Instandsetzung eines IBM 5150 mit Monitor 5151

Es gibt 173 Antworten in diesem Thema, welches 24.747 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (21. November 2021 um 19:17) ist von Schmitti.

  • Hmm, das ist (gemäß der Datecodes auf den Chips) alles aus 1986, reichlich spät für nen 5150...

    Was ist denn sonst noch so an Karten verbaut, nimm mal bis auf die Grafik und den FDC alles raus und schau, ob der Rechner dann bootet. Slot für den FDC auch mal wechseln auf einen, den Du noch nicht hattest (z.b. den der Grafikkarte, die scheint ja zu gehn...) Dip-Schalterstellung auf dem Board: mal durchgeben oder abfotografieren und jeden der Schalter ein paarmal hin und her schieben und mit Schmackess wieder zurück in die ursprüngliche Position (ausser dem für die Anzahl der FDDs)

    Ebenso sämtliche Jumper mal abziehen und ein paarmal wieder aufsetzen, damit auch deren Kontakte gereinigt werden. ("Kontakt"spray bringt da wenig, auf keinen Fall irgend so ein WDxyz Zeugs nehmen, wenn dann: Tunerspray von Kontakt-Chemie, nix Anderes!)

    Häng während der Test irgend ne Festplatte ans Netzteil, damit ne Mindestlast drauf ist, sofern noch nicht geschehen...

    Und ja: die Floppy mal am anderen PC testen.


    Nebenbei: Wie sehen die Tantal-Elkos dicht am Netzteilstecker des Motherboards aus, haben die oben Schmorspuren oder gibt es gar welche, die ihre Kappe eingebüßt haben?

    Die sterben üblicherweise unter starker Geruchsbelästigung (Katzen-Shice) beim ersten Einschalten nach langem Stillstand, aber wenn ne kritische Anzahl unterschritten und eventuell die Elkos im Netzteil auch noch taub sind, dann trifft es auch welche, die an sich noch ne gewisse Zeit übrig hätten und dann geht auch das Netzteil irgendwann über den Jordan...

    Wenn ein Oszi verfügbar ist, dann den Ripple an der 5V und 12V Schiene mal vermessen, über mehrere Frequenzbereiche hinweg so bis 30 MHz hoch, ob da irgendwo ne stärkere Oszillation mit bei ist...

  • Die 4 oder 5 Tantals bei den Mainboard-Powersteckern habe ich schon ersetzt - sie waren (ohne Knall) kurzgeschlossen. Die Floppykontrollerkarte stecke ich mal in Slot 1 und reinige deren Kontakte. Außer der MDA-Grafikkarte (MONOCHROME/GRAPHICS PRINTER CARD 6040 MGP: 8BIT ISA MGP MONO GRAPHICS CARD TTL OUTPUT PARALLEL PRINTER PORT) ist momentan nichts weiter drin. Ansonsten habe ich noch

    MICROFORCE PLB-30: Ram Karte mit 4x64 = 256KB RAM mit OKI 3764

    I/O-880: Offenbar noname serielle Karte, nichts dazu gefunden

    Morgen schließe ich die IBM-Floppy mal an den Commodore PC an.

    Schalterstellungen vom DIP1 sind:

    1 OFF

    2 ON

    3 OFF

    4 OFF

    5 OFF

    6 OFF

    7 ON

    8 ON

  • Ein 5150 Board erkennt man ganz leicht dadurch, dass es nur 5 Expansionsslots hat ( 5160 hat 8 ). Ein 5160 Board würde dadurch auch nicht in ein 5150 Gehäuse passen, da die Abstände der Slots unterschiedlich sind.

    Das Bild im ersten Post zeigt eindeutig ein 5150.

    Wo der FDC steckt sollte eigentlich egal sein... üblicherweise wegen der engen Kabelführung im dem Slot nächstens zu den Floppys ( Slot 5? ). Aber jeder andere Slot sollte auch funktionieren.

    Für MDA + eine Floppy + ohne 8087 sieht die DIP-Klaviatur schonmal richtig aus.

    Lieber einen Commodore in der Hand als ein Atari auf dem Dach

    2 Mal editiert, zuletzt von MaTel (30. Juli 2021 um 21:07)

  • Ein 5150 Board erkennt man ganz leicht dadurch, dass es nur 5 Expansionsslots ha

    Hab nicht bezweifelt, dass es eines ist, hab mich nur gewundert, dass IBM die 1986 noch aktiv produziert hat, denn es waren ja einige eingelötete Chips mit 86er DateCodes zu sehen...

    Letztlich ändert das aber an den empfohlenen Maßnahmen auch nichts, irgendwie muss man den Fehler halt einkreisen...


    Also: Mit Minimalkonfig starten, Floppykarte in den bekannt guten Slot und dann sollte das Teil tun tun, wie die Sachsen so schön sagen tun :wink:


    Nächster Schritt wäre dann ein anderer Floppy-Controller, wie sieht es da mit Quer-tauschen aus?

  • Wenn ein hartnäckiger Belag auf einem Kontakt sein sollte, hilft es manchmal nur, den mechanisch zu reinigen. Ich habe gute Erfahrung mit einem Glasfaserradierer gemacht. Allerdings nicht so lange darauf rumreiben, bis die Goldbeschichtung ab ist. Aber die hält einiges aus, wenn die gut und hart vergoldet ist.

  • Ich habe gerade nochmal zur Sicherheit die Kontakte der Controllerkarte gereinigt, sie in den ganz rechten Slot gesetzt, die Schalter des Mäuseklaviers hin- und herbewegt und die beiden Tantals auf der Controllerkarte (3-Beiner) auf Kurzschluss gemessen (kein Kurzschluss: beide 39 Ohm). Ergebnis sowohl mit dem Laufwerk aus dem Commodore PC als auch mit dem IBM-Laufwerk ohne Änderung.

  • Ich habe gerade gesehen, der Commodore PC hat gar keine separate Floppycontrollerkarte, die ist onboard. Als ich die IBM Floppy in dem Commodore PC angeschlossen habe, kommt nur "Drive A: Bad" und "Boot Disk failure....". An der Floppy regt sich nichts (Motor, Stepper, LED).

  • Nur um einen blöden Fehler auszuschließen... Strom hattest den IBM-Laufwerken beim Test im Commodore auch gegeben?

    Lieber einen Commodore in der Hand als ein Atari auf dem Dach

  • Das mit dem FDC im C= hatte ich befürchtet, die hatten schon damals viel onboard integriert, sparte halt Kosten...

    Jumperstellung DS1 vs DS0 könnte auch dazu führen, dass die Floppy gar nicht erkannt wird, wenn Du ein 2fach Kabel mit gedrehtem 2. Stecker hast, könnest Du es mal wahlweise an beiden Anschlüssen probieren, spart die Jumper-Orgie...

  • Die haben wie die 1541 nur einen Kopf.

    Sorry, ich war auf Seite 2 wohl eingestiegen und hatte es nicht gerafft, daher auch die Nachfragen hinsichtlich des Boards.

    Muss jetzt erstmal noch viel lesen, war auch grad gleich auf das "einseitige Floppy" eingestiegen, dabei wurde das dann auch schon diskutiert...


    Ok, jetzt bin ich voll informiert :wink:


    Also: es ist immer nur von SW1 die Rede, die 5150 Boards haben aber doch 2 dieser Schalterblöcke und lt. minuszerodegrees weicht die Belegung auch etwas ab, siehe auch den Screenshot von Deinem Diagnose-Tool, das -mangels Wissen, welches Board nun verbaut ist- die Jumperstellungen für 5150 und 5160 anzeigt...

    Ist das wirklich korrekt eingestellt?

    Würde es mit dem PC10-Laufwerk, welches ja als funktionierend bekannt ist und dort eventuell noch mit geänderten Einstellungen von dessen Jumpern versuchen, denn gerade bei C= weiß man ja nie, ob die sich wirklich an den Standard gehalten haben... Also DS1 vs DS0 und -je nach LW- auch noch die Einstellungen für die paar nicht so genau genormten Statusleitungen mal testweise durchprobieren, so viele sind es ja nun auch nicht...

    Die Uralt-Tandons könnten -obwohl sehr robust- doch noch ein paar Überraschungen bergen...

    Was die Tantals anbelangt, so ersetze ich die immer durch SMD X7R, aber mit zusätzlichem, in Reihe geschalteten ESR-Ersatzwiderstand. So kleine Abschnitte von Streifen- oder Lochraster-PCBs eignen sich perfekt als Träger, wenn man es nicht gleich unten an der PCB festlötet (z.b. als 0805 oder 1206 nebeneinander, den gemeinsamen Anschluss natürlich gg. das board isoliert.)

    Damit verhindere ich zum Einen Abschaltprobleme durch in Summe zu hohe Einschaltströme durch viele X7R (fast ohne ESR!) parallel, zum Anderen habe ich dann auf Dauer Frieden, denn auch die neue(re)n Tantals machen nach längerer Ruhephase wieder die gleichen Probleme, zumindest die in Tropfenform.

    Die rechteckigen gelbbrauen SMDs waren bei mir bislang immer "brav", hab aber erst vor Kurzem Gegenrede erhalten, wo Jemand auch damit inzwischen massiv Probleme hatte...

  • Nur um einen blöden Fehler auszuschließen... Strom hattest den IBM-Laufwerken beim Test im Commodore auch gegeben?

    Ja, der Stromstecker war angeschlossen. Ich weiß allerdings nicht, ob die IBM-Laufwerke überhaupt am Commodore-PC laufen. Umgekehrt hatte das Commodore-PC-Laufwerk im IBM auch keinen Mucks von sich gegeben (weder LED noch Motoren).

    Die verschiedenen Jumpereinstellungen des Commodore-Laufwerks prüfe ich jetzt mal im IBM.

    Das Diagnose-Tool gemäß Screenshot ist in einem Eprom gebrannt (das kommt dann statt des Basic-Roms aufs Board). Für den 5150 und 5160 ist das Eprom-Image identisch, also ein Programm für beide Rechner ....

    Die Schalterstellungen vom SW2 habe ich nochmal geprüft. Dort wird der auf dem Mainboard und Erweiterungskarten vorhandene Speicher eingestellt. Maßgeblich sind nur die ersten 5 Schalter. Bei mir ist folgendes eingestellt: 1-0-0-0-1-0-0-0

    Das bedeutet laut Tabelle 512KB. Das passt zu meinem Rechner, da er eine 256KB RAM-Erweiterungskarte eingebaut hat. Zzgl. der 256KB onboard ergeben sich 512KB. Da der Rechner jetzt in der Minimalkonfiguration läuft (ohne RAM-Karte), muss das ganze natürlich auf 256KB eingestellt werden: 1-0-0-1-1-0-0-0

  • Das Laufwerk im Commodore PC ist ein Chinon FZ-502. Es hat einen Terminator-Jumper (gesetzt) und einen für die Laufwerksnummer (steht auf DS0). Ich habe den mal auf DS1 gesetzt und das Laufwerk in den IBM eingebaut und ...... läuft. Die DOS 4.01 Disk bootet am IBM. Jetzt weiß ich zumindest schonmal, dass die Floppycontrollerkarte im IBM okay ist (sie wird ja auch vom Test-Rom als okay angezeigt).

  • Also hast du zwei? defekte IBM-Laufwerke ( vermutl. Tandon? ). Dann weisst du ja worauf du dich bei der Reparatur konzentrieren musst.

    Lieber einen Commodore in der Hand als ein Atari auf dem Dach

  • Freut mich, dass Du das jetzt eingrenzen konntest!

    Steht auf den Tandons auch irgendwo ein Fertigungsdatum, meist so ein Stempel ? Oder was sprechen die DateCodes der eingelöteten ICs?

    Denn ich finde es höchst interessant, was IBM da offensichtlich 1986 noch zusammen geschraubt hat, als Compaq schon den 386er präsentierte...

    Andererseits tickten die Uhren damals wirklich noch langsamer, siehe auch Bauzeitraum des C64 und die Preisunterschiede zw. Einstiegsmodell und High-End waren deutlich höher als heute...

    Die "kambrische Explosion" im PC-Bereich startete so um 1992 herum, da wurds richtig dynamisch, hat sich erst Ende der 90er dann wieder etwas und ab Mitte der 2000er Jahre merkbar beruhigt. (Tippe hier auf einem Toshiba A9 Notebook von 2007, das auch 2021 noch als Alltagsgerät taugt...)

  • Sieht so aus als ob beide Tandons noch Defekte haben. Es handelt sich bei beiden um das Modell TM-100-2A:

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.

    Das "jüngste" IC was ich darauf finden konnte ist aus der 13.KW 1986:

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.

  • Tataaa .... ein IBM Laufwerk tut jetzt. Was habe ich gemacht ? Ich habe mir nochmal ein Video über die Pflege und Wartung der Tandon-Laufwerke angeschaut. Dort werden neben den Kopfschienen (was ich schon gemacht hatte) auch mehrere Achsen und das Kugellager unter der dem Schwungrad geölt. Und es werden nicht nur die "Goldfinger" auf der Platine (das hatte ich auch schon gemacht), sondern auch die Drähte, wo die weiteren Stecker draufgehen (zu den Köpfen etc.) mit Glasfaserstift gereinigt. Die sahen bei mir sehr oxidiert aus. Dann gibt es noch die Einstellung der Laufwerksnummer: Das ist ein Draht, der in einer IC-Fassung steckt. Ich habe den Draht in eine gleichgroße Fassung eingelötet und die unter Zugabe von Kontakt/Tunerspray in die andere Fassung gedrückt. Das Tunerspray habe ich auch in die beiden Mikroschalter (Track 0 und Schreinschutzschalter) gesprüht. Danach hat das Laufwerk DOS 4.01 gebootet. Bei dem zweiten Laufwerk habe ich auch all diese Arbeiten gemacht - da warte ich aber noch auf Ersatz des Mikroschalters, der bei diesem Laufwerk gar nicht mehr geschaltet hatte.

  • Die Mikroschalter kann man öffnen, das habe ich schonmal probiert bei denen, die im Competition Pro Joystick eingebaut sind, um die Kontakte darin zu reinigen. Die habe ich dann aber nicht mehr zusammengebaut bekommen. Diese Mikroschalter sind aber noch leicht beschaffbar, habe einen bestellt.