Datenrettung 3,5" HD Diskette PC

Es gibt 52 Antworten in diesem Thema, welches 6.768 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (29. Mai 2023 um 14:12) ist von Ocer R..

  • Wenn es wirklich reine DOS-Disketten sind, habe ich hier auch genügend Hardware im laufenden Betrieb, um die Diskette zu testen und ggf. Daten runterzuziehen. Mit VGA-Copy und fast unendlich vielen Leseversuchen kann man da viel machen. Wenn die Disk aber wirklich so defekt ist, dass das nix bringt, kann ich auch nicht weiterhelfen.

    Ansonsten könnte ich mir die Disk gern mal ansehen, wenn Du sie mir zukommen lässt...

  • dem guten Datenretter 60 EUR Stundenlohn zugestehen...

    Für 60 EUR arbeitet doch heute nicht mal mehr ein Automechaniker, geschweige denn irgendwas Qualifiziertes!

    Und der Reinraum und die ganze Meßtechnik, das mag auch alles gewartet und am Laufen gehalten werden, d.h. 300 EUR sind ein SCHNÄPPCHEN, mit Verlaub!

    Bei Festplatten geht unter 2TEUR gar nix und selbst dann sind die meisten Kunden doch froh, dass ihnen für derart WENIG Geld viel Ärger mit ihren Kunden/Klienten/Mandanten/Patienten/Finanzamt erspart bleibt, die wertvollen Erinnerungen wieder da sind oder eben die Quellcodes zu der hauseigenen Software, mit der man sein Geld verdient etc.

    Hier geht es lt. Fragesteller um die Basis für eine Spieleprogrammierung, d.h. auch um viel Geld (wenn man es richtig vermarktet...) und dagegen sind die 300 EUR Peanuts!

    Alte lauffähige PCs mit funktionierender Floppy für 10 EUR??? Her damit! Nehme ich zu dem Preis auch containerweise!

    Üblicherweise kosten nämlich allein funktionierende 3.5" Floppies inzwischen das Doppelte, von 5.25" ganz zu schweigen, die gehen weit über 50 EUR weg (mit Ausnahme der 1541, aber das hat ja seine bekannten Gründe: kein Standard-LW innen drin, nur einseitig, R/W-Kopfsterben bei den einen, Justageprobleme bei den Anderen, als Gerät mit nix als sich selbst kompatibel...)

    Unter 100 EUR für nen dafür wirklich tauglichen PC der Ära i386 - PII (alles Neuere hat schon wieder Probleme mit W9x und purem DOS), das wäre wirklich ein Schnäppchen, vielleicht bekommt man dafür nen optisch abgeranztes notebook, aber auch da sind Kompatibilitätsprobleme bei der Floppy nicht ganz selten, d.h. dafür braucht es nen modularen, klassischen PC, am Besten einen von Compaq oder DEC oder zumindest mit ASUS-Board und auch ansonsten Marken-Komponenten. Von AMD würde ich mit Ausnahme der echten Intel Clone bis 486 auch die Finger lassen, insb. von den Athlon-Heißspornen...

    Ohne den werten Forenkollegen zu nahe treten zu wollen, würde ich Bolzgramm raten, die Diskette nicht aus der Hand zu geben, sondern bestenfalls mal im Rahmen eines Treffens ein paar Meinungen dazu einzuholen und gegebenenfalls unter persönlicher Aufsicht mit aktivierten (= Guckloch offen) Schreibschutz (bei HD auf beiden Seiten, die andre Seite ist die HD-Kennung) und peniblem Abwarten, bis die Floppy gestoppt hat und das Zugriffslicht aus ist, vor Entfernen der Disk (keinesfalls mit eingelegter Disk rauf oder runterfahren!) da mal Leseversuche mit passendem Programmen vorzunehmen. (VGA-Copy halte ich dafür für eher ungeeignet, KEINESFALLS würde ich aber mit modernen Windows-Versionen auf NT-Basis dran gehen, oder mit Tools, deren Wirkungsweise man nicht Schritt für Schritt nachvollziehen kann und die auch mit gesetztem Schreibschutz zurecht kommen, also nix Freeware/Adware Tools für SD-Karten etc.) Pures DOS und -sofern das Basiswissen vorhanden ist, mit den tools von Dave Dunfield z.b. auch ganz gezielt noch beschädigte Disks auslesen und manuell im Image dann die Fehler korrigieren und das Ganze auf ne intakte Disk zurückschreiben für weitere Verwendung etc.

  • Danke an Retro-Rentner und Ocer R.

    Ich würde sonst die Disk erstmal bei Retro-Rentners Kollegen abgeben und wenn Retro-Rentner es nicht schafft, mit der Datenrettung würde ich die Disk dann zu Ocer R. per Post schicken. Deal?

    Oder ich direkt, Details klären wir später, das ist jetzt ja schon drei Schritte in der Zukunft. ;)

  • Ich würde

    1. keine unnötigen Versuche des Auslesens mehr auf Standard Laufwerken durchführen, weil man damit im Zweifel noch mehr kaputt macht.

    2. die Diskette mit einem Kryoflux oder einem ähnlichen Gerät auf Flux Ebene auslesen. Es gibt hier im Forum sicher genug Leute mit entsprechender Ausstattung und dem nötigen Wissen.

  • keine unnötigen Versuche des Auslesens mehr auf Standard Laufwerken durchführen, weil man damit im Zweifel noch mehr kaputt macht.

    das würde bedeuten, dass Retro-Rentners Option (PC mit eingebautem Diskettenlaufwerk) dann eher ausscheidet?

  • Für 60 EUR arbeitet doch heute nicht mal mehr ein Automechaniker, geschweige denn irgendwas Qualifiziertes!

    Der angestellte Automechaniker würde für 60 EUR Stundenlohn vor Freude zwei Nächte nicht schlafen. :D

    Die Autowerkstatt nimmt natürlich gerne 150 EUR oder mehr, da gebe ich dir recht!


    Aber: Wir sind hier in einem Forum für und um alte Computer. Und dann wird jemand, der eine alte DOS-Diskette nicht lesen kann, mehr oder weniger direkt, an einen professionellen Datenretter für 300 EUR aufwärts verwiesen? Bitte, das ist doch peinlich für "uns" hier, wenn ihm hier niemand für einen "Lohn unter Freunden" helfen kann. :whistling:

  • das würde bedeuten, dass Retro-Rentners Option (PC mit eingebautem Diskettenlaufwerk) dann eher ausscheidet?

    Ich habe zwar kein Kryoflux, aber nach meinem Wissen hat das Gerät den Vorteil, dass man die Daten "byteweise/blockweise"

    lesen kann, also auch mit defektem "Directory" könnte man die Daten noch lesen.

    Du schriebst ja nur "Diskette ist defekt", wobei (mir) nicht ganz klar ist, was genau bzw. ob es eher das Laufwerk war/ist,

    welches defekt ist.

    Fazit:

    Kryoflux ist sicherlich professioneller und erfolgversprechender. ;)

  • LS 120 Laufwerke besonders gut geeignet für Datenrettung? Höre ich hier zum ersten Mal.

    Ich hab hier eins rumliegen und genau eine 120MB Disk. Quelle war Sperrmüll vor der Haustür.

    Anschluss der LS 120 Laufwerke ist ja IDE und das war wohl der Hemmschuh bei den Boards

    mit 2 IDE-Kanälen.

  • Das Kryoflux liest mehr als nur byteweise. Es liest auf Fluxebene, d. h. auf Ebene der Magnetisierung. Nach einer Dekodierung, bspw. mittels MFM werden daraus erst die Datenbits. Im Zweifel hat man damit höhere Erfolgsaussichten beim Recovern von alten Disketten, allerdings muss man wissen was man tut. Daher wurden damit auch die alten Andy Warhol Amiga 1000 Disks eingelesen.

    Eine Garantie dafür, dass du damit höhere Erfolgsaussichten hast, gibt es allerdings nicht. In jedem Fall gilt aber der Grundsatz: defekte Datenträger nicht unnötig oft lesen, da dadurch noch mehr kaputt gehen kann. Von defekten Festplatten oder Flash Medien erstellt man daher normalerweise ein Image und arbeitet damit. Prinzipiell macht das Kryoflux genau das.

    Wenn du keinen kennst, der dir das anbietet, dann ist VGACopy auf einem alten PC wahrscheinlich die zweitbeste Option. Oder aber eine professionelle Rettung für viel Geld.

  • Und dann wird jemand, der eine alte DOS-Diskette nicht lesen kann, mehr oder weniger direkt, an einen professionellen Datenretter für 300 EUR aufwärts verwiesen?

    Nein, nur darin bestärkt, denn er kannte diesen Weg ja schon und ich sag es nochmals: man hat nur einen oder maximal ganz wenige Versuche, die Daten von der Disk zu retten und daher sollte man sich gut überlegen, wem man damit betraut. Es schien mir so, als ob der Inhalt der Disk für den Threadersteller immens wichtig wäre und auch Basis für ein umfangreicheres (und vermutlich kommerzielles!) Projekt wäre. Daher hab ich ihn in seinem eigenen Vorschlag bestärkt, damit einen Profi zu beauftragen, der die Disk BERÜHRUNGSLOS und somit auch beschädigungsfrei lesen wird, d.h. wie bei einer HD oder Bernoulli-Disk mit schwebendem Kopf oder mit noch moderneren Mitteln.

    Wer seine alte Facharbeit nicht mehr von der Floppy lesen kann oder seine jugendlichen Liebesbrief-Entwürfe (oder das Nacktfoto der ersten Freundin als 100dpi S/W-Scan vom Logiman-Handscanner...), der kann sich gerne auch an mich wenden, ab 2036 bin ich voraussichtlich im Ruhestand, dann arbeite ich den Stapel ab ;-)) (Disks mit guten Nacktfotos drauf eventuell auch ausser der Reihe vorab :saint:)

  • Mit VGA-Copy und fast unendlich vielen Leseversuchen kann man da viel machen.

    Und wer hats erfunden?

    Mönk hatte damals mit den Retries rumgespielt, die maximale Zahl war aber noch fest eingestellt (auf fünf?). Es gab nur eine farbliche Kennung für einen "weak" Sektor. Ich meine, der wurde dann heller dargestellt, wenn die Prüfsumme nicht beim ersten Versuch stimmte.

    Letztlich hab ich Thomas damals geraten, dass ein Feature mit dem hochstellen der Retries zu Datenrettungszwecken mit auf die Oberfläche kommt. Selten lag ich so richtig, wie damals :) Hat mir im Laufe der Jahre auch oft geholfen.

    Ob das eine echte Datenrettung ist, oder ob die es (wie bei anderen Dateisystemen) durchaus mehrere gültige Prüfsummen gibt, weiss ich nicht.

    Aber zumindest erhält man eine Diskette, die man wieder ohne Fehlermeldungen kopieren und analysieren kann.

  • Liest er die Bit weise händisch mit dem Mikroskop aus? :whistling:

    Magnetisch - nicht optisch. :aetsch:


    :wegback:

    Reparaturtipps auf eigene Gefahr! Ihr seid alt genug, um zu wissen, was Ihr tut. :wink:
    Strom macht klein, schwarz und hässlich. :strom:

  • Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. mit den 99 Retries zum Auslesen zu verwenden ist natürlich das übliche Vorgehen. Schöner - und diskschonender - wäre natürlich die Rohdatenauslese mit einem Kryoflux, um dann hier im Forum den binären Dump mal zur Rekonstruktion zu verteilen. Alternativ, wenn hier niemand einen Kryoflux hat - wäre natürlich die Möglichkeit mit Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. ein Rohdatenabbild zu machen. Dafür braucht es nur einen alten PC mit zwei, am selben Kabel angeschlossenen, Diskettenlaufwerken.

    Aber bitte mach doch mal ein Bild von der Diskette, damit wir die beurteilen können. Hier gehen alle von einer 3,5"-HD aus, aber evtl. liegt dir ja eine ED (Erkennungsloch an anderer Stelle), eine Floptical, eine LS-120, LS-240 oder eine Sony HiFD vor. Die sehen so ähnlich aus, passen ins normale Laufwerk, aber alle Tipps, die bislang gegeben wurden, wären dann komplett falsch. :prof:

    Ideen, die ich mit eurer Hilfe gerne wahr machen würde:

    1. Eine wirklich neue Maus am C64 auf Basis der Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    2. Die erste echte Maus für die 264er mittels Anschluss einer Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

  • So, leider schlechte Neuigkeiten:

    Die Diskette ist mechanisch beschädigt, man erkennt auf beiden Seiten deutliche Schleifspuren an den äußeren Spuren.

    Das Verzeichnis kann unter DOS nicht gelesen werden, VGA-Copy funktioniert somit nicht.

    Ich habe die komplette Diskette mit TeleDisk kopiert und dann versucht, mit Norton Utilities 5.0 Daten von der Kopie zu retten,

    leider klappte auch das nicht.

    Nach der Kopieraktion hat die Originaldiskette nun weitere "Schleifspuren".

    30 Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. :(

  • Moin,

    ja, ich hatte schon so etwas erwartet.

    Danke trotzdem für deinen "Rettungsversuch"

    Wäre denn diese Kryoflux-Geschichte noch einen Versuch wert oder aufgrund der Schilderung der Beschädigung auch eher hoffnungslos?