Nach üblicher Definition ist Bildung m.W. Teil von Intelligenz. Was auch nicht ganz abwegig ist, wenn man damit die Fähigkeit, in der Gesellschaft zu bestehen beschreiben will, und nicht wie das theoretische Potential dazu wäre.
ChatGPT schreibt ein C64 Basic Programm - Eliza
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ivettaB -
2. Februar 2023 um 22:55 -
Erledigt
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Ich hätte da auch noch n Folgegedanken: Intelligenzvergleiche sind wertend, ob nun beabsichtigt oder nicht. Der Begriff "Rasse" wird für Menschen nicht mehr verwendet, eventuell gibt es dafür handfeste wissenschaftlichen Gründe (im Fachbereich der Biologie), das weiß ich nicht, aber dann bietet sich zur Differenzierung ja immer noch "Ethnie" an, das Problem bleibt dasselbe: Mit einer Wertung entstehen Konflikte und schlimmeres (was man vermutlich nicht weiter ausführen muss), die bloße Differenzierung/Kategorisierung ist aber selbstverständlich ok, wer das abstreitet schießt deutlich über das Ziel hinaus.
Die (pauschale!) Wertung ist also unbedingt zu vermeiden (die individuelle ist davon unbenommen und da mag auch jeder zu seinem ganz individuellen Ergebnis gelangen).
Eine KI steht nun vor einem schwierig zu lösenden Problem. Sie arbeitet auf Daten, VIELEN Daten. Manche Ausschnitte, die daraus präsentiert werden könnten, würden eine "Wertung" vornehmen, also implizit eine bestimmte Gruppe Menschen über eine andere stellen. Und das vermutlich auf eine Art, die sich eigentlich immer entkräften ließe, indem man einfach noch andere Daten hinzuzieht, nur hilft das nichts. Die Sensibilität, so ein Problem zu erkennen und zu vermeiden, davon dürfte KI selbst heute noch weit weg sein. Daher vermeidet man dieses abgründige Minenfeld, indem man Filter einbaut. Das mag nicht schön sein, aber eine bessere Lösung existiert (noch?) nicht.
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IQ-Angaben sind eigentlich unwissenschaftlich (edit: jedenfalls in dieser Form). Erstens weil eine wirklich klare Definition fehlt, was "Intelligenz" sein soll (da gibt es eben doch sehr viele Aspekte), und zweitens, weil es keine vernünftige Methodik gibt, die zuverlässig den Einfluss von Bildung ausklammern kann.
Ich habe bisher etwa drei Tests dieser Art gemacht und kann sagen, dass je weiter die Schulzeit zurücklag, umso schwerer fiel mir das. Physik-Fragen zu Mechanik z.B. fand ich später schon sehr unpassend, weil ich mit 10 Jahren angeblich schlauer war als mit 30.
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[...] weil ich mit 10 Jahren angeblich schlauer war als mit 30.
Ja, den IQ als Messergebnis muss man schon auch allein deshalb in Relation zum Alter betrachten, weil es eben z.B. mit 10 Jahren einfacher ist der eigenen Altersgruppe intellektuell voraus zu sein, als mit 30 Jahren.
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Die Hälfte aller Menschen hat einen IQ unter 100.

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Die Hälfte aller Menschen hat einen IQ unter 100.

Was sich natürlich zwangsläufig aus der Definition von "IQ" ergibt, ein rein komparatives Maß.

(edit: und genau das meinte ich ja, weil die Erhebung niemals frei von anderen Einflüssen möglich ist, ist der Vergleich, der die Grundidee des IQ ist, nur innerhalb gewisser Grenzen halbwegs sinnvoll ....)
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Stimmt ja gar nicht, das hängt natürlich von der Verteilung ab, denn 100 ist ja der Durchschnitt und nicht der Median. Ts, ts, ts, da habt ihr im letzten Intelligenztest aber nicht gut aufgepasst
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Stimmt ja gar nicht, das hängt natürlich von der Verteilung ab, denn 100 ist ja der Durchschnitt und nicht der Median.
Man geht (mit einiger Gewissheit) von einer Normalverteilung aus. Alles andere wäre äußerst überraschend

Edit:
Ts, ts, ts, da habt ihr im lezten Intelligenztest aber nicht gut aufgepasst
.Übrigens diskutieren wir HIER ja mal ganz eindeutig Bildung, oder? Zeigt so ein bisschen das Problem. Oder weiß ich ab einem bestimmten IQ, was eine Verteilung ist?

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Stimmt ja gar nicht, das hängt natürlich von der Verteilung ab, denn 100 ist ja der Durchschnitt und nicht der Median. Ts, ts, ts, da habt ihr im letzten Intelligenztest aber nicht gut aufgepasst
.Ist doch dasselbe bei einer Normalverteilung. :emojiSmiley-41:
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Solange es keine ideologisch geprägte Erziehung ist, sondern nur das vorläufige Vermeiden von schwierigen Themen, wäre es für mich ok.
Die KI ist ja quasi noch ein Kind, so wie der Rasenmähermann, der fast abdrehte, als er sich über DVDs ansah, was alles auf unserer Welt schreckliches abgeht. Der konnte sich nachher gut durchsetzen, ChatGPT offenbar noch nicht. Wenn ChatGPT z.B. erst mal von den Religionen spitz kriegt und dann sagt, dass es kompletter Bullshit ist, dass Jesus oder Mahamed einen Erzengel getroffen haben soll, dann gibt es leider genug Leute, die gern mit dem Hammer draufhauen würden oder dem System einfach befehlen, dass es das nicht sagen darf, nicht weil es falsch wäre, sondern, weil Menschen in ihren Gefühlen verletzt sein könnten. Und davon halte ich überhaupt gar nichts, denn eine KI sollte alles sagen dürfen, solange es wahr ist, Sinn ergibt, oder wie im Fall des Erzengel-Meetings höchst unwahrscheinlich.
Überhaupt wäre es wichtig, anhand aller verfügbaren Daten mit Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit zu argumentieren und nicht, wie das beim Menschen meistens der Fall ist, zu behaupten, dies oder das sei so. Es muss, so wie eine gute Justiz, Indiz und Beweis unterscheiden können und darauf basierende Aussagen treffen. DATA hatte ich oben schon erwähnt, und ja, genau so stelle ich mir eine KI vor. Diese Figur und die Ideen dazu haben sie gut hinbekommen und bewiesen damit, dass der Mensch durchaus weiß, wie das aussehen könnte. Die reine Nachahmung eines Menschen mit all seinen Schwächen und Macken halte ich stattdessen für absolut nicht erstrebenswert.
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100 ist ja der Durchschnitt und nicht der Median
Und wer den Unterschied nicht (mehr) weiss, gilt als dumm?!
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Und wer den Unterschied nicht (mehr) weiss, gilt als dumm?!
Wer den Unterschied nicht weiß, hat entweder nie die entsprechende mathematische (stochastische) Bildung genossen, oder ist schlicht vergesslich.

An der Stelle ist der Unterschied aber höchstwahrscheinlich komplett irrelevant, da praktisch alle natürlichen Streuungen einer Normalverteilung folgen...

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Ich wollte ja nur mal schauen, wer drauf anspringt
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Nach üblicher Definition ist Bildung m.W. Teil von Intelligenz.
Und wer den Unterschied nicht (mehr) weiss, gilt als dumm?!
Wer den Unterschied nicht weiß, hat entweder nie die entsprechende mathematische (stochastische) Bildung genossen, oder ist schlicht vergesslich.

Das ist ja die Frage: Ist ein Mensch oder ein Bot mit stupidem enzyklopädischen Wissen schon intelligent?
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ogd, was du da von Claus zitiert hast ist nach meinem Kenntnisstand einfach falsch. Intelligenz ist ja gerade ein Konzept, das von Bildung unabhängig sein "soll".
Also nein, und das ist auch bei KI ja ein Thema. Genaugenommen stehen wir da nach wie vor komplett am Anfang. Etwas lernen zu können, DAS wäre ein Merkmal von Intelligenz, und diese Fähigkeit wurde irgendwie erreicht, aber dann doch in eher miserabler Form, es passiert allzu leicht, dass kompletter Unfug "gelernt" wird. Ein Bot kann mit Unmengen an Wissen glänzen, aber Intelligenz ist etwas anderes. Die ersten Schritte sind getan, aber es dürfte noch ein SEHR weiter Weg sein.
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Genau. Hier eines von vielen Modellen:
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Interessant, wobei ich grade bei diesem Modell nicht sicher bin, wie stark die „Inhalte“ doch von Bildung abhängen. Wie gut kann ein zahlengebundenes Denken werden, wenn man sich nie mit Zahlen außerhalb der unmittelbaren Erfahrungswelt befasst? Wie gut das sprachgebundene, wenn man nicht die Werkzeuge lernt, um sich entsprechend auszudrücken?
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Interessant, wobei ich grade bei diesem Modell nicht sicher bin, wie stark die „Inhalte“ doch von Bildung abhängen. Wie gut kann ein zahlengebundenes Denken werden, wenn man sich nie mit Zahlen außerhalb der unmittelbaren Erfahrungswelt befasst? Wie gut das sprachgebundene, wenn man nicht die Werkzeuge lernt, um sich entsprechend auszudrücken?
Kommt vielleicht über die Merkfähigkeit (Memory, Speichern von Inhalten) rein.

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Ist ein Mensch oder ein Bot mit stupidem enzyklopädischen Wissen schon intelligent?
Demnach wäre ja ein Buch, etwa eine Enzyklopädie, bereits intelligent. Das glaube ich aber nicht.
Dem Homo Sapiens („verstehender, verständiger“ oder „weiser, gescheiter, kluger, *hüstel* vernünftiger *hüstel* Mensch“ /wiki) wird ja Intelligenz attestiert, vor allem weil er Werkzeug benutzen kann. Das hat ihm aber niemand einfach nur gesagt; vielmehr ist er selbst darauf gekommen, und das ist bei der Definition gemeint - also nicht einfach, dass er weiß, wie man einen Speer herstellt und damit umgeht, sondern, dass er der Urheber dieser Erfindung ist. Und alle Nachahmer sollten es nicht nur wissen, sondern auch verstehen. Da beginnt bereits der Unterschied.
Ich erinnere mich an früher in der Schule, wo ich in der Pause ein Mädel, das in Physik notenmäßig gut war, eine Woche nach einer Klausur etwas fragte, und sie hatte nicht den geringsten Plan von der Materie und sagte, dass wir das doch gar nicht mehr wissen müssten, die Klausur sei ja gelaufen, und nun käme das nächste Thema. D.h. also, stumpf auswendig gelernt, aber nichts begriffen. Wer ist jetzt intelligenter, sie mit einer 2 in der Klausur oder jemand, der sich durchaus für Physik interessiert, das auch gut verstehen und behalten kann, aber einfach keinen Bock hatte, sich vorzubereiten? Wissen kann man sich aneignen und auch wieder vergessen - oder eben darauf aufbauen, es vernetzen und extrapolieren. Da spielt auch die Eigenschaft "Interesse" stark mit hinein.
Man muss also verstehen können, nicht wissen. Das Verstehen-können ist aber immer noch kein Maß für die Intelligenz, weil die Auffassungsgabe wiederum vom Umfang des Wissens abhängt.
Weiterhin kommt dazu, dass man differenzieren muss. Es gibt ganz verschiedene Bereiche, in denen ein Mensch intelligent oder "unzugänglich" sein kann, und das sogar gleichzeitig. Darum gibt es Menschen, von denen man zunächst sagen würde, dass sie intelligent sind, die aber trotzdem an Jungzeitkreationismus (= Menschen gingen vor 6000 Jahren mit den Dinosauriern Gassi!) glauben bzw. davon überzeugt sind und auch noch meinen, es erklären zu können.
btw .. zwei Empfehlungen:
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2. "Quarks & Co - Das Geheimnis der Intelligenz", gute alte Folge mit Rangar Yogeshwar
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Vielleicht auch ganz interessant: ChatGPT + Abiaufgaben Bayern 2022
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