Das Ding hat was von Cargo-Cult, finde ich. Insofern schon wieder irgendwie komisch, aber auf die gruselige Art. Das Ding ist irgendwie wie ein Chrysler PT Cruiser; man sieht sofort, an was es erinnern soll, aber man sieht noch deutlicher, dass der Designer nicht verstanden hat, worum es überhaupt geht. Wie ein Witz, bei dem man zwar erkennt, warum er lustig sein soll, man aber partout nicht darüber lachen kann.
So empfinde ich dieses seltsame PC-Gehäuse.
Ich habe jetzt beim Backen mit gemacht. Vorher hat mich die Fassung in C64-Farben und auch die VIC20-Version nicht angesprochen, da mein erster Computer ein C16 war. Genau den hatte ich aber damals gegen einen plus/4 ersetzt, den ich heute noch habe. Ich will auch keinen echten C16 mehr, weil das technisch eine Bastelbude ist (im Gegensatz zu plus/4, 116 und auch den Prototypen 232, 264 und V364 von Ira Velinski). Ich habe hier C64 und plus/4 in verschiedenen Ausführungen, weil die einfach rock solid daher kommen, meinen Amiga 500 aber 1992 verkauft und plane keinen wieder zu erwerben, weil ich da dann Elko- und Akku-Probleme zu bebasteln hätte. Also kommt mir ein Amiga höchstens als TheA600Maxi (oder so etwas Ähnliches) und ein C16 eben im passend farbigen C64x-Gehäuse ins Haus.
Was aber will ICH damit? Nun, in unserem Haus gibt es oben ein privates Bürozimmer mit Ausstattung, wie man das heute so hat (alter iMac, Drucker, Scanner). Da wir - ursprünglich von Corona innitiiert - jetzt dauerhaft viel mehr Homeoffice-Tage von der Firma haben (werden), begann ich damit die Kellersanierung wieder aufzunehmen. Der Hobby-Kellerraum wird am Ende mit großem Schreibtisch und Mehrmonitorsetup versehen sein und drumherum gibt es dann Regale wo gediegen und ordentlich meine kleine 264er Sammlung unter kommt. Passt als Hintergrund für Videokonferenzen, wenn man ohnehin grob im IT-Umfeld arbeitet.
Jetzt komme ich auf den Punkt: Früher hatten alle Business-Notebooks eigene Dockingports und brauchten eigene Dockingstationen. Auch die HP Elitebooks, die bei uns im Einsatz sind. Ab dem Elitebook 8xx G7 haben die aber zur Docking-Anbindung nur noch einen USB-C-Port über den Strom ins Gerät kommt und der Rest (auch das Video) zum Konferenzbildschirm (in der Firma) oder der USB-C-Dockingstation (daheim) übertragen wird. Kurzum, nach sehr vielen Jahren sind heute damit so ausgestattete Arbeitsplätze (zwei oder drei TFT und die USB-C-Dockingstation, nach Wahl auch externe Maus und Tastatur zum Notebook) völlig interoperabel zwischen den Herstellern. Selbst mit einem Macbook kannst du dich da dann andocken.
Ok, jetzt habe ich also im Arbeitszimmerkeller rundum echte Retro-Computer und in der Mitte den Arbeitsplatz zum Andocken mit dem Dienstnotebook per USB-C an der Dockinstation. Was aber wenn ich mal privat Surfen will? Da gehe ich dann nach oben ins Arbeitszimmer oder ich kaufe mir auch noch ein privates Notebook, dass ich unten ebenfalls per USB-C an das schon aufgebaute Setup andocken könnte. Aber ich brauche privat kein Notebook. Einen monströs großen, tragbaren Gaming-PC aber erst recht nicht.
Tja, und dann kommt so ein C16-Lookalike-Case daher. Meine Hoffnung ist, dass es mittelfristig MiniITX-Boards geben wird, die auch per USB-C mit Strom versorgt werden können und die Grafik an die Bildschirme übertragen, so dass ich genau das dann einbauen kann. Damit habe ich dann einen Kellerarbeitsplatz für das dienstliche Homeoffice (mit Dienstnotebook an mehreren Rechnern und die Retro-Rechner im Hintergrund als Dekoration) oder - wenn ich den Dienstrechner wegpacke - eben den "C16x" angeschlossen am selben Setup, um dann mit Windows 11 oder modernem Linux im Internet nach Neuigkeiten zu suchen und ab und zu auf SD-Card zu übertragen und dann direkt auf einem der umstehenden Rechner per SD2IEC auszuprobieren ... und dann ergibt das gesamte Setup eben optisch auch keinen Stilbruch zueinander, denn so ein C16x passt ja prima zu meinen ecten plus/4 oder dem schwarzen C64 (aus meinem Profilbild).
Ich gebe aber zu, dass zu ein anthrazit-faarbener C16x mit grauen Tasten schon doch optisch besser zu modernen, schwarzen HP-Monitoren passen wird, als etwa ein C64x, der in beige-braun dann wie ein Fremdkörper wirken wird, zumal wenn man den dann auch noch mit der Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. zu betreiben gedenkt. Das waren jetzt viele Worte, aber ich hatte den Eindruck hier stand die unbeantwortete Frage im Raum, warum jemand das kaufen sollte und wofür das dann eingesetzt würde.
Also Cargo Cult empfinde ich das eher nicht. Für mich ist das vergleichbar mit dem Radio-Programm, das Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. aufgelegt hat. Nur weil du einen 40 Jahre alten Porsche fahren willst, möchtest du das ja nicht ohne Musik tun und dann ein zeitgenössisches Kassetten-UKW-Radio spazieren fahren, aus dem kein Mucks mehr kommt. Da etwas einzubauen, das optisch und im Design zum alten Gefährt passt, macht die Gesamterfahrung schöner. Wie ein PC im C16x-Kleid in meinem Retro-Kombi-Keller es tun wird
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