Hello, Guest the thread was called2.6k times and contains 60 replays

last post from Nighti at the

Amiga zum Arbeiten heute

  • Eines vorweg, ich habe absolut nicht die Absicht hier zu trollen oder zu provozieren.


    Ich möchte einfach nur ganz objektiv wissen, kann man den Amiga oder den C64 heute noch produktiv nutzen, und wenn ja wofür und mit welcher Software.


    Es ist für mich kein Drama, wenn nichts bei diesem Thread nichts rum kommt, aber ich hab in einen FPGA investiert und würde Ihn außer fürs spielen auch gerne noch anders nutzen.


    Wenn das keinen Sinn macht, geht für mich die Welt aber auch nicht unter!

  • Mithalten sicherlich nicht, vieles ist Stand zwischen 1990-2000 rum, das kann man so nicht direkt mit aktueller Software vergleichen. Wie schon geschrieben wurde, man kann mit dem vorhandenen noch vieles machen, keine Frage.


    Ich nutze z.B. AmigaAmp immernoch für die lokale MP3-Sammlung oder Internetradio, YAM für eMails, TurboCalc für ein wenig Tabellenkalkulation, IBrowse für die wenigen nutzbaren Amiga-Seiten, Term für BBS und das eine oder andere noch...

  • "Mithalten" kann ein C64/Amiga heute nicht mehr - sieht man von Spezialanwendungen wie dem Erstellen von Inhalten für die jeweilige Retro-Plattform (Pixelgrafik, Tracker- oder SID-Tunes usw.) ab.


    Natürlich kann man noch Arbeit erledigen - ist halt langsamer, umständlicher, weniger augenfreundlich (schlechte Bildschirmauflösung, fehlende Kantenglättung etc.) und benötigt oft mehr Hirnschmalz weil diverse Komfortfunktionen fehlen. Und es erfordert Einarbeitungszeit - wer die entsprechende Software und kleinere Tools nicht schon von früher auswendig kennt, verbringt erst mal viel Zeit mit Nachforschen, Handbücher lesen, Installieren und Fragen in Foren schreiben.


    Ist eine Frage der Dringlichkeit und der eigenen Tendenz zum Masochismus - wer es wirklich *will* kriegt sicher was erledigt. Die Art der Fragestellung ("wäre es nicht cool...") hier im Thread legt aber nahe, dass Bad Toro nicht ausreichend Selbsthass für ein solches Unterfangen mitbringt ;)

  • Aufm Amiga kann man immer noch wunderbare Soundtracker MODs erstellen

    Musik am AMiga geht immer und ist heute noch sehr gut

    Es gibt irgendwo noch eine Autowerkstatt, weis grade nicht wo, die heute immer noch einen C64C für ihre Teilelisten benutzt

    UNd er geht seit über 30 Jahren

    GIbts ein Video von

    Am Amiga, gabs ne ganze Menge an Software für alles mögliche, die brauchbar war

    Ich denke, wer heutzutage solche Software nutzen mag, ist ein Nostalgiker, oder manchmal auch Masochist ^^

    Teste doch einfach mal einiges davon

    GIbts ja genug zum laden

    Ich selbst benutzte ab uznd an immer mal wieder gerne Deluxe Paint, einfach weils toll ist

  • Also von den Dingen die ich auf der Arbeit mache könnte ich höchstens das editieren kleinerer Textdateien auf dem C64 erledigen.

    Und da die Dateien auf einem Windows-PC gebraucht werden müsste ich sie erstmal ASCII<->PETSCII konvertieren, nach SEQ(?) konvertieren, auf eine SD packen, über SD2IEC am C64 einlesen, bearbeiten, speichern, und das gleiche zurück.

    Vs. einfach einen Doppelklick am PC machen und sie dort editieren ;) Also mäßig effiizient....

  • Naja, dem effektiven Arbeiten werden ja bereits durch die Technologie in Themen Geschwindigkeit (MHz) und RAM-Größen entsprechende Grenzen gesetzt.

    Wenn 1 MHz und 64 kB mit heutigen Systemen mithalten könnten würde es den C64 vermutlich noch als Neuware geben und die ganzen hochgezüchteten GHz Prozessoren, GB RAMs usw. wären überflüssig ;)

  • Naja, zum Arbeiten -- selbst zum Texte schreiben -- würde ich weder den A500 noch den C64 verwenden wollen. Aber spielen tu ich sehr viel auf dem C64. :) Das finde ich meist auch viel relaxter als auf der Switch. Gute neue Homebrew Spiele gibt es zu Hauf und haben echt was auf dem Kasten, gerade was Spielprinzip, -spaß und -stimmung angeht. Grafisch ist es natürlich 8-bit. Aber das gehört ja auch zum Reiz.


    Ich benutze persönlich produktiv als ältesten Rechner meinen 2013er iMac. Der wird nächstes Jahr 10, und ich kann damit immer noch (sicher) im Web browsen, YouTube schauen, Briefe schreiben, die Steuer machen, und tausend andere Sachen. Die Kinder machen damit auch Hausaufgaben. Ich habe auch einen neuen iMac, aber nötig wäre der nicht unbedingt. Meine persönliche "Nützlichkeitsgrenze" würde ich daher auf Rechner legen die 10-15 Jahre alt sind. In dem Zeitraum ist für meine Anwendungen relativ wenig passiert, was ein Upgrade zwingend notwendig machen würde.


    Meinen 486DX-33 nutze ich auch noch. Aber meist auch nur zum Spielen, aber auch um C64 Diskettenimages auf die 1541 zu schreiben (mit XM1541 Kabel), sowie DOS-Programmierung zu machen, und ganz selten mal mit dem Galep3 ein Uralt-EPROM zu beschreiben, welches im TL866 nicht geht. Ich denke den 486 KÖNNTE ich auch noch mit WinWord 6.1 ausstatten, und leidlich gut Briefe damit schreiben und mit einer Netzwerkkarte dann auf meinen PostScript fähigen Laserdrucker ausdrucken. Mache ich aber nicht, weils doch schneller ist wenn ich das kurz auf dem Mac erledige...

  • Ich benutze persönlich produktiv als ältesten Rechner meinen 2013er iMac. Der wird nächstes Jahr 10, und ich kann damit immer noch (sicher) im Web browsen,

    Welches OS hast du drauf? MacOS Catalina hat inzwischen EOL erreicht. D.h. keine security patches mehr.


    Ich denke A500, C64 sind am besten um eine ruhige, nostalgische und unterbrechungsfreie Arbeitsumgebung zu schaffen. Gerade wo es darum geht etwas kreatives zu schaffen, ist es manchmal Gold wert.

    Ansonsten fuer jemanden, der Hardware besser verstehen moechte ist ein C64er immer noch ziemlich gute Wahl. Sei es Arduino oder Raspi oder aehnliche Hardware-Nahe programmierung laeuft meistens auf einem SOC. Da hat es schon seinen Charme die RAM Bausteine mal in der Hand halten zu koennen und die Leitungen selbst zu ziehen :-)

  • Ich benutze persönlich produktiv als ältesten Rechner meinen 2013er iMac. Der wird nächstes Jahr 10, und ich kann damit immer noch (sicher) im Web browsen,

    Welches OS hast du drauf? MacOS Catalina hat inzwischen EOL erreicht. D.h. keine security patches mehr.

    Hm, es gab neulich noch ein Update: https://support.apple.com/en-us/HT213255
    Aber Chrome wird noch aktualisiert... Allerdings liegt der USB Stick mit OpenCore Legacy Patcher schon bereit. Das habe ich mir für demnächst vorgenommen, um dann zumindest auf BigSur zu aktualisieren.

  • Aber Chrome wird noch aktualisiert... Allerdings liegt der USB Stick mit OpenCore Legacy Patcher schon bereit. Das habe ich mir für demnächst vorgenommen, um dann zumindest auf BigSur zu aktualisieren.

    Hab meinen Mid 2011 iMac mit einer neuen nVidia Karte Iron Fähig gemacht und nun mit dem OCLP nun Monterey installiert.
    Läuft alles super.

  • Ich schiebe das auch eben noch nach: nein, man kann mit diesen Geräten heute nichts "Aktuelles" mehr machen, sprich, was heutigen Standards entspricht.
    Dafür liegt einfach zu viel Zeit und damit eben Computer-Generationen dazwischen.

    Für den Amiga gibt es ja immer wieder mal OS-Updates und auch damit kann man einiges "Modernes" machen... die Frage ist - und das muss jeder für sich beantworten - wie viel Aufwand man betreiben will, bis ein nachgebauter Amiga (nicht abwertend gemeint!) dann endlich läuft und bis man dann einen Brief damit schreiben kann, den man problemlos drucken kann... Ich hoffe, diese bildliche Darstellung ist verständlich. :)


    Nein, ich denke auch, die Retro-Rechner nutzt man, weil man es will - und man fährt deutlich besser damit, wenn man sich klar darüber ist, dass effektives und produktives Arbeiten in der heutigen Zeit besser auch mit aktueller Hardware erledigt wird. ;)

  • Die provokantere Frage ist doch: konnte man mit den Systemen, insbesondere mit dem C64 -aber auch den "frühen" Amigas (1000, 500 ohne zig Extensions) DAMALS denn wirklich arbeiten?


    Ich hab z.b. 1988 meine Facharbeit ÜBER den C64 geschrieben, aber AUF der Schreibmaschine, alles Andere wäre deutlich umständlicher und fehlerträchtiger gewesen und Schönschrift konnte damals ja auch kein bezahlbarer Drucker...


    Gerade den C64 muss man meines Erachtens als Spielgerät sowie komfortable Entwicklungsumgebung "für Arme" für den 6502 (als embedded plattform) einordnen, das ging für damalige Verhältnisse recht gut, von der Floppy-Geschwindigkeit mal abgesehen... (Jedenfalls so lange man keine HP64000 kannte...)


    Aber Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder gar CAD mit dem C64: Das war schon damals nur Spielkram, das ist wie ein EINRAD: theoretisch schneller als zu Fuß aber praktisch tut einem -auch mit viel Training- nur der A... weh und man geht gern wieder zu Fuß, einfach entspannender....


    Programmieren konnte man auf der Kiste lernen, ja aber auch nur als Selbstzweck, da man sich wochen- und monatelang mit der Lösung von Problemen beschäftigen konnte, für die ordentliche Systeme schon APIs mitbrachten oder die dort gar nicht existierten (z.b. Turbo-Loader, um die 1541 auf erträgliche Geschwindigkeit zu pushen, wer hat am PC schon mal nen Disketten-Beschleuniger gebraucht?) Und jeglicher Komfort (wie Simons Basic etc) wurde mit Speicherplatzmangel und "Inseldasein" bestraft, dann lief die schöne Grafikdemo halt nur noch auf der eigenen Kiste oder wenn man das Modul mitnahm zum Kumpel (und sich dafür wieder triezen liess).


    Beim Amiga war es zunächst -ich war early adopter am A1000- schon ein Glücksspiel, ob sich selbst Basisfunktionen nutzen liessen, oder aber eine der berüchtigten Guru-Meditations auslösten. Das Basic war immer noch sch... die Anleitung dazu aber -im Gegensatz zu der des C64- auch und andere Sprachen gab es kaum resp. kosteten dann gleich richtig Geld... Dazu der extrem flimmrige Bildschirm, am C64 war das deutlich weniger auffällig als am Amiga, der mitgelieferte 1081 war subjektiv schlechter als der Grundig-TV am C64. (der Grundig wiederum aber unbenutzbar mit dem Amiga...)


    Da war der erste PC dann schlicht eine derartige Erlösung und ein solcher Schub (dabei war es nur ein 8MHz XT, allerdings mit HDD und MCGA 640x400 mit flimmerfreiem Bernstein-Bildschirm) an Professionalität, dass ich heute für mich konstatiere: Win 3.0 oder Geoworks 2.0 Ensemble am PC finde ich auch heute noch als zumutbar, viele DOS-Anwendungen für ihre jeweilige Nische auch, Hauptsache SAA-Oberfläche, aber anstelle C64 oder Amiga 1000 nähme ich -für ernsthafte und abzuliefernde Arbeit- lieber wieder Schreibmaschine, Taschenrechner und Zeichenbrett. War einfach effektiver und die Ergebnisse vorzeigbar.


    Wozu ich meinen C64 heute noch verwende:


    neben ein paar historischen Spielchen wie Kaiser oder Trollie Wallie noch ab und an zum rumklimpern:


    Ich habe sowohl das C=SFX-Keyboard (ganz neu :D) als auch schon weit länger 2 Stk. Wersi-Keyboards, die hänge ich ab und an an die entspr. Anzahl SX64 und dann mache ich Kakophonie damit, ganz wie damals, als wir uns wirklich einredeten, Axel F. klänge am C64 doch fast so gut wie das Original ;-)


    Ne echte 2-manualige Lösung, die auf Multi-SID UND SFX zugreifen kann und entsprechend polyphon ist, scheitert natürlich wie so Vieles dann wieder am fehlenden Programm und das ist wiederum dem fehlenden Speicherplatz und -Rechenleistung geschuldet, die Antwortzeiten wären jenseits von Gut und Böse für nen Instrument...


    Selbst über MIDI lässt sich das meines Erachtens nach nicht gemeinsam nutzen, also auf EINEM C64 2x SID UND SFX, oder kennt da Jemand ein passendes Programm?


    Ansonsten ist die Beschäftigung mit dem C64 reiner Selbstzweck -vielleicht auch gut so ?!?

  • Jedem das Seine und jedem seine Meinung.


    Eigenzitat:

    Irgendwo schrieb ich es ja schon: ich war in Deutssch der erste, der seine Hausaufgaben mit dem Rechner machte. Geschrieben auf dem Cevi, ausgedruckt ohne Umlaute und "ß" auf Endlospapier auf einem 1526 (damals noch ohne Grafik-ROM), Seiten ausgeschnitten und ins Deutschheft geklebt. Das erntete bei den Kameraden natürlich Hohn und Spott (was man nicht kennt frisst man eben nicht), aber ich war stolz wie Oskar, dass mein Deutschlehrer mir das erlaubte. Was mir im Übrigen den Spitznamen Murray Bozinsky einbrachte. :D

    Dann kam das Grafik-ROM und ich habe damit eine Schülerzeitschrift mit GEOS erstellt. DIverses andere Ausdrucke ebenfalls. "Gearbeitet" hat man damit also sehr wohl, das ist aber nicht mit heute zu vergleichen, man war ja noch Schüler. Insofern ist der Vergleich unfair.

    Dann kam der Amiga und ich habe mit meinem Epson LX800 weiter gearbeitet. Der PC war keine Erlösung für mich, er war halt "anders" und da er was Modernes war, war er halt interessant und man wollte "mehr".


    So unterschiedlich sind die Menschen...

  • Also früher konnte man schon mit den Geräten "arbeiten" - man muss ja mal bedenken, dass Sie technisch schon eine Weile sowas wie State-of-the-Art waren.


    Natürlich war ich zu der Zeit auch Schüler. Mit dem C64 und Geos habe ich hingegen nicht so viel gemacht, da ich aufgrund eines fehlenden Druckers da eingeschränkt war. Aber für ein Video haben wir damals mit dem C64 Vorspann etc. erstellt.


    Der Amiga begleitete mich mit seiner Textverarbeitung sehr lange. Viele Hausaufgaben und Referate entstanden darauf, bis zum Abitur war er da mein Partner. (Ein A500).


    Mit Beginn der Ausbildung musste dann ein PC her. Damals sicher schon überlegen, aber mitunter war auch der Workflow da ebenfalls noch eine Herausforderung.


    Heute jedoch möchte ich meine Windows-Rechner zum Arbeiten nicht mehr missen. C64 und Amiga (insbesondere der C64) sind aber noch immer Spielgerät, Demo-Schau-Gerät und vor allem Musik-Box, denn SIDs sind für mich der perfekte Sound.


    Aber wer heute noch beispielsweise sich dem hingibt, GEOS produktiv nutzen zu wollen, trotz aller Benefits, die die modernen Hardware-Ergänzungen bieten, der muss aus meiner Sicht zurückgelassen werden...

  • Ich hab z.b. 1988 meine Facharbeit ÜBER den C64 geschrieben, aber AUF der Schreibmaschine, alles Andere wäre deutlich umständlicher und fehlerträchtiger gewesen und Schönschrift konnte damals ja auch kein bezahlbarer Drucker... [...]


    Aber Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder gar CAD mit dem C64: Das war schon damals nur Spielkram [...]

    Also, für eine Facharbeit war der C64 klar unterdimensioniert, müssen wir nicht diskutieren.


    Aber Ende der 80er kam Geowrite, da konnte man durchaus ansprechend aussehende Texte schreiben und ausdrucken (ich hatte einen Epson RX-80).


    1992 hatte ich GeoRAM, GeosLQ und Pagefox, damit konnte man schon ein paar schicke Sachen machen, die man dem C64 vorher nicht zugetraut hätte.


    Also, ja, Ende der 80er und Anfang der 90er war der C64 durchaus für praktische Zwecke zu gebrauchen. Das Wort "Arbeiten" würde ich aber nicht verwenden, dafür gab es den langweiligen PC. :)