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Umfrage: Anredeform im deutschen MEGA65-Handbuch?

  • Während ein gewisser Armin aus Aachen immer noch von Jamaika träumt, wird hier einfach mal die demokratische Mehrheit akzeptiert. :thumbup:


    Ich weiß gar nicht, ob sich Leute, deren Muttersprache Englisch ist, in dieses Anrede-Problem hinein versetzen können. Das können wir ja teilweise selbst nicht. Versucht mal einem nativ Englisch sprechenden Menschen zu erklären, warum wir fremde Erwachsene im Internet duzen, aber 16-jährige Praktikanten im Geschäft siezen. ;)

  • Versucht mal einem nativ Englisch sprechenden Menschen zu erklären, warum wir fremde Erwachsene im Internet duzen, aber 16-jährige Praktikanten im Geschäft siezen. ;)




    Weil der Praktikant einen Erwachsenen Live-Action-rollenspielt und wir so rücksichtsvoll sind, darauf einzugehen, während man im Internet selten weiß, mit wem man es zu tun hat.


    Immerhin gilt für das Internet: wo Männer Männer, Frauen Männer und Kinder FBI-Agenten sind.


    Oder auch:

    On the internet nobody knows you're a dog.

  • [...] wird hier einfach mal die demokratische Mehrheit akzeptiert. :thumbup:

    Na ja, ich stimme nicht ab, weil es keine Option gibt, die mir gefallen würde (gar keine persönliche Anrede). Wobei das bei echten Wahlen ja auch immer die Auswahl zwischen "Kotstulle und Rieseneinlauf" (South Park) ist.


    Ich weiß gar nicht, ob sich Leute, deren Muttersprache Englisch ist, in dieses Anrede-Problem hinein versetzen können.

    Es ist ein Mißverständnis, daß es im Englischen keine Regeln bei der direkten Anrede gibt (Sir, Madam usw.). Ansonsten ist es im Englischen halt die Frage, ob man jemanden mit seinem Vornamen anredet oder nicht. Was unterm Strich in vielen Fällen auf die gleiche Problematik hinausläuft. Man redet einen alten Nachbarn mit "Mr. X" an, er einen aber wie früher mit dem Vornamen, obwohl man inzwischen 40 ist.


    Davon angesehen ist das mit der Anrede in anderen Sprachen bzw. Kulturen noch viel schlimmer. Japanische Schulkinder, die nicht sehr eng befreundet sind, sprechen sich in untereinander in aller Regel mit dem Nachnamen an, und jemanden (des anderen Geschlechts) nur mit dem Vornamen (ohne kun, chan, senpai und dergleichen) anzusprechen ist quasi schon die Vorstufe zum Beischlaf. Dagegen sind deutsche Umgangsformen Größenordnungen einfacher.

  • "Arschback-innen" und "Choplifter-innen"

    Derartige Witzeleien sind auch durch ewige Wiederholung nicht weniger neben der Sache, die Frage der Genderneutralität stellt sich nur bei Personen-, nicht bei Gegenstandsbezeichnungen.


    Wobei die Marotte der deutschen Sprache (und einiger anderer Sprachen), Gegenständen grammatikalisch Geschlechter zu verpassen, ziemlich absurd ist - und etwa für Leute mit Englisch als Muttersprache eine der schlimmsten Hürden beim Erlernen des Deutschen darstellt.

  • "Arschback-innen" und "Choplifter-innen"

    Derartige Witzeleien sind auch durch ewige Wiederholung nicht weniger neben der Sache, die Frage der Genderneutralität stellt sich nur bei Personen-, nicht bei Gegenstandsbezeichnungen.


    Wobei die Marotte der deutschen Sprache (und einiger anderer Sprachen), Gegenständen grammatikalisch Geschlechter zu verpassen, ziemlich absurd ist - und etwa für Leute mit Englisch als Muttersprache eine der schlimmsten Hürden beim Erlernen des Deutschen darstellt.

    Na, warte mal ab, bis irgendwer auf die Idee kommt, dass nur "der Computer" zu sagen doch sexistisch sei, schließlich werde der ja heutzutage auch von Frauen bedient, die dadurch dann bestimmt irgendeine Form der Unterdrückung erleiden müssen... Und schon werden auch Dinge gegendert werden... Ob ich spinne? Mit Verlaub, ich hoffe es. Noch darf ja auch der männliche Vibrator Spaß verbreiten... mal gucken, wann Ihnen das auffällt...

  • Wobei die Marotte der deutschen Sprache (und einiger anderer Sprachen), Gegenständen grammatikalisch Geschlechter zu verpassen, ziemlich absurd ist - und etwa für Leute mit Englisch als Muttersprache eine der schlimmsten Hürden beim Erlernen des Deutschen darstellt.

    Zumindest in der englischen Dichtung gibt es durchaus Beispiele für das Geschlecht bei Objekten ("the sun [...] he shines"). Außerdem gibt es auch Fälle, in denen die Geschlechterzuordnung im Deutsch eigentlich einfacher ist. Wenn ich einen Hund oder eine Katze sehe, muß ich im Deutschen keinen Blick zwischen die Beine wagen, um das Geschlecht zu bestimmen und damit das richtige Personalpronomen auszuwählen. Und dank des großartigen deutschen Diminutivs muß man ohnehin immer nur die Verkleinerungsform wählen, um Sachen als Neutrum bezeichnen zu können (das Tischlein, das Stühlchen usw.). Das Prinzip wird sogar auf Worte wie das Kind oder Lehnworte wie das Baby übertragen. also kann man hierzulande auch über Kinder oder Babies sprechen, ohne ihr Geschlecht zu kennen. Das ist im Englischen ein schwieriges Thema und endet in aller Regel in Vermeidungsformen.

  • Ich weiß gar nicht, ob sich Leute, deren Muttersprache Englisch ist, in dieses Anrede-Problem hinein versetzen können.

    Es ist ein Mißverständnis, daß es im Englischen keine Regeln bei der direkten Anrede gibt (Sir, Madam usw.). Ansonsten ist es im Englischen halt die Frage, ob man jemanden mit seinem Vornamen anredet oder nicht. Was unterm Strich in vielen Fällen auf die gleiche Problematik hinausläuft. Man redet einen alten Nachbarn mit "Mr. X" an, er einen aber wie früher mit dem Vornamen, obwohl man inzwischen 40 ist.

    So ist es, im englischen gibt es zwar keine Unterscheidung bei "you", dennoch gibt es Hoeflichkeitsformen. Ein "Sir, could you please open the window" entspricht bspw. einem "Koennten Sie bitte das Fenster oeffnen", und nicht "Kannst Du mal eben das Fenster aufmachen".

  • Wat mir gerade noch einfällt: "Wir" würde bisher total außer Acht gelassen. Das Buch bzw. dessen Autor(enteam) nehmen den dummen Neunutzer an die Hand um sein 84er Weihnachtsgeschenk zu erforschen.


    "... Gut gemacht. Wir haben also gelernt wie man farbige Zeichen ausgibt...."


    Find ich persönlich auch nicht so prall, hab ich in der Form aber auch schon gesehen.


    Der Vorteil wäre dass man "Wir Arschbacken" schreiben könnte. Da sollte man nämlich im Idealfall zwei von haben.

  • Ich weiss nicht, Das klingt für mich so, als wenn man zu einem Baby sagt ‚Das haben wir aber fein gemacht.‘ Für mich würds so klingen, als würde mich einer verarschen, oder seine Meinung aufdrücken wollen. ‚Das haben wir ja jetzt verstanden‘

  • "der Computer" zu sagen doch sexistisch (..) Und schon werden auch Dinge gegendert werden... Ob ich spinne?

    Mit Verlaub, ja.

    Wenn ich einen Hund oder eine Katze sehe, muß ich im Deutschen keinen Blick zwischen die Beine wagen, um das Geschlecht zu bestimmen und damit das richtige Personalpronomen auszuwählen.

    Das sei im Englischen anders? - "The pig" - "it". Zum Teil wird es bei knuddeligen Haustieren anders gehandhabt, da soll mit "he" oder "she" Zuneigung und Respekt wie bei einer menschlichen Person ausgedrückt werden - aber da ist viel Hypokrisie im Spiel, denn das Schwein kann nichts dafür, dass es weniger knuddelig ist und deshalb ohne Zuneigungsbezeugung auf dem Teller landet.

    Das Prinzip wird sogar auf Worte wie das Kind oder Lehnworte wie das Baby übertragen. also kann man hierzulande auch über Kinder oder Babies sprechen, ohne ihr Geschlecht zu kennen. Das ist im Englischen ein schwieriges Thema und endet in aller Regel in Vermeidungsformen.

    Ich meine, auch schon "it" für "child" gesehen zu haben, aber als ich es eben googelte, sah ich es auch im von Dir beschriebenen Sinne problematisiert. Halte ich aber auch für ein irrationales Scheinproblem.


    Für rational würde ich halten: Wenn ein Geschlecht im biologischen Sinne nicht existiert (Gegenstände) oder für gewöhnlich schwer (auf den ersten Blick) zu bestimmen ist (viele Tierarten, Kleinkinder), ist es auch unnötig und führt es nur zu Problemen, sprachlich ein Geschlecht zuzuweisen.

  • Also nebenbei bemerkt: ich habe mal in das "große" Handbuch (Draft von 2020) reingeschaut und da kommt in einigen Kapiteln quasi in jedem Satz ein "you" vor.



    Ist iMHO minimal übertrieben, aber OK: diese ganzen "mach dies, mach das"-Aufforderungen in eine etwas nüchternere Form umzuformulieren, ist vermutlich niemandem zuzumuten.


    Nebenbei bemerkt: in der aktuellen Version des Handbuchs wurde das britische "programmes" an dieser und anderen Stellen durch das gängigere amerikanische "programs" ersetzt. Aber halt nicht überall. Dadurch herrscht derzeit eine fröhliche Mischung aus britischer und amerikanischer Schreibweise. Immerhin überwiegt hier die amerikanische Schreibweise inzwischen mit 119 zu 8 deutlich. Bei "colour" vs. "color" steht es allerdings 436 zu 133 für die Insel und bei "grey" vs. "gray" gehen wieder die Amis mit 8:5 in Führung ;)

  • Gugge, so geht datt uch:

    YOUR FIRST BASIC PROGRAMMES

    The MEGA65 was designed to be programmed! When powered on, it takes a couple of seconds to get its house in order, and then quickly shows a "READY." prompt and a flashing block called the cursor. When the cursor is blinking, it tells that the computer is waiting for input. The "READY." message tells that the BASIC programming language is running and ready for start programming.

    No need to load any programm - just get started.


    usw. usf.

  • Ich meine, auch schon "it" für "child" gesehen zu haben, aber als ich es eben googelte, sah ich es auch im von Dir beschriebenen Sinne problematisiert. Halte ich aber auch für ein irrationales Scheinproblem.


    Für rational würde ich halten: Wenn ein Geschlecht im biologischen Sinne nicht existiert (Gegenstände) oder für gewöhnlich schwer (auf den ersten Blick) zu bestimmen ist (viele Tierarten, Kleinkinder), ist es auch unnötig und führt es nur zu Problemen, sprachlich ein Geschlecht zuzuweisen.

    Sprachen sind aber nun mal nicht völlig rational. Und natürlich ist es im Alltag ein Problem, wenn man das Personalpronomen benutzen will, aber ein Kind/Baby nicht versachlichen möchte. Diese Problem existiert im Deutschen in diesem Sinne nicht, was uns vielleicht auch ein wenig das Feingefühl für diese Probleme nimmt.

  • "Aber wir haben noch nicht gesehen, wie Eingaben während des Programmablaufs erfolgen können. Eine Möglichkeit bietet der INPUT-Befehl."

    Bei einem EVA-System ist es ja durchaus wichtig, woher Eingaben kommen, denn die können z.B. auch von einem Sensor stammen. In dem Satz ging es aber explizit um den Benutzer himself. Es gibt also normalerweise keinen Grund, den hier zu unterschlagen. Das sieht für mich daher eher nach einem "sich-davor-drücken" aus. ;) Weil es nämlich so ist, dass die Genderitis hier doch wesentlich mehr Platz in Anspruch nehmen würde und zudem vor allem in einem Handbuch idiotisch aussieht, weil nämlich jedes (noch nicht falsch indoktrinierte) Kind weiß, dass mit "Benutzer" bereits alle Benutzenden genannt sind, Weiblein, Männlein, Diverse, Androiden, Primaten, Hund, Katze, Maus.

    Das ist doch der Krankenschwestern-Stil: "Haben wir denn schon unsere Tabletten genommen?" :)

    Der Witz ist, so rede ich immer mit mir selbst, wenn ich programmiere. ^^