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Monitor 1901 nach 15 Jahren wieder einschalten

  • Nach langer Zeit, Umzug und neuem Bastelkeller möchte ich demnächst meine alten Commodore Schätze mal wieder einschalten:mein alter C128 D für 399 DM bei Karstadt gekauft, vom Wertstoffhof mitgenommener C64, auf eBay für 15 EUR ersteigerte C64 (als es sie noch für wenig Geld gab) und meinen 1901 Monitor mit Scart Anschluß.

    Bevor ich die Geräte jedoch einfach einschalte, frage ich hier lieber, was sinnvoll ist. Ich denke, dass der Monitor nach so langer Zeit entladen ist und ich den Netzschalter Kondensator auf jeden Fall im Vorfeld tauschen sollte. Zur Sicherheit entlade ich das Teil dennoch. Recappen anderer Bauteile ist ja vielleicht ja nicht so schlau wie ich hier einmal gelesen habe. Ist es so?

    Was sollte ich am Blechdiesel kontrollieren?
    Ersa Lötstation, Entlötstation, Heißluftlötkolben, Mikroskop etc. und gute Löterfahrungen vorhanden. Meinen 20 MHz Hameg muß ich mal neue Messleitungen spendieren. Der wartet auch auf Einsatz.

  • Monitor:

    Sichtprüfung auf marode Lötstellen und ausgelaufene/geblähte Elkos.

    Regelbarer Trenntrafo ist Luxus, wäre hier evtl. schön zu haben.

    Damit könnte man die Versorgungsspannung langsam hochfahren und dabei die Stromaufnahme beobachten,

    um so Fehler zu erkennen, bevor selbige durch Rauchzeichen auf sich aufmerksam machen. ;)

    Evtl. einfach eine Glühlampe in Reihe zur Versorgungsspannung schalten.

    Ich habe dafür eine "Verlängerungsschnur" zerlegt und eine Lampenfassung zwischengeschaltet,

    wodurch sich die am Testgerät anliegende Spannung reduziert.

    ACHTUNG:

    Hier geht´s um Netzspannung=Lebensgefahr!

    Trenntrafo, FI-Schutzschalter sind hier ebenfalls angeraten!

    Obige Vorgehensweise wird gerne bei alten Röhrengeräten (nicht Bildröhre, sondern statt Tranistoren!) angewendet,

    damit entladene/kurzgeschlossene Elkos nicht das Gerät unweigerlich zerstören (Transformatoren).


    Bei den Rechnern sollten die Spannungen des Netzteils vor Anschluss des Rechners geprüft werden,

    ggf. ebenfalls Sichtprüfung - oder gleich gegen ein modernes Netzteil tauschen. ;)

  • Bei den alten Linearnetzteilen des C64 könnte es zu Überspannung kommen durch defekten oder bald defekt werdenden 5V Regler. Das verkraftet meist einer der RAM Chips am Schlechtesten und "opfert" sich dann für den Rest durch so hohe Stromaufnahme, dass die Spannung wieder auf erträgliche Werte sinkt... (aber natürlich defekt ist und repariert/ersetzt werden muss, ansonsten bekommt man auch den C64 nicht mehr fertig repariert...)


    Kann aber auch mehr kaputtgehen, d.h. würde ich die Ausgangsspannung zumindest mal messen und falls alle noch ok, das Netzteil nehmen (Wenn Du mehrere hast), das optisch noch am Fittesten aussieht oder am Jüngsten ist, denn Elektronik stirbt je früher desto "heisser" sie lebte, manche "Türkeile" sehen schon optisch so aus, als wären sie kurz vorm Schmelzen gewesen...


    Beim C128D ist immerhin ein Schaltnetzteil verbaut, das kann zwar massiv Ärger machen, aber Fälle von zu hoher Spannung am Ausgang sind eher selten. Schaltnetzteile sind aber nix für mal so nebenbei reparieren, schon gar nicht, wenn sie nicht anlaufen, denn dann bleibt der primäre Ladeelko geladen und der hat genug Energie für nen potentiell tödlichen Schlag!


    Dieser Elko geht auch gern mal kaputt, ebenso die sekundären Glättelkos, und natürlich die Leistungsdioden und Transistoren. ( die sog. Zementwiderstände, das sind so weiße, rechteckige, relativ große, meist niederohmige Widerstände sind auch ein Geheimtipp, wenn so ein altes Schaltnetzteil nicht mehr ordentlich läuft: die werden gern etwas hochohmiger als sie sein sollten und dann schaltet das Netzteil (teils auch sporadisch) ab oder liefert zu wenig Leistung...)


    Im Netzfilter sind auch noch die X2-Kondensatoren kritisch, aber die hörst Du dann, wenn sie durchknallen, mehr als FI oder Sicherung raus passiert da aber nicht (es sei denn, Du schaust aus der Nähe zu, die fliegen gut!) oder fackelst Dir durch unbeaufsichtigten Betrieb die Bude ab...


    Also raus mit dem Zeugs, ist nur Pfennigware!


    Beim Monitor gleiches Spiel mit dem Netzfilter, aber dann wirds unübersichtlich... Angst vor Restladung brauchst Du nach Jahren keine mehr zu haben, solange beim Ausschalten eines Röhren-TV oder -Monitors KEIN Einbrennfleck oder sich aufweitender heller Fleck erscheint, funktioniert auch die Entladeschaltung und dann ist dort schon nach ein paar Stunden spätestens alles safe. Man spürt die Restladung ja auch elektrostatisch am Glas aussen und solange man den HV-Stecker an der Röhre in Frieden lässt, kommt man dort eh nicht ran.


    Schlimmer ist da schon, wie auch oben erwähnt, wenn der Monitor gar nicht startet, denn dann bleibt der primäre Ladeelko voll geladen, da herrscht dann beim Berühren akute Lebensgefahr, aber am Besten immer die Elkos mit einem 10k/2W Widerstand entladen, nicht "funkend" mit einem Stück Draht, das schädigt die Elkos!



    Grundsätzlich gefährdet für Defekte durch Lagerung sind übrigens Geräte, die ständig feucht und sehr kühl (also unter 12°C) lagerten oder im Wechsel (Schuppen, Fertiggarage etc) mal heiß mal kalt, mal feucht mal trocken abbekommen haben.


    Denn die Feuchte führt zu Oxidation und bei unter 12°C beginnt auch beim verbleiten Lot die Gefahr der Zinnpest, d.h. die Lötungen fangen an zu zerbröseln!

    Das ist ohne komplettes Nachlöten nicht in den Griff zu bekommen und Feuchtigkeit kann selbst in Bauteile wie Chips eindringen und dort wieder Oxidationsvorgänge auslösen...


    Meiner Erfahrung nach sind aber spätere Generationen von Geräten aus den 1990ern stärker gefährdet als die doch noch mechanisch recht groß bauenden Geräte der 80er.

    Richtig schlimm wirds zukünftig mit den Bleifrei-Shice ab 2006, da ist teils nach 12 Jahren schon die Zinnpest dran... Und da die Strukturen immer kleiner werden, trifft es auch die Chips eher häufiger und natürlich steigt auch die statistische Chance auf einen Defekt mit der Anzahl der Einzelelemente an...

  • Beim cevi würde ich zunächst mit einem "neuen" bzw. einwandfreien Netzteil starten.


    Beim c128d die Elkos auf dem Netzteil tauschen. Selbst wenn der anspringt platzen die wahrscheinlich eh nach ein paar Minuten Betrieb und reissen im schlimmsten Fall was vom Board mit.

  • Puh, ich habe hier auch noch 2 alte, selber nie benutzte Fernseher aus den 80ern, habe mich noch nicht so recht getraut, die mal einzuschalten. Keine Ahnung wann der Vorbesitzer sie zuletzt in Betrieb hatte.

    Netzstecker raus und ein paar Stunden warten, dann Rückwand ab, Chassis rausklappen und IM FREIEN bei trockenem Wetter (Gattin und Nachbarn vorwarnen, dass es gleich staubt!) mit Kompressor oder Druckluftdose ausblasen. Dabei ne Ausblaspistole aus Metall verwenden, bei der Dose mit einem Finger ans blanke Metall, damit keine statischen Ladungen entstehen. Sehr kritisch sind da auch die Plastik-"Schnüffelstücke" von Staubsaugern, die ganz vorne halten, damit da kein Funke auf die Elektronik springen kann...


    Danach wieder zusammenbauen und in der Wohnung akklimatisieren lassen. (bei möglichst trockener Luft...)


    Dann einschalten. Wenns kracht und stinkt, dann Stecker raus, Fenster auf und Rückwand ab, und schaun (NUR SCHAUEN MIT AUGEN, NIX FINGER! :whistling::saint:) wo es herkam...

    Aber in 95% der Fälle wird das Teil dann anstandslos tun.


    Unbeaufsichtigt laufen sollte so ein älterer TV allerdings NIE, auch damals schon nicht, die können auch mal spontan anfangen zu brennen!


    Staubfrei innen drin ist die eine Absicherung gg. solch Unbill, das Erneuern der Elkos die andere Maßnahme, aber auch danach NIE unbeaufsichtigt laufen lassen!

    Ob sich die Erneuerung lohnt, das kann man dann ja am Bild schon grob festmachen, es gibt allerdings auch ein paar BILD-Fehler, die von den Elkos selbst verursacht werden und "schlimmer" aussehen, als sie sind...


    Viel Spass und Erfolg!


    Es gab und gibt (antiquarisch) gute Bildfehler"Fibeln" für die TV-Geräte, da kann man schon mal viel lernen und den Fehler eingrenzen mit, aber ist teils recht technisch geschrieben und auch (da damals alle Farbfotos als Block gedruckt wurden) unübersichtlich... Hab aber noch kein PDF gefunden, das sich mit dem Thema beschäftigen würde und/oder gar das Manko beheben...

  • Ruudi gab den Tipp "Erst Rückwand drauf, dann Einschalten".

    Meine Empfehlung: Stück Plexiglas/transparentes PVC als Gesichtsschutz nehmen,

    ggf. tut´s auch ein Schutzvisier (Motorradhelm) und hochschliessende Baumwollkleidung.

    Ich spreche hier aus eigener Erfahrung:

    Altes Röhrenradio in Betrieb genommen, natürlich ohne Rückwwand, damit ich sehe,

    ob die Röhren alle glühen (heizen) oder ob´s irgendwo kokelt.

    Dabei explodierte ein "Bonbon"-Kondensator, vergleichbar mit einem Silvesterknaller.

    Danach habe ich nur noch mit einem Stück Plexiglas beobachtet!


    Andreas

  • Auch die Elkos im C128 Netzteil tauschen

    Bei der Gelegenheit auch gleich die 5V prüfen/neu einstellen. Das Netzteil hat dafür ein Poti.

    Der 128er reagiert schon mal zickig wenn da die Spannung nicht stimmt.



    Gehen 7805 und andere Soannungsregler echt irgendwann kaputt?

    Die alten C64 Netzteile (Elefantenfüße und Backsteine) gehen schon mal ganz gerne kaputt.

    Da ist sonst auch kaum was drinne.... Trafo, vier Gleichrichterdioden, ein Spannungsregler, zwei Kondensatoren und ein Widerstand.

    Meist zerlegt es halt den Spannungsregler.


    Gruß, Gerd

  • Ich bin da bisher immer schmerzfrei ran.Schutzbrille auf,Feuerlöscher in der Hand und ab geht die Lucie. Bisher nie etwas passiert.:D:thumbsup:

  • 😄👍 Ein Mann muß tun, was ein Mann tun muss !