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Berechnungen bei Wirtschaftssimulationen

  • oder in VICE das Basic-Ram gedumpt

    Ging 1985 so schlecht ...



    Ausserdem gibt es ja ein Buch und eine Website, wo der zugrundeliegende Code enthalten ist (siehe link von detlef ), also einfach dort einlesen.


    Und wer z.b. bei wikipedia Stichwort "lineare Optimierung" mal durchliest, der erkennt schnell, dass die Aufstellung von mehreren eindimensionalen Bedingungen (lineare Ungleichungen, z.b. 3x-20 >= 0) und das Finden von optimalen Lösungen als Linearkombination der einzelnen Ungleichungen just dem Spielprinzip solcher Simulationen wie Kaiser, Hanse etc. entspicht.


    Das Programm berechnet für die User-Eingaben dann jeweils das damit verbundene Optimierungspotential, das sich in der Bewertung des Programms niederschlägt. Damit das Programm sodann den Wertebereich der pseudozufälligen Parameter für die Spielrunde drauf passend festlegen kann, muss das Programm aber auch das Maximum (also die Lösung des Optimierungsproblems) kennen und somit berechnen. Natürlich ist das Programm "hartkodiert" auf das zu behandelnde Problem, und hat nichts mit frei programmierbaren Umgebungen wie Mathematica oder Matlab zu tun.

  • Haha, mit der Argumentation braucht ja jeder Würfelwurf im Rollenspiel eine Lineare Optimierung zur Auswertung. Klaaaaar.


    Davon abgesehen ist in den typischen Spielen nicht sonderlich viel tatsächlich linear, weil die Formeln dort ad hoc geschrieben wurden und es viele Nichtlinearitäten durch Ausnahmen etc. gibt.


    Aber ich lasse mich überraschen und bin auf Ruudis nächstes Spiel mit hartem mathematischen Hintergrund gespannt. :)

  • So wie ich das dann jetzt verstehe geht eigendlich gar nicht so um mega komplexe Berechnungen, sondern mehr um Gewichtung von Entscheidungen, plus Zufallsereignisse und mehr oder weniger zufällige Umwelt Einflüsse (damit meine ich Wirtschaft und Natur).

    Ja, nennt der Gamer auch "Balancing".


    Wenn es ZU zufällig erscheint (Beispiel Meanwhile: Du bist tot - Game Over), is eher schlecht, aber wenn es zu berechenbar ist, auch.


    Gilt übrigens nicht nur für Wirtschaftssimulationen, sondern für jedes Game.
    Ein schlauer Hund hat mal sinngemäß gesagt,
    wenn nicht jeder Depp Level 1 schafft, ist das Game shice.


    Ergänzend würde ich aber auch sagen, wenn ein Game 3 Levels hat und ich die in einem meiner allersten 3 Versuchen durchzocke ohne Trainer,
    dann ist es womöglich zu simpel.


    PS Und ja, mach keine (Volkswirtschafts)Wissenschaft aus den Formeln :)

  • Für mich ist da immer die Frage nach dem Ziel.
    Was soll erreicht werden?

    Reicht es möglichst viele Jahre/ Runden zu überleben?

    Soll ich „nur“ der Reichste werden und mir einen Platz auf der Bestenliste sichern?

    was macht ein solches Spiel für euch spielenswert?

    Bei der Hamurabi-Basic-Version, geht es darum, 10 Jahre zu überleben. Und dann wurde ausgewertet, ob es dem Volk besser oder schlechter ging, als zu Beginn. Man wird dann entweder bejubelt oder aus dem Land gejagt. Es gibt dann noch eine Abstufungen in der Bewertung.

    https://github.com/philspil66/…i/blob/main/hammurabi.bas


    Übrigens ist Hamurabi gar nicht die Ur-Version, wie ich immer dachte, sondern "The Sumerian Game" aus dem Jahre 1964

    https://de.wikipedia.org/wiki/The_Sumerian_Game

    und war bereits als Multimedia-Spiel konzipiert. :D

  • Vor langer Zeit hatte ich VWL BWL mit im Studium, aber da lernt man eher zu labern, als zu rechnen.;)

    War das "richtiges" VWL und BWL oder "nur" Teil von Sozialwissenschaften o. ä.? Unsere drei Klausuren bestanden fast nur aus Rechnen: VWL I mit Makro, Mikro und VGR. BWL I mit BPA und I&F. BWL II mit ReWe und K&L. Mit Laberei bekam man maximal 10 % der benötigten Puntke.

  • Ich glaube aber auch, dass die Berechnungen von Kaiser, König oder Hamurabi eher durch simples Ausprobieren entstanden sind. Da steckt keine große Mathematik dahinter, wenn man sich die über das gesamte Programme verstreute Berechnung anschaut.


    Das ist zuviel Anspruch an diese simplen Programme.

  • Aber das war schon ein echtes Wirtschaftsinformatik-Studium auf Diplom

    Habe ja auch Wi-Inf gemacht und musste dieselben Klausuren wie unsere VWLer/BWLer schreiben, mit einer kleinen Ausnahme in VWL I, weil ohne WiPol. Da war, wie gesagt, ohne fundierte Mathekenntnisse kein Blumentopf zu gewinnen. Gab es auch eigene Ökonomie-Vorlesungen für euch Informatiker?