Paula - oder was macht den speziellen Klang aus?

Es gibt 279 Antworten in diesem Thema, welches 18.627 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (6. August 2025 um 19:49) ist von Schneider-Huetter.

  • Hier mal eine Gegenüberstellung.

    Ein Sample aus einem frühen Amiga Mod File, einmal am Amiga abgespielt und per LineOut gesampelt und einmal über WinAmp am PC abgespielt und auch mal in CoolEdit betrachtet. Es scheint mir das es am Amiga mehr Höhen im Signal gibt. Am PC habe ich einen ziemlichen Abfall hinter 6 kHz.

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  • Ich stelle mal die ketzerische Frage:

    "Gibt es den speziellen Paula-Sound überhaupt?".

    Ja. Gefühlt 95% aller Musikstücke hatten den speziellen Paula-Sound.

    Das lag für mich weniger am Chip, sondern an den Musikern.

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  • Ich stelle mal die ketzerische Frage:

    "Gibt es den speziellen Paula-Sound überhaupt?".

    Ja. Gefühlt 95% aller Musikstücke hatten den speziellen Paula-Sound.

    Das lag für mich weniger am Chip, sondern an den Musikern.

    Meinste nicht das das am typischen Klirren der Samples liegt ? Das kenn ich so am PC nicht

    Micha

  • Der unverwechselbare Sound eines Turrican oder R-Type stammt daher nicht von Paula sondern von Chris (Hülsbeck). Und der hätte es auch mit einer anderen Hardware hingekriegt, wie man ja an seiner CD "Shades" eindrucksvoll hören kann.

    Huh. Speziell bei CH bin ich exakt der entgegengesetzten Meinung. Beim C64 haben sich musikalisches Talent und (limitierte) Möglichkeiten des Soundchips ganz gut ergänzt. Beim Amiga hat er dann mit schnulzigen Glöckchenklängen etc. angefangen, und spätestens bei der erwähnten Shades-CD kommt er mit der Technik gar nicht mehr klar und layert viel zu viel schlecht abgemischt und mit überhaupt schlimmer Instrumentenwahl übereinander. Da kann ich mich gar nicht entscheiden, ob "Fahrstuhlmusik" oder "vermutlich GEMA-frei" der charakterisierende Begriff ist. :/

    Aber eins ist klar: ein "spezieller Paula-Sound" spielt an der Stelle keine Rolle. ;)

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  • Ich stelle mal die ketzerische Frage:

    "Gibt es den speziellen Paula-Sound überhaupt?".

    Ja. Gefühlt 95% aller Musikstücke hatten den speziellen Paula-Sound.

    Das lag für mich weniger am Chip, sondern an den Musikern.

    Meinste nicht das das am typischen Klirren der Samples liegt ? Das kenn ich so am PC nicht

    Vielleicht auch. Aber in der Regel sind die Musikstücke einfach langweilig.

    Noch schlimmer ist die Musik von den alten Konsolen.

    Da kann ich reinklicken wo ich will. Überall zu 100% Langeweile.

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  • Ich stelle mal die ketzerische Frage:

    "Gibt es den speziellen Paula-Sound überhaupt?".

    Kommt darauf an:

    Wenn man einen C64, Amiga, Atari ST, und PC mit AdLib Karte am Klang unterscheiden soll dann ja.

    Wenn man ein schlecht interpoliertes 8Bit Sample durch eine aktuelle Soundkarte jagd dann nein.

  • PC MIDI Files waren aber noch schlimmer.

    Nicht alle.

    :love:

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  • PC MIDI Files waren aber noch schlimmer.

    Nicht alle.

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    Ich meine damit das die ja noch weniger an Hardware gekoppelt sind wie Amiga Mod Files.

    Als würde man versuche den FM Teil einer Soundblaster 2 Pro zu emulieren.

    Micha

  • Was den Amiga Sound für mich ausmacht ist das Kliren der Samples, wenn im PC Bereich die gleichen Samples abgespielt wurden dann haben die nicht geklirt sondern waren einfach dumpf.

    Ich erkenne beim VNV Nation Stück (Geile Musik übrigens...höre ich schon Jahre) den Zusammenhang mit dem Amigaklang. Jetzt hab ich sogar nen Namen dafür! (Ist Kliren korrekt oder meinst du Klirren?) Ich mag diesen "Klang".

  • Also bei Hifi-Anlagen ist ein hoher Klirrfaktor eigentlich immer schlecht.

    Mal hier, mal da, mal dort. Aber auf jeden Fall auf der Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.! Und hier Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.!

  • Also bei Hifi-Anlagen ist ein hoher Klirrfaktor eigentlich immer schlecht.

    Nicht wenn die Alternative heisst ich filter einfach alle Höhen weg. Ich frage mich jetzt auch gerade ob das Kliren bei der Aufnahme oder Wiedergabe passiert.

    Ich kann mich erinnern das das Sampling mit 12 kHz besser klang als 15 kHz weil 12 kHz mehr klirt und man denkt es sind mehr Höhen drin.

    Micha

  • Huh. Speziell bei CH bin ich exakt der entgegengesetzten Meinung. Beim C64 haben sich musikalisches Talent und (limitierte) Möglichkeiten des Soundchips ganz gut ergänzt. Beim Amiga hat er dann mit schnulzigen Glöckchenklängen etc. angefangen, und spätestens bei der erwähnten Shades-CD kommt er mit der Technik gar nicht mehr klar und layert viel zu viel schlecht abgemischt und mit überhaupt schlimmer Instrumentenwahl übereinander.

    Ist wohl Geschmacksache. Als ich vom C64 zum Amiga gewechselt bin, war die Titelmusik von R-Type einer der ersten Songs den ich gehört habe. Und ich war regelrecht begeistert, wie das in Stereo über die Stereoanlage geklungen hat. Da haben die Bässe gekracht, dass sich der C64 winselnd unter seiner Staubschutzhaube verkrochen hat.

    Und ich finds auch heute noch genial. Ebenso wie die Musik von Turrican 1-3, Rock'n'Roll, Masterblazer, Z-Out uva. Natürlich gab es aber auch noch andere gute Amiga-Musiker. Den guten alten Chris habe ich ja jetzt nur als Beispiel genannt.

    Einen "typischen" Amiga-Sound, den es imho nicht gibt, hatte das zwar alles nicht. Aber dennoch sehr gut gemacht.

  • Nur ein kurzer Hinweis: Ich habe mir blind das eBook The Little Book of Sound Chips, Volume 2: 1982-1986 gekauft, in dem auch Paula vorkommt.

    Aus technischer Sicht lohnt sich das leider überhaupt nicht, da das Buch diesbezüglich sehr oberflächlich ist.

    Ich bin prinzipiell auch weiterhin an dem Thema hier dran, aus familiären Gründen dauert das aber alles sehr lang.


  • Im Gegenteil für den Fall dass man separate D/A-Filter hat! Du verschiebst ja die Nyquist-Frequenz zusammen mit Deinem Sample, es kann also prinzipbedingt kein Aliasing geben. Die Paula allerdings durch ihre "naive" D/A-Wandlung profitiert leider nicht davon.

    Ich habe es endlich verstanden, denke ich.

    1. Das klar definierte Aliasing, das durch Unterabtastung entsteht, bei dem eigentlich hochfrequente Signalanteile in niederfrequente Bereiche gespiegelt werden, gibt es beim "Paula-Prinzip" nicht. Das war mit Deiner Erklärung bzgl. Verschiebung der Nyquist-Frequenz gemeint, denke ich.
      Ich hatte diesen Punkt fälschlicherweise gedanklich ausgeblendet, da ich bei diesem Phänomen immer nur an die AD-Wandlung denke.
      Aber natürlich kann es auch bei der Synthese mit konstanter Abtastrate auftreten, da sich bei Änderung der Tonhöhe die "Sprungweite" inerhalb der Sample-Folge ändert.
    2. Das woran, ich die ganze Zeit gedacht habe, ist das "Entfernen der Treppenstufen" durch abschließende Tiefpassfilterung. Was hier entsteht, wenn diese Filterung nicht korrekt erfolgt, wird auch teils in der Fachliteratur als Aliasing bezeichnet*, obwohl es einen ganz anderen Vorgang darstellt. Denn hier entstehen ja "nur" neue Obertonspektren. Die variable Abtastrate verhindert zwar eine korrekte Filterung (dazu später mehr), hat aber den Vorteil, dass sich diese Obertonspektren mit der Tonhöhe verschieben, statt wie bei konstanter Abtastrate (mehr oder weniger) statisch zu sein, was natürlich "musikalischer" klingt.

    *ein Beispiel dazu dazu konnte ich auf die Schnelle natürlich nicht finden ^^ Werde ich ggf. nachreichen...

  • So, da ich eh den Verdacht hatte, dass ich Kontaktprobleme an einigen Sockeln habe und auch einen Bootselector einbauen wollte, habe ich meinen A500 mal "eröffnet".

    Bei der Gelegenheit habe ich natürlich mal das Oszi an Paula gehalten.

    Folgendes Bild zeigt in gelb den Paula-Ausgang und in türkis das Signal nach der ersten Verstärker-/Tiefpass-Stufe (Pin 14 von U14):

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    Erzeugt wurde der Sinus mit 440 Hz in AmigaBasic (einfach SOUND 440,77).

    Ich muss sagen, ich schnall es überhaupt nicht, welche "Modulation" oder was auch immer hier verwendet wird.

    Es war hier ja schon mal von PWM die Rede, aber da würde ich dann etwas in folgender Art erwarten und nicht dieses "wilde Gezappel": Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    Wie man vielleicht sieht, habe ich nur ein recht mäßiges Oszi hier, muss mir evtl. mal was Gescheites ausleihen, denn so ganz kann ich nicht glauben, was ich da sehe...

    Der A500 bleibt jetzt erst mal offen, falls jemand was Spezielles sehen möchte.

  • Kannst du bitte mal in die gelbe Kurve sehr krass reinzoomen? Eventuell ergibt sich da ein anderes Bild und du siehst hier nur Aliasingartefakte. Vielleicht auch nicht, aber ich würde es gerne ausschließen.

    C64C mit 8580, C64 mit 6581 und C64G mit ARMSID,

    C16, VC20, PET3016+32K, 3x1541, 2x1541-II, Pi1541, Philips CM8833-II, 1084S

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  • Kann tatsächlich gut sein...

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    Die "Modulationsfrequenz" scheint ca. 115 kHz zu betragen und es werden immer nur kurze Pulse unterschiedlicher Höhe ausgegeben.

    Ich hab auch noch ein "etwas" wackliges Video gemacht:

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  • Hi,

    ich hab jetzt nicht alle 4 Seiten durchgelesen, also sorry wenn es schon erwähnt wurde. Ich will hier mal einen wichtigen Denkanstoß reinbringen:

    Geredet wird hier überwiegend von Paula als reine Sample-Wiedergabe-Mechanik. Wenn man sich aber nun mal erinnert wie es war, als der Amiga angekündigt wurde, war KEINE Rede von einem Chip, der ganz alleine Samples in der tollsten Qualität wiedergibt. Vielmehr wurde betont, dass der Amiga "völlig frei programmierbare Hüllkurven" besäße.

    Die Intention der Entwickler war also keineswegs, irgendwelche dusseligen Samples (Digis) abzuspielen, wie es dann später in 95% der Fälle gemacht wurde. Das wäre wenn überhaupt die Ausnahme gewesen. Und warum? Weil ganz alte Amiga-Pläne zeigen, dass lediglich 128K RAM vorgesehen waren. Der Amiga kam dann später mit 256K raus und wurde erst etwas später mit 512K angeboten, bevor dann 1987 der A500 standardmäßig 512K mitbrachte.

    Aus Speicherplatz-Gründen waren also tonnenweise Samples gar nicht drin, sondern der Composer sollte seine eigenen Instrumente dynamisch erzeugen. So geschehen meiner Meinung nach z.B. bei Defender of the Crown:

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    Später wurde alles mit Digis gekillt - der bekannte "kalte" Sound - jedoch einige wenige Meister konnten es besser, siehe:

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    und:

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    Und hier seht ihr, was sich die Entwickler des Amiga vorgestellt hatten: Aegis Sonix - mit Waveform-Generator (!)

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    Die Idee war also, dass Sounds synthetisch (!!!) erzeugt werden mit Software. Paula sollte diese dann abspielen. Leider (je nach Blickwinkel) wurde das viel zu selten gemacht...

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  • Die Idee war also, dass Sounds synthetisch (!!!) erzeugt werden mit Software. Paula sollte diese dann abspielen. Leider (je nach Blickwinkel) wurde das viel zu selten gemacht...

    Das sind ja dann auch nur per Software erzeugte Samples, die aus einem Softsynth rausfallen. Und ehrlich gesagt mochte ich "Chiptunes" auf dem Amiga nie. =)