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Wieder mal: Linux vs. Windows (vs. Mac) [aus Geburtstags-Thread]

  • Vielleicht muss man sich auch mal die Frage stellen, warum die meisten Desktop-Nutzer denn Windows nutzen.


    Tun sie das, weil Windows das beste OS ist?

    Tun sie das, weil Windows die beste GUI hat?


    Nein, sie tun das primaer aus dem Grund, weil es ihnen einfach von Beginn an vorgesetzt wird. Es ist auf so gut wie jedem Kauf-Rechner drauf, es ist auf so gut wie jedem Buero-Rechner drauf, es ist am weitesten verbreitet, und die meisten Anwender scheren sich doch gar nicht um ihr Betriebssystem, sondern um die Programme, die sie drauf laufen lassen. Da Windows die weiteste Verbreitung hat, werden auch die meisten Programme fuer Windows entwickelt oder veroeffentlicht. Also stellt sich doch fuer die meisten Nutzer gar nie die Frage, ob sie nicht doch was anderes nutzen sollen. Sie kommen ja noch nichtmal mit was anderem in Beruehrung. Wenn ich ein Auto kaufen will, sehe ich auf der Strasse doch, dass es zig Hersteller gibt, zwischen denen ich mich entscheiden kann. Wenn ich einen PC kaufe, dann ist da halt Windows drauf. So einfach ist das im Normalfall, vor allem fuer die meisten Anwender, die sich nicht tiefer mit dem Thema befassen.


    Es setzt sich doch keiner, der noch nie mit einem PC gearbeitet hat, erstmal hin, und evaluiert ein halbes Jahr lang die GUI von Windows, MacOS und Linux miteinander, und entscheidet dann zu guter Letzt, welches OS er die naechsten Jahrzehnte nutzt. Ergo kann die GUI auch nicht das ausschlaggebende Kriterium sein, nach dem sich ein durchschnittlicher Anwender fuer sein OS entscheidet.

  • Wie ich weiter vorne schon sagte, die Gamer koennte man kriegen. Es muessten "nur" die Top-Spiele auch auf Linux erscheinen, statt nur einer handvoll, und diese muessten unter Linux schneller und stabiler laufen.

    Steam hat jetzt ProtonDB in den Steam-Client eingebaut. Da machst Du 2 Klicks in den Einstellungen und ca. 80% der Top Titel lassen sich unter Linux genauso spielen wie unter Windows.

    Ich nutze das gerne. Steam war für mich der letzte Grund noch eine Windows Partition zu haben.

  • Ergo kann die GUI auch nicht das ausschlaggebende Kriterium sein, nach dem sich ein durchschnittlicher Anwender fuer sein OS entscheidet.

    Naja. Ich nutze seit 1 Jahr Linux beruflich als Desktop und bin damit nicht glücklich. Es ist die Kombination daraus, dass Publisher, TheBat! und Photoshop nicht laufen und dem wirklich grottigen Dateimanager (Nautilus). Der File Picker kann nicht das, was der Dateimanager kann und kennt auch nicht dessen gespeicherte Orte, das Verschieben von Child Windows verschiebt die Parent Windows mit (dabei verschiebe ich die ja, um etwas nachzusehen, was sich im parent Window befindet), ich bekomme mit rechtsmäusigem Ziehen keine Auswahl vorgelegt, ob ich kopieren, verschieben oder verlinken will.. und - ich kann mit Powerbasic und TCC/LE hier nichts bewirken. Meine Zeit, mich neben dem Erledigen der Fälle mit bash und anderen topischen Skriptsprachen zu beschäftigen, ist nahe 0. Mit Windows wäre ich sozusagen zuhause.


    Trotzdem kann man Linux (wie im Topic) beglückwünschen. Auf meiner alten Arbeit läuft seit knapp 14 Jahren ein Linux-Server, den ich mit Fedora aufgesetzt hatte, und dessen vorsichtshalber aufgebautes Ersatzsystem läuft auch schon wieder seit 3 Jahren. Das hat schon Hand und Fuß, trifft aber eben meinen Geschmack im direkten Umgang nicht so. ;-)

  • das Verschieben von Child Windows verschiebt die Parent Windows mit (dabei verschiebe ich die ja, um etwas nachzusehen, was sich im parent Window befindet

    Jo, das nervt mich auch, das ist seit GNOME3 leider so. Das ist das was ich weiter vorn schon angesprochen habe. Zum Glueck gibts Alternativen zu GNOME3...

    ich bekomme mit rechtsmäusigem Ziehen keine Auswahl vorgelegt, ob ich kopieren, verschieben oder verlinken will

    Das geht bei meinem FileManager mit dem Druecken von Modifieren (Shift, Ctrl usw)

  • Und wie sollte das bessere Angebot aussehen? Was ist denn so "schlecht" an den Linux-GUIs?

    Du willst mich nicht verstehen. Ich sage doch gar nicht, das da was schlecht ist – ich sage, es reicht nicht, ähnlich gut zu sein, sondern man muss besser sein als der Status Quo. Das sollte zumindest das angestrebte Ziel sein.


    Bei Smartphones und Tablets war es richtig, neue Konzepte zu etablieren, aber auf klassischen Desktops mit klassischen Anwendungen sind klassische GUIs meiner Meinung nach immer noch der beste Nenner, weil sie etabliert sind und funktionieren und man sich auch nicht staendig umgewoehnen will, nur um krampfhaft "modern" zu sein.

    Nun ja, selbst "klassische" Maus-GUIs entwickeln sich weiter und auch macOS und Windows sind nicht identisch in der Bedienung – es gibt also nicht nur einen Weg, eine Idee umzusetzen. Ich hatte z.B. den Eindruck, man wolle von (frei beweglichen, überlappenden, skalierbaren) Fenstern wieder etwas weg zu starreren Anordnungen und auch insgesamt weniger Fenstern (am besten fullscreen). Das kam zum Teil aus der Tablet-Ecke (iPad) und wurde speziell bei Windows 8 und 10 stark forciert. Und vielen gefällt das wohl auch. Mein Wunsch wäre, dass hier mehr Innovationen aus der Linux-Ecke kämen, die den einen oder anderen User überzeugen können.


    Aber selbst Apple ist bei unter 10%, da koennte ich jetzt auch fragen, warum schaffen die es nicht, eher in Richtung 100% zu gehen?

    Das wurde hier doch auch schon mehrfach gesagt: Der Preis. Ganz einfach. Nun, natürlich nicht 100% – vielen gefällt macOS auch einfach nicht. Apple hat es aber eigentlich leicht – die könnten ohne Problem ihren Marktanteil verdoppeln oder verdreifachen – einfach über den Preis, die müssten sonst nichts ändern. Jetzt könnte man fragen: Warum tun die es nicht? Die Antwort: Die Marge (der Gewinn). Apple versucht nicht, möglichst viel Umsatz zu machen, sondern möglichst viel Gewinn (eigentlich das Ziel eines jeden gesunden Unternehmens). Und wenn man die Preise zu sehr senkt, nützen einem die Stückzahlen auch nichts mehr. In Apples Chefsessel sitzt ein Zahlen-Jongleur und der weiß genau, wie man den besten Gewinn erzielt.


    Aber dieses Instrument hat Linux nicht – die Preise kann man nicht senken. ;)


    Aber mal andere Möglichkeiten, sich zu profilieren und für den Nutzer erkennbare Vorteile zu bieten: Smart-Home (ohne nach Hause zu telefonieren) oder die (beste) Einbindung von mobilen Geräten. Es gäbe sicherlich noch einige andere Ansätze, wenn man sich mal einen Nachmittag hinsetzen und eine Strategie entwickeln würde.


    Aber das engt dann wahrscheinlich irgend jemanden ein, wenn jemand anderes versucht, eine Richtung vorzuschlagen. Am besten, jeder codet doch wieder, was ihm Spaß macht und wer das benutzt, soll bitte dankbar sein und nicht meckern – schließlich macht man es nicht für ihn, sondern für sich selbst (liest man ab und zu).


    Die geringe Verbreitung einfach nur auf die "schlechten GUIs" zu schieben, ist fuer mich nicht die Erklaerung dessen.

    Habe ich nie getan. Weder sie als schlecht bezeichnet, noch sie als ausschließlichen Grund für die geringe Verbreitung aufgeführt. Du wehrst dich in die falsche Richtung.


    und selbst wenn sie exakt gleich waeren wie bei Windows, wuerden sich die Leute doch trotzdem fragen, warum sie umsteigen sollten

    Richtig, vollkommen korrekt. Deshalb sage ich ja, sie müssen anders sein – aber nicht einfach anders, sondern besser! Z.B. einfach mal ein paar richtig gute UI/UX-Leute dransetzen, die schon immer wussten, was bei Windows Mist ist. Es gäbe da sicherlich Ansätze.


    Wie ich weiter vorne schon sagte, die Gamer koennte man kriegen. Es muessten "nur" die Top-Spiele auch auf Linux erscheinen, statt nur einer handvoll, und diese muessten unter Linux schneller und stabiler laufen.

    Ein möglicher Ansatz – aber sicherlich einer der schwierigsten in der Umsetzung. Dafür müssten ja in erster Instanz die Grafikkarten-Treiber und 3D-Engines auf Linux besser laufen als auf Windows (denn die Hardware ist ja identisch). Und dann müsste man noch eine Menge wichtiger Leute dazu bringen, auf ein Außenseiter-Pferd zu setzen, denn die Kunden kommen ja erst, wenn das alles fertig ist.


    Anscheinend werden 90% der Special Effects in Hollywood auf Linux-Rechnern gemacht.

    Ich kenne jetzt diese Erhebung nicht aber man muss natürlich genau gucken, was hier "gemacht" heißt. Entworfen/erstellt oder gerendert? Und der Mac ist im 3D-Markt nicht die stärkste Kraft, da ist Windows sicherlich besser vertreten.

  • Inzwischen erinnert dieser Thread mich ein wenig an den "Ich habe mir als nur-C64-BASIC-Programmierer ein Python-Einführungsbuch zugelegt und bin verwirrt, weil der Autor nichts zu Zeilennummern sagt"-Thread vor einigen Jahren in einem anderen Subforum hier. ;)

  • ZeHa Ich verstehe dich auch nicht so ganz.

    • Keiner hat gesagt, dass Linux das schlechtere BS ist oder die schlechtere GUI hat
    • Keiner hat gesagt, dass die meisten Leute Windows nutzen, weil es das bessere BS ist oder die bessere GUI hat
    • Die meisten hier sind sich einig, dass Linux im Serverbereich das Nonplusultra ist.

    Wo liegt denn dein Problem genau? Ich verstehe es wie gesagt nicht.

  • Retrofan dann ersetze "schlecht" durch "nicht geil genug", denn offenbar bist Du ja der Meinung, dass nur eine extravagant bessere GUI als alles gewohnte dafuer sorgen koennte, dass Linux sich auf dem Desktop breiter macht. Allerdings, wenn ich mir den Thread hier so anschaue, glaube ich eher, dass alles, was sich von Windows unterschiedet, es schwer haben wuerde, zu ueberzeugen...

  • Inzwischen erinnert dieser Thread mich ein wenig an den "Ich habe mir als nur-C64-BASIC-Programmierer ein Python-Einführungsbuch zugelegt und bin verwirrt, weil der Autor nichts zu Zeilennummern sagt"-Thread vor einigen Jahren in einem anderen Subforum hier. ;)

    Mir ist auch völlig schleierhaft, wie man Sprachen ohne das Bißchen Rückwärtskompatibilität auf die Allgemeinheit loslassen konnte. ;-)

  • offenbar bist Du ja der Meinung, dass nur eine extravagant bessere GUI als alles gewohnte dafuer sorgen koennte, dass Linux sich auf dem Desktop breiter macht.

    Ich habe genau das Gegenteil gesagt und weder von "nur GUI", noch von "extravagant" gesprochen. Ich habe gesagt, dass das nicht reichen wird – aber es ein Anfang wäre, es besser zu machen als die Konkurrenz. Und "besser" ist nunmal die Voraussetzung, weil die User ja umsteigen müssen (sie hatten vorher fast alle Windows oder Mac) und man den Aufwand nur auf sich nimmt, wenn man am Ende besser dasteht – und nicht das "Gleiche in grün" hat.


    Aufgaben müssen sich also z.B. schneller/einfacher erledigen lassen, externe Geräte (Smartphones, Wearables, Smart-Home-Systeme ...) einfacher und umfangreicher einbinden lassen usw.

  • dann ersetze "schlecht" durch "nicht geil genug", denn offenbar bist Du ja der Meinung, dass nur eine extravagant bessere GUI als alles gewohnte dafuer sorgen koennte, dass Linux sich auf dem Desktop breiter macht. Allerdings, wenn ich mir den Thread hier so anschaue, glaube ich eher, dass alles, was sich von Windows unterschiedet, es schwer haben wuerde, zu ueberzeugen...

    Nicht immer setzt sich das bessere System durch. Ob Windows oder Linux "besser" ist, ist irrelevant. Windows hat die grössere Verbreitung daher ist es ökonomisch Sinnvoll eher für Windows als für Linux zu entwickeln (als Firma).


    Im übrigen wundert mich dieser Thread etwas, weil ich dich eigentlich eher als besonnen und ausgeglichen kenne, aber in diesem Thread kommst du schon als sehr fanatischer Bekehrer rüber. :D

  • Wo liegt denn dein Problem genau?

    Nirgends, ich habe kein Problem, ich nutze Linux und bin damit gluecklich. Wo habe ich denn was von Problemen gesagt?

    Was ast du für Prrobläm, Alta? ;-) Dann nenn es halt nicht Problem, sondern Anstoßpunkt (nicht der im Fußball).

    Ich antworte einfach auf die Dinge, die hier von anderen geschrieben werden.



    dann ersetze "schlecht" durch "nicht geil genug", denn offenbar bist Du ja der Meinung, dass nur eine extravagant bessere GUI als alles gewohnte dafuer sorgen koennte, dass Linux sich auf dem Desktop breiter macht. Allerdings, wenn ich mir den Thread hier so anschaue, glaube ich eher, dass alles, was sich von Windows unterschiedet, es schwer haben wuerde, zu ueberzeugen...

    Nicht immer setzt sich das bessere System durch. Ob Windows oder Linux "besser" ist, ist irrelevant. Windows hat die grössere Verbreitung daher ist es ökonomisch Sinnvoll eher für Windows als für Linux zu entwickeln (als Firma).


    Im übrigen wundert mich dieser Thread etwas, weil ich dich eigentlich eher als besonnen und ausgeglichen kenne, aber in diesem Thread kommst du schon als sehr fanatischer Bekehrer rüber. :D

    Hatte ja selbst die Gruende erlaeutert, warum Windows weiter verbreitet ist. Und nein, ich habe schon mehrfach gesagt, dass ich hier niemanden bekehren will ;) ich lasse nur ungern Dinge unkommentiert stehen, die ich nunmal anders sehe.

  • Im übrigen wundert mich dieser Thread etwas, weil ich dich eigentlich eher als besonnen und ausgeglichen kenne, aber in diesem Thread kommst du schon als sehr fanatischer Bekehrer rüber. :D

    Bei mir nicht. Eher als einer, der sich permanent in der Verteidigerposition sieht und deshalb immer mal wieder kleine Spitzen auf die anderen loslässt. Dabei hätte er das gar nicht nötig, denn hier sind sich doch eigentlich alle einig, dass Linux ein völlig gleichberechtigtes System ist, welches durchaus seine Vorteile hat.


    Und mal so nebenbei: mit deiner Bezeichnung machst du es bestimmt nicht gerade besser. Aber vielleicht hast du das ja auch gar nicht vor...

  • Ich denke im Desktop-Bereich hat Linux so wenige Nutzer weil

    • Der Durchnittsnutzer nicht einmal weiß, was ein Betriebssystem, ein Programm und Daten unterscheidet (Deshalb auch die hohe Verbreitung im Serverbereich. Profis und wir wissen das)
    • Es ihm schwerfällt oder unmöglich ist, einen Rechner als Summe von Teilen zu sehen, diese zu identifizieren und zu benennen (Festplatte, Partition, etc.)
    • Er oft nicht weiß, was ein Treiber ist (die werden ja seit Windows 8.1 automatisch installiert)
    • Er einen Rechner als ganzes sieht. Wenn Windows nicht mehr hochfährt, wird oft daran gedacht, einfach einen neuen Rechner zu kaufen.
    • MacOS einfach ein integraler Bestandteil von Apple-Rechnern ist und MacOS auch gar nicht auf fremder Hardware läuft
    • Ihm manchmal schon die Verkabelung eines Rechners mit dessen Peripherie vor große Hindernisse stellt
    • Er in der Regel bei Problemen nicht systematisch vorgeht (kein Internet -> ist das LAN-Kabel gesteckt, oder der WLAN-Repeater ausgefallen)
    • Er oft Angst hat, eine Aktion könne den ganzen Kasten explodieren lassen ;-)

    Wir alle sind seit der Homecomputerzeit dabei und kennen uns daher mit Konzepten wie Betriebssystem, Datenträger, Verkabelung und Fehlerbehebung sehr gut aus auf unserem Lieblingsbetriebssystem.

  • Er einen Rechner als ganzes sieht.

    Linux muss auf die Verkaufs-Rechner drauf (das habe ich auch schon an anderer Stelle geschrieben) – dann fällt das Umsteigen (als Prozess) weg. Aber da hat MS schon ganz andere (IBM) weggeboxt. Allerdings geben sie sich ja in letzter Zeit regelrecht handzahm gegenüber der Konkurrenz, also könnte man den Versuch (als Hersteller/Händler) evtl. nochmal wagen.

  • Ich denke im Desktop-Bereich hat Linux so wenige Nutzer weil

    • ...

    Kurz: Weil der Durchschnittsnutzer ein DAU ist. :D Und da hast du sicher recht. Wäre das anders, gäbe es definitiv mehrere Linux-Nutzer, denn heutzutage ist es doch mehr oder weniger Geschmackssache, welches System man für sich wählt. Was du noch vergessen hast, ist das Gewohnheitstier Mensch. Das wurde ja schon mehrfach genannt. Die meisten fangen mit Windows an und bleiben dabei. Tatsächlich lässt sich diese "Tradition" bis in die Anfänge des PCs zurück verfolgen. Da war's eben MS DOS. Es ist so ähnlich wie mit Fußballvereinen. Was man einmal lieb gewonnen hat (Hassliebe zählt auch ;-)), dabei bleibt man auch.