Paddle Poti glätten

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 2.165 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (21. Mai 2022 um 02:30) ist von ADAC.

  • Wie ihr wisst, ist der Commodore Paddle ein sehr einfacher Controller. Darin steckt nur ein 470k Poti, der an zwei Adern vom Joystick-Kabel hängt. Signal und +5V.

    Intern lauert im C64 ein Kondensator, der darüber geladen wird und irgendwo weiter hinten wird das Eingangssignal feini in den Wertebereich 0-255 uminterpretiert.

    Hier das Problem:

    Die Werte "zittern". Nicht untypisch und bei einem Taster würde man sagen: "Der muss halt entprellt" werden.

    Beim Poti spricht man hier wohl von prasseln...

    Whatever.

    Soweit ich es verstanden habe, sollte es möglich sein, die Werte mit einem RC-Glied (genauer: Einem R/C Low-Pass Filter) glatt zu bekommen.

    Leider habe ich davon aber keine Ahnung.

    Bzw. ich weiß nicht, wie ich die korrekten Werte für Kondensator und Widerstand berechne.

    Wenn ich die Texte zu diesem Thema im Internet richtig verstehe, ist der Dreh- und Angelpunkt die Cut-Off Frequenz; das ergibt ja auch Sinn... nur wüsste ich nicht, wie ich diese wiederum ermittle, bzw. auf welchen Grundlagen sie sich in diesem Kontext vielleicht automatisch ergibt.

    Vielleicht kann mir jemand von euch helfen. :wink:

  • Ein Poti hat (meistens) 3 Anschlüsse.

    Links, Rechts, Mitte.

    Du beschreibst 2 Anschlüsse.

    Es hülfe schon mal, alle 3 Anschlüsse zu nutzen.

    +, Ausgang, -

    Das "Glätten" mittels Kondensator hilft hier wenig, denn darüber funktioniert ja die analoge Auswertung des Computers.

    Was man machen könnte, wäre den Median von Messungen zu bilden.

    Also Softwareseitig.

    Stefan

  • Es hülfe schon mal, alle 3 Anschlüsse zu nutzen.

    +, Ausgang, -

    Nicht beim Paddle-Eingang.

    Mit dem Poti wird nicht die Spannung eingestellt, sondern der Ladestrom des Kondensators. Je nach Strom wird er schneller oder langsamer geladen. Die Zeit wird gemessen und als Wert ausgegeben.

  • Es hülfe schon mal, alle 3 Anschlüsse zu nutzen.

    +, Ausgang, -

    Nicht beim Paddle-Eingang.

    Mit dem Poti wird nicht die Spannung eingestellt, sondern der Ladestrom des Kondensators. Je nach Strom wird er schneller oder langsamer geladen. Die Zeit wird gemessen und als Wert ausgegeben.

    Ernsthaft? :gruebel ich könnte wetten, dass die Paddles die ich für den Atari xl gebaut habe, genau so angeklemmt funktioniert hatten...

    Stefan

  • Ernsthaft?

    Ja:

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.

    (Quelle: MOS 6581 Datasheet)

    [edit]

    Ergänzung:

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.

    Die Messung erfolgt alle 512 µs. Daher ist die Zeitkonstante 4,7E-4 (470 µs). Länger darf die Ladung nicht dauern.

    [/edit]
  • Beim Joy-Control hatte ich das Zitterproblem damals so angegangen dass ich aus den Paddle Widerstandswerten über einen bestimmte Zeitraum Ausreißer herausgerechnet und Durchschnittswerte gebildet hatte die ich dann in einen programmierbare Widerstände gefüttert habe. Natürlich hat auch diese Methode ihre Grenzen. Je länger man den Zeitraum wählt aus dem die Werte bildet umso langsamer reagiert das Paddle. Außerdem ist der Aufwand schon immense für ein eher kleines Problem.

    Am einfachsten wird es wohl sein die alten Podis zu entsorgen und durch hochwertige neue zu ersetzen.

    Der alleinige Zweck dieses Beitrags ist es meinen Counter zu inkrementieren. Jeglicher Sachbezug dient ausschließlich der Dekoration.

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  • Stefan Both

    Naja, du versorgst den Kondensator dann mit weniger als 5 V. Der Kondensator wird innerhalb der Zeitkonstante "Tau" auf 63% der Eingangs-Spannung aufgeladen. Ist diese nicht 5 V, sondern z. B. wegen der Potistellung nur 3 V, wird halt nur auf 63% von 3 V aufgeladen. (Sinngemäß natürlich.)

    Das funktioniert schon irgendwie. Ist nur nicht im Sinne des Erfinders. ^^

    [edit]

    Im englischen C64-Wiki ist noch eine Erklärung:

    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    [/edit]

    [EDIT 2]

    Und hier ist es ganz genau beschrieben:

    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    [/EDIT 2]

  • Um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen: Das Datenblatt empfiehlt zur Glättung "große" Kapazitätswerte. Jetzt könnte man die Kondensatoren tauschen, um den Jitter in den Griff zu bekommen. Dann müsste man allerdings die Potentiometer ebenfalls tauschen, damit die Zeitkonstante Tau = R * C konstant(sic!) bleibt.

    Wäre eher unschön - so ein C64 funktioniert nur noch mit genau diesen umgebauten Paddles - und vice versa.

    Bleibt nur die Software-Lösung - und die ist auch nicht wirklich eine, wenn man bestehende Software verwenden will.

    :nixwiss:

  • Die Werte "zittern". Nicht untypisch und bei einem Taster würde man sagen: "Der muss halt entprellt" werden.

    Beim Poti spricht man hier wohl von prasseln...

    Bei einigen meiner Paddles habe ich die Potis auseinandergenommen und gereinigt. Danach war das zittern in meinen Fällen praktisch nicht mehr vorhanden. Auf YouTube gab es dazu ein Video von jemanden, an dessen Vorgehen man sich grob orientieren kann. Vgl. auch den Beitrag (dort ist auch das YT-Video verlinkt) Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

  • Als ich meine eigenen Paddles gebaut habe habe ich herausgefunden das man mit dem Wiederstand des Potis experimentieren sollte.

    Z.b. ist er bei den Atari paddles recht hoch gewaehlt, was den nutzbaren Drehwinkel verkleinert ( was fuer manche Spiele aber ganz angenehm sein kann) aber halt auch die Anfaelligkeit fuer "Zittern" vergroesert.

    Eine weitere Verbesserung ist auch, wie oben schon angedeutet, die alten Dinger im original Controller rauszumachen und durch neue, bessere, zu ersetzen.

    So kriegt man dann Paddle Controller die zwar nicht Perfekt (manchmal wenn die Fgur stillsteht kann es sein das sie 1 Pixel oder so hin und herwackelt) aber zum Spielen vollkommen ausreichend sind.

    Edit: Eine Idee habe ich noch. Man koennte einen Festwiederstand in den Controller einbauen oder Provisorisch in den Port (vllt mit Joystickswitcher und wenn man sicher ist dann den switcher Einstecken, der Sicherheit wegen) reinfriemeln und schauen ob es da dann auch zittert. Eventuell ist der Schuldige ja gar nicht das Poti und es ist einfach "Krach" in der Schaltung.

  • Wiederstand des Potis experimentieren sollte.

    Z.b. ist er bei den Atari paddles recht hoch gewaehlt

    Ufbasse: die Trarari-Paddles fürs VCS (und vermtl. auch für deren Heimcomputer) sind nicht die gleichen wie die weißen Commodore Paddles. Die haben nur das gleiche Gehäuse aber, wie du schon gemerkt hast, ein anderes Poti verbaut.

    Die Folge ist genau das:

    was den nutzbaren Drehwinkel verkleinert


    Wer eine gute Quelle für neue Potis (sowohl für Commodore und für Atari) hat: gerne her damit :thumbup:

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