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Teil des Generationenwandels ist sicher auch, dass wir uns selbst verändern, sei es durch Lebenserfahrung oder schlichtweg dem 'Reifer' werden.
Ein vielleicht eher banales Beispiel ist für mich: Dargestellte Gewalt.
Als Jugendlicher hab ich es gefeiert, wenn im 3D-Shooter die Körperteile abschießbar waren, habe Verrenkungen gemacht, um irgendwie an die Uncut-Patches zu kommen, Filme durften gerne brutal sein.
Heute? Mit nervt zuviel dargestellte Gewalt und Splatter. The Boys, wirklich tolle Serie, die Badewannen voll an Kunstblut, die da verspritzt werden in manchen Szenen - vollkommen unnötig. Selbst in Kriegsfilmen, wo es als Stilmittel zur 'originalgetreuen' Darstellung der Gewalt und Schrecken dienen soll, stösst es mich heute ab.
Wie ist nun meine Haltung zu 'aktuellen' Jugendlichen, die das noch abfeiern? Haten, weils alles nur gewaltgeile Idioten sind? Oder mich selbst reflektieren und denken: Warste ja nicht anders.
Saufe ich heute noch, bis alles wieder rückwärts raus will? Nein. Damals. Aber na klar.
Sind nun Jugendliche heute Alkoholiker, die das genauso machen? Komasaufen gabs doch damals aufm Land auch schon. Wir wussten nur nicht, dass man das so nannte. Und es kam nicht in die Medien.
Will damit sagen: Selbst WENN ein Jugendlicher sich anders verhält als wir es mit unseren Wertemaßstäben ansetzen, heisst das ja noch lange nicht, dass dies für alle Zeit so bleibt. Der Tag der Erkenntnis wird da auch bei den allermeisten auch kommen.