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Nachhaltige Smartphones [aus: Wie wird sich der PC-Markt entwickeln?]

  • alten Akku nicht in den Haushaltsmüll entsorgen.

    Aus meiner Sicht selbstverständlich.


    Shitter, Tiktok und Whatsapp, die Kultur verstehe ich gar nicht

    Glücklicherweise kann man mit Smartphones mehr tun als Social Media und Messages. Ich sehe aber z.B. WhatsApp, iMessage und Co. als tausendfach bessere Version von SMS (die auch noch Geld kostet).


    ich habe meinem 3210 einen neuen Akku gegönnt

    Das lohnt sich aber nur deswegen, weil Deutschland noch nicht festgelegt hat, wann GSM (2G) abgeschaltet wird. ;) In anderen Ländern, wie den USA, China, Schweiz oder Australien ist es schon abgeschaltet – da wäre dein altes Handy schon jetzt nicht besser als ein Stein. Bei uns hingegen wurde UMTS (3G) abgeschaltet. D.H. alte Handys und frühe Smartphones sind irgendwann (zumindest zum telefonieren und für SMS) auch hier nutzlos, weil das Netz fehlt. Glücklicherweise haben Smartphones zusätzlich noch WLAN, wodurch zumindest im WLAN-Bereich (z.B. zuhause) eine Datenverbindung (und Telefonie z.B. über FaceTime) möglich ist.

  • Whatsapp, naja, ist ne Datenkrake wie sich herausgestellt hat, aber es gibt ja auch andere, zum Beispiel Signal. Was ich daran nicht verstehe ist, dass Meta tatsächlich bevorzugt wird, obwohl die gerade wegen Datensammlung und Kreutzübergreifung verklagt wurden und Einspruch eingelegt haben.. Auf meinem Smartphone verwende ich lieber Signal. Wieso andere das nicht auch tun verstehe ich nicht, offensichtlich sind die Menschen nicht reif genug um mündig zu sein.

  • Was ich daran nicht verstehe ist, dass Meta tatsächlich bevorzugt wird

    Weil es den Leuten schlicht egal ist. Das Argument "so wichtig bin ich nicht, dass sich das Datensammeln lohnt" habe ich hier im Forum schon öfters gelesen. Aber das ist hier nicht das Thema, denn es hat nichts mit der Nachhaltigkeit zu tun. Das Abschalten alter Mobilfunkstandards hingegen schon.

  • Ich habe vor ein paar Tagen mal wieder einen TV-Bericht über die gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Zustände in Kobalt-Minen (vorwiegendes Vorkommen in der "Demokratischen Republik" Kongo) gesehen. Kobalt wird für den Bau von Akkus (u.a. für Handys und Notebooks) benötigt.


    Dazu passt folgende recht aktuelle Meldung vom April 2023:

    Apple wird bis 2025 zu 100 Prozent recyceltes Kobalt in Batterien verwenden

    Auszug: Apple hat bekannt gegeben, dass das Unternehmen seine Bemühungen um den Einsatz von recycelten Materialien in seinen Produkten deutlich beschleunigt hat und bis 2025 zu 100 Prozent recyceltes Kobalt in allen von Apple entwickelten Batterien verwenden wird. Darüber hinaus werden bis 2025 die Magnete in Apple-Geräten vollständig aus recycelten Seltenen Erden bestehen und alle von Apple entwickelten Leiterplatten werden zu 100 Prozent aus recyceltem Zinn gelötet und zu 100 Prozent mit recyceltem Gold beschichtet. 2022 hat das Unternehmen laut eigener Aussagen die Verwendung wichtiger recycelter Metalle deutlich ausgeweitet und bezieht nun mehr als zwei Drittel des gesamten Aluminiums, fast drei Viertel aller Seltenen Erden und mehr als 95 Prozent des Wolframs in Apple-Produkten aus 100 Prozent recyceltem Material.


    2025 ist schon in 2 Jahren – das ist nicht mehr lange hin! Dazu kommt, dass Apple recht hohe Stückzahlen an Smartphones, Tablets und Notebooks produziert, weswegen das signifikante Verbesserungen für Mensch und Umwelt sind.

  • Also, eben mal nachgeguckt: Samsung, Huawei oder auch Oppo sind anscheinend noch lange nicht so weit, dass sie bald die genannten Materialen aus dem Recycling-Prozess gewinnen können. Selbst Shift und Fairfone können das nicht (und die haben verschwindend geringe Stückzahlen im Vergleich zu Apple, Samsung und Co. – und auch nur Handys) und setzen bestenfalls auf verbesserte Lieferketten (DAS macht Apple übrigens wirklich schon seit Jahren).


    Shift: "... sind wir wie unser Batterielieferant der Fair Cobalt Alliance beigetreten. [...] Die von Fairphone, Signify und Huayou gegründete und von der Impact Facility verwaltete Fair Cobalt Alliance hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung von fairem Kobalt voranzutreiben und Bedingungen für Kobaltabbaugemeinschaften zu reformieren. Dies soll durch die Professionalisierung an den Kleinbergbau Standorten unterstützt werden. Das bedeutet: finanzielle Investitionen in die Verbesserung der Minen, mit dem Ziel, die Minen sicherer zu machen, die Umweltbelastung zu minimieren und menschenwürdige Arbeitsbedingungen für die in den Minen arbeitenden Menschen zu schaffen."


    Shift und Fairphone wollen also die Arbeitsbedingungen vor Ort verbessern – was löblich ist (aber halt auch erstmal nur Absichtsbekundungen ohne zeitliche Vorgaben). Da steht aber nirgendwo auf den Webseiten, dass sie "seit 10 Jahren" (deine Worte) ausschließlich Recycling-Kobalt/Zinn/Gold ... einsetzen (zumal das erste Shiftphone erst vor 9 Jahren vorgestellt wurde) ;)


    Also nochmal: Welche Firmen machen das, was Apple bis 2025 erreichen will, schon seit 10 Jahren (in vergleichbarem Ausmaß). Bitte ausnahmsweise mal mit Belegen/Links/Quellen.

  • Und woher will Apple dieses recycletes Material hernehmen, wenn keiner mehr 'Wegwerfphones' herstellt?

  • woher will Apple dieses recycletes Material hernehmen, wenn keiner mehr 'Wegwerfphones' herstellt?

    Und wer stellt keine "Wegwerfphones" mehr her? Die Konkurrenz? :roll2:


    Zum einen wird letztlich jedes Handy irgendwann entsorgt (hoffentlich möglichst spät – aber irgendwann dann doch) – und dann wird es hoffentlich vernünftig recycelt. Zum anderen wendet Apple seine Prinzipien ja nicht nur auf Handys an, sondern auf die ganze Produktpalette. Einem iPhone kann es egal sein, ob sein Gold, Blei und Kobalt aus einem anderen Handy oder aus einem alten Notebook stammt.

  • Seltene Erden: "Über die Recyclingquote von einem Prozent hinauskommen"

    Auszug: Die Recyclingquote für Seltenerdmetalle beträgt nicht einmal ein Prozent. [...] Seltenerdmetalle werden häufig gebraucht. Sie stecken unter anderem in Magneten für Windkraftanlagen, Wärmepumpen, Elektromotoren und Festplatten. Allerdings werden sie nur in wenigen Ländern gewonnen und die Produktion kann soziale und ökologische Schäden verursachen. Wie Kreislaufwirtschaft das Problem entschärfen könnte, erklärt Raimund Bleischwitz, Experte für Umwelt- und Ressourcenökonomie und wissenschaftlicher Leiter des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung in einem aktuellen Kommentar in Nature.


    "Der künftige Markt für Sekundärrohstoffe funktioniert nur über Investitionen. Die Rückgewinnung der Seltenen Erden ist aktuell viel weniger profitabel als das Recycling anderer Rohstoffe wie Stahl oder Kupfer, die in viel größeren Mengen in den Produkten stecken. Man muss den Markt daher so konstruieren, dass das Recycling dieser Metalle das Rückholen der Seltenen Erden querfinanziert."


    "Es sollte verpflichtende Quoten dafür geben, dass Hersteller in ihren Produkten einen bestimmten Anteil an Sekundärmaterialien einzusetzen. Eine ehrgeizige Quote würde auch dafür sorgen, dass die Forschung und Entwicklung in Gang kommt, wie auch mit höheren Anteilen an gebrauchten Seltenen Erden die gewünschten Eigenschaften erreicht werden."



    Dazu nochmal ein Text von weiter oben:


    Apple wird bis 2025 zu 100 Prozent recyceltes Kobalt in Batterien verwenden

    Auszug: Apple hat bekannt gegeben, dass das Unternehmen seine Bemühungen um den Einsatz von recycelten Materialien in seinen Produkten deutlich beschleunigt hat und bis 2025 zu 100 Prozent recyceltes Kobalt in allen von Apple entwickelten Batterien verwenden wird. Darüber hinaus werden bis 2025 die Magnete in Apple-Geräten vollständig aus recycelten Seltenen Erden bestehen und alle von Apple entwickelten Leiterplatten werden zu 100 Prozent aus recyceltem Zinn gelötet und zu 100 Prozent mit recyceltem Gold beschichtet. 2022 hat das Unternehmen laut eigener Aussagen die Verwendung wichtiger recycelter Metalle deutlich ausgeweitet und bezieht nun mehr als zwei Drittel des gesamten Aluminiums, fast drei Viertel aller Seltenen Erden und mehr als 95 Prozent des Wolframs in Apple-Produkten aus 100 Prozent recyceltem Material.


    Ich warte immer noch auf Meldungen von/über Samsung, Huawei, Oppo usw., dass sie in diesem Punkt Apple einholen wollen. Dass Nischenanbieter, wie Shift, auf einem guten Weg sind, steht außer Zweifel – aber die produzieren halt keine Stückzahlen und haben so gut wie keinen Marktanteil.