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A2000 Reanimation - GVP G-Force 68040 EPROM wohl hinüber

  • Ich habe damals wohl alles Updates gekauft. Bei mir liegen jedenfalls drei EPROMS rum, alle mit unterschiedlicher Versionsnummer. Keines startet aber mit der GVP-Karte.

    Wenn alle drei Eproms mit der Turbokarte nicht laufen, muss es nicht zwangsläufig an den Eproms liegen: Natürlich kann das ein oder andere Bit bei allen drei altersbedingt gekippt sein, aber dies sollten der Wahrscheinlichkeit nach unterschiedliche Bits sein. Denn das alle drei möglichen fehlerhaften Eproms dann auch konsequent ein "Durchstarten" verhinden, finde ich schon sehr unwahrscheinlich. Von daher würde ich den Fehler an anderer Stelle suchen.


    Ich erinnere mich auch düster, dass Kickstart 2.x ein wenig länger brauchen kann, bis es bootet. Ich weiss aber nicht mehr, in welcher Konstellation.


    Hast Du schonmal versucht, ohne angeschlossene Festplatte zu starten? Nicht das die Festplatte defekt ist und deswegen kein Bootvorgang stattfindet.

  • Mit dem Prozessorslot bin ich jetzt doch etwas nachdenklich geworden

    also:

    häufiges Problem bei einem ausgelaufenen Akku (ja, auch das weisse Zeug was da blühte zeugt davon) ist, dass der Prozessor-Sockel angegriffen wird und noch viel verhehrender (!) die Leiterbahnen und Durchkontaktierungen in diesem Bereich rund um die CPU. Das betrifft dann auch den Prozessor-Slot. Die Akkusäure läuft dabei unter den Sockel und frisst sich über die Zeit durch die Leiterbahnen/Vias.. das "sieht" man von aussen nicht wirklich - evtl. hast du aber entdeckt, dass schon Leiterbahnen etwas "dunkler" geworden sind.. das wäre auch ein Symptom.


    Du kannst erstmal - für eine erste Idee - die Kontakte des CPU-Slots gegen die entsprechenden Pins am CPU-Sockel durchmessen. Dabei siehst du auch, ob nicht sogar die Kontaktzungen des Slots verfärbt sind.

    Wenn dort eine oder mehrere Leitungen nicht ankommen, so wäre das ein großes Indiz für einen nicht reparierten Akkuschaden.


    Ich hab grad erst vor 2 Monaten eine solche Großbaustelle hinter mir... deshalb weiss ich, wie mühsam es ist, wirklich ALLES zu entfernen und zu fixen... bei mir lief im Slot auch nur ein ActionReplay.. aber eine TurboKarte (TerribleFire) war sehr instabil, eben weil da einige Leitungen nur sporadisch die Signale durchgelassen haben...


    Dass sich ROMs selbständig löschen, kann schon vorkommen - insbesondere unter Einfluss von viel (UV)Licht oder einen entsprechen langen Zeitraum... aber das ist sehr sehr selten.

  • Ich glaube fook42 hat Recht. Es wäre sinnvoll mal gute Bilder von allen verdächtigen Stellen einzustellen. Das System booted ohne Turbokarte, aber nicht mit. Das ist ja schon mal etwas und könnte nahelegen, dass mit der Karte irgendwas nicht stimmt.


    Daher wären auch von der Karte mal ein paar Bilder ganz gut. Fehler können ja viele auftreten: defekte GALs (wie schon erwähnt), brüchig gewordene Lötstellen, defekte ICs, defekte Elkos, ... Die Liste ist lang. Am besten wäre natürlich wenn man mal bisschen messen könnte, am besten mit einem Scope. Z.B. ob überhaupt ein Taktsignal auf der Karte ankommt, ob was auf dem Adress- und Datenbus los ist und so weiter.

  • Ich habe mal einige Bilder gemacht. Die stelle hier rein:

    1.Die drei Eproms:

    Nr 1 kann ich mich sicher erinnern, ob das von GVP war. jedenfalls ist es der gleiche Typ

    Nr 2 ist von mir beschriftet mit G-Rom II und war sicher mal auf der Turbokarte drauf

    Nr 3 Ist von GVP so geliefert worden und war als letztes in Benutzung

    Ich weiß nicht mehr, ob ich die EPROMS im Rahmen eines Updates bekam.


    DAs Akku-Umfeld:

    Den Bereich mit dem Salzniederschlag habe ich mit Spiritus gereinigt.

    Schaut man genauer hin, fällt etwa Grünpan am Widerstand R100 (linkes) Ende auf


    Jetzt kommt sozusagen der Hammer!

    Der Prozessorport (in dem die GVP Karte steckt)

    Der ist im linken Bereich doch ganz schön mit Grünspan behaftet. Schande über mich - ich habe es einfach nicht gesehen/beachtet.

    Der fragliche Bereich ist so ca. 7cm vom Akku entfernt. Die Säure muss also rausgedrückt haben, hat sich aber irgendwie mit Luft vermischt und sich dort niedergeschlagen.

    Zu meiner Entlastung will ich aber anmerken, dass ich eine Kaltlichtquelle benutzt habe. Dummerweise hat die aber lokal zu viel Licht erzeugt, dass das reflektierte Licht sehr viel überstrahlt hat.


    Nun macht vieles wieder Sinn:

    Alle die Stimmen, die Zweifel an drei defekten EPROMs geäußert haben, oder auch die, die grundsätzlich nicht die EPROMs im Verdacht hatten. Oder eben Uwe, der gleich vermutet hat, dass irgendwo noch Grünspan zu erwarten sei.


    jetzt ist bei mir Hoffnung nicht sehr groß, dass das Problem sich eher einfach lösen lässt. Allerdings will ich noch nicht aufgeben.

    Ich würde gerne den ganze Slot austauschen - Uwe hat das ja sowieso empfohlen. Erstens sind die Kontakte so unzugänglich, dass man gar nicht weiß ob alles korrekt gesäubert ist. Und zweitens frisst der Grünspan weiter, wenn man ihn nicht vollständig wegbekommt (habe ich irgendwo gelesen).


    Wenn mir irgendjemand einen Tipp hat, ob es diese Dinger noch zu kaufen gibt, würde es mir sehr helfen. Oder ob es irgendwelche Computerschrottverwerter gibt, die einem aushelfen können.

    Ich suche aber auch selbst noch danach, nur heute abend nicht mehr.


    ich gebe - wenn ich klar sehe - eine Statusmeldung ab.


    Dank an alle

    Erich

  • Hier noch die offenen Fragen:


    1. Netzteil habe ich nicht gemessen. Andererseits läuft der pure A2000 (also ohne irgendeine Erweiterungskarte)

    2. Jumper stimmen alle - das habe ich überprüft (mit den Angaben im Handbuch verglichen). Weil der Rechner vor seiner Ausserdienststellung mal funktioniert hat, scheint mir das auch extrem unwahrscheinlich.

    3. Foto des ganzen Turbo-Boards kommt noch.

    4. Ohne Festplatten zu starten hatte ich versucht. Ging auch nicht. Ich habe auch mal die Verwendung des Boot-ROM ausgeschaltet (mit Jumper). Auch das hatte keinen Effekt. Das will ich aber nochmals wiederholen, ich weiß nicht mehr ob mit oder ohne Festplatten. Ich glaube, so langsam brauche ich noch ein Labortagebuch.

    5.Ich habe tatsächlich zwei Festplatten am A2000 dran. Bei denen weiß ich nicht mehr, welche die Systemplatte war. Ist alles zu lange her. Deshalb habe ich eben jede Platte einzeln für sich getestet.


    Nachdem ich aber heute diesen Grünspanbelag auf den Slotkontakten gesehen habe, lohnt es nicht mehr, irgendwelche Tests zu machen. Die Turbokarte muss in einem Prozessorslot stecken, der Kontakt gewährleistet.

  • Den Slot gibt es unter anderem im Kleinanzeigenbereich des A1K Forums. Die anderen Sockel kann man überholen indem die Federlaschen gegen neue, aus noch erhältlichen Sockeln, getauscht werden. Alternativ gibt es neue Präzisionssockel, gefallen mir nur nich so sehr.


    Bei mir sah es ähnlich aus und ich habe großflächig vom Board genommen. So lassen sich die Verbindungen einfacher kontrollieren.


  • Ich hab bisher auch immer die alten Slots aufbereitet, das ist meistens sogar einfacher als einen neuen einzulöten ... wenn man masochistisch veranlag ist, kann man auch aus zwei zersägten ISA Slots sich selbst einen neuen Sockel basteln :D


    Aber wenn so wie in deinem Bild zu sehen nur das eine Ende des Slots so aussieht lohnt sich meines Erachtens definitiv ein Rettungsversuch :)

  • Ich hab bisher auch immer die alten Slots aufbereitet, das ist meistens sogar einfacher als einen neuen einzulöten ... wenn man masochistisch veranlag ist, kann man auch aus zwei zersägten ISA Slots sich selbst einen neuen Sockel basteln :D


    Aber wenn so wie in deinem Bild zu sehen nur das eine Ende des Slots so aussieht lohnt sich meines Erachtens definitiv ein Rettungsversuch :)

    wieviel Pins braucht es da? 8 bit ISA Slots gibt es ja zur genüge…

  • wieviel Pins braucht es da? 8 bit ISA Slots gibt es ja zur genüge…

    86 pins ... 2x43 .. was schon "nicht üblich" ist..

    aber wie oben schon geschrieben wurde; im A1K Forum haben wir da einen Hardware-Dealer, der solche Ersatzteile auf Lager hat ...


    Wenn du ISA-Slots dafür zersägen willst, müsste man eben 2 von den 8Bit-Dinger (je 2 x 31 Pins) nehmen - aber achte darauf, bei der Nahtstelle ganz genau zu sein, sonst hast du dort einen ungünstigen Versatz.

    aber das ist dann eher eine handwerkliche Frage - ästhetisch schön ist das nicht mehr.

  • ästhetisch schön ist das nicht mehr.

    Naja aber wer guckt sich denn jeden Tag den CPU Slot seines Amiga an ?


    Davon mal ab sprach ich von masochistisch veranlagt .... denn das Gefrickel empfehle ich keinem :D Wenn allerdings nicht anderes zur Hand ist und im Original Slot schon Kontakte weggegammelt sind KANN man sich so behelfen ;)

  • man braucht den alten Slot nicht wirklich zwingend wegschmeißen und bevor Du den Lötkolben schwingst, messe zunächst die Kontakt einzelnd durch.


    Es kann bspw. sein, dass die Leitungen (noch) völlig ok sind, aber die Korrosion eine gute Kontaktierung verhindern. Lass Dich nicht davon täuschen,

    dass die Karten in den Slot bombenfest drinstecken.


    Ich hatte mit einem A2000 das gleiche problem. Ich habe sehr feines Schmirgelpapier aus dem Baumarkt genommen und die freiliegenden Kontakte

    angeschliffen. Danach lief es.


    Man muss also nicht gleich alles radikal ausbauen.


    Im Gegensatz zu Deiner Kiste liefen bei mir alle A2000 anfangs nicht, weil unterhalb der 68000er Leitungen durchgefressen waren.

  • Ich habe sehr feines Schmirgelpapier aus dem Baumarkt genommen

    als gute Alternative hat sich hier normales 80g Papier bewährt .. wenn du das z.B. um die Kante deiner Turbokarte (oder einer beliebigen Leiterplatte) schlägst und dann diese Karte in den Slot steckst, so wirken die winzigen Unebenheiten des Papiers genau wie Schleifpapier und nehmen den Dreck von den Kontakten ...

    sollte man aber nicht zu oft machen, weil natürlich die Kontaktfedern (mini minimal) gedehnt werden... trotzdem; 3-4mal eine Karte rein und raus .. und du solltest den oberflächlichen Grünspan zumindest an den Kontaktflächen auf dem Papier haben...

    das geht für eine Weile gut; wenn der Siff jedoch weiter wandert (weil nicht abgebürstet/neutralisiert) so könnte es später wieder zu Kontaktproblemen kommen.

  • Jetzt habe ich mal sehr systematisch alles abgearbeitet.

    Slot gereinigt - so gut es geht, ohne auszubauen.

    GVP 68040er-Karte inspiziert und noch etwas gefunden (s.u.)


    Ich beginne gleich mit dem Ergebnis:

    Trotz dieser Vorarbeiten wird die Karte nicht erkannt bzw. nicht initialisiert,.

    Der Amiga bleibt auf dem hellgrauen Bilschirm stehen und meldet sich nicht irgendwie zurück, auch nicht mit irgendeinem Fehler.

    Die Festplatte(n) laufen an - das ist klar - aber merkwürdigerweise zeigt die LED, die eine Festplattenzugreif anzeigen sollen keinen Zugriff. (vorsichtshalber: Ich habe es zwischendurch mal geschafft - durch eine falsche Terminierung der Platten - wenigsten die LED zum Dauerleuchten zu bekommen. Die LED tut jedenfalls. Das ist der Anschluss CN6 auf dem GVP-Board ).

    Jetzt folgen nochmals Bilder, wie der Slot bei einer Nahaufnahme aussieht.


    Hier in indirekte Beleuchtung

    Hier mit Blitz

    Bei hellem Licht fällt der Grünspan fast nicht auf - viel ist das sicher nicht gewesen.

    Alles habe ich so gut als möglich mit den Tipps von hier entfernt. (ohne den Slot auszulöten)


    Inspektion der GVP-Karte ergab genau eine Stelle, an der Grünspan war.

    Diesen habe ich vorsichtig mit einem Minimesserchen abgetragen.

    Hier der Jetztzustand

    Es waren die vier ersten Kontakte des Chips in der Bildmitte direkt über den Slotkontakten, Diese haben nun eine deutlich raughe Oberfläche.


    Ich habe nun noch drei Fragen:

    1. Ich getraue mich nicht eine Durchgangsprüfung auf der Karte für diese Anschlüsse zu probieren - also ohne auszulöten.

    Als Laie vermute ich einfach, dass sich die Spannung, die ich anlege, irgendwelche Wege sucht und ich mindestens drei andere ICs zerstöre. Geht es anders? Von der Sichtprüfung her ist da wohl etwas Lötzinn verschwunden, aber noch genügend vorhanden.

    2. Lohnt es sich den Slot doch auszulöten? Das ist mehr die Frage nach der Wirkung von ausdiffundierter Säure. Kann die wirklich einen Kontakt so zerstören, dass kein Strom mehr fließt? Oder ihn sogar mechanisch unterbricht? Die Karte war ja eingesteckt, die Kontakte lagen dicht beieinander. Hierbei müsste die Säure in der Luft ganz schön Arbeit verrichten, um das Kupfer zu durchtrennen.

    Außerdem habe ich keine Auswirkungen in der Form wie sie tuxer gezeigt hat, irgendwo gefunden. Unter dem 68040 ist alles sauber.

    3. Mit der Diskussion hier sind eigentlich die Möglichkeiten, die ich kenne abgearbeitet:

    a) EPROMS: Deswegen nicht , weil alle alten Originale auch nicht funktionieren.

    b) Kontaktprobleme: s.o.

    c) Gibt es noch eine dritte Möglichkeit:
    Hatte der Amiga irgendsowas wie wie ein BIOS auf dem Motherboard, das irgendwelche Anfangswerte speichern konnte?

    Meines Wissens nicht (BIOS schon). Mein Frage geht in die Richtung: Gab/gibt es für den Amiga sowas wie einen factory-reset?

    Schließlich war ja der Akku hinüber.


    Mir fällt sonst nichts mehr ein.

    Außerdem ist mein Nostalgieanfall jetzt ziemlich abgeflaut. Immerhin habe ich das pure Amiga2000 Feeling ja gehabt. Aber leider nur auf der nackten, uralten Fassung mit dem 68 000 und Workbench von Diskette.

  • Der Akku ist nur für die RTC, einen "Werks-Reset" hatte dein Amiga also schon :D


    Davon ab würde ich jetzt zwei Dinge tun : alles rausschmeissen, also auch die Festplatten, und nur den nackigen Amiga + Karte testen, gerne auch die Karte im Slot mal hoch und runter bewegen und verschiedene Höhen im Slot testen. (PS : nur im ausgeschaltetem Zustand natürlich)


    Ansonsten : Aus welcher Gegend kommst du ? Evtl. findet sich ja jemand der die GVP mal in seinem 2000er quertestet, so kann man die Suche zumindest weiter eingrenzen :)

  • Gute Ideen, die SkulleateR da hat. Ich denke das könnte was bringen. Ansonsten in der Tat mal in einem anderen A2000 testen und als letztes Mittel müsste man glaube ich mal Signale auf der Karte abgreifen, per Oszi und Co. Und schauen ob überhaupt alles dort ankommt wo es hin soll. Es kann ja immer noch sein, dass irgendeiner der ICs hin ist, aus Altersgründen...