Mein erster Versuch, eine 1541 zu reparieren

Es gibt 23 Antworten in diesem Thema, welches 3.996 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (17. Juni 2022 um 02:57) ist von Ruudi.

  • Dann haben aber rot-gelb und rot-schwarz auch 14 kOhm, oder?

    In diesem Fall wäre es wieder einmal der rote Draht ...

    Ja, korrekt.

    Hätte man es "ewig" als reines Leselaufwerk nutzen können?

    Auch hier gilt wieder: Wenn mir das jemand gesagt hätte, bevor ich das Laufwerk eingeschaltet habe, hätte ich mir das überlegen können ... :D

  • Hätte man es "ewig" als reines Leselaufwerk nutzen können?

    Auch hier gilt wieder: Wenn mir das jemand gesagt hätte, bevor ich das Laufwerk eingeschaltet habe, hätte ich mir das überlegen können ... :D

    Das geht immer noch, wenn man den Kopf "umjumpert". Ruudi hatte das mal ausgetüftelt. Damit wird die Löschspule als Ersatz missbraucht, WIMRE.

    Ich finde allerdings den Nutzen eher zweifelhaft. Obwohl - so ein Hardware-Scbreibschutz für kostbare Originale ... :biggrin:

  • Ich finde allerdings den Nutzen eher zweifelhaft. Obwohl - so ein Hardware-Scbreibschutz für kostbare Originale ... :biggrin:

    VORSICHT!!!!

    Das ist die Lösung eben grade NICHT! Denn wenn man versucht zu schreiben, ZERSTÖRT man die Daten auf der Diskette, da der "missbrauchte" Löschkopf ja NEBEN der Spur dann schreibt (bei Floppy-Laufwerken wird immer ZWISCHEN den Spuren gelöscht, mit ein Grund, warum sich 40/80 Spur nur lesend vertragen und nicht schreibend...)

    Ich hab das Ganze damals vorrangig als WARNUNG veröffentlicht, nämlich als Warnung an "zukünftige" Käufer von hochpreisigen, aber ebenso von dem Mitsumi-Kopf-Problem betroffenen 1551 und -nachdem mich TurboMicha drauf hingewiesen hatte- auch 1570/71 Laufwerken, denn gerade dort könnte ich mir vorstellen, dass es Leute geben könnte, für die die 50 EUR oder mehr, die man mit so ner "Wiederbelebung" eines ansonsten ja Totalschadens möglicherweise "ergaunern" kann ein Anreiz sind... *)

    FAZIT: Wer den Mod für ne Mitsumi-1541 mit halbtotem Kopf und reinen Lesebetrieb einsetzen will, der sollte die Schreibschutz-Lichtschranke so modizieren, dass Schreibzugriffe (und Formatierung etc.) sicher unterbunden werden!

    (hilft natürlich auch bei LW mit funktionierendem R/W-Kopf...)


    *) ich hab auf ebay vor nem halben Jahr mal kurzfristig Angebote gefunden, in denen derart "reparierte" -allerdings 1541- LW angeboten wurden, sogar mit Hinweis auf meinen mod hier im Forum, hab dem Anbieter (der interessanterweise auch nur ca 20 km entfernt wohnt...) aber klar gemacht, dass ich solche Angebote für unseriös halte, da es eben keine echte "Reparatur" ist und desweiteren nicht klar ist, wie lange die andere Hälfte des Kopfs das durchhalten wird.

    Wems genau interessiert...

    Diesbezüglich hatte ich mehrfach hier im Forum auch um Mithilfe gebeten, ich hätte speziell mit Datenlogger (Einschaltdauer, Lese-Dauer) versehene 1541 LW "verschenkt" und um Rückmeldung der erfolgreich damit absolvierten "echten" Lese-Betriebsstunden gebeten, parallel dazu auch welche, deren Kopf "noch" in Ordnung war, dort mit der Bitte, auch zu schreiben (so lange es geht). Dort hätte ich noch ein paar Parameter mehr überwacht (u.a. ob die Kopfspule jemals im Schreib/Formatiert-Betrieb in Sättigung geht...)

    Allerdings hielt sich das Interesse derart in Grenzen, dass ich nun 20 Stk 1541 Floppies unterschiedlicher Generationen und LW-Mechaniken hier liegen habe, die ich speziell dafür vorab auf ebay gekauft hatte (alle als ungetestet/defekt angeboten, um -mit sehr kleiner Stichprobe, aber immerhin, zu sehen, wie weit verbreitet der Kopfdefekt denn wirklich im Feld ist. (Ergebnis war (zusammen mit defekten Mechaniken, die mir freundlicherweise von Forenmitgliedern zugesandt wurden): die späten 1541C Laufwerke (altes Gehäuse in (soweit unverbleicht) sehr hell, weiße LW-Blende, Knebel-LW) sind überproportional oft betroffen, die älteren 1541 Knebel-LW weniger und die 1541-II mitsumis bei meiner Stichprobe überhaupt nicht. Ein zweiter Schwerpunkt scheinen die 1551 für die 264er Serie zu sein, die wurden wohl auch rein mit Mitsumi ausgestattet...

    Bei den Seriennummern der D500 LW ist meine bisherige Erkenntnis, dass die Fehlerschwerpunkte auf den 4xx und 5xx Seriennummern liegen, 6xx hatte ich keine, sind aber optisch identisch zu den 4xx/5xx, ab 7xx scheint das Problem behoben zu sein (mod. Kopfträger), die ganz frühen sind ebenso wohl solider (wenn auch sehr selten zu finden...).

    Im Übrigen sind auch die LW der "großen" CBM-Laufwerke 8250lp und SFD1001 mit diesem Problem "gesegnet", obwohl dort ein ganz anderer Kopf zum Einsatz kommt (sind ja ca. 77-Spur, 100tpi LW...) Allerdings scheint auch hier der Hersteller Mitsumi/Newtronics zu sein.

  • Was konstruktives? ;)

    Das Einzige, was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass die "eklige" Farbe, die man auf manchen USB-Mikroskop-Fotos solcher Köpfe hier im Forum und anderswo sieht, KEINE Oxidation ist, sondern vom Hersteller gewollt: die beiden Hälften der R/W-Spule werden bifilar (also parallel) aufgewickelt und dabei wird üblicherweise für eine Hälfte klarer Lackdraht verwendet, d.h. sieht im Ergebnis kupferrot aus und für die andere Hälfte grün gefärbter Lackdraht (sieht dann so "eklig" aus und wenn leicht abgekratzt etc. erst recht...)

    Kann man durch Zerlegen und abwickeln selbst nachvollziehen :wink:

    Sowie: Die Drahtstärke ist bei Mitsumi/Newtronics-Köpfen dünner als bei den Köpfen der Alps-Laufwerke, möglicherweise macht das allein schon den Unterschied. (nur die Löschspule hat etwas dickeren Draht).

    und das unkonstruktive-...

    Ich persönlich gehe weniger von Oxidation aus, denn von Materialermüdung durch Vibration (der Fehler tritt fast immer am Rande der Vergussmasse auf!) und/oder (thermo-)mechanischem Streß (Drähte wurden wohl ziemlich vorgespannt montiert). Das Ergebnis ist aber das Gleiche: ein Ende reißt und das wars dann erstmal.

    Mein Favorit für den Root cause lautet nach wie vor: Thermischer Stress, wenn -durch Dauerläufer (Resetprobleme allg.), hängenbleibende Software (z.b. nachladende SW-Speeder), Aussteiger der Floppy während Schreibzugriff (z.b. durch Störpuls wie Neonröhrenstart etc.) dauerhaft der Schreib-Gleichstrom auf eine Hälfte des R/W-Kopfes kommt. Das kann dann zu Windungsschlüssen und in Folge dann immer niederohmiger werdender und somit auch immer schneller in Sättigung gehender Spule und "langsamem" Tod führen, aber es könnte auch direkt thermisch das Kupfer zermürben ...

    (Fälle, wo die Mittelanzapfung hochohmig wird bei weiter durchgängiger Gesamtspule sind mir nicht bekannt, d.h. trifft es wohl nur die beiden Einzelenden...)