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Wieder mal: Linux vs. Windows (vs. Mac) [aus Geburtstags-Thread]

  • Klar kann man das, aber dann machen wir doch am besten 'nen neuen Thread auf ueber die Problemzonen.


    Oder wie oft moechtest Du Dich hier noch wiederholen, dass es hier nicht um Server geht?

  • Möchte mal ein konkretes Beispiel aufzeigen, wo ich ich nicht wüsste, wie das unter Windows möglich wäre (bin aber dankbar für Hinweise wie es ginge):


    Zunächst muss ich erklären, wie ich mein Backup mache:

    • Tägliche Sicherung auf USB-Platte
    • Wöchentliche Sicherung auf zweite USB-Platte
    • Monatliche Sicherung von zweiter Platte auf DL-BluRay (manuell)

    Hierfür habe ich die vorhandenen Tools in einem Shell Script kombiniert, das

    • einmal am Tag startet sobald ich meinen Rechner aufwecke oder hochfahre
    • die Backup Platte entschlüsselt und einhängt
    • alle Rechner im Haushalt aufweckt (Wake on LAN)
    • parallel von allen Rechnern die Daten auf die Platte kopiert (immer nur die Änderungen)
    • danach die die Backup Platte wieder verschlüsselt und aushängt
    • prüft, ob der heutige Tag ein Tag fürs Wochenbackup ist
    • falls ja, das Wochenbackup automatisch startet sobald ich die Wochenbackup-Platte anschließe (mit ent-/verschlüsseln und ein-/aushängen dieser)
    • mit anzeigt, ob es fehlerfrei durchgelaufen ist.
  • Es wäre aber hilfreich, sich nicht immer zwischendurch auf das einzige Thema zurückziehen zu wollen, dass gar nicht diskutiert werden will und muss: Linux auf dem Server. Da ist Linux auf Platz 1 (wurde, glaube ich, noch nicht erwähnt, daher übernehme ich das jetzt mal). Und das sicherlich mit was? Mit Recht!


    Du vergisst Router und Switche und weitere Netz-Devices und IOT-Geräte.
    Alles Linux. Einige wenige eines der BSD-Linien und nahezu vernachlässigbare Menge an Windows (in diesem Segment).

    Windows ist nur auf dem Client eine ernstzunehmende Größe. Wobei ich in großen Teilen das Userfeeling unterm Mac besser fand.

  • Oder wie oft moechtest Du Dich hier noch wiederholen, dass es hier nicht um Server geht?

    Ich wiederhole das nicht, weil das (wie von dir evtl. angedeutet) irgendwer festlegen will, sondern weil das aus 99% der Beiträge hervorgeht, also das einfach das entstandene Diskussionsthema ist. Die Benutzung des eigenen persönlichen Rechners finden halt alle hier interessant (außer anscheinend du – in manchen Situationen, aus denen du dann anscheinend heraus willst). Und ich betone es auch, weil ich vermeiden will, dass du im nächsten Betrag wieder schreiben musst, dass das "nur für den Desktop gilt, Linux aber auf Servern Nummer 1 ist". Dann schreibe ich lieber selber zur Sicherheit dazu, was der momentane Kontext ist.


    Klar kann man das, aber dann machen wir doch am besten 'nen neuen Thread auf ueber die Problemzonen.

    Ich hatte gehofft, dass die meisten damit klarkommen, dass der Thread recht früh "eine Wendung der Thematik" erfahren hat (vor allem, weil alle dabei freudig mitgemacht haben) aber wenn es dir hilft, werde ich ihn jetzt doch splitten – dann musst du dich nicht auch nicht immer darüber echauffieren, dass hier Linux nicht genug zu seinem Platz 1 auf Servern gratuliert wird. ;)

  • Bei mir auf der Arbeit benutzen alle Linux Rechner. Nur die Sektretariate haben Windows (zusaetzlich zum Linux Rechner) weil immernoch Leute ernsthaft docx Formulare versenden. Also ca 70:4 im Verhaeltnis.

    Gerade bei so etwas universellem wie Dokumenten- und sonstigen Daten-Formaten waere es echt wuenschenswert, wenn nach 70 Jahren IT-Geschichte endlich mal etwas wirklich offenes verwendet wuerde, so universell wie die heute eingesetzt werden. Jedes Buero, jede Verwaltung, die gesamte Business-Welt ist doch auf den Austausch von solchen Dokumenten angewiesen. Dass das anfangs die Pioniere in der Hand hatten, weil sie auch gleich die passende Office-Software mitbrachten, kann ich voll und ganz verstehen, aber in der heutigen Zeit waere es echt mal wuenschenswert, nicht mehr auf proprietaere Formate angewiesen zu sein. Und ja, Microsoft hat seine docx usw. -Formate standardisieren lassen, aber soweit ich das damals mitbekommen habe (war ja so um 2007-2008 herum), war das auch eher Erfuellungspolitik mit vielen Rettungsankern fuer Microsoft.

  • Dann schreibe ich lieber selber zur Sicherheit dazu, was der momentane Kontext ist.

    Okay, vielen Dank dass Du User wie mich an die Hand nimmst und mir stets erklaerst, was gerade der Kontext ist, sonst waere ich hier ja voellig verloren ;)


    Ich hatte weiter vorne schonmal geschrieben, dass ich diese Diskussion hier eher fuer ein lockeres Stammtisch-Gespraech halte, als fuer eine ernsthafte "wie bringen wir Linux auf den Desktop"-Diskussion. Und meine Beteiligung in dieser Diskussion besteht halt darin, dass ich auf Dinge antworte, die hier geschrieben werden. Mag sein, dass Du da einen "roten Faden" erkennst (oder erkennen willst), aber ich sehe hier weitaus mehr Meinungen, Ansichten und Themen als Du das vielleicht gerne haettest, um Deinem Interesse an dieser Diskussion gerecht zu werden.

  • So, der Thread ist nun aufgeteilt. Wir befinden uns hier nicht mehr im Gratulations-Thread, sondern in einem weiteren Linux vs. Windows-Thread, zu dem sich das ganze ohnehin (wie zu erwarten) entwickelt hat. ;) (Achtung, dadurch erscheint er nicht mehr in den "letzten 20 Beiträgen", also abonnieren, wenn man ihn wiederfinden will.)


    Wie schon zuvor, möchte ich nochmal versuchen, das Negative etwas aus der Diskussion zu nehmen und das Ganze eher positiv, als Chance, zu betrachten. Wir können hier sicherlich nicht die Vorarbeit für Verbesserungen im Handstreich erledigen (dafür bräuchte es deutlich mehr Input und Zeit und vieles andere), trotzdem kann man ja, wie man in der Kneipe (in der ZeHa schon Platz genommen hat) auch Politik-Verbesserungen und gesellschaftliche Umbrüche "erfindet", darüber sprechen, was man sich denn von Linux (auf dem Desktop) wünschen würde.


    Ich hatte z.B. ganz allgemein formuliert, dass ich mir wünschen würde, die Teilhabe der Menschen zu erhöhen. Dafür müsste das Angebot niederschwelliger werden, also am Besten (zumindest optional) NOCH einfacher zu bedienen als Windows – nicht "fast so" einfach. Wäre das eine Vorstellung, die von anderen geteilt wird oder steht das gar nicht zur Debatte?

  • Dafür müsste das Angebot niederschwelliger werden, also am Besten (zumindest optional) NOCH einfacher zu bedienen als Windows – nicht "fast so" einfach. Wäre das eine Vorstellung, die von anderen geteilt wird oder steht das gar nicht zur Debatte?

    Naja das ist halt sehr allgemein formuliert - "soll es noch einfacher zu bedienen sein" ist wie "wollt ihr weniger Steuern zahlen". Darauf kann man ganz einfach antworten mit "jedes Betriebssystem sollte so einfach wie moeglich zu bedienen sein", das bringt uns aber auch nicht weiter. Vielleicht muesste man erstmal schauen, wo Linux denn komplizierter zu bedienen ist, und ob das vielleicht auch teilweise daran liegt, dass Windows eben jeder kennt, und Linux nur komplizierter erscheint, weil man es nicht kennt. Sind Laufwerksbuchstaben z.B. einfacher oder schwieriger? Kann man das so beantworten? Wenn man sie gewohnt ist, sind sie einfacher zu verstehen als Mount-Points. Aber wenn man Mount-Points von Anfang an gewohnt waere, wuerde man dann Laufwerksbuchstaben schwachsinnig oder kompliziert bedienbar finden?


    Dann kommt dazu noch, dass man nicht krampfhaft alles "vereinfachen" sollte, wenn man mit dem System auch komplexere Aufgaben erledigen moechte. Dies kann man finde ich sehr schoen an Smartphones sehen, die sind vielleicht vom Grundsatz her einfacher zu bedienen als Desktop-PCs, aber manche Vorgaenge darauf sind wiederum 10x komplizierter, weil sie einfach im Kern komplexere Vorgaenge sind, die sich mit einfachen Bedienweisen nicht gescheit abbilden lassen.


    Wenn dieses Thema also wirklich ernsthaft diskutiert werden sollte, muesste man erstmal anfangen, einfache und komplizierte Bedienkonzepte aufzulisten, egal aus welchem System, gerne auch im Vergleich zueinander, um ueberhaupt mal einen Ueberblick darueber zu haben, wo denn eigentlich genau die Probleme in grafischen Bedienoberflaechen liegen, die man verbessern muesste, um es Einsteigern leichter zu machen, das System zu bedienen.

  • Wenn dieses Thema also wirklich ernsthaft diskutiert werden sollte

    Nene, Stammtisch, nicht ernsthaft. ;) Wie gesagt, wir können das hier wahrscheinlich, da bin ich deiner Meinung, nicht leisten, zumindest nicht ernsthaft. Wir können wahrscheinlich nur an der Oberfläche kratzen und ein wenig herumspinnen.


    Vielleicht muesste man erstmal schauen, wo Linux denn komplizierter zu bedienen ist, und ob das vielleicht auch teilweise daran liegt, dass Windows eben jeder kennt, und Linux nur komplizierter erscheint, weil man es nicht kennt.

    Wie gesagt, ich würde das vielleicht gar nicht im Linux-vs-Windows-Kontext betrachten, sondern einfach mit noch viel mehr Abstand. Vielleicht hilft es uns auch, dass wir quasi die gesamte Entwicklung mitbekommen haben – 30, 40 oder 50 Jahre – pfff, das kennen wir doch alles, haben es live erlebt (zumindest viele von uns). Was war gut, was war schlecht, wo soll das hingehen ...


    Dies kann man finde ich sehr schoen an Smartphones sehen, die sind vielleicht vom Grundsatz her einfacher zu bedienen als Desktop-PCs

    Das wäre z.B. auch eine Frage: gibt (oder gab) es das einfach zu bedienende System schon – ist es Android oder iOS oder Chrome OS oder war es WebOS? Will man sowas auf zwei 30-Zöller mit Mausbedienung aufblasen? Macht das Sinn? (Ich meine, eher nicht.)


    Es geht um den allgemeinen Zugang: Was ist mit Sprache, was mit Augen-Tracking (für den Fokus), was mit Gesten, was mit einer permanenten Eingabezeile (für Suche, Befehle usw.), kann man die 3. Dimension für irgendwas außer Eyecandy nutzen, können Fenster besser werden, was ist mit Personen mit eingeschränkten Fähigkeiten ...?


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    OT: Und wir haben es wieder in die Top-Themen der Schrottbox geschafft – herzlich willkommen bei unserer herrlichen Diskussion. ;)

  • Jeder der eines vermisst, kann sich drum kuemmern, eines zu coden.

    Wenn er vorher eine Programmiersprache lernt. Man soll es nicht für möglich halten aber die Mehrheit der Bevölkerung hat anderes zu tun, als das verwendete Betriebssystem zu erweitern. Lehrer, Krankenschwestern, Rockmusiker, Rechtsanwälte, Bürokauffrauen und Bauarbeiter sind nun mal nicht automatisch auch Programmierer – das heißt, den meisten bleibt dieser Weg versperrt. Aber in der Theorie klingt es schön. ;)


    Dann kommt dazu noch, dass man nicht krampfhaft alles "vereinfachen" sollte, wenn man mit dem System auch komplexere Aufgaben erledigen moechte.

    Naja, "kompliziert" soll ja bleiben – dem Profi sollte es nicht schwer fallen, das Shell-Fenster zu öffnen. Oder andere komplexe Sachen zu erledigen. Viel schwieriger ist es, den Nicht-Profis den Zugang zu erleichtern.


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    Kleine Geschichte: ich war vor einiger Zeit mal bei einem örtlichen Apple-Händler und hatte mir (ohne Kaufabsicht) ein iPad Pro mit angeschlossener Keyboard/Touchpad-Kombination angeguckt. Mit Touchpads können ja viele nicht so gut umgehen und sind nicht so zielsicher, wie z.B. mit der Maus. Aber in manchen Situationen (Notebook auf dem Schoß) ist es fast schon alternativlos. Apple hat die Problematik wahrscheinlich erkannt und die Cursorsteuerung gegenüber einem Mac grundsätzlich verändert. Ich war ganz überrascht, dass da nicht einfach ein spitzer Mac-Mauspfeil auf dem Bildschirm zu sehen ist, sondern ein runder Punkt, dessen Größe und Form sich an die Umgebung anpasst und bei Näherung an einen Button diesen quasi umschließt – eine Art Zielhilfe, mit der man also nicht knapp daneben klicken. Das ist kurzzeitig ungewohnt aber man trifft viel schneller und sicherer Buttons und andere aktive Elemente, wenn man mit dem Touchpad nur mäßig gut umgehen kann (was bei vielen der Fall ist).


    Sowas meine ich z.B. – nicht einfach nachmachen, wie es "immer" gemacht wurde, sondern nochmal komplett zurück ans Reißbrett – und es dann vielleicht einfach besser machen. Sowas könnte man auch optional einstellbar machen.

  • Oder ein anderes Beispiel, zur Abwechslung mal aus der Windows-Historie. Der getrennte Programm- und Datei-Manager aus Windows 3.x. Fand ich damals Mist, weil ich vom Mac anderes gewohnt war – Microsoft hat das dann ja auch mit Win95 abgeschafft. Aber heutzutage, mit der Kenntnis von mobilen Systemen ... bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das alles schlecht war. Der Programm-Manager war eine Art App-Launcher und die Dateiverwaltung davon getrennt – warum nicht? Manche User wollen nur ein paar Apps starten und finden dafür einen ganzen komplexen Desktop inkl. Dateiverwaltungs-Funkionen vielleicht schon zu viel. Trotzdem benötigt man sie natürlich – also warum nicht wieder aufteilen?

  • Retrofan ach echt, nicht jeder ist Programmierer? 8\|


    Ich hatte extra "drum kümmern" geschrieben, damit mir solche Spitzfindigkeiten als Antwort erspart bleiben, die die Diskussion wieder nur unnötig stören. Dann formuliere ich es eben anders: Unter Linux und in der OpenSource-Welt gibt es immerhin grundsätzlich die Möglichkeit, etwas zu ändern oder sich einzubringen, unter proprietären Betriebssystemen hingegen NICHT. Wenn Win-Diashowmaker 2000 keinen Kommandozeilenmodus hat, musst Du halt beim Entwickler betteln und hoffen, dass er den einbaut. Ist es jetzt besser verständlich?

  • Eine Diskussion darüber, welches System "einfacher" zu bedienen ist, ist ziemlich überflüssig. Zum einen weil es nicht das Linux mit der Bedienung gibt, sondern zig verschiedene Desktops mit zig verschiedenen Ansätzen.


    Zum anderen hat m.W. noch niemand abschließend geklärt, was denn nun der Großteil der Durchschnittsbevölkerung als "einfach" definiert. Sind Ribbons wirklich besser als klassische Menüs oder hat MS bloß ein Argument gebraucht um Firmenkunden weltweit zum Kauf neuer Office-Pakete zu zwingen? Ist die Touch-Bar die dämlichste Tastatur-bezogene Erfindung aller Zeiten oder gibt es außerhalb von Apple-Fanboi-Kreisen tatsächlich Leute die das Konzept sinnvoll finden? Sprach-Assistenten auf Desktop-Rechnern? "Cloud"-Integration? Wer definiert "einfach" und bewertet dann die Konkurrenten?


    Was die Linux-Desktops nicht sind, und sicher auch nie sein werden, ist "innovativ". Das hat zwei Gründe: Erstens ist kommerzieller Wettbewerb tatsächlich ein Motor der Innovation - ich muss den Leuten Gründen liefern, warum sie mein Produkt bzw. ein Upgrade meines Produkts kaufen sollen - deswegen Ribbons, Touch-Bar, Sprach-Assistenten... Kommerziellen Wettbewerb - und damit Investitionswillen - gibt es bei Linux aber nur abseits des Desktops (Server, embedded...).


    Zweitens benötigen Innovationen im UI-Bereich - zumindest wenn sie nicht das Niveau von Karl Klammer haben sollen - erhebliche Ausgaben in die Forschung bzw. in Tests der Konzepte, die ich einführen will. Apple ist eine grausige Bude - aber das Thema handhaben sie regelmäßig korrekt, weswegen viele Apple-Innovationen tatsächlich zu Standards geworden sind. Linux-Desktops können einen solchen Prozess weder finanzieren noch organisieren - weswegen dort zwangsläufig das Prinzip vorherrscht, das zu übernehmen, was sich anderswo bewährt hat. Gnome hat vor 10 Jahren probiert, selbst mal innovativ tätig zu werden - das Resultat war fürchterliches Chaos und ein Desktop, der Jahre gebraucht hat, bis ihn selbst die Anhänger des neuen Konzepts halbwegs ordentlich nutzen konnten.


    Aber Linux will gar nicht "einfacher" oder "so einfach" (LOL) wie Windows sein. Forderungen dieser Art kommen meist von Leuten, die Linux gar nicht einsetzen und das auch nicht ernsthaft vorhaben: "höchstens wenn's genauso funktionieren würde wie [mein jetziges OS] und die gleichen Anwendungen drauf laufen würde" ist gleichbedeutend mit der Ansage "ich gehöre auf gar keinen Fall zum Zielpublikum von Linux".

  • Bei mir auf der Arbeit benutzen alle Linux Rechner. Nur die Sektretariate haben Windows (zusaetzlich zum Linux Rechner) weil immernoch Leute ernsthaft docx Formulare versenden. Also ca 70:4 im Verhaeltnis.

    LibreOffice kann doch docx auch. Sicher, es gibt bei Excel / Impress noch manchmal Probleme mit Formeln / Funktionen, aber das ist recht selten.

  • Es passiert ja nix? Keine Aufregung? Lebe ich gerade in nem Paralleluniversum?

    Kann man kaum glauben, aber wenn ich mit unseren Mietern in Burgwedel spreche, merke ich, dass es wohl solche Gegenden gibt, wo jede Kleinigkeit zu einer großen Sache wächst, gerade weil eben sonst nix passiert. Der Paniklevel bleibt überall gleich, nur die Auslöser sind auf völlig anderen Niveaus.


    Nur mit Linux lassen sich ja keine VFX machen - welche Software wird denn dafür auf Linux genutzt?

    Autodesk Flame als Vertreter des Hochpreissegments läuft nach meiner Erinnerung seit >15 Jahren unter Linux.

  • Was die Linux-Desktops nicht sind, und sicher auch nie sein werden, ist "innovativ".

    Nunja, Ich verwende auf meinem Desktop einen Tiling Window Manager. Das Konzept ist uralt, Fenster ohne Überlappung gab es schon bevor überhaupt jemand auf die Idee gekommen ist, sie übereinander zu legen.


    Also nicht innovativ? Oder gerade doch. Denn moderne Tiling Window Manager wie i3 bieten eine unglaubliche Flexibilität und Effizienz. Wer nur kurz reinschnuppert wird nicht einmal ein Programm starten oder beenden können. Wer gewillt ist sich einzuarbeiten, kann unglaublich angenehm damit arbeiten. Und i3 ist bei weitem nicht der einzige Fenstermanager mit dieser Ausrichtung. Typische Mausschubser (und das meine ich ehrlich nicht abwertend!) laufen vermutlich schreiend davon (*). Andere freuen sich über schnelles und effizientes arbeiten.


    (*) Im Büro habe ich allen Nutzern einen Xfce Desktop eingerichtet der sich ungefähr wie Windows XP bedienen lässt - ohne die Bonbon-Optik. Als ich da 2009 umgestellt habe, gab es praktisch keine gröberen Schwierigkeiten. Der Unterschied zu Win 10 (oder noch schlimmer Win 8 davor) ist da bedeutend größer.

  • Zwecks besserer Übersichtlichkeit in einem eigenen Post - was zu den immer wieder angesprochenen "Durchschnittsnutzern". Eine Meinung die ich gerne zur Diskussion stelle:


    Durchschnittsnutzer sind für mich heute reine Konsumenten die ihren Computerbedarf mit Handy und Tablet abdecken. Das reicht für die allermeisten Leute bei weitem aus. Damit lässt sich noch der eine oder andere Brief per Goolge Docs oder Office 365 verfassen und gut ist es. Ich halte das für eine Katastrophe - geradezu die Rückkehr in die selbst verschuldete Unmündigkeit um es mit Kant zu sagen. Trotzdem sehe ich das überall um mich herum genau so.


    Wer heute noch einen richtigen "General Purpose" Computer verwendet mit dem er/sie alles erledigen, und vor allem produktiv/kreativ tätig werden kann, ist kein Durchschnittsnutzer mehr sondern entweder Pro (weil beruflich) oder eben Enthusiast/Amateur (weil ohne Gewinnabsicht).


    Wer jetzt auf Linux für Durchschnittsnutzer pocht ist damit schon mindestens 10 Jahre zu spät dran. Egal ob die Forderung aus der Linux oder Windows Ecke kommt. Desktopbetriebssysteme werden immer mehr zu einer Nische für Professionelle und Amateure die auch Zeit und Aufwand in die Bedienung investieren wollen, können und müssen.


    Mit Mac OS und Windows kann man da viel machen. Aber auch hier werden die vor Hersteller "erlaubten" Grenzen langsam immer enger und die Rechner werden immer weniger "General Purpose". Wer trotzdem damit glücklich ist kann sie ja verwenden, freie Betriebssysteme kennen solche Grenzen jedoch nicht. Für fast alle Anwendungszwecke gibt es professionelle Programme. Deren Benutzung muss man halt gegebenenfalls erlernen wie bei jedem guten Werkzeug und das gilt genauso für professionelle Windows Software. Wer das nicht mag, darf sich gerne beschweren, ist aber vielleicht bei Handy und Tablet besser aufgehoben.

  • Vielleicht sind Desktop-GUIs inzwischen einfach "fertig" entwickelt. Vielleicht sind wir da an einem guten Optimum angekommen. Es gibt Fenster, die man gross und klein machen kann, es gibt Buttons, die man anklicken kann, es gibt Checkboxen und RadioButtons, um Dinge zu aktiveren oder zu deaktivieren, und es gibt Scrollbars, um Fensterinhalt zu scrollen. Eine Tastatur ist ein erprobtes Texteingabe-Geraet und eine Maus ist ein praezises Zeige-Geraet. Was soll man da noch verbessern / aendern?


    Der Grund, warum Smartphones teilweise andere GUI-Konzepte haben, ist hauptsaechlich der, dass die Bildschirme kleiner sind, und dass man sie mit dem Finger bedient. Beides trifft auf den Desktop nicht zu.


    Also muesste man sich doch ueber die eigentlichen GUI-Elemente hinaus Gedanken machen, wo eigentlich die Probleme bei der Nutzung oder beim Verstaendnis von Desktop-Systemen liegt. Das werden dann eher andere Dinge sein, wie z.B. Umgang mit Speicherorten, Verstehen von Fehlermeldungen und die anschliessende Problemloesung, usw. Das eigentliche Herumgeklicke wird nicht das Problem sein, zudem ist das ja bei den meisten gaengigen Linux-Desktops auch nicht wirklich anders als bei weiter verbreiteten Betriebssystemen.


    Und um komplexe Aufgaben zu loesen oder komplexe Programme zu bedienen, muss der Desktop halt auch gewisse Freiheiten in der Bedienung zulassen. Die ganze Komplexitaet vor dem Anwender zu verstecken, loest das Problem meist nicht. Microsoft Office hatte mal versucht, in den Menues nur die wichtigsten und am oeftesten genutzten Funktionen zu zeigen, zudem wurden diese noch je nach Nutzungshaeufigkeit umsortiert. Grauenhaft. Unter GNOME3 werden Tastenkombinationen nicht mehr hinter den Menue-Eintraegen angezeigt, sondern man muss dazu ein Extra-Fenster oeffnen, in denen alle Shortcuts aufgelistet sind, sodass man dort erstmal erneut nach der Funktion suchen muss. Total hirnrissig. Meiner Meinung nach sind die meisten "Verbesserungen" einfach nur aus dem Wunsch geboren, irgendwas anders, besser zu machen, ohne damit aber wirklich ein Problem zu loesen und meist wird dadurch eher alles schlimmer.


    Daher sollte man, wie ich schon sagte, sich wirklich mal ueberlegen, wo denn die eigentlichen, wirklichen Herausforderungen liegen in der Bedienung eines Desktop-Systems.