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Apple ist böse, kann nix und will die Weltherrschaft [OT aus: Alte Computerwerbung]

  • Ideen - die oft schon in der Luft lagen - so weit zu treiben, dass sie Massenmarkt-fähig wurden

    Die Ideen waren bereits Teil von Konkurrenzprodukten und als solche sehr wohl massenmarktfähig.


    Beispiele:


    IPod: als der erste mobile Apple-MP3-Player Ende 2001 rauskam, waren dessen offensichtliche Vorbilder, der EigerLabs MPman und Diamond RIO PMP300 schon fast 3 Jahre auf dem Markt, resp. sogar schon wieder durch Nachfolgemodelle abgelöst!


    iPhone: Nicht nur, dass es smartphones schon seit 1996 erfolgreich und in Großserie in Form von u.a. Nokia s genialem Communicator und den etwas mehr spezialisierten Blackberrys gab, nein nicht mal das erste großflächige TouchPhone war Apples erstes Telefon 2007 noch und hatte zudem extrem miese Werte hinsichtlich Sprachverständlichkeit, Antennenempfindlichkeit und deutlich überhöhte Abstrahlung im Nahbereich, d.h. auf den Anwender. Wäre es nicht von Apple sondern von einem beliebigen anderem Hersteller gewesen, es wäre in der Luft zerrissen worden und hätte den Untegang dieses Herstellers besiegelt!


    Erste TouchPhones mit vergleichbaren Oberflächen und Features gab es seit min. 2002, hierzulande z.b. Sony-Ericssons P800, die dt. Telekom drückte ab 2004 bereits massiv das MDAIII in den Markt, das bereits mehr konnte, als das iPhone 3 Jahre später bei seiner Erstvorstellung und in Asien, insbesondere Japan war man bezüglich Touchphones schon deutlich weiter, aber nur wenige Geräte wurden auch in Europa vertrieben, da man den europäischen Markt als zu konservativ und businessorientiert dafür einschätzte.

    (damals wurden Telefone mit Kamera oder gar WLAN als Spionage-Werkzeuge angesehen und der Zutritt zu vielen großen Konzernen war nur mit einfachen, kameralosen Modellen erlaubt, wenn überhaupt.)


    Besonders drastisch ist es beim iPad, Apples erstem Tablet-Rechner: Bill Gates hatte schon 1991 seine Vision von Tablet-Rechnern als Desktop-Ersatz präsentiert und von da an JEDE Version von Windows auch in einer stark erweiterten Version für Tablet-Computer rausbringen lassen (u.a. schon unter W3.1 mit Handschrifterkennung!), viel Geld darin versenkt und immer wieder dieses Marktsegment angekurbelt. Tablets der ersten Generation waren z.b. das in etwa DVD-hüllengroße Dauphin DTR1 1993 (mit VGA-Graustufen-Display und Wacom-Touch/Stifteingabe-Overlay), welches von IBM entwickelt und gefertigt wurde, aber zum "Schutz" der bekannt konservativen Marke nur mit abweichendem Branding vertrieben werden durfte, sowie (je ca. A5 große und deutlich höherpreisige) Tablets von Fujitsu (1991) und Toshiba (1992), beide auch bereits mit Farb-LCD erhältlich.


    Auch hier erwies sich der asiatische, japanische Markt wieder deutlich offener für diese Technologie, so dass die meisten Tablets nur dort auf den Markt kamen. Waren die ersten Generationen noch stiftbasiert, ging die Tendenz ab der Jahrtausendwende doch stark in Richtung Mehrfinger-touch, Stifte waren aber optional erhältlich, um auch Zeichnungen mit deutlich höherer Genauigkeit zu ermöglichen, sowie präzise Handschrifterkennung und Formulare, die nicht so viel Platz brauchten wie für reine Touch-Bedienung.


    Apple hatte zu obiger Zeit (1993-99) NUR den Newton, ein durchaus interessantes -wenn auch leistungsschwaches und (zu Windows wie MacOS oder irgendwas Anderem) programmtechnisch inkompatibles PDA (Daten konnte man natürlich synchronisieren...), d.h. mit geringen, fixem Funktionsumfang und fast keinen Schnittstellen, das jedoch bei Rückkehr von S. Jobs sofort abgekündigt und aus dem Programm geworfen wurde!


    Das erste mit den Windows-Tablets vergleichbare iPAD kam erst über 10 Jahre nach dem Ende des Newton und fast 20 Jahre nach den ersten Windows-Tablets, 2010 auf den Markt. Eines, das alternativ auch mit Stift bedient werden kann, sogar erst Ende 2015 mit dem iPAD Pro heraus.


    Soviel zum Thema S. Jobs und sein "Gespür" für Innovationen. Es war mehr sein Gespür für die Art von Snobhaftem Auftreten, das gewisse Leute dazu animierte, sich Apple-Geräte zu kaufen, um "dazu zu gehören".


    Wäre er zehn oder mehr Jahre früher geboren, wäre er sicher ein Super-Auto-Verkäufer für Amerikas "Pony-Cars" geworden, die technologisch ähnlich rückständig sich nur übers transportierte Image definierten, während Straßenlage, Sicherheit, Verbrauch oder auch Fahrleistungen völlig unzeitgemäß und unterdurchschnittlich fürs verlangte Geld waren ;-)

  • Sorry Ruudi, aber wenn Du mal versucht hast, Windows (CE) auf einem "Organizer" oder "Tablet" zu verwenden und mal ein iPad 1 im Vergleich benutzt hast, dann sollte Dir klar werden, warum Apple mit dieser Produktkategorie sich bei der breiten Masse der (nicht-IT-affinen) Anwender durchgesetzt hat.

    Es sind halt oft die Kleinigkeiten und UX-Konzepte, die darüber entscheiden, ob man etwas gerne nutzt oder nur, weil man Schmerzensgeld dafür bekommt.


    Was MP3 Player anging: natürlich gab es von Creative Labs etc. schon solche Geräte lange vor dem iPod. Aber wieder war es Design, Usability + Vertriebskonzept (iTunes) womit Apple das Rennen entschied.


    Versteh mich nicht falsch: nicht alles was Apple (unter Jobs) gemacht hat, war perfekt und über das Preis-/Leistungsverhältnis kann man genauso streiten, wie über das Fehlen von Profi-Features. Der heutige Größenwahn der Firma und ihr Hang, sich gegen offene Standards zu stellen (Metal statt Vulkan/OpenGL) sind auch fragwürdig.


    Aber Apple hat unter Jobs einfach wegweisende Produkte entwickelt, denen der Rest der Industrie oft nur hinterhergerannt ist.

  • Es ist halt die alte Geschichte: Es mag bessere / überlegenere Technik geben. Aber wenn die nicht 100% rund läuft oder für die Masse zu schwierig zu benutzen ist, dann setzt es sich halt (zu recht) nicht durch. Apple hat halt in den letzten 20 Jahren vieles einfach richtig gemacht, und dabei nicht mal so krasse Taktiken wie Microsofts FUD benötigt. Beispiele für bessere Technik, die sich schlussendlich doch nicht durchgesetzt hat, gibt es ja zu Hauf in den letzten 100 Jahren... Ich habe auch schon seit den späten 90ern auf Linux gesetzt, und fand es einfach besser, war aber für alle anderen zu kryptisch und verfrickelt. :)


    :zzt:


  • Aber wieder war es Design, Usability + Vertriebskonzept (iTunes) womit Apple das Rennen entschied.

    Design? Geschmacksfrage, aber preisverdächtig war das abgelutschte Bonbon-Design sicher nicht...

    Usability? Direkt vom Rio Diamond PMP300 abgekupfert!



    Alles da, was der erste iPod auch hatte, auch das wesentliche Design- & Usability-merkmal "Jogwheel"!



    Vertriebskonzept? itunes???? Wirklich? Stehst Du auf Entmündigung, Entrechtung und Enteignung?


    Den Diamond konnte man -wie die meisten seiner Mitbewerber auch- von jedem damals verbreiteten Programm wie MusicMatch-jukebox, dem (Vorreiter!) realplayer oder den Dauerbrenner WinAmp befüllen, als auch einfach über jeden Dateimanager. Und zwar mit jeglichen damals üblichen Sounddateien und ganz ohne sich über Dinge wie DRM oder gar Abomodellen und anderen Zwängen auseinandersetzen zu müssen.



    Aber das spielt eigentlich keine Rolle, denn die zu widerlegende These war ja, ob Apple die Geräte wirklich erstmalig großserientauglich gemacht hat.


    Und das kann man u.a. bei den MP3-Playern DEFINITIV verneinen, da waren Andere UM JAHRE SCHNELLER. Sah übrigens auch die Presse damals so, vom Nachzügler Apple war da die Rede... (dieses fragwürdige Prädikat haben auch noch mehr Apple-Produkte bekommen, vom Power-Mac über die sehr späte Kehrtwende hin zu Intel und bewährter PC-Architektur und Unix als Unterbau fürs davor proprietäre MacOS bis hin eben zum iPAD und iPhone, die ja auch JAHRZEHNTE nach den ersten Wegbereitern erst auf dem Markt kamen)


    Dass man die frühen Generationen der Wegbereiter nicht mit den auf zum Zeitpunkt der (späten) Einführung zwar schon überholten, aber günstigen und technisch im mainstream befindlichen Apple-Produkte vergleichen kann, das dürfte einleuchten.


    Ein Ford T-Modell der 1920er war auch "besser" als eine Benz-Draisine von 1886, aber kam eben 40 Jahre später und war gemessen an dem, was zu DIESER Zeit dann schon möglich war, veraltet und überteuert, wenn auch absolut gesehen günstiger als der (deutlich!) hochwertigere Mitbewerb.


    Der Anspruch, Geräte zu bringen, die auch absolut IT-UNKUNDIGE und meist auch -UNWILLIGE halbwegs bedienen können, ist doch nichts, womit man sich großartig rühmen könnte, Apple hat das Rad weder erfunden noch perfektioniert, es hat es nur wieder ECKIG gemacht, damit es den Unkundigen nicht beim Aufsteigen schon davonrollt ;-)



    PS: mein Diamond RIO PMP300 (s.o.) von 1998 geht auch heute, 24 Jahre nach Kauf noch wie am ersten Tag!


    Speicher-Karte in den USB-Kartenleser geschoben, Songs drauf kopiert, zurück ins Gerät damit, Mignon-Batterie oder -Akku rein und schon kanns losgehen. Akku/Batterie handelsüblich, extrem günstig und im Handumdrehen gewechselt.


    Entnehmbare (!) Speicherkarte (ohne bewegliche Teile) in angenehmer Größe (nicht so mickrig, wie die heutigen micro-SDs, für die man schon Lupe und Pinzette braucht...) sorgt für quasi endlose Speicherkapazität und unkompliziertes Überspielen von nahezu jedem Gerät, was irgendwie USB kann (auch von noch älteren Computern mit Parallel- oder Seriellschnittstellen nach Industrienorm via damals mitgelieferten Adaptern, USB war ja noch in den Kinderschuhen Anno 1998, das Übertragungsformat ist offen gelegt, d.h. kann man theoretisch sogar vom C64 aus befüllen (1541: je Disk ca. 10 - 20s MP3...) :pumpkin:


    So muss Technik!

  • Der Anspruch, Geräte zu bringen, die auch absolut IT-UNKUNDIGE und meist auch -UNWILLIGE halbwegs bedienen können, ist doch nichts, womit man sich großartig rühmen könnte, ...

    Der Fähigkeit, die Leute dort abzuholen, wo sie stehen - und sei es auch in der Tiefgarage -, kommt doch erst so richtig in Fahrt. :)


    Gerade gesehen: Die Pommes-Pflanze (früher auch Kartoffel genannt). Hoffentlich nur ein Marketing-Gag. ;)


    (Quelle)

  • (damals wurden Telefone mit Kamera oder gar WLAN als Spionage-Werkzeuge angesehen und der Zutritt zu vielen großen Konzernen war nur mit einfachen, kameralosen Modellen erlaubt, wenn überhaupt.)

    Und das war und bleibt richtig so! :hammer:

  • Leider haut Ruudi gleich so viel auf einmal raus, dass man das nur in Etappen überhaupt schafft, zu kommentieren. ;)

    IPod: als der erste mobile Apple-MP3-Player Ende 2001 rauskam, waren dessen offensichtliche Vorbilder, der EigerLabs MPman und Diamond RIO PMP300 schon fast 3 Jahre auf dem Markt, resp. sogar schon wieder durch Nachfolgemodelle abgelöst!

    Die beiden von dir aufgeführten Geräte basieren auf Flash-Speicher – zu der Zeit noch sehr teuer, weswegen die Speichergrößen der meisten Geräte bei 32 bis 64 BM lagen. Selbst mit Speicherkarten-Slots war die Erweiterbarkeit eingeschränkt, eben weil Flash-Speicher teuer war.


    Wer meint, DAS wären die Vorbilder des iPods, hat nicht wirklich verstanden, warum der iPod ein Megaseller wurde und die angesprochenen Geräte eben nicht.

    • Die preisgünstigen Geräte setzen auf kleinen Flash-Speicher, der kaum mehr als 1 bis 2 Musik-Alben aufnehmen kann. Das ist nicht praktikabel, wenn man wirklich mobil sein will.
    • Die teuren Geräte mit mehr Speicher setzen auf Festplatten – sind aber aufgrund der Größe der Laufwerke (2,5" Notebook-Platten) verhältnismäßig klobig und damit auch nur mäßig mobil.
    • Die Datenübertragung per USB 1.1 dauert für größere Datenmengen (Festplatten-Player) sehr lang.
    • Die Bedienung ist (dank kleiner, teils einzeiliger, Displays und vieler verteilter Buttons) schlecht. Man kann sich nur mühsam durch seine Musik-Bibliothek (wenn denn überhaupt eine draufpasst) arbeiten.
    • Es fehlt an einer externen Software, mit der man die Musik komfortabel (über einfache Ordner hinaus) sortieren/verwalten kann und die z.B. auch die beim Einlesen von CDs usw. hilft. Im Prinzip kopierte man mit PC-Bordmitteln ein paar starre Musik-Ordner auf den jeweiligen Player.



    Diese "paar" Einschränkungen, die Apple als Verkaufshindernis ausgemacht hat, sollte der iPod nun nicht haben. Daher:

    • Apple setzte erstmalig auf IBMs 1,8" Microdrives mit 5 GB Kapazität (und das zu einem Gerätepreis, der zeitweise unterhalb des Laufwerks alleine lag). Slogan: "1000 Songs in your Pocket". Damit waren die Probleme einerseits von Flash-basierten Geräten (zu wenig Speicher/Musik) und andererseits von Festplatten-Geräten (zu klobig) beseitigt. Das alleine hätte schon den Erfolg ausmachen können.
    • Der iPod hatte zudem eine blitzschnelle Firewire- (später auch USB2-) Verbindung. Damit ließ sich dann auch die (anfangs) 5 GB-Platte praxisgerecht befüllen.
    • Das mehrzeilige Display mit Listenansichten für Menüs, Playlists und Musiktitel war sehr übersichtlich. Das Scrollrad (anfangs noch mechanisch) ermöglichte eine schnelle Navigation durch umfangreiche Listen.
    • iTunes ermöglichte das Einlesen von CDs und Einbinden (auch aus dunklen Quellen) heruntergeladener MP3-Titel. Dank Datenbank-Struktur konnte man sehr komfortabel beliebig viele Listen zusammenstellen, MP3-Tags anlegen/vervollständigen usw. Zum Update/Sync der Musik-Bibliothek auf dem iPod reichte dann ein Klick.
    • Der 2003 gestartete iTunes Music Store (Vorgänger des iTunes Stores) revolutionierte den legalen Erwerb von Musik. Dazu musste Apple die 5 führenden Musik-Labels an einen Tisch bekommen und für einheitliche Preise und Titel-weisen Verkauf werben. Das war eine Mammut-Aufgabe, die aber eventuell sogar die Musikindustrie vor dem Kollaps gerettet hat.


    Das alles war letztlich eine Lösung, die über die Produkte der Konkurrenz hinausging und den iPod zum Markführer im Bereich MP3-Player machte. Flankiert wurde das in der Folgezeit durch die stetigen Verbesserungen des iPods (vor allem immer mehr Speicher) und die Abrundung des Angebots nach unten hin (iPod Mini, Nano, Shuffle), um auch im günstigeren Segment Angebote zu machen.


    Ich könnte auch noch ausführen, warum spätere Rip-offs des iPod-Konzepts z.B. durch Microsoft (Zune-Player) nicht wirklich gezündet haben – aber das ist eine andere Geschichte. ;)


    Design? Geschmacksfrage, aber preisverdächtig war das abgelutschte Bonbon-Design sicher nicht...

    Glücklicherweise sind Leute vom Fach anderer Ansicht: 2002 gewann der iPod den renommierten Red Dot Design Award. Auch die Nachfolger gewannen immer wieder Design-Preise.

  • Glücklicherweise sind Leute vom Fach anderer Ansicht: 2002 gewann der iPod den renommierten Red Dot Design Award. Auch die Nachfolger gewannen immer wieder Design-Preise.

    Einfach mal nachlesen, wie käuflich diese "Industry Awards" waren (und teils noch sind), dann sieht man, wie gut die zu Apple passen... :pumpkin:


    Apple setzte erstmalig auf IBMs 1,8" Microdrives mit 5 GB Kapazität


    Was die 1.8" HDDs anbelangt: schon der Dauphin DTR1 von 1993 hatte eine noch kleinere 1.3" HDD von HP, die legendäre Kitty-Hawk eingebaut und später gab es diese Miniaturplatten im PCMCIA- und CF-Karten Format im freien Handel.


    D.h. konnte man auch Player, die diese Kartenformate nutzten, auch mittels der HDDs im gleichen Format "upgraden" und somit deutlich größere Archive "am Stück" mit sich rumtragen.


    Das war bekannt und wurde auch so gemacht.


    Blieb aber weiterhin der Vorteil, dass man dank der austauschbaren Datenträger diese GÜNSTIG und "ruck zuck" austauschen und somit über die Anzahl der mitgeführten auch den Zugriff (und sogar die Ordnung!) nahezu unbegrenzt erhöhen konnte.


    Zudem gibt es unterschiedliche Nutzungsprofile und nicht jeder braucht mehr Lieder/Hörspiele/Opern etc. auf dem Abspielgerät, als es dessen Akkulaufdauer ermöglicht auch anzuhören, denn einfach befüllen geht GERADE OHNE iTunes sehr viel einfacher (bei Wechselmedien sozusagen mit einem Handgriff!) und zum Befüllen der entnehmbaren Datenträger, ob Flash- oder HDD-basiert gab es auch damals schon passende Adapter, wiederum für USB, für FireWire, aber auch für PATA (CF, PCMCIA), aber auch für serielle Ports, Ethernet etc.


    Einfach, bei Bedarf schnell (frage des Geldes), immer aber frei und nicht an Hersteller oder irgendeine Topologie gebunden!


    Die Verwaltung solcher Riesenbestände war zudem auf ALLEN diesen Geräten -also auch den iPODs in Etwa gleich mühselig (manche iPODs hatten ja -trotz saftiger "Premium"-Preise nicht mal überhaupt ein Display...), auch waren die ID-Tags ja nun keine Erfindung von Apple, sondern schon vom Fraunhofer-Institut im Dateiformat vorgesehen. Und eine Datenbank als Basis hatten manche der Player auch, es gab -wie oben schon erwähnt auch bereits diverse Lösungen am Markt, wie z.b. MusikMatch oder RealPlayer, dazu unzählige Erweiterungen zu WinAMP für genau diesen Zweck.


    Aber Vielfalt hat natürlich einen Preis und der ist hier in gewisser Weise -ganz philosophisch- die Vielfalt selbst, d.h. es war eben auch eine gewisse Mündigkeit und Beschäftigung mit dieser Materie notwendig seitens des Users, der dann aber damit seine Sammlung wirklich nach seinen Vorstellungen gestalten und nach belieben auf seine Geräte verteilen konnte.


    Manche wollten zwar einerseits die Vorteile im Sinne des alten kindlichen Drangs nach Superlativen -also wie beim Quartett- die "besseren" Zahlen in Händen halten, aber NICHTS aber auch gar NICHTS dazu tun müssen, ausser GELD abzuliefern. Wieviel Geld, das merkt man bei Abo-modellen bekanntlich erst später und auch nur, wenn man rechnen kann:


    Der 2003 gestartete iTunes Music Store (Vorgänger des iTunes Stores) revolutionierte den legalen Erwerb von Musik. Dazu musste Apple die 5 führenden Musik-Labels an einen Tisch bekommen und für einheitliche Preise und Titel-weisen Verkauf werben. Das war eine Mammut-Aufgabe, die letztlich aber eventuell sogar die Musikindustrie vor dem Kollaps gerettet hat.

    Nun, wenn man glaubt, dass das Bilden eines noch größeren Monopols und Abzocke-Vereins die Musikindustrie "gerettet" hat, dann ist das schon eine sehr merkwürdige Sicht der Dinge.


    Ich will mir jedenfalls z.b. beim Tanken nicht vorschreiben lassen, mit welchem Fabrikat und welchem max. km-Stand ich noch Sprit bekomme und schon gleich gar nicht einen absurd höheren Preis dafür zahlen oder den Sprit erstmal mittels eines anderen Wagens abholen, nur weil ich nicht so konform zu den Vorstellungen des Konzern mit einem Eigenbau-Gefährt unterwegs sein will.


    Der legale Erwerb von Musik ist und war auch und gerade VOR iTunes immer möglich, in dem man BEIM HÄNDLER SEINER WAHL -vor Ort oder auch über Versandweg- die entsprechende Platte oder CD gekauft hat. Sich eine Kopie für mobile Wiedergabe davon zu ziehen, war seit Einführung des Kassettentonband Anfang der 1960er möglich und Usus. Musste man die Platte noch gut behandeln, um ihren Wert zu erhalten, genügte bei der CD das Kopieren, da die Qualität sich auf der Kopie nicht verschlechterte, was nun einigen Gierhälsen in der Musikindustrie ja nun so gar nicht gefiel...


    Legal und praktikabel war und ist es aber immer gewesen.


    Nun soll man aber plötzlich Mitglied in einem ominösen "Club" werden, die Hosen runterlassen über die Anzahl und Art der verwendeten Abspielgeräte (und deren Nutzung, bis ins Detail sich ausspionieren lassen) und der Tausch der Kopien unter Freunden und Bekannten wird kriminalisiert resp. technisch unmöglich gemacht.


    Und dieser Club will einem auch noch weit über die eigentlichen Abspielgeräte hinaus vorschreiben, mit welcher Gerätschaft man zu arbeiten hätte und mit welcher weniger oder gar nicht. Und wenn man gar wagt, die Mitgliedschaft zu kündigen, kein Problem, dann ist halt die Sammlung weg, das investierte Geld ebenso. Das Gleiche droht dem, dessen Abspielgerät gestohlen wird, oder auch nur defekt wird, ohne dass er zuvor -wiederum nur mit weiteren, vorgeschriebenen und weit teureren Equipment überhaupt machbar- eine Kopie seiner "digitalen Rechte" archiviert und registriert hat.


    Also wenn mir einer mein Auto oder meine Reisetasche etc. klaut, bekommt er also ausser den paar drin liegenden Kassetten auch gleich noch meine ganze Plattensammlung dazu, zumindest geht sie mir verloren...


    Und wenn ich -älter werdend- mal bemerken sollte, dass die ach so schönen mp3s doch gar nicht so gut klingen in den nun nicht mehr Kompressions-Algorithmus konformen Ohren und Hörnerven, dann habe ich nichtmal die Chance, wieder die volle Qualität der CDs zu nutzen und diese mit minimalem Aufwand einfach aus dem Regal zu holen und in den Player zu legen...


    Sorry, aber die gepriesenen Vorteile verpuffen im Vergleich zu den massiven Nachteilen und Einschränkungen, denen man sich unterwerfen muss, allein um etwas Musik zu hören! Hätte dieses Modell tatsächlich die Musikindustrie komplett umgekrempelt, sprich könnte man heute keine CDs mehr kaufen und gäbe es keine alternativen Marktplätze mehr für die rein digitale Vermarktung (was ist eigentlich mit dem 2. Vertriebsweg, früher Flohmarkt oder Gebrauchtmarkt, der wurde auch ganz still und heimlich einkassiert, macht doch viel mehr Spass, die Rechte bei jedem Generations- oder Namenswechsel NEU zu verkaufen...), dann GUTE NACHT!


    Glücklicherweise sahen das auch viele andere Menschen, sogar Musiker so und der Traum von der Weltherrschaft, wenn auch nur über die Tonkonserven der Menschheit, blieb für S. Jobs und seine Lakaien unerfüllt.


    Und dass dem auch weiter so bleibt, dafür stehen Viele ein, meine Wenigkeit inklusive!

  • Ich will mir jedenfalls z.b. beim Tanken nicht vorschreiben lassen

    Die Auto-Vergleiche werden aber auch immer abstruser. ;)


    Der legale Erwerb von Musik ist und war auch und gerade VOR iTunes immer möglich, in dem man BEIM HÄNDLER SEINER WAHL -vor Ort oder auch über Versandweg- die entsprechende Platte oder CD gekauft hat.

    Ich habe nicht gesagt, dass es vorher unmöglich war, legal Musik zu erwerben. Jeder weiß, dass es Schallplatten, CDs und Kassetten gab. Aber es gab eben auch Napster. Und dem hatte die Musik-Industrie lange nichts entgegenzusetzen.


    Nun soll man aber plötzlich Mitglied in einem ominösen "Club" werden, die Hosen runterlassen ...........................

    Das was da alles noch kam, verbuche ich mal als "Geschwurbel". ;)

  • Ich könnte auch noch ausführen, warum spätere Rip-offs des iPod-Konzepts z.B. durch Microsoft (Zune-Player) nicht wirklich gezündet haben – aber das ist eine andere Geschichte. ;)

    Der/Das Palm LiveDrive hätte der iPod-Touch-Killer werden können, ehe der überhaupt auf den Markt kam, aber irgendwie hat da bei Palm der Fokus gefehlt. Schade.

  • Ich bin ja hier so ziemlich der letzte dem man vorwerfen könnte Apple-Fanboy zu sein (gell, Retrofan ?), aber das wird jetzt sogar mir zu abstrus. Bisher war es mir noch immer möglich KEIN Apple-Produkt zu kaufen wenn ich nicht wollte (und ich will nach wie vor nicht...). So lange das so bleibt ist für mich alles bene. Wer das Zeug haben mag, bitte schön, das tut mir nicht weh wenn es brauchbare Alternativen gibt.

  • Für viele ist ein Smartphone mit Touchscreen und Apps heute das wichtigste Digitalgerät in ihrem privaten Alltag. Und die sind alle vom iPhone inspiriert.


    Irgendwelche PDAs mit Modem oder Nokias mit Java Mini Applets (64 KB Grenze!) und „programmirbare“ Klingeltöne, Communicators, nGage Spielehabdys, MMS und WEP „mobiles Internet“ - ja, gab es alles und war so sexy wie Griesgrütze.


    Nokia hat über das seltsame Handy ohne Tasten vom Computerhersteller gespottet. Man hatte ja das so effiziente und schlanke Symbian OS und Trolltech Qt und zwei/drei weitere Softwareteams parallel am next-gen Handy OS werkeln…


    Aber iOS hatte halt brauchbare Touch-Vedienung, ein Browser für normales Web statt WEP und Apps die mehr konnten als Snake und Wallpaper tauschen.

    Und Schwupps, war das der neue Standard, dem alle folgten. Dumm für die ganzen Nokias, Blackberries und auch Windows CE Mobiles etc…

  • Sorry, aber die gepriesenen Vorteile verpuffen im Vergleich zu den massiven Nachteilen und Einschränkungen, denen man sich unterwerfen muss, allein um etwas Musik zu hören! Hätte dieses Modell tatsächlich die Musikindustrie komplett umgekrempelt, sprich könnte man heute keine CDs mehr kaufen und gäbe es keine alternativen Marktplätze mehr für die rein digitale Vermarktung [...], dann GUTE NACHT! Glücklicherweise sahen das auch viele andere Menschen, sogar Musiker so und der Traum von der Weltherrschaft, wenn auch nur über die Tonkonserven der Menschheit, blieb für S. Jobs und seine Lakaien unerfüllt. Und dass dem auch weiter so bleibt, dafür stehen Viele ein, meine Wenigkeit inklusive!

    Herrlich theatralisch. Applaus und Tusch. Ich werde immer skeptisch, wenn Leute meinen, sie müssten ungefragt mich und die "freie" Welt verteidigen. Meistens wollen sie nur ihr eigenes Ding durchziehen.


    Du tust so, als wäre der massenhafte MP3-Download (der Anfang des Jahrtausends die Musikverkäufe zum Einbrechen brachte) oder später die kommerziellen Musik-Streaming-Plattformen mit ihrer flüchtigen Musik auf Apples Mist gewachsen. Das ist mitnichten so. Hier kann ich mal vollumfänglich sagen: Apple hat's nicht erfunden.


    Der Ablauf war folgendermaßen: Die Künstler und die Musikindustrie haben lange Zeit sehr gut Musik auf verschiedenen Medien verkauft – und gerne auch auf jedem Medium neu (du hattest früher MC/LP und jetzt CD – kauf gefälligst deine alte Musik nochmal!). Alles war gut und es wurden große Partys gefeiert. Die CD-Preise stiegen, bei WOM gingen sie schon in Richtung 35 DM. Und dann (1999) kam Napster (und natürlich vorher schon MP3 und Internet als Grundvoraussetzungen). Und was machen die (undankbaren und umsatzstarken) Jugendlichen? Sie laden einfach alles kostenlos aus dem Netz und die Medien-Verkäufe brechen brutal ein. Und was macht die Musikindustrie? Sie ist zerstritten, unvorbereitet, in Panik und kriegt nichts auf die Reihe.



    2003: Apple hatte den iPod (seit 2001) im Markt und nachdem der (2002/2003) mit Windows kompatibel gemacht wurde, verkaufte er sich schon einigermaßen gut. Und Apple hatte zudem eine Musik-Software (iTunes), die mit dem Slogan "Rip. Mix. Burn." angepriesen wurde. Noch war also die selbstgebrannte "Mixtape"-CD das Ziel und der iPod nur eine zusätzliche, komfortable Abspielmöglichkeit für unterwegs (besser als z.B. Sonys CD-Walkman). Was lag näher, als vorhandene Hardware und Software noch mit einem Dienst zu ergänzen, einer legalen Musik-Download-Lösung? Schließlich würde es den Kunden ersparen, die Musik erst von CD zu übertragen oder sich die Songs illegal aus dem Netz zu holen. Die Idee war da – aber es fehlte der Content, weil die Musikindustrie anfangs Angst vor dem Medien- (also Dongle-)losen Vertrieb hatte. Also brauchte es einiges an Überredungskunst und die Zusage, die Musik (anfangs) per DRM zu schützen. Und als alle (damals) 5 Major-Labels zustimmten, konnte Apple den iTunes Music Store eröffnen und hatte recht schnell eine umfangreiche Bibliothek. Die kleineren Indy-Labels zogen dann nach, weil es einfach ein guter zusätzlicher Vertriebskanal war.



    2007 hat Apple dann die Musikindustrie gedrängt (offener Brief: Thoughts on Music), auf DRM (zumindest im ITMS) zu verzichten, was dann auch gelang. Warum? DRM-behaftete Musik ist in der Nutzung eingeschränkt (kann z.B. nicht in private Videos eingebunden werden), während illegal kopierte das nicht ist. Apple wollte aber (gegenüber Napster) das bessere Angebot machen: Die Auswahl sollte größer sein, die Qualität gesichert, der Download schneller, die Benutzung möglichst ohne Hürden. Denn schließlich sollten die Songs Geld kosten (wenn auch einiges weniger als auf CD), da muss man dann auch Vorteile bieten.


    Allerdings konnte Download-Musik per Einzelkauf die abstürzenden CD-Umsätze alleine auch nicht (annähernd) ausgleichen, das gelang (in Teilen) erst später mit Abo-Modellen (vor allem Streaming à la Spotify und Apple Music) – die zwar erstmalig nach Jahren die Umsätze wieder steigen ließen aber noch lange nicht auf dem Niveau sind, wie ehemals die CD. Aber da waren andere Firmen (Spotify) schneller als Apple (weil die zu lange auf Kauf-Musik setzten) und Apple musste sein Modell erst einmal dahingehend erweitern (dafür auch der Kauf von Beats (by Dr. Dre))


    Die ganze Achterbahnfahrt der Marktanteile von verschiedenen Medien/Vertriebswegen zeigt auch, dass iPods nur zu einem geringen Teil mit gekaufter Download-Musik (aus dem iTunes Music Store) bespielt wurden, sondern mit dem was die User entweder von ihren CDs rippten oder sich anderweitig (aus dem Netz, von Freunden ...) besorgten. Ein geschlossenes Öko-System war das nicht. Apple konnte das aber relativ egal sein, weil man ja schon mit dem Hardware-Verkauf sehr gut Geld verdient hat. Und man setzte auf den sog. "Halo"-Effekt – d.h. man hoffte, dass sich steigende iPod-Zahlen positiv auf die Mac-Verkäufe auswirkten.

  • Noch etwas zum Music Store, das ihn von klassischen Medien-Verkäufen positiv abhebt:

    1. Moderate Preise: Single-Downloads 99ct, Alben 9,99$. Dank vergünstigter Guthabenkarten (in Supermärkten immer mal wieder 20% Rabatt) zusätzliche Preisersparnis
    2. Man kann versehentlich gekaufte digitale Güter notfalls zurückgeben (viele Medien-Geschäfte schließen Umtäusche aus)
    3. Man kann Singles kaufen und später zum Album "upgraden" (unter Zahlung des Differenzbetrags), muss also nichts doppelt kaufen.
    4. Man konnte durch Zuzahlung die Qualität von Bestands-Downloads upgraden – von anfänglichen 128 kBit/s AAC (mit DRM) auf 256 kBit/s AAC (automatisch ohne DRM). Das ist so, als könnte man im Laden seine vor Jahren gekaufte Audiokassette gegen Umtauschgebühr auf die entsprechende CD upgraden.
    5. Man sieht die Bewertungen jedes einzelnen Titels durch andere User und man darf in jeden Song unverbindlich reinhören – ganz bequem von zuhause aus.

    Also, so zu tun, als wären Musik-Downloads der Untergang des Abendlandes, kann ich so nicht stehen lassen.


    Sich eine Kopie für mobile Wiedergabe davon zu ziehen, war seit Einführung des Kassettentonband Anfang der 1960er möglich und Usus.

    Trotzdem wurde irgendwann (Mitte der Nuller-Jahre?) auf viele Audio-CDs ein Kopierschutz gepackt (keine Ahnung, ob immer noch), der zumindest auch das Abspielen auf vielen Car-CD-Playern (denen, die auch MP3 können) erschwert oder verhindert. Und die Umgehung eines ("wirksamen") Kopierschutzes ist ja nicht überall legal. In der Zeit habe ich wahrscheinlich aufgehört, CDs (neu) zu kaufen.


    Und wenn ich -älter werdend- mal bemerken sollte, dass die ach so schönen mp3s doch gar nicht so gut klingen in den nun nicht mehr Kompressions-Algorithmus konformen Ohren und Hörnerven, dann habe ich nichtmal die Chance, wieder die volle Qualität der CDs zu nutzen

    Wobei CD-Qualität ja nun auch nicht die Perfektion ist, sondern nur ein Kompromiss. Was Streaming angeht: Bei Apple Music (das ist das Streaming-Angebot) kann man z.B. auf Wunsch ohne zusätzliche Kosten auf Lossless Audio umstellen – bei vielen Titeln sogar auf HD-Qualitäten weit oberhalb von CD. Man muss dann nur darauf achten, dass der weitere Signalweg zuhause dann auch "lossless" ist (sonst hat man wenig gewonnen). Ich denke zwar, dass die wenigsten den Unterschied hören werden – aber wer meint, es zu tun, kann frei wählen. Von daher passt die Aussage "CD is king, medienlose Musik hingegen crap" nicht.

  • - Normales HiFi (nicht High End oder die höheren Bitwerte in normalen Produktionsprozessen) = 24 Bit.


    - Kompromisse waren kurzzeitig 20 Bit, aber das gab es kaum, nur in manchen Produktionsgeräten (z.B. von E-MU um 1999 herum in der Ultra-Line).

    Das lässt schon die Feinheiten zu, die bei 16 Bit Reduktion teilweise komplett WEG sind, ich staune immer wieder. Plattgewalzt, nur weiß das natürlich nur der Produzierende selber, weil er den eigentlichen Sound kennt und das, was die 16 Bit daraus gemacht haben.


    - Die 16 Bit einer "vollen" CD Qualität waren Jahrzehntelang ein Dauerproblem im Produktionsprozess, weil sie ein 256.stel Auflösung der HiFi Qualität haben (8 Bit Unterschied, das dürfte hier bekannt sein = 256 fach). Klang ist nicht wie Film, wo ein paar Bilder pro Sekunde reichen, sondern 65.536 Stufen bei den 16 Bit sind deutlich zu wenig, gleich in mehrfacher Hinsicht. Sie sind nicht Tiefenstaffelfähig und können Feinheiten nicht richtig abbilden, dazu machen sie teils EQ-Probleme (bzw. erfordern deutlichere Eingriffe). Da kann man noch sagen: egal, was ist das alles, (räumliche) Tiefe und so, will ich ja nicht. Ist auch legitim, das zu finden, ich will das auch manchmal nicht- sogar der Monoklang eines SIDs geht da bei mir als 24 Bit Recording in eine Tiefe, die gar nicht gewollt ist. Aber ausgerechnet die Feinheiten (besonders leise oder nur leicht schwingende, also LFO Modulationen meine ich) überhaupt gar nicht richtig abbilden zu KÖNNEN bei 16 Bit, und dennoch Jahrzehntelang verkauft zu werden, als wäre es volle Q- das ist geradezu ein Geniestreich. Genaugenommen eher eine Art Selbstläufer, da die Konsumenten von etwas überzeugt sind, ohne etwas besseres zu kennen.


    Mir ist klar, dass es Leuten, die nie etwas anderes kennen gelernt haben, nicht möglich sein kann, das nachzuvollziehen, was da fehlt. Das ist heutzutage auch ähnlich mit einer jungen Generation, die keine Tonstudioproduktionen mehr kennen, auch kaum Alben, die einen gemasterten Grundsound haben, dazu auch keine Hifi Anlage zum Hören (oder gute Kopfhörer, was immer das ist). Und für so manche krachige Musik ist es auch nicht nötig, feinen Klang richtig abzubilden, auch keine Frage. Aber wenn man mal selber was aufgenommen hat, kann man staunen. "WO ist die Modulation? Genau deswegen habe ich doch den Klang so gemacht und die Melodie simpel gehalten, da diese Art Klang sowieso schwingt. Das reicht dann, damit macht sich eine einfache Melodie besser. Aber das war vor den 16 Bit. Jetzt ist beides simpel, der Klang und die Melodie".


    CD ist zwar auch nicht die totale Vergrobung, sonst hätten mehr Leute gemerkt, was los ist. Aber immer ein bischen geht weg, wird geplättet, auf jeder Spur. Der feine Ausklang einer Gitarre, der Spiralteppich der Snare oder ein paar schwingende Modulationen eines Synths oder was auch immer. Mal in 24 und dann in 16 Bit aufnehmen, dann weiß man es.


    -Vergleich: mit der CD wurde uns sowas ähnliches wie Konservendosen gegeben und als Mahlzeit verkauft, "das reicht für euch". Das ist ein Versuch gewesen, vielleicht klappt es ja. Mangels Speicher und Konvertertechnologie war es in den frühen 80ern nicht anders möglich, als die CD entwickelt wurde.

    Aber der eigentliche Geniestreich ist, dass diese dann auch noch als das Wahre angenommen wurden und selbst Jahrzehnte später Köche mit ihrem Gerede von echten Mahlzeiten Spinner sein sollen. "Das schmeckt man ja sowieso nicht". Also liegen die Köche falsch. Vergleichsmodus Ende-


    Die CD ist eigentlich eine krasse Geschichte, bei der es um viel mehr geht, als nur um die Fakten mit dem grenzwertigen Klangabbild.


    Wenn heute in Download Angeboten auch (echte) 24 Bitaufnahmen dabei sind, kann man das nur begrüßen. Seit 1998 ist das Standard, aber ich kenne auch heutzutage z.B. von BC oft nur 16 Bit und finde mich soweit auch ganz gut damit ab, weil man keine Wahl hat, wenn man einen Kauf unbedingt will.

  • iPhone: Nicht nur, dass es smartphones schon seit 1996 erfolgreich und in Großserie in Form von u.a. Nokia s genialem Communicator und den etwas mehr spezialisierten Blackberrys gab, nein nicht mal das erste großflächige TouchPhone war Apples erstes Telefon 2007 [...] Erste TouchPhones mit vergleichbaren Oberflächen und Features gab es seit min. 2002, hierzulande z.b. Sony-Ericssons P800, die dt. Telekom drückte ab 2004 bereits massiv das MDAIII in den Markt, das bereits mehr konnte, als das iPhone 3 Jahre später bei seiner Erstvorstellung

    Ähnlich wie beim iPod hast du nicht verstanden, was das Erfolgsrezept (und der Umbruch) des iPhones war. Auch hier war das nicht nur ein USP (wie z.B. ein Touch-Display), sondern eine ganze Batterie davon, die in der Gesamtheit halt mehr war, als die Summe ihrer Teile. Klar, es gab vorher "Touch"-Phones – aber hatten die z.B. eine Glasoberfläche, funktionierten kapazitiv und hatten Multi-Touch (z.B. für schnelles Tippen auf einem Onscreen-Keyboard)? Ich hatte ein paar ausprobiert und die meisten waren eher gruselig und letztendlich (aufgrund der resistiven Displays und zu kleiner GUI-Elemente) doch eher für Stift- als für (teils einhändige) Fingerbedienung ausgelegt.


    Natürlich gab es schon vor dem iPhone-OS "smarte" Betriebssysteme, wie Windows Mobile, Symbian oder Blackberry. Doch wenn man das erste iPhone ausprobiert (oder auch nur gesehen) hatte, wusste man, dass das alles (zumindest in der Form) keine Zukunft haben würde. Das war wie das Macintosh OS im Vergleich zu DOS oder CP/M. Klar, am Anfang war nicht alles perfekt – aber man wusste: das ist die richtige Richtung. Selbst wenn man das iPhone nicht haben wollte/konnte, merkte man, dass dieses eine digitale Zeitenwende darstellte und alle zukünftigen Handys in der Art funktionieren müssen. Und so kam es ja auch – nur war Android (später Google) halt schneller als Microsoft, Nokia oder RIM/BB – die alle recht zügig an Bedeutung verloren. (Und warum hätte das passieren sollen, wenn die Systeme so grandios waren, wie du meinst)


    Um mal zusammenzufassen, was die wichtigsten "Bestandteile" des iPhones waren, damit es in der Lage war, Aufruhr in die Handy-Welt zu bringen:


    Hardware:

    Kapazitiver Touchscreen mit Gorilla-Glas (zudem mit 3,5" sehr groß für die Zeit)

    WLAN (hatten auch noch nicht alle Handys zu der Zeit)

    Großer Akku (um den kleinen Computer mit all seinen Funktionen, Sensoren und dem großen Display über den Tag zu bringen)

    Lage-Sensoren (u.a. von vielen Spielen genutzt)

    Wenige Bedien-Elemente, dadurch leicht beherrschbar, ein Handschmeichler und man bekommt es schnell aus der Hosentasche gezogen.


    System:

    Multitouch Bedienung (neuartiges Scrolling, Pinch-to-zoom, konsistent fingertauglich bis in die Tiefen ...)

    Onscreen Keyboard (kontextsensitiv, multilingual – ein großes Manko bei der Konkurrenz)

    Betriebssystem-Kern abgeleitet von einem Desktop-OS (daher große Flexibilität)

    Regelmäßige System-Updates (Funktionserweiterung über den Kauf hinaus. Vorherige Handys und PDA kannten das nicht)

    Unterstützung für Web-Apps (AJAX ...)

    Lokales Voll-Backup durch iTunes


    Mitgelieferte Apps:

    Vernünftiger, Desktop-artiger Web-Browser (WebKit-basiert, mit JavaScript, CSS usw.)

    Gute eMail Funktion (HTML, je nach Mail-Provider mit Push-Funktionalität, damals wichtig gegen Blackberry, auch als Ersatz für teure MMS)

    Gute SMS-Funktionalität, die wie ein Messenger funktionierte (nach Konversationen sortiert und mit Sprechblasen dargestellt, später um iMessages ergänzt)

    iPod Funktionalität (inkl. iTunes-Sync und iPod-kompatiblem Dock-Anschluss)

    PIM Funktionalität (Kalender, Kontakte, Notizen ...) inkl. lokalem Mac/PC-Sync (bis heute)

    Stark in Multimedia (iTunes-Musik, Fotos, YouTube-App, dadurch Ausrichtung auf den Privatkunden-Markt)

    Kostenlose und gute Karten-App (Google Maps)


    Handynetz/Provider:

    Pflicht-Datenvertrag (um durchgehend online sein zu können)

    Provider Exklusiv-Verträge je Land (durch die Umsatz-Steigerungen bei diesen konnte Apple besondere Konditionen aushandeln. z.B.:)

    Verzicht auf jegliches Provider-Branding (bei Hard- und Software) – damals durchaus ein Novum.

    Verzicht auf herunterladbare Klingeltöne (Jamba-Abo-Abzocke mit dem Frosch), dadurch mittelfristiger Tot der Klingelton-Umsätze.


    Anschließend (ab 2008):

    App-Store (einfache und sichere Download-Möglichkeit, günstige Preise, unkompliziertes Bezahlen, schnell großes Angebot)

    Hochwertige Games mit Touch-Steuerung und 3D-Grafik (statt Java-Handy-Games mit Steuer-Nippel)



    Natürlich gab es schon Geräte, die einzelne Features des iPhones aufwiesen – aber eben nicht so komplett und konsequent (und vor allem weniger auf den großen Privatkunden-Markt ausgerichtet). Das ganze Paket (Hardware, Software, Dienste und Allways-On-Datenvertrag) machte im Prinzip den Erfolg aus – trotz des hohen Preises. Anfängliche Schwächen (fehlend: UMTS, native 3rd-Party-Apps ...) waren im Vergleich zu den Neuerungen verschmerzbar und wurden relativ zügig (zu Zeiten des ersten Android-Geräts, ein Jahr später) beseitigt.


    Man könnte sagen: Apple hat sicherlich nicht das (Business-) Smartphone "erfunden" – aber das private Smartphone, das Jedermann-Smartphone.