Raubkopien-Inserate im 64er Magazin 1984

Es gibt 123 Antworten in diesem Thema, welches 15.758 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (27. Oktober 2022 um 13:04) ist von -trb-.

  • Was ist CF was hier immer genannt wird?

    Ich sollte nicht immer in pseudohippen Abkürzungen sprechen.

    Wenn wir wie daaamals™ noch die 300-Baud-Zeiten + Mega Telefongebühren hätten, wäre es ja noch sinnvoll jedes Posting möglichst kurz zu halten (obwohl ich mich nicht daran erinnern kann, dass daaamals™ online in Postings soviel abgekürzt wurde wie heute ;)) :D

    Oder davon ausgehen, dass auch andere Leute hier noch in den 90er Jahren leben

    Türlich :D


    und den CF auf dem Wohnzimmertisch liegen haben ;) .

    Ich aktuell nur Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen., die ich nie mit PP abkürzen würde. Soviel Zeit muss sein *g*

  • Ich glaube der GvG ist der "Godfather"/"Patient Zero" der Abmahnanwälte und -Industrie hier in Deutschland. Das ist sein bleibendes Vermächtnis.

    Hmmm, in einigen Beiträgen klingt es jetzt so, als hätte GvG die Abmahnerei in Deutschland überhaupt erst erfunden. Das kann aber so auch nicht stimmen.

    ABMAHNANWÄLTE und -INDUSTRIE. Es gibt Abmahnungen auch in anderen Bereichen (Arbeitsrecht, Mietrecht, Wettbewerbsrecht etc). Kriminalität wie im Fall von "R+S aus Berlin" kommt da noch obendrauf.

  • Im Grunde wäre es doch auch die Veranwortung der 64er-Redaktion gewesen, alle Kleinanzeigen, die problematisch klingen ("800 Programme günstig" etc.) erst gar nicht zu veröffentlichen, sondern die Inserenten auf die Probleme hinzuweisen, die sie bekommen könnten bzw. werden.

    Jain. Die Redaktion der 64er hatte mit dem Anzeigenteil nix zu tun. Dafür hatte Markt und Technik eine eigene Abteilung für alle Publikationen.

  • ABMAHNANWÄLTE und -INDUSTRIE. Es gibt Abmahnungen auch in anderen Bereichen (Arbeitsrecht, Mietrecht, Wettbewerbsrecht etc). Kriminalität wie im Fall von "R+S aus Berlin" kommt da noch obendrauf.

    Eine Abmahnung ist ja auch nicht per se illegal oder unmoralisch, als Unternehmen musst Du ja die Möglichkeit haben, gegen unlauteren Wettbewerb vorzugehen, also zB bei Patentverletzungen oder irreführenden Behauptungen. Das ist gang und gäbe. Problematisch ist nur die Abmahnindustrie, die flächendeckend gegen unwissende Verbraucher vorgeht, um daraus Profit zu schlagen. Da scheint dieser Günni aka GvG ja damals in der Tat ein Vorreiter gewesen zu sein. Mir sagt der Name gar nichts, aber ich habe auch weder Kleinanzeigen studiert noch geschaltet, bei uns fielen die Disketten immer zufällig vom Lastwagen :)

  • ich habe noch einen Haufen 64er Zeitschriften. Mich reizte es schon immer im Anzeigenteil einen Kandidaten rauszusuchen und dort anzurufen. Ich kannte die Tanja-Briefe auch nicht, nun wäre ich geneigt meine Frau einzuspannen und sich als Tanja auszugeben.:DevilPeace

    "Ich bin das Schwert, ich bin die Flamme." (Heinrich Heine)

    „Lerne leiden, ohne zu klagen!“ (Friedrich III.)

  • Wenn wir wie daaamals™ noch die 300-Baud-Zeiten + Mega Telefongebühren hätten, wäre es ja noch sinnvoll jedes Posting möglichst kurz zu halten (obwohl ich mich nicht daran erinnern kann, dass daaamals™ online in Postings soviel abgekürzt wurde wie heute ;) ) :D

    Hat hier wirklich jemand am Computer mit 300 Baud gearbeitet? Das war aber zu Zeiten üblich, wo die Ein/Ausgabe noch per Fernschreiber lief und die Mechanik das ohnehin nicht schneller gekonnt hätte, oder? Die BTX-Modems hatten dann schon 2400 Baud, wenn ich mich recht erinnere.

  • Hab mal eben nachgeforscht und rausgefunden, dass es eine Änderung des Urheberrechtsgesetzes mit expliziter Nennung von "Programme[n] für die Datenverarbeitung" erst Mitte 1985 gab, die geänderten Stellen waren zuvor seit der ursprünglichen Fassung von 1965 unverändert.

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    Insofern frage ich mich, inwieweit jegliche kopierte Software inklusive Abmahnung, Strafverfolgung usw. bis Mitte 1985 in einer gesetzlichen Grauzone lag.

  • Die BTX-Modems hatten dann schon 2400 Baud, wenn ich mich recht erinnere.

    Nö, das DBT-03 z.B. hatte 1200/75.


    Hat hier wirklich jemand am Computer mit 300 Baud gearbeitet?

    Zumindest unterstützte das Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. auch noch 300 Baud. Wird wohl einen Grund gehabt haben.

  • Insofern frage ich mich, inwieweit jegliche kopierte Software inklusive Abmahnung, Strafverfolgung usw. bis Mitte 1985 in einer gesetzlichen Grauzone lag.

    Mit Urheberrecht konnte man bis dahin wahrscheinlich nicht kommen. Wurde das überhaupt versucht?

    In erster Linie handelt es sich bei der Kopiererei doch um unlizenzierte Kopien und verletzten damit die Nutzungslizenz, die vom Rechteinhaber ziemlich beliebig bestimmt werden kann, und prinzipiell überall gültig sein dürfte, wo sie nicht gegen geltendes Recht verstößt. Ich denke schon, daß im Zweifel ein Gericht da den Stellenwert so einer Lizenz wie jeden anderen Vertrag bewertet hätte.

    "Noch 5 mal singen" wäre da wohl nicht gekommen, aber eine Vertragsverletzung und daraus resultierender Schadensersatzforderung hätte man bestimmt feststellen können.

    Wann kamen eigentlich die ersten freien Lizenzen, die eine Weitergabe ausdrücklich erlauben?

  • Insofern frage ich mich, inwieweit jegliche kopierte Software inklusive Abmahnung, Strafverfolgung usw. bis Mitte 1985 in einer gesetzlichen Grauzone lag.

    Mit Urheberrecht konnte man bis dahin wahrscheinlich nicht kommen. Wurde das überhaupt versucht?

    Was war denn dann die Handhabe von Ariolasoft mit ihrem Champion GvG in strahlender Rüstung, um anno 1984 den bundesdeutschen jugendlichen Raubmordkopierern Einhalt zu gebieten? =)

  • Wenn wir wie daaamals™ noch die 300-Baud-Zeiten + Mega Telefongebühren hätten, wäre es ja noch sinnvoll jedes Posting möglichst kurz zu halten (obwohl ich mich nicht daran erinnern kann, dass daaamals™ online in Postings soviel abgekürzt wurde wie heute ;) ) :D

    Hat hier wirklich jemand am Computer mit 300 Baud gearbeitet?

    Definiere arbeiten ;) In den BBS war 300 Baud ne ganze Weile Standard. Mehr auch hier

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    Die BTX-Modems hatten dann schon 2400 Baud, wenn ich mich recht erinnere.

    Auch mein Dataphon (s.o.) war mit 1200/75 BTX fähig

    Hab mal eben nachgeforscht und rausgefunden, dass es eine Änderung des Urheberrechtsgesetzes mit expliziter Nennung von "Programme[n] für die Datenverarbeitung" erst Mitte 1985 gab, die geänderten Stellen waren zuvor seit der ursprünglichen Fassung von 1965 unverändert.

    Ich meine auch, dass der Gesetzgeber (wie so oft bei neuen Technologien) da erstmal nachbessern musste...

  • naja, aus heutige Sicht, waren die Anbieter von RK damals im Jahr 1984 schon sehr naiv, hier auch mal einige Beispiele aus der HappyComuputer 07/84 - die Namen und Adressen,. Tel, habe ich entfernt:

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  • Naja, wer direkt anbietet oder sucht, hat den Ärger ja auch selber heraufbeschworen.

    Aber die Tanja hat ja vor allem Adressen angechrieben, die wegen anderem Kram inseriert haben. Sowas wie "Suche gebrauchte CPC-Bücher zum Feuermachen." Und dann kam der Bettel-Heul-Mitleids-Lockvogel-Brief von Evil Günni an...

    Neben den üblichen Computerzeitschriften von Markt&Technik, etc., hat er anscheinend auch gerne Leute angeschrieben, die in der Flohmarkt-Beilage vom YPS-Heft was geschrieben haben. Ich vermute mal, dass das bei mir der Grund war, warum auch einmal Post von Tanja im Briefkasten lag. Sie hat gehört, dass ich einen C64 habe - woher sie das gehört hat, hat sie mir aber komischerweise verschwiegen ^^ Ich war so oder so zu faul zum antworten, was für ein Glück...

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    "Retro-Stammtisch" in München -> Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. (Wer in die zugehörige WhatsApp-Gruppe aufgenommen werden will, bitte per PM melden.)

  • hat er anscheinend auch gerne Leute angeschrieben, die in der Flohmarkt-Beilage vom YPS-Heft was geschrieben haben.

    Ich erinnere mich, dass ich damals auch irgendwo ein Inserat zum Spieletauschen aufgegeben hatte. Vermutlich war das im YPS-Heft. Oder im "Floh". Eine Adresse habe ich glaube ich nicht angegeben, vermutlich nur eine Telefonnummer. Irgendwann kam dann ein junger Kerl auf seinem Mofa vorbei und hatte vier große Diskettenboxen hinten draufgeschnallt. Was wir genau getauscht hatten weiß ich nicht mehr. Und das war wohl das einzige Abenteuer diesbezüglich - zumindest kann ich mich an keine weiteren erinnern. Wahnsinn, wie naiv ich damals war.

  • Ich war zum Glück in meinem Umfeld gut versorgt, und brauchte dafür Anzeigen weder beantworten noch aufgeben. Meine einzige Anzeige in der 64'er war damals wegen Boulder Dash-Austausch. Da war es schon offensichtlich, daß es dabei um Fanmaterial ging, und nicht darum, die Originalspiele zu kopieren. Einmal kam da jedoch ein Brief mit jeder Menge Rechtschreib- und Grammatikfehlern, den ich getrost ignoriert hatte. Ich glaube aber nicht, daß das so ein Fangbrief war, denn derjenige hatte nichts im Gegenzug angeboten.

  • Hat jemand hier noch einen orignalen Brief mit Foto?

    "Meinen" habe ich leider weggeworfen. "Meine Tanja" war so 17-18 und hatte einen netten Hundeblick drauf. Sah aber (Frontalfoto "daheim") viel, viel zu gut aus für eine Computer-Nerd-Tante.

    Darauf reingefallen bin ich natürlich nicht obwohl sie mich "hormonell ausgeknockt" hat, da im CF schon lange, lange vorher die "Tanja"-Masche die Runde machte und für jeden klar war dass Herr GvG dahinter steckte.

  • ich habe mir einen dieser Tanja Briefe durchgelesen. Ganz schön lang und viel blablabla drum herum. Hellhörig bin ich bei ihrem Taschengeld geworden. 50 Mark hatte sie im Monat :cry::cry::cry:

    Ich war damals mit nur 20 Mark am Start., eigentlich sogar nur 10 am Anfang bis mein Bruder und ich eine Gewerkschaft gründeten und mit schlechten Schulnoten gedroht haben.

    "Ich bin das Schwert, ich bin die Flamme." (Heinrich Heine)

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  • Ich erinnere mich, dass ich damals auch irgendwo ein Inserat zum Spieletauschen aufgegeben hatte. Vermutlich war das im YPS-Heft. Oder im "Floh". Eine Adresse habe ich glaube ich nicht angegeben, vermutlich nur eine Telefonnummer. Irgendwann kam dann ein junger Kerl auf seinem Mofa vorbei und hatte vier große Diskettenboxen hinten draufgeschnallt. Was wir genau getauscht hatten weiß ich nicht mehr. Und das war wohl das einzige Abenteuer diesbezüglich - zumindest kann ich mich an keine weiteren erinnern. Wahnsinn, wie naiv ich damals war.

    Ich war ähnlich naiv ;) Ich hatte im Kaufhof in der Computerabteilung jemand kennengelernt mit dem ich mich unterhalten hatte. Irgendwann bot er mir an, mit zu ihm nach Hause zu kommen, um Disketten zu kopieren. Da ich den Eindruck hatte, dass er ganz in Ordnung war, habe ich das auch gemacht. Ich habe eine ganz Menge Spiele bekommen, unter anderem Ultima IV, an dem ich dann etliche Wochen gespielt habe. Auch Wahnsinn, aus heutiger Sicht...

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