in Deutschland ganz plakativ um 5 bzw. 7 Euro erhöht. Spiegel-Bericht dazu.

  • Ich glaube viele hatten, neben unzähligen Kopien auch immer einige Orginale im Schrank.

    Wenn ich ein Spiel extrem gut fand, hab ich oft auch ein Orginal gekauft, waren die etwas älter waren sie auch billiger.

    Als ich dann eigenes Geld verdient habe, auch direkt wenn was raus kam.

    Zu Atari VCS Zeiten, war es für die meisten die ich kannte aber Utopie, sowas zu besitzen.