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Gab es reine Pixel-Art als digitale Volkskunst der 80er/90er ?

  • Grafik war und ist natürlich immer ein wichtiger Bestandteil der Demo Szene gewesen. Und natürlich war auch Spielegrafik oder Demo-Bilder von Grafikprogrammen weit verbreitet.


    Aber was mich interessiert: gab es 8-Bit und 16-Bit "Pixel-Art" Grafik schon als ein eigenständiges (digitales) Medium in den 80ern oder 90ern?

    Wurden also Bilder für Homecomputer über DFÜ oder "Public Domain" Disketten verbreitet?

    Ich meine Bilder im Sinne von für sich stehende graphische Kunstwerke, eben nicht als Teil von Demos, Spielen, Programmen.


    Zumindest auf dem Amiga war ja die Pixelei mit Deluxe Paint und Co. ein verbreitetes Hobby. Dazu noch Video-Digitizer und 3D Raytracing.

    Im Amiga Magazin gab es immer wieder "Malwettbewerbe". Und später hat das Magazin auch solche Bilder über CD-ROMs verteilt.

    Auch im Aminet gibt es natürlich Bilder.


    Aber vor CD-ROM und Aminet gab es vorwiegend PD-Disks (z.B. Fish-Disks) und DFÜ/BBS etc.

    Ich erinnere mich an einige Fish-Disks mit digitalisierten HAM Bildern (also Fotos), würde das aber noch nicht als "Pixel-Art" sehen.


    Kann sich jemand erinnern, ob es auch PD-Serien gab, die häufiger mal Selbst-Gepixeltes verbreitet haben?

    Auch für Atari ST, C64 und andere Plattformen?

  • Also in den Zeiten VOR dem Internet gab es in vielen BBS Systemen in denen ich unterwegs war fast immer eine eigene Rubrik für gepixelte Bilder wo mitunter richtige Battles entstanden wer denn ein bestimmtes Motiv besser/schneller/schöner umgesetzt hat usw .... Das bezieht sich hier allerdings auf die Zeit ab 1990, vorher war ich leider noch nicht online und kann das nicht beurteilen ;) :D

  • Also in den Zeiten VOR dem Internet gab es in vielen BBS Systemen in denen ich unterwegs war fast immer eine eigene Rubrik für gepixelte Bilder wo mitunter richtige Battles entstanden wer denn ein bestimmtes Motiv besser/schneller/schöner umgesetzt hat usw .... Das bezieht sich hier allerdings auf die Zeit ab 1990, vorher war ich leider noch nicht online und kann das nicht beurteilen ;) :D

    Also etliche Jahre vorher, als ich mit dem C64 online war, mit unglaublichen 300 Baud, war an einen regen Austausch von Bildern bei dem Tempo gar nicht zu denken - insbesondere bei den Telefonkosten allein schon für Ortsgespräche.

    Als Gag hatte mal ein Sysop Werbung in der Mailbox über Bilder angekündigt, die runtergeladen werden sollten. Natürlich daaamals™ nur Spaß - aber sehr vorausschauend :D


    In der Regel Bezog sich der Austausch von Pixelart eher über Demos, die man vor Ort kopierte. Wobei "Art" sich oft eher auf Scans Bezog - Videoscan oder durch das Umfunktionieren von nem Drucker(Kopf) zum Scanner (Scanneinheit wurde am Druckkopf befestigt), der ganz gute Ergebnisse brachte.


    Ob diese Pixel-Art aus der BBS Zeit irgendwo überlebt hat?

    Sonst einfach mal in ner BBS nachschauen - z.B. hier - muss gleich los bzw kann es gerade nicht selbst erledigen ;)


  • Aber was mich interessiert: gab es 8-Bit und 16-Bit "Pixel-Art" Grafik schon als ein eigenständiges (digitales) Medium in den 80ern oder 90ern?

    Wurden also Bilder für Homecomputer über DFÜ oder "Public Domain" Disketten verbreitet?

    Tja, was sind 8 oder 16 bit?

    Für MS-DOS in der BBS-Szene ganz klar ANSI-Art. Da gab es eine Myriade aktive Gruppen mit regelmäßigen Releases und wirklich begnadeten Künstlern.


    z.B. chronologisch und nach Namen nachschlagbar in ANSI-Art-Sammlungen wie https://16colo.rs/

  • In den 80ern gab es Koala Painter, Paint Magic, Blazing paddles und andere. Als Hobby malen und Pixeln gab es auf jeden Fall, und 1986 war ein Grafik-Wettbewerb in der 64er mit einigen ziemlich guten Grafiken. Aber davon ab?


    - Zwar hatte 1985 fast jeder einen 64er, und auf dem Schulhof wurden viele Spiele getauscht, aber sowas wie eine Szene für eigene Werke war nicht so verbreitet. Die allermeisten haben ein bisschen gezockt, aber die allermeisten hatten auch andere Hobbys und waren nicht am Computer kreativ.

    - Die 64er war lange der einzige Zugang zu einer Art Szene, und darüber wurden ja nun keine Kontakte geknüpft, von Tanja Nolte-Berndel abgesehen.

    - Mitte/Ende der 80er habe ich mit wachsender Begeisterung selber gepixelt und gerippt und hab Grafiken gesammelt. Stonysoft PD-Disketten waren verfügbar, und ich glaube ich war nicht der erste, der Bildersammlungen erstellt hat.

    - Bild am Bildschirm anzeigen war zu der Zeit schon eine "Demo", bisschen Musik dabei, vielleicht noch ein paar Sprites. Ich denke, das dürfte dem schon nahe kommen, was Du suchst.

    - Davon ab: Porno-Slideshows. Blue movie, Girls they want to have fun und so...

  • Bin neugierig ob Fidonet dazu bzw. davon noch Informationen hat.

    Alle Nodelisten sind online durchsuchbar. Neue Nodes sind immer noch herzlich willkommen, aber ehrlich gesagt ist es heute irgendwie zwecklos. Das letzte Mal habe ich meinen vor 3 Jahren errichteten Point wohl vor einem Jahr gepollt. Ich wüsste heute zudem auch nicht, wofür man noch die hierarchische Struktur bräuchte. Eher ist es ein Funktionshindernis. Mein Uplink ist der ZC/IC in Belgien, und wenn ich deutsche Echos bestelle, dann funktioniert das gelegentlich über Areafix, aber oft auch nur manuell. Für internationale Echos wäre es bei einem deutschen Uplink wohl ähnlich.

  • Fidonet? Wat'n'dat? Ein Mirror für BBS Systeme?


    Ich habe erst auf dem Amiga mit dem Rumgepixel angefangen. Was auf C64 und DOS da abging, hab ich gar nicht mitbekommen. BBS genauso wenig. Für den Amiga gab es aber gefühlt tausend PD-Disk Serien. Auch für bestimmte Themen (Modula2/Oberon). Evtl. hätte es ja eine geben können, die sich mehr auf Grafik spezialisierte.

  • Fidonet? Wat'n'dat? Ein Mirror für BBS Systeme?

    Nee! :emojiSmiley-23:

    Ein weltweites BBS-Netzwerk, das schon vor Internet-Zeiten e-Mail ("Netmail") und öffentliche Diskussionsgruppen ("Echomail") bereitgestellt hat.

    Vollmitglieder ("Nodes") hatten mindestens zu einer bestimmten Zeit online zu sein ("Zone Mail Hour"), um direkte Mailzustellung zu ermöglichen ("Crashmail").

    Reguläres Routing war hierarchisch. Nodes waren für das Treiben ihrer Nutzer (BBS-Nutzer und sog. Pointuser) verantwortlich.

  • - Zwar hatte 1985 fast jeder einen 64er, und auf dem Schulhof wurden viele Spiele getauscht, aber sowas wie eine Szene für eigene Werke war nicht so verbreitet. Die allermeisten haben ein bisschen gezockt, aber die allermeisten hatten auch andere Hobbys und waren nicht am Computer kreativ.

    Also kreativ waren in meiner Clique/meinem Umfeld so ziemlich alle - ob das jetzt alles so das Prädikat besonders wertvoll verdient sei mal dahingestellt :D

    Ich kenne es tatsächlich so, dass so ziemlich jeder etwas rumgepixelt und/oder gecodet hat/kreativ war ( mehr oder weniger gut *g*). Und sei es irgendein mülliger Videoscan + feuchtfröhlicher Sample.


    Der Verbreitungsweg für die Ergüsse war dann in der Mitte der 1980s nicht die Mailbox (s.o.), sondern das reine direkte Kopieren bis die Floppy glüht. Da war natürlich praktisch, wenn auf den Disks sonst die neusten äh - Sicherheitskopien waren, so dass man den eigenen Crap/die Demos mit unterbringen konnte. Zu meinem großen Erstaunen hat copy me I want to travel so bei fast allem Kram von mir bis heute nach CSDB gelangt, ohne dass ich dort nur ein einziges File selbst hochgeladen habe *g*


    Fidonet? Wat'n'dat? Ein Mirror für BBS Systeme?

    Hui - das digitale Vergessen (oder noch nicht auf der Welt?) fängt an.

    2400 (nicht Baud *g*) - Internet? Wat'n'dat? :D

  • Hui - das digitale Vergessen (oder noch nicht auf der Welt?) fängt an.

    Definitiv!


    Ich überspiel' mir gerade was für den Walkman auf Kassette, selbst das muss man üben, stelle ich fest. ;-)

  • Hui - das digitale Vergessen (oder noch nicht auf der Welt?) fängt an.

    Definitiv!

    Wobei das digitale Vergessen wohl eher meint, dass man die alten Datenträger nicht mehr lesen kann. Einmal durch den Zahn der Zeit (Lesefehler, haben wir bei unseren 5 1/4 Floppys zum Glück kaum), und dann aber auch mangels passender Lesegeräte bzw Laufwerke, etc.

    Wer Fido nicht (mehr?) kennt hat also eher ein analoges Vergessen (oder gar nicht erst Wissen) *g*


    Ich überspiel' mir gerade was für den Walkman auf Kassette, selbst das muss man üben, stelle ich fest. ;-)


    :D


    Was mir noch zur Frage des Threaderstellers einfällt - auf CSDB kann man die Suche ziemlich gut nach Jahren eingrenzen.

    Vielleicht einfach mal für die C64-Pixel-Szene so in einem bestimmten Zeitrahmen daaamals™ nach Releases suchen.

    Die richtig guten Sachen hatte dann eigentlich so ziemlich jeder auf seinen Disks - was man dann aus heutiger Sicht durchaus als digitale Volkskunst bezeichnen kann. Wobei es daaamals™ natürlich besonders schwer war wirklich guten Stuff zu zaubern (ok heute wird durch diverse Tools auch nicht jeder gleich zum begnadeten Pixel Artist - wenn wirklich gepixelt wird).

  • Guter Tip mit CSDB.

    Ich habs selbst noch nicht getestet. Sind die Suchfilter dort dafür brauchbar?

    Wenn man soll will hatte die Volkskunst (so haben wir es daaamals™ natürlich noch nicht gesehen) in der Mitte der 1980s meist das Format eines Prgs, was sofort startfähig war - so wie die Killerdrive. Also einfach ein ohne weiteres ladebares Pic.

    Oder natürlich die üblichen Demos, wo sie eingebettet waren. Aber ein einfaches Pic anzuzeigen bekam eigentlich jeder hin.

    Hier und da wurde es dann noch "verbessert" und/oder ein fremdes Bild gehijacked - und z.B. mit (Voicemaster) Sample geupgraded (s.o.) :D - o.ä. *g*


    Es gab auch mal eine Website zu C64 Pixelart, aber die war irgendwann tot. :-(

    Vielleicht findet man da noch was mit ner Wayback Machine?

  • Vielleicht findet man da noch was mit ner Wayback Machine?

    Da gibt's inzwischen einen guten Ersatz: Tom's Retro Gallery. Kann man nach Release-Jahr filtern.


    Arndt

    Danke. Die ist super. Vor allem auch für andere Systeme.

    Für den Amiga kenne ich halt das "Amiga Graphics Archive": https://amiga.lychesis.net/