Hello, Guest the thread was called14k times and contains 634 replays

last post from Hobbyist at the

Wieder mal: Linux vs. Windows (vs. Mac) [aus Geburtstags-Thread]

  • Warum sollte sich das jetzt an der "Mehrheit" orientieren und Windows kopieren?

    Ich finde nicht, dass es das muss, zumindest nicht bei allem. Ich finde sogar, dass in den letzten Jahren viel zu wenige Innovationen aus dem GNU/Linux-Bereich kamen und man bei vielen OpenSource-Projekten versucht, kommerzielle Vorbilder zu imitieren. Die Linux-Distros haben doch nun alle Freiheiten und sind nicht von der Anzahl der User abhängig und bei dem kleinen Marktanteil hat man ohnehin nichts zu verlieren – man könnte die ganze Industrie vor sich her treiben mit Neuerungen und Innovationen (die natürlich auch mal in die Hose gehen dürfen).


    Linux müsste eigentlich mit großem Abstand das beste OS aller Zeiten sein, da man keinerlei (z.B. wirtschaftlichen) Zwängen unterliegt und die Entwickler rein Spaß-gesteuert sein müssten (und sicherlich auch sind). Auf die relativ kleine User-Basis (selbst inkl. Interessenten) könnte man auch viel besser hören*, als das bei Apple, Google und MS, mit jeweils Milliarden an Kunden, der Fall ist.


    Eigentlich müsste per Trial and Error GNU/Linux schon 2 Generationen weiter/besser sein als die Konkurrenz – durch irgendwas scheint das Ganze aber gebremst zu werden – ich weiß nur nicht, was das ist. Arbeiten daran letztlich doch zu weniger Entwickler, die zudem die Kraft zu sehr (auf dutzende von Forks) verteilen? Wo ist das Problem? Oder gibt es gar keines und alles ist fein, wie es ist?


    *) denn letztlich entscheiden die User, was das Beste für sie ist.

  • Tja, das ist aber kein Problem von Linux, sondern von schlechter Administration. Wenn ich in Windows nicht-persistente Änderungen mache, dann sind die auch nach einem reboot weg. Wenn man sowas braucht, dann muss man sich die Änderungen notieren und/oder persistent machen. Mechanismen gibts ja genug dafür.


    Ganz, ehrlich. Die meisten "Probleme" die hier besprochen werden, egal ob Windows oder Linux, sitzen hauptsächlich VOR der Tastatur.

    So ist es.

  • Das ist jetzt aber bestimmt wieder nur sehr auf "Desktop" bezogen, oder? Ich bin mir ziemlich sicher, dass Linux in den Non-Desktop-Bereich definitiv zu den innovativeren Betriebssystemen gehoert...

  • ILinux müsste eigentlich mit großem Abstand das beste OS aller Zeiten sein, da man keinerlei (z.B. wirtschaftlichen) Zwängen unterliegt und die Entwickler rein Spaß-gesteuert sein müssten (und sicherlich auch sind).

    Das beste Betriebsystems von Freaks für Freaks. Aber nichts womit ein Otto-Normal-Anwender klar kommen wird. :D

  • ILinux müsste eigentlich mit großem Abstand das beste OS aller Zeiten sein, da man keinerlei (z.B. wirtschaftlichen) Zwängen unterliegt und die Entwickler rein Spaß-gesteuert sein müssten (und sicherlich auch sind).

    Das beste Betriebsystems von Freaks für Freaks. Aber nichts womit ein Otto-Normal-Anwender klar kommen wird. :D

    Muss ja auch nicht - wie ich schon weiter vorne sagte, Linux will kein Ersatz fuer Windows sein, auch wenn manche wohl der Meinung sind, das sollte so sein ;)

  • Wenn ihr schon alle eure Meinung zu Linux und dem andern Müll von Microsoft abgebt, möchte ich mich nicht zurückhalten. Wie im ersten Satz meines Beitrags bereits erwähnt halte ich recht wenig von Microsoft und deren Betriebssystemen und Softwarelösungen. Linux dagegen finde ich richtig:thumbsup:

  • Das ist jetzt aber bestimmt wieder nur sehr auf "Desktop" bezogen, oder?

    Ja, natürlich. Das ist hier doch zu 99% das Thema. Dass Linux auf dem Server ganz toll ist, hatten wir doch schon abgehakt, darüber müssen wir nicht mehr reden. Das nützt aber nun mal dem normalen User nix, denn wer administriert schon Server? Auf einem Server frickelt man sich einmal alles zurecht (gerne auch ohne GUI) und dann läuft das halt im Optimalfall (bei Googles Cloud z.B.) 24/7 durch. Wie gesagt, geschenkt, nicht unser Thema, denn da gibt es nichts zu diskutieren.

  • ILinux müsste eigentlich mit großem Abstand das beste OS aller Zeiten sein, da man keinerlei (z.B. wirtschaftlichen) Zwängen unterliegt und die Entwickler rein Spaß-gesteuert sein müssten (und sicherlich auch sind).

    Das beste Betriebsystems von Freaks für Freaks. Aber nichts womit ein Otto-Normal-Anwender klar kommen wird. :D

    Naja, meine Mutter hat auf ihrem Laptop ein immer aktuelles Arch Linux drauf.

    Sie ist 78 und kein IT-Profi aber kommt super damit klar.

    Windows war einfach zu lahm für das Laptop - das hatte sie vorher drauf.

    Aber nun ist sie glücklich und ich auch, weil ich keine genervten Anrufe mehr bekomme.

  • Retrofan


    Naja und wenn das nun aber mal die Staerken sind, in denen Linux seine Innovationen voll ausspielen kann? Findest Du es dann richtig, wenn jemand sagt "Linux koennte das innovativste OS sein, ist es aber nicht!!1"


    Dann darf ich doch durchaus mal erwaehnen, dass Linux durchaus sehr innovativ ist, nur halt nicht da, wo DU es vielleicht gerne haettest.

  • Linux müsste eigentlich mit großem Abstand das beste OS aller Zeiten sein, da man keinerlei (z.B. wirtschaftlichen) Zwängen unterliegt und die Entwickler rein Spaß-gesteuert sein müssten (und sicherlich auch sind). Auf die relativ kleine User-Basis (selbst inkl. Interessenten) könnte man auch viel besser hören*, als das bei Apple, Google und MS, mit jeweils Milliarden an Kunden, der Fall ist.


    Eigentlich müsste per Trial and Error GNU/Linux schon 2 Generationen weiter/besser sein als die Konkurrenz – durch irgendwas scheint das Ganze aber gebremst zu werden – ich weiß nur nicht, was das ist. Arbeiten daran letztlich doch zu weniger Entwickler, die zudem die Kraft zu sehr (auf dutzende von Forks) verteilen? Wo ist das Problem? Oder gibt es gar keines und alles ist fein, wie es ist?

    Ich zitiere nochmal das, was Du geschrieben hast.


    Linux ist in bestimmten Bereichen nunmal wirklich das beste OS aller Zeiten - zum gegenwaertigen Zeitpunkt laufen die 500 groessten Supercomputer ALLE auf Linux. 23 von 25 Webservern laufen auf Linux. Die IT-Systeme von Banken, Regierungen, Militaer laufen auf Linux. Die meisten Smartphones laufen auf Android, welches einen Linux-Kernel benutzt. 95% aller Clouds laufen auf Linux. Ueberhaupt das ganze Cloud-Computing-Thema waere ohne Linux mit Sicherheit nicht so weit vorangeschritten wie es heute ist. 60% der Microsoft-Cloud laeuft sogar auf Linux.


    Und die Entwickler sind nicht alles nur "Spass-gesteuerte" Enthusiasten, wie Du Dir das wohl vorstellst, und man ist auch nicht voellig frei von wirtschaftlichen Zwaengen usw. Ein Grossteil der Linux-Contributor werden naemlich tatsaechlich dafuer bezahlt, von grossen IT-Firmen wie IBM, Intel, Red Hat, Google, teilweise sogar Microsoft, die durchaus wirtschaftliche Interessen haben. Dein Post spiegelt einfach wieder sehr deutlich die Meinung wieder, Linux sei ein OS von Bastlern fuer Bastler. Dass das ein Irrtum ist, habe ich ja schon ein paar mal erwaehnt, sogar ganz am Anfang, als ich sagte, man solle nicht den "Fehler machen", Linux nur auf den Desktop zu begrenzen. Aber diesen "Fehler" machen einige scheinbar immer wieder. Und wir sind hier nicht im "Linux ist geil auf dem Desktop"-Thread, sondern wir sind im "Linux ist 30 Jahre alt geworden"-Thread, da muss man das, was Linux in den 30 Jahren alles erreicht hat und fuer die IT-Welt getan hat, gewiss nicht ausklammern, nur weils nix mit dem Desktop zu tun hat.

  • Naja und wenn das nun aber mal die Staerken sind, in denen Linux seine Innovationen voll ausspielen kann?

    Ok, anscheinend ist zumindest dir der Kontext nicht klar, in den mein Posting eingebettet war. Also nochmal, damit ich es nicht JEDESMAL dazu schreiben muss: Ich rede hier ausschließlich vom Desktop (alles andere ist sicherlich feini).


    Und du und einige andere verwenden es ja auf dem Desktop, daher scheint das eine Option zu sein. Und es wird auch für den Desktop angeboten und einige Distros sind auch so zusammengestellt, dass sie klassische Desktop-Anforderungen erfüllen sollen. Und nicht zuletzt hat Linus Thorvalds Linux für seinen Desktop entwickelt und nicht, um Server zu betreiben – er wollte (als Person/User) auf die Uni-Rechner zugreifen, damit arbeiten, können.

  • Aber diesen "Fehler" machen einige scheinbar immer wieder.

    Anfangs mag das ein "Fehler" gewesen sein aber nachdem du jetzt zum hundertsten Mal darauf hingewiesen hast, sollte auch dir klar sein, dass das für die Mehrheit hier nicht das Diskussionsthema mehr ist. Wie gesagt: Server – super, toll, klasse, Marktführer, alles richtig gemacht! Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!


    So, nun aber zurück zu dem Streitthema, zum Problem, zur Diskussion .... (auch wenn du die anscheinend nicht willst, so wie du immer versuchst, davon wegzulenken). Auch am Geburtstag wird man ja wohl noch sagen dürfen, was vielleicht nicht ganz so super läuft und wo es noch Potential gäbe. Ist ja nicht böse gemeint, sondern soll Linux helfen – auch neue Freunde zu finden.

  • auch wenn du die anscheinend nicht willst, so wie du immer versuchst, davon wegzulenken

    Sorry, aber laber doch keinen Unsinn. Ich bin hier im Thread mit Sicherheit einer derer, die am meisten posten und diskutieren, also von welcher Diskussion will ich denn hier Deiner Meinung nach staendig weglenken. Ich sage meine Meinung und untermauere die gerne mit Argumenten, habe aber auch schon oft genug gesagt, dass ich verstehen kann, dass der Umstieg von Windows auf Linux nicht leicht ist und dass das Ziel dieser Diskussion auch keine Bekehrung sein soll.


    Zum Thema GUI habe ich auch schon einige Dinge gesagt, also lasse ich mir hier nicht einreden, ich sei hier einer, der hier staendig vom Thema ablenken moechte.


    EDIT: Ach, und zum Thema "vom Thema ablenken"... wer von uns beiden ist denn derjenige, der hier sagt, das Thema Server sei abgehakt, es gehe jetzt nur noch um Desktop? :whistling:

  • Darin war das Fazit, dass Linux nunmal eine Alternative zu Windows (oder anderen OS) ist, aber kein Ersatz. Und dass Linux auch gar kein Ersatz sein MOECHTE. Einige Anwender haben nunmal faelschlicherweise die Erwartung, Linux muesse im wesentlichen so sein wie Windows - das ist so, als wuerde man von Schokoladeneis erwarten, dass es doch irgendwie wie Vanilleeis schmeckt. Es ist kein Ersatz, es ist eine Alternative. Und das beinhaltet eben auch, dass Dinge dort anders geloest sind, anders funktionieren, vielleicht auch nicht existieren.

    Jetzt zu deinem "Eis". Ich finde die Analogie super. Genau das will ich ja – ein anderes Eis – nein, ich will sogar ein BESSERES Eis von einer besseren Eisdiele mit besseren Zutaten, Bio und so. Wenn du jetzt aber immer wieder in die Diskussion den Server-Aspekt reinbringen willst – das ist eine Kartoffel, kein Eis. Das ist für mich gar keine Alternative, die ist nicht mal gekühlt, von süß ganz zu schweigen.


    Wenn du hier also von Schoko vs. Vanille redest, dann redest du (und ich meine auch, der Ursprungsartikel) von der gleichen Produktgruppe – im übertragenen Sinne ist das hier der Desktop. Server ist Kartoffel.


    Nun nochmal zum Eis (= Desktop): Es muss klar sein, dass es vollkommen OK ist, wenn das Eine (Windows) Vanille, das Andere (Linux) Schoko und das Dritte (macOS) Pistazie ist. Niemand will dreimal Vanille. Warum sollte ich zum gleichen wechseln? Aber schmecken muss es dem Kunden/User natürlich trotzdem. Es muss ausreichend kühl und cremig sein, eine gewisse Süße mitbringen und vor allem einen sortentypischen Geschmack. Lecker muss es sein und die Erwartungen auch erfüllen – Sellerie, Gouda oder Scholle als Geschmacksrichtung kommen wahrscheinlich nur bei wenigen an. Also zu deutsch – es darf/soll schon anders sein – aber innerhalb eins Korridors, der vom Kunden/User akzeptiert wird.


    (Äh, ich rede natürlich weiterhin vom Desktop, denn auf dem Server ist alles supi – da gibt es keinerlei Kritik, nicht einmal von den größten Windows-Fanbois (die es natürlich nicht gibt)) ;)

  • Das Ding muss funktionieren, ich programmieren jeden Tag viele viele Stunden und habe nach der Arbeit keine Lust da noch irgendwas zu basteln, das mache ich auf Arbeit genug.

    Lustigerweise ist es bei mir genauso, deswegen benütze ich Linux am Desktop und Laptop, und nicht Windows. (Ich Dual-Boote Windows für das eine oder andere Spiel, oder um die Windows-Version eines gerade cross-übersetzten Programmes (z.B. cc65) zu testen, aber das passiert 2 bis 3x im Monat.)

  • Lecker muss es sein und die Erwartungen auch erfüllen – Sellerie, Gouda oder Scholle als Geschmacksrichtung kommen wahrscheinlich nur bei wenigen an. Also zu deutsch – es darf/soll schon anders sein – aber innerhalb eins Korridors, der vom Kunden/User akzeptiert wird.

    Und wenn es Deine Erwartungen NICHT erfuellt, kann es dann nicht sein, dass Du vielleicht einfach nicht in der richtigen Zielgruppe bist?

    Muss jeder PKW die Erwartungen jedes Kunden erfuellen? Oder hat jemand, der einen sportlichen 2-Sitzer kauft, nicht vielleicht einfach andere Erwartungen an einen PKW als jemand, der sich einen Kastenwagen oder Familien-Van kauft?


    Der Fehler ist, die selben Erwartungen zu haben und hinterher sauer zu sein, weil diese nicht erfuellt wurden. Dass man aber vielleicht schon von vorneherein einfach die falschen Erwartungen hatte, kommt einem nicht in den Sinn.


    Wenn ich von Linux, oder auch MacOS, glaube, dass es einfach nur versucht, eine Kopie von Windows zu sein, weil das irgendwie "der Standard" ist, dann ist es doch klar, dass ich hinterher enttaeuscht bin, wenn da manche Dinge einfach voellig anders sind. Wenn ich Laufwerksbuchstaben gewohnt bin, dann finde ich es natuerlich erstmal "doof", dass es das unter Linux nicht gibt.

  • Ich bin ja auch ein Linux-Desktop User.


    Mein Desktop ist der FVWM.


    Als ich 1996 mein erstes Linux für den Desktop-Rechner installiert hatte, hatte ich diesen Window-Manager ausgesucht und meiner Fasson nach konfiguriert.

    Und weißt Du was? Ich benütze noch die gleiche Konfiguration (natürlich erweitert und verfeinert), d.h. ich mußte mich in dieser Zeit nie an eine geänderten Desktop wegen neuer OS-Version gewöhnen. Das würde mich ja total nerven wenn etwas auf einmal anders ist als es immer war :-)

  • Moin Gero!

    Naja, meine Mutter hat auf ihrem Laptop ein immer aktuelles Arch Linux drauf.

    Sie ist 78 und kein IT-Profi aber kommt super damit klar.

    Windows war einfach zu lahm für das Laptop - das hatte sie vorher drauf.

    Aber nun ist sie glücklich und ich auch, weil ich keine genervten Anrufe mehr bekomme.


    Du Glücklicher!

    Ich habe das bei meinen gleichaltrigen Eltern ebenfalls gemacht (Linux Mint 19) und bekam wochenlang immer wieder Anrufe abends, wieso

    alles so anders ist und wieso die Buttons so komisch aussehen und wieso "Excel/Word" ganz anders funktioniert.

    Klar, nach >25 Jahren Windows zuhause (angefangen bei Windows 3.11) war die Umstellung wohl zuviel||


    Gibt es ein HowTo in Deutsch (!) für eine Remote-Verbindung unter Linux Mint?

    Es gibt nix nervigeres als jeden Mausklick anhand von Beschreibungen nachzuvollziehen :rolleyes:


    Am Ende habe ich denen ein halbwegs aktuelles Notebook gekauft + Windows 10 drauf installiert - schlagartig war Ruhe im Karton.

    Natürlich haben meine Eltern keine Adminrechte, damit nicht irgendetwas installiert wird was nicht soll.

    Es läuft im Officebetrieb und bis dato keine Beschwerden :thumbsup:


    MfG

  • Und wenn es Deine Erwartungen NICHT erfuellt, kann es dann nicht sein, dass Du vielleicht einfach nicht in der richtigen Zielgruppe bist?

    Zu der Zielgruppe, die "Scholle" als Eis-Geschmacksrichtung will? Stimmt, zu der gehöre ich nicht. Und ich würde der Eisdiele auch empfehlen, auf Schoko oder Erdbeere als Angebot umzusteigen. ;) Ist natürlich quatsch, Linux ist nicht Scholle – aber aus Sicht der Mehrheit auch noch nicht die leckerste Schoko-Version, die vorstellbar wäre. Vielleicht hast du aber auch recht und alle wollen eigentlich nur Vanille – und selbst Stracciatella würde sie schon aus der Bahn werfen. ;)


    Du verstehst anscheinend nicht, dass hier hier gar nicht von MIR rede, sondern einfach von den 98% Computer-Usern (also fast allen), die noch nicht auf Linux gewechselt sind. (Desktop, versteht sich – ich sage das jetzt lieber dazu). Also Desktop ;) Ich rede hier einfach von Statistik, vom Markt, nicht von persönlichen Befindlichkeiten. Das einzige, was ich von mir projiziere, ist der Wunsch, auf etwas (noch) Besseres umzusteigen, sobald es DIESE Anforderung erfüllt.


    Ich denke schon, dass das GNU/Linux-Angebot (ich beziehe mich hier auf den Desktop) attraktiv sein könnte und deutlich mehr User ansprechen. OK, diesen Aspekt kann man natürlich mit dem Totschlag-Argument aushebeln, dass "man" das gar nicht will (und bestimmte "Kräfte" wollen das auch sicherlich nicht und einfach nur ihre Ruhe haben). Ich frage mich dann aber doch, für wen diese ganzen Distros angeboten werden, wenn man keine (oder keine zusätzlichen) User (auf dem Desktop) will.


    Also angenommen, irgendwer in der Linux-Welt, z.B. Canonical, will mehr User ansprechen (und der erste Punkt in ihrem Download-Menü ist die Desktop-Version*) – dann stellt sich doch die Frage, wie man das erreichen könnte. Oder? Also meine Frage wäre das zumindest. Preise senken geht nicht – das wäre sonst ja immer der erste Punkt. Also Angebot verbessern, oder?


    *) "Download Ubuntu desktop and replace your current operating system whether it's Windows or Mac OS ..."

  • Und wie sollte das bessere Angebot aussehen? Was ist denn so "schlecht" an den Linux-GUIs? Es gibt viele verschiedene, und davon mit Sicherheit auch einige brauchbare. Innovation im GUI-Bereich betrachte ich eh kritisch, das hatten wir weiter vorn schon. Denn nur weil etwas anders, oder moderner, oder neuer ist, heisst das noch lange nicht, dass es dadurch auch besser geworden ist. Bei Smartphones und Tablets war es richtig, neue Konzepte zu etablieren, aber auf klassischen Desktops mit klassischen Anwendungen sind klassische GUIs meiner Meinung nach immer noch der beste Nenner, weil sie etabliert sind und funktionieren und man sich auch nicht staendig umgewoehnen will, nur um krampfhaft "modern" zu sein.


    Ich glaube nicht, dass die GUIs unter Linux der Grund sind, warum Linux auf dem Desktop so eine geringe Verbreitung hat. Ich denke das liegt an vielen anderen Dingen, allein schon an dem Fakt, dass Windows nunmal die Nummer 1 ist und seine Marktmacht auch entsprechend ausnutzt, das ist ja hinlaenglich bekannt. Warum sollten also User ueberhaupt auf die Idee kommen, dass neben Windows noch was existiert - ausser Apple, was natuerlich jedem ein Begriff ist. Aber selbst Apple ist bei unter 10%, da koennte ich jetzt auch fragen, warum schaffen die es nicht, eher in Richtung 100% zu gehen? Wenn sie doch so toll sind und auch die entsprechende Medienpraesenz und Mittel haben, um kraeftig die Werbetrommel zu ruehren? Wie soll das dann erst ein unbekanntes Linux schaffen, von dem die meisten Leute wahrscheinlich noch nicht einmal gehoert haben?


    Die geringe Verbreitung einfach nur auf die "schlechten GUIs" zu schieben, ist fuer mich nicht die Erklaerung dessen. Erstens sind sie nicht schlecht, nur anders, und selbst wenn sie exakt gleich waeren wie bei Windows, wuerden sich die Leute doch trotzdem fragen, warum sie umsteigen sollten (sofern sie sich ueberhaupt dessen bewusst waeren, dass es noch was anderes da draussen gaebe, was sogar kostenlos ist).


    Wie ich weiter vorne schon sagte, die Gamer koennte man kriegen. Es muessten "nur" die Top-Spiele auch auf Linux erscheinen, statt nur einer handvoll, und diese muessten unter Linux schneller und stabiler laufen. Das wuerde sich schnell rumsprechen, und dann waere - wie so oft - das Thema Gaming wiedermal der Treiber. Wenn dann Microsoft noch schoen Werbung fuer sein Office365 macht, welches ja eh im Browser laeuft, dann haetten auch Business-User immer weniger Grund, bei Windows zu bleiben.


    ---


    Noch eine kleine Sache, die ich vorhin gelesen habe: Anscheinend werden 90% der Special Effects in Hollywood auf Linux-Rechnern gemacht. Los ging es bereits 1997 mit Titanic. Auch eine interessante Nutzung von Linux, die mir so nicht bewusst war. Andererseits waren das ja auch in den 80ern meist Unix-Workstations, von daher nicht verwunderlich. Ich haette jetzt vielleicht faelschlicherweise an Apple gedacht.