Instandsetzung eines IBM 5150 mit Monitor 5151

Es gibt 173 Antworten in diesem Thema, welches 24.552 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (21. November 2021 um 19:17) ist von Schmitti.

  • Heute ist der neue Mikroschalter angekommen, ich habe ihn eingebaut und die Floppy als Einzelfloppy am Ende des Flachbandkabels installiert (Terminator gesetzt). Leider bootet die Floppy nach wie vor nicht (DOS 4.01). Allerdings macht sie jetzt keinen "Dauerläufer" mehr, sondern sie läuft beim Hochfahren kurz an, dann kommt der Beep, dann läuft sie wieder ca. 3 Sekunden und bleibt stehen und es kommt die Basic Einschaltmeldung. Dabei macht die Floppy jetzt so ein Rattergeräusch, ähnlich wie die 1541 beim Formatieren, nur schneller. Vielleicht hat das etwas mit der Position des Trach 0 - Mikroschalters zu tun. Der ist in einem Langloch befestigt, man kann seine Position verstellen. Ich muss mal nachlesen, vielleicht hängt das damit zusammen.

  • Ja, die Floppy findet keinen Boot-record auf dem über die Pos. des Schalters def. Track0.

    Musst du durch try&error abgleichen oder aber mit Oszi und ein paar Tastern für die Track up&down Anschlüsse und ner LED am Track0 Ausgang und eben möglichst guter Diskette im Laufwerk einstellen.

    Ist aber kein Hexenwerk, Floppies sind eher Grobmechanik :wink:

  • Danke für die Hinweise. Ich werde mal die Position der Schraube in dem Langloch bei dem anderen Laufwerk fotografieren und das als Anhaltspunkt für die Einstellung des neuen Mikroschalters nehmen - vielleicht passt das ja.

    Hier ein Foto:

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    Halb links sieht man die Einstellschraube für die Höhe des Mikroschalters mit dem Langloch. Der Mikroschalter ist somit auf einer Kreisbahn schwenkbar, die Achse bildet die Schraube, die ganz rechts im Bild noch ansatzweise erkennbar ist. Oben ragt der weiße Mikroschalter mit dem grünen Taster schräg heraus. An der höchsten Stelle ragt das Gehäuse des Mikroschalters exakt 3.0mm über das Messingblech hinaus. Das werde ich versuchen, bei dem anderen Laufwerk genauso einzustellen.

  • Ich habe den Mikroschalter jetzt mechanisch möglichst genauso eingestellt wie bei dem anderen "Referenzlaufwerk". Leider hat das nichts gebracht. Möglicherweise hat der neue Mikroschalter einen anderen "Schaltpunkt", sodass das nicht 1:1 übertragen werden kann.

  • Ich habe den Mikroschalter jetzt mechanisch möglichst genauso eingestellt wie bei dem anderen "Referenzlaufwerk". Leider hat das nichts gebracht. Möglicherweise hat der neue Mikroschalter einen anderen "Schaltpunkt", sodass das nicht 1:1 übertragen werden kann.

    Ja, das hatte ich befürchtet, es geht sogar noch weiter: manche dieser Schalter haben zwar eine recht definierte Auslösekraft, aber eben keinen sonderlich präzisen Auslöseweg, d.h. kann es dann sein, dass sich mit einem solchen Schalter das Laufwerk nur sporadisch nutzen lässt, oder ständig nachgestellt werden will...

    Welcher Hersteller, Typ und "Preisklasse" ist denn der hübsch bunte, den Du da eingebaut hast?

  • Der neue Mikroschalter ist von Cherry, Typ D419-V3AA (Ebay Auktion 224024670219). Das Foto im PostBitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. zeigt den originalen Schalter im anderen Laufwerk (der "defekte" im jetzt nicht funktionierenden Laufwerk ist identisch). Der neue Taster schaltet gefühlt ein klein wenig "härter" als der alte. Ich werde jetzt versuchen den alten Mikroschalter mit reichlich Tunerspray wiederzubeleben und diesen wieder einzubauen.

  • So ich kann einen Erfolg vermelden: Ich habe den alten Mikroschalter gereinigt und nach der Vorlage des (identischen) Mikroschalters in dem anderen Laufwerk wieder eingebaut und ...... das Laufwerk bootet DOS 4.01 ! :ChPeace

    Der Kauf des neuen Mikroschalters war also etwas übereilt - jedenfalls war der nicht ganz einfache Aus- und Einbau des Mikroschalters erforderlich, um den Mikroschalter mit Tunerspray zu "fluten".

    Als nächstes soll der IBM eine Festplatte erhalten - jedoch keine "schwere alte", sondern ein XT-IDE Laufwerk mit CF-Karte. Das ist hier beschrieben:

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    Ich habe so etwas bereits erfolgreich für den Commodore PC20-III nachgebaut:

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    Auf der 128MB CF-Karte ist bereits eine funktionierende DOS-Installation für den Commodore-PC. Mal sehen ob das so 1:1 im IBM PC läuft. Im Moment kann ich es noch nicht probieren, da mir ein Molex-Y-Adapter für den Stromstecker fehlt. Der 5150 hat am Netzteil ja nur 2 Stromstecker, welche für die beiden Floppies benötigt werden.

  • An sich wäre als Festplatte eine im Formfaktor 5,25" passend.

    Das stimmt natürlich, aber die HDD müsste ich erst besorgen (nebst Controllerkarte) und dann dafür eine Floppy rauswerfen. So sieht der IBM von außen original aus und hat trotzdem ein CF-Drive.

  • Dann lass doch einfach eine der Floppies mal weg, ist doch schnell umkonfiguriert resp. lass ihn halt beim Einschalten über die tote B: Floppy mosern, hat davor ja auch nicht gestört, oder?

    Gratulation zur erfolgreichen Instandsetzung der Floppy! Würde an Deiner Stelle aber noch mit dem Oszi oder nem passenden Testprogramm (mir fällt aber grad nur was für die 1541 ein...) die Spurlage überprüfen, oder unterbrich den Schreibschutzschalter, damit Du jedenfalls nicht versehentlich mit der Floppy Schreibzugriffe oder gar Formatierungen durchführst, das könnte zu Datenverlust führen!

    Wie schon geschrieben, ich aktiviere dazu völlig ohne angeschlossenen PC einfach die notwendigen Steuerleitungen für Lesen und lasse das Laufwerk den Spur-0 Schalter auslösen, sobald der auslöst, schau ich mir die Amplitude und Wellenform des Lesesignals an. Wenn das suboptimal erscheint, dann verstelle ich den Schalter leicht in eine Richtung und steppe (nach kurzer Stromunterbrechung) erneut bis zum inneren Anschlag und wieder zurück, bis das Spur-0 Signal kommt und schaue mir die Wellenform dann an. Das ganze Spiel solange, bis ich einigermaßen das Maximum getroffen habe. Natürlich muss DAVOR die Spur0 schon lesbar sein, d.h. die Floppy booten. Ansonsten stellt man es eventuell auf Spur 1 ein oder gar auf die Rückseite (die etwas vesetzt aufgezeichnet wird...)

    Das Alles lässt sich mit nem passenden Programm natürlich vermeiden, aber die meisten Systeme, für die ich noch Floppies benötige sind sehr exotisch und da hat man mit Bordmitteln nicht so die große Chance, daher der Universaladapter für Shugart. Hab so was Ähnliches (in professionellem Koffer und mit Plasma-Display) auch für SCSI und ESDI-Platten, um diese so richtig auf low level justieren und gegebenenfalls auch auslesen zu können... Waren damals richtig teure "Spielzeuge" ;-/

  • An sich wäre als Festplatte eine im Formfaktor 5,25" passend.

    In einen IBM 5150 gehört einfach keine Platte... zwei Floppies und gut... bin mir nicht mal sicher, ob das Netzteil diese befeuern kann. Ab IBM 5160 muss natürlich so ein Monster rein. Klingt herrlich, wenn das Teil anläuft :D.

    Lieber einen Commodore in der Hand als ein Atari auf dem Dach

  • Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. hat sich jemand bereits erfolgreich an einer Restaurierung versucht und das auch super dokumentiert. Vielleicht ist ja ein Hinweis dabei, der weiterhilft.

  • In einen IBM 5150 gehört einfach keine Platte... zwei Floppies und gut... bin mir nicht mal sicher, ob das Netzteil diese befeuern kann. Ab IBM 5160 muss natürlich so ein Monster rein. Klingt herrlich, wenn das Teil anläuft :D.

    Ich glaube das Netzteil wäre stark genug, es ist ein "Schrack" Netzteil mit 130 Watt Leistung (was in den 5160 gehört). Wahrscheinlich wurde das originale 63 Watt - Netzteil ausgetauscht, als eine I/O-Karte und vor allem eine Ram-Karte eingebaut wurden (so habe ich den Rechner gekauft). Es handelt sich um folgende Karten:

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    MICROFORCE PLB-30: Das ist eine Ram Karte mit 4x64 = 256KB RAM mit 36 x OKI 3764

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    Diese "I/O-880" Karte ist offenbar eine serielle Karte mit 2 x COM und einem Printerport.

  • An sich wäre als Festplatte eine im Formfaktor 5,25" passend.

    In einen IBM 5150 gehört einfach keine Platte... zwei Floppies und gut... bin mir nicht mal sicher, ob das Netzteil diese befeuern kann. Ab IBM 5160 muss natürlich so ein Monster rein. Klingt herrlich, wenn das Teil anläuft :D.

    Ich finde doch. Auch im PC 10-II machen sich zwei 5,25"-Festplatten einfach klasse. Die Diskettenlaufwerke bleiben natürlich zusätzlich drin. Man kann die Festlatte bei Platzproblemen auch in ein externes Gehäuse verfrachten. Auch Diskettenlaufwerke können in ein externes Gehäuse gebaut werden.

    Eine Festplatte in solch einem Rechner ist einfach fein, selbst wenn es nur eine mit 5 oder 10 MB wäre.

  • Tja, das ist wohl Glaubenssache mit der HDD, hängt wohl auch damit zusammen, wie man persönlich mit den PCs damals in Berührung kam...

    Somit gehöre ich eindeutig in die HDD-Ecke, mein erster PC war 1989 eine gebrauchte M24 von Olivetti und hatte zwei Platten, eine ST225 (5.25" einfache Bauhöhe, 20MB MFM) und eine sog. Filecard, also eine lange 8bit-Steckkarte mit RLL-Controller und daran montierter 30MB 3.5" Platte (doppelte Bauhöhe aus heutiger Sicht, also genauso hoch wie die ST225). Die M24 hat einen 8086-8MHz Prozessor und neben den 8-Bit Slots nach IBM Norm auch eigene, proprietäre 16Bit Slots, konnte auch mit Z8001 Prozessorkarte geordert werden!

    Beide Platten zusammen und der 220V(!) Netzteillüfter verursachten einen Höllenlärm, aber: erstmals hatte man alles in einer Kiste und an einem Platz, Disketten dienten nur noch zur Installation oder Datensicherung, aber wurden nicht kaputt genudelt, ebenso die Laufwerke. Und die Kiste war richtig schnell, sogar Win 3.0 konnte man damit noch sinnvoll nutzen! Allerdings fand ich Geworks deutlich fortschrittlicher und besser, nicht zuletzt druckte das auch auf 9Nadlern in NLQ und hatte WYSIWIG in allen Anwendungen...

    OT: bei PC/Geoworks blieb ich bis ca. 1994 zum Eigengebrauch, aber schon 1998 kam das Revival, als just dieses System (mit einer 386sl CPU) im damals revolutionären Nokia Communicator steckte. Leider wechselte Nokia schon mit dem erste farbigen "Commi" 9210 auf Symbian... Habe in 25 Jahren nun das 4. Handy im (beruflich stets intensiven!) Gebrauch: einen 9300i Commi von 2007. (davor: 1996:2110i (aus Auto geraubt 1999) 9110i, 2002: 9210i) Das nennt sich Nachhaltigkeit, nur leider hat diese Qualität Nokia nicht so gut getan, wie wir alle wissen...

  • Tja, das ist wohl Glaubenssache mit der HDD, hängt wohl auch damit zusammen, wie man persönlich mit den PCs damals in Berührung kam...

    eine lange 8bit-Steckkarte mit RLL-Controller und daran montierter 30MB 3.5" Platte (doppelte Bauhöhe aus heutiger Sicht, also genauso hoch wie die ST225)

    Klar, der eine so, der andere anders. Ich finde, die alten HDD's haben einfach was, also super.

    Die doppelte Bauhöhe dürften dann aber nur 1,6" gewesen sein. Höhere 3,5"-Festplatten kenne ich jetzt nicht. Spannend ist auch eine 5,25"-Festplatte in voller Bauhöhe. Sind allerdings heute eher selten anzutreffen. Neu gibt es die auch schon länger nicht mehr. Vermutlich war der mechanische Aufbau und der Aufwand bei der Präzision zu teuer im Vergleich zu den 3,5"-Festplatten.

  • In meinem 1992 erworbenen 5160 tut eine solche 5.25" 10 MB mit voller Bauhöhe bis heute Dienst. Zu dieser Zeit hatte ich auch eine ST4096 (mit satten 80MB !) in diesem Formfaktor, aber die lief zuletzt nur noch im Kühlschrank und machte Geräusche wie eine Flex auf Granit...

    Die hab ich leider ausgeschlachtet und mich an den starken Magneten erfreut, heute würde ich mich am stattlichen Preis selbst für defekte Exemplare erfreuen...

    Aber Seagate ist langweilig, die gibt es ja noch...

    Interessant finde ich, wer in den 1980ern so alles Festplatten gefertigt hatte: Fast alle damals großen IT-Hersteller: Nixdorf, Wang, Bull, DEC, IBM, Olivetti, HP, Toshiba, Sanyo, Siemens, Fujitsu, ja sogar Apple versuchte sich mal an ner eigenen Festplatte, dazu einige Namen, die heute nur noch Wenigen etwas sagen dürften wie Kalok, Miniscribe, Priam, Rodime oder Tandon oder auch Firmen, von denen man das heute nicht mehr erwarten würde wie Citizen Watch, Epson oder BASF.

    Die bisher vollständigste Liste mit über 200 Herstellern habe ich hier gefunden:

    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

  • Klasse, mit Deiner 10 MB Festplatte. Sowas finde ich toll, wenn jemand sowas noch am laufen hat. Seagate sehe ich gemischt. Einige Festplatten von denen sind wirklich gut. Im Serverbereich haben die auch schon immer mitgemischt und die Festplatten taugen auch was. Die ST4096 finde ich auch gut. Auch wenn es die im Verhältnis zu anderen eher häufig gibt. Das vergleichbare Modell von BASF ist eher selten.

    Aus der Seagate Reihe sind meiner Erfahrung nach die zugekauften WREN-Modelle recht selten.

  • Ja die BASF... Vor kurzem war eine in der Bucht, ich habe mit mir gerungen... Aber letztlich Jemand Anderes die Freude daran gelassen...

    Wobei es schon schön wäre, von jeder der ca. 50 Hersteller von Platten mit 5.25" oder kleiner (also PC-Ära resp. PC-taugliches Interface) ein Exemplar in der Vitrine zu haben, das man auch noch anschliessen und vorführen kann...

    Die bislang zuverlässigsten Platten waren meiner Erfahrung nach die WD Caviar, die Unzuverlässigsten Conner und Micropolis. Dafür waren die Conner immer deutlich leiser als die Seagates oder IBM/SONY/Hitachis, aber dann halt recht bald auch für immer leise (und der User dafür um so lauter...)

    Die Maxtorplatten, bevor Seagate den Laden übernahm waren auch super, sowie die ganz kleinen 1.8" und PCMCIA Toshiba-platten, von HP gabs ja leider nur genau ein Modell dann war da schon wieder Schluss (Kittyhawk 1.3" hauptsächlich im DTR-1 von Dauphin verbaut).

    Bei Seagate gabs mal eine extrem schlechte Serie und das sah man sogar schon äusserlich: anstelle Spritzguss samt Blechdeckel gabs plötzlich Alublock und extrem dünnen, aber übers abgerundete Eck gezogenen Aludeckel, sah wirklich so fragil aus, wie es auch war, mir gingen einige allein durchs mehrtägige Mitnehmen im Auto (Citroen mit weicher Federung!) kaputt, das hatte ich davor nie und danach auch nicht mehr... Seagate packte dann eine "Scham"-Gummierung drüber, aber interessanterweise war die nächste GEneration mit wieder abgesetztem Deckel an den Enden dann auch wieder ok. Einen Rückruf etc. habe ich damals nicht mitbekommen, das durften schon Kunden und Fachhändler auslöffeln... Ab da gabs dann jahrelang nur noch Maxtor bei mir...