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Vor 30 Jahren: Apple stellt die ersten AV-Macs vor – Audio und Video mit dem Computer!

  • Vor 30 Jahren: Apple stellt die ersten AV-Macs vor – Audio und Video mit dem Computer!



    Der Quadra 840av (1993 mit System 7.1) war zwar nicht (wie im Artikel behauptet) der erste Mac, der Videos bearbeiten konnte – aber er war ootb extrem gut darauf vorbereitet: MC68040@40MHz + AT&T-DSP@66MHz. Dazu GeoPort für DSP-unterstützte Kommunikation (Telefon, Modem, Fax) und, was im Artikel zu kurz kam, erweitertes Audio/Video-I/O.


    Wikipedia sagt dazu ergänzend: They are the first Macintoshes to include on-board 16-bit 48 kHz stereo audio playback and recording capability, and S-Video and composite video input and output. To improve video playback, two separate frame buffers are used: one for standard graphics, and one specifically for video. This enables the live video input to be displayed as a scalable "window" within the Macintosh user interface. They are also the first personal computers that supported speech recognition (PlainTalk) out-of-the-box.


    Der Quadra 840av war Apples schnellster 68K-Mac (ever), da danach nur noch Power Macintosh Rechner mit PPC-Chips vorgestellt wurden. Und so wurde dann auch der Quadra 840av ein Jahr später vom Power Macintosh 8100/80av (der dank höherer Leistung keinen zusätzlichen DSP-Chip mehr benötigte) abgelöst.

  • nicht der erste Mac, der Videos bearbeiten konnte

    Der Avid Media Composer von 1989 (erstes non-lineares Computer-Video-Editing) basierte auf einem Macintosh II mit Zusatz-Karte.


    Apples systemeigene Softwarelösung für zeitbasierte Daten (Video/Animation/Sound) namens QuickTime kam 1991 für System 6 heraus. Ohne beschleunigende Zusatzhardware konnte damals auf einem Standard-Macintosh 320 x 240 px Video-Playback realisiert werden. Im gleichen Jahr brachte Adobe das, auf QuickTime basierende, Videoschnitt-Programm Premiere für den Mac heraus.


    Ich meine, auf dem Commodore CDTV (wie QuickTime auch 1991) waren, zum Vergleich, 160 x 100 px @ 4096 Farben @ 12 fps (CDXL Video) Playback möglich.


    Im Jahr 1993 (Quadra 840av Release) wurde der MPEG-1- und Video-CD-Standard verabschiedet (zur zeitlichen Einordnung).

  • Ich habe heute noch diese AV/Radio Karte in meinem TAM laufen. Final Cut Pro läuft auf dem auch noch. Vielleicht versuche ich mal, ein paar Clips so runterzukonvertieren, dass ich die auf der Mühle bearbeiten und abspielen kann. Just for shits and giggles ;)

  • Naja, wenn du grad 5000 Euronen locker hast, gibts dafür auch einen TAM- ich glaube aber nicht dass der um den Preis weggeht.


    Und was AV Macs angeht. Ab so 1994 gab es auch Videokarten für "späte" Mittelklasse 68k Macs - natürlich auch ohne DSP. Ich hab eine in einem Performa 630 und damit mal was für MARCHintosh 2021 gebastelt.

  • Und was AV Macs angeht. Ab so 1994 gab es auch Videokarten für "späte" Mittelklasse 68k Macs - natürlich auch ohne DSP.

    Ich schrieb ja auch, dass schon ein Jahr nach dem Quadra AV (also 1994) DSPs nicht mehr unbedingt nötig waren, um das gleiche zu tun. Und auch vorher (siehe Adobe Premiere) gab es Videoschnitt auf dem Mac – nur nicht unbedingt professionell out-of-the-box, sondern halt mit Erweiterungskarten. Der DSP war auch weniger für die Videobearbeitung nötig (da konnte QuickTime schon mit reiner Software punkten), als vielmehr für die damaligen Multimedia-Eigenschaften, wie Kommunikation, Fax, AB, Spracherkennung usw. Heutzutage mag es einem seltsam erscheinen, dass solche Anwendungen besonders hervorgehoben wurden – aber damals war das halt relativ neu und besonders (hip), wenn ein PC diese Funktionen in sich vereinen konnte.


    Das Besondere an den AV-Macs war, dass es von Apple eine Multimedia-ootb-Lösung gab – für Kommunikation, Audio und Video – auf relativ professionellem Level.


    Welche Software hat denn großartig den DSP benutzt?

    Nun ja, Funktionen des Betriebssystem, wie Modem und Spracherkennung – die dann wiederum von 3rd-Party-Software genutzt wurden. Direkt wurde der DSP sicherlich eher selten angesprochen, da er nur in wenigen Modellen verbaut wurde (und nicht einfach zu programmieren war) und auch nur kurz, weil der darauf folgende PPC die Unterstützung nicht mehr benötigte.


    Bei Atari war es ja nicht unähnlich: Der DSP des Atari Falcons (MC68030 @ 16MHz, 1992) wurde auch nur wenig verwendet – einfach weil die Zeit des 68K-Prozessors (gegebenenfalls plus DSP-Unterstützung) langsam aber sicher zu Ende ging.


    Apples Fokus lag in der Zeit auf dem Gemeinschaftsprojekt mit IBM und Motorola (AIM) und dem gemeinsamen PowerPC. Der DSP im 68K-Mac war wahrscheinlich als Übergangslösung gedacht, um dem 68K-Chip speziell im Audio/Kommunikations-Bereich unter die Arme zu greifen, bis die Power Macs serienreif sind.

  • Naja, wenn du grad 5000 Euronen locker hast, gibts dafür auch einen TAM- ich glaube aber nicht dass der um den Preis weggeht.

    Ich hatte tatsächlich das Glück, das Ding 2008 zu bekommen für einen Bruchteil von dem, was Leute heute glauben dafür aufrufen zu müssen. 5000 sind echt irre. 1000 würde ich vielleicht noch einsehen, aber da muss man auch schon sehr fanatisch sein.

  • Welche Software hat denn großartig den DSP benutzt?

    Neben den oben genannten Systemfunktionen habe ich hier auch folgendes gefunden:


    The 840av DSP is really cool. Other than speeding up Photoshop filters, it can add special sound filters live to your output lines, such as echo and stereoizer. Apple gave out a few free extensions to allow 840av users to use the 840av with dynamically modified sound (through mic or CD or line in, etc.) and the sound from the auto-gain inputs would be processed using the DSP chip and not slow down the Mac at all.


    Beim Atari Falcon030 hat ein DSP ja noch dafür gesorgt, dass der Rechner z.B. MP3-Tunes abspielen kann. Die 040-CPU der Quadras benötigt dafür aber keinen DSP – die schafft das alleine. Aber der DSP konnte trotzdem im Audio-Bereich punkten, wenn man folgendem Artikel glauben schenkt:


    OSC's Deck II (£399) is the senior member of the club. [... It] runs native on the Power Mac, as well as on the short‑lived Quadra AV series of computers, which used the AT&T DSP 3210 chip for high‑quality audio. It will also run on any NuBus Mac equipped with RasterOps' MediaTime or Spectral Innovations' NuMedia cards, both of which use the AT&T chip, or with any Digidesign (Motorola‑based) hardware.


    Next up is Digitrax (£189). Digitrax was originally designed for use with the AV computers, and the AT&T‑chip NuBus cards. The new version has been optimised for Power Macs.

  • Beim Atari Falcon030 hat ein DSP ja noch dafür gesorgt, dass der Rechner z.B. MP3-Tunes abspielen kann. Die 040-CPU der Quadras benötigt dafür aber keinen DSP – die schafft das alleine.

    Ja, ein Serien-Falcon kann z.B. mit mplayer MP3 mit bis zu 128 kBit stotterfrei abspielen, bei knapp 100% Systemauslastung, niedrigere Bitraten natürlich besser. Bei meinem auf 68060@95 MHz beschleunigten Falcon sind das dann nur noch 10% Systemauslastung, so dass man parallel tatsächlich noch was anderes machen kann, wenn man MiNT bootet. Auch 384MBit/VBR geht da noch gut. Sobald ich aber auf dem 060er im mplayer die DSP-Untzerstützung ausschalte, geht auch hier die Systemauslastung merklich hoch und 384er fangen an zu stottern. Der DSP ist tatsächlich ausschlaggebend.


    Wir haben das auch schonmal mit einem Amiga 1200 mit 040 Karte versucht, das Abspielen von den gleichen MP3, die auf dem Serien-Falcon sauber abgespielt wurden, schaffte der nicht, das stotterte mit ordentlichen Pausen drin. Ich kann das bei Gelegenheit mal wiederholen, ich habe inzwischen einen eigenen 1200er mit einer 1240 Turbokarte drin, den muss ich aber erstmal recappen und Zeugs auf die CF-Karte machen. Diesen Sommer nicht mehr.


    Der Atari TT mit 68030 33 Mhz kann MP3 selbst mit grauslichen 40kBit nicht ruckfrei abspielen, das stottert ohne Ende.


    Wie es auf dem PC war, kann ich nicht mehr sagen, auf dem 486er hab ich noch nur Mod-Files gehört, das müsste dann so ab Pentium 200 MMX Zeiten gewesen sein, wo ich meine MP3-Sammlung gestartet habe...

  • Wir haben das auch schonmal mit einem Amiga 1200 mit 040 Karte versucht, das Abspielen von den gleichen MP3, die auf dem Serien-Falcon sauber abgespielt wurden, schaffte der nicht, das stotterte mit ordentlichen Pausen drin.

    Ich hatte oben eine Website verlinkt, hole den Text aber mal gekürzt hier rüber:


    The biggest reason to use MpegDec is that it can play MP3 files in realtime on almost any Mac. Even "older" Macs with 68K processors are now able to play MP3's. MpegDec also offers quite a few features at an incredible price - free.


    MpegDec 3.1.1 Features in List Format

    - Multiple playlists

    - Setlists (ordered playback of multiple playlists)

    - Plays MP3 (MPEG 2 and MPEG 2.5 supported) MP2 and MP1 files

    - Seek to any position within MP3 file

    - MP3 streaming using OpenTransport

    - PLS, M3U file and browser support

    - Xing VBR and Fraunhoffer VBR support

    - ID3 artist title info

    - Bitrate and frequency info

    - Runs on Mac OS 7.1 up to Mac OS 9

    - Playback and volume controls

    - Time display

    - Random and loop playback

    - EQ with saving and loading of EQ preset files (PPC only)


    System Requirements:

    68020 CPU or PPC - FPU is not required. (68040 or 68030 50Mhz recommended for realtime playback)


    Here is a rough preferences guide for playing 44100Hz 128kbps MP3 files:


    PowerMac: There are no quality settings for PPC - playback should be fast

    40MHz 68040: Medium or High Quality should work in stereo mode. Frequency Division 2 (Fast)

    33MHz 68040: Low Quality should work in stereo mode. Frequency Division 2 (Fast)

    20 & 25MHz 68040: Low or Medium Quality should work in mono singlemix mode. Frequency Division 2 (Fast)

    Fast 68030: Low Quality, Frequency Division 4 (Fastest) in mono singlemix mode will probably play 44100Hz 128kbps MP3 files on a 68030 50MHz.


    On 68K Macs, lowering the quality settings may allow you to continue working with other programs while MpegDec plays music in the background.

  • Das Traurige (für mich als Amiga Fan) war natürlich: Dave Haynie hatte vorher schon mit TI an einem Amiga mit diesem DSP entwickelt, aber das C= Management hat das Projekt gekippt.

    TI ist dann beleidigt damit zu Apple gegangen und die haben das dann schnell noch als Multimedia AV-Mac rausgebracht - als man sich bei C= bzgl. MM noch für den Pionier hielt.


    Irgendwo auf Youtube gibt es Talks von Haynie mit Details. Und im A1K Forum sind Leute, die solche "AA3000+" Protoypen nachgebaut haben (also A3000 mit AA Grafik und TI-DSP).


    War vielleicht sogar noch unter Jean-Louis Gassée als Mac-Entwicklungschef? Der wollte ja auch mal bei C= Amiga Entwicklungschef werden, dann die C= die Amiga Technik selbst abkaufen,

    hat dann aber letztendlich Be-Corp. gegründet und BeBox und BeOS gemacht (und das ja beinahe wieder Apple verkauft).


    1994 hat sich ein Kumpel von mir einen Mac Centris 660AV gekauft (bei Gravis, Upgrade von Mac IIsi). Das war schon eine Hammerkiste - da sah mein damaliger A4000/EC030 sehr alt aus dagegen.

    Ca. 5-6 Jahre später - er war da längst zu Windows konvertiert - wollte er das Ding loswerden und ich hab es ihm für 100 DM abgekauft. Muss ich mal wieder aus dem Keller holen...

  • Das Traurige (für mich als Amiga Fan) war natürlich: Dave Haynie hatte vorher schon mit TI an einem Amiga mit diesem DSP entwickelt, aber das C= Management hat das Projekt gekippt.

    TI ist dann beleidigt damit zu Apple gegangen und die haben das dann schnell noch als Multimedia AV-Mac rausgebracht - als man sich bei C= bzgl. MM noch für den Pionier hielt.


    Irgendwo auf Youtube gibt es Talks von Haynie mit Details.

    Hier gibt es ein PDF von ihm. Aber was hat das Ganze mit TI zu tun? Der DSP-Chip ist doch von AT&T. Verwechselst du da was?

  • Also ich hatte als ersten Mac einen IIsi, der konnte mp3 abspielen, aber währenddessen konnte er halt nichts anderes, nicht mal den Mauszeiger bewegen. Das fühlte sich 1997 schon blöd an.


    Mein 7100/66 danach war da schon besser, der konnte das schon flüssig und zumindestens konnte man nebenbei noch im Netz surfen oder ähnliches.


    Encoden auf dem Ding war eine Qual, hatte ich mal probiert... aus einem AIFF ein mp3 mit 128Bit zu machen, dauerte ca. 10x so lang wie der Song dauerte... we'e come a long way, baby ;)

  • Also ich hatte als ersten Mac einen IIsi, der konnte mp3 abspielen,

    Glaube ich dir nicht. Der hat einen 68030 mit 20 MHz und ist damit 12 MHz langsammer als der Atari TT, der es auch nicht schafft. Der IIsi hat auch keinen DSP, der ihn dabei wie im Falcon unterstützen könnte, aber der Falcon schafft es wegen dem DSP.

  • Ich bin ziemlich sicher, dass es so war, aber ich will es nicht beschwören, es ist bald 30 Jahre her. Habe den IIsi aber leider auch nicht mehr, sonst hätte ich das mal nachgeprüft. Ich hatte den gebraucht gekauft mit allerlei Karten drin (u.a. Coprozessor glaube ich), vielleicht ging es deswegen. Ich erinnere mich nur daran, wie ich damit expermentiert hatte und das war einer Wohnung bzw. einem Büro, wo ich den IIsi noch hatte.