Neues Netzteil, schwarzer Bildschirm

Es gibt 52 Antworten in diesem Thema, welches 8.120 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (4. Juli 2021 um 22:53) ist von kinzi.

  • Hallo ins Forum,

    Ich habe mir ein modulares Netzteil zusammengebaut. Meanwell für 5v / 12 V DC, Trafo für 9v ac.

    Modular, weil ich hier Kabel für c64, c128 und zusätzlich Floppy (5/12V DC und 5v USB für bspw. einen Pi1541 anschließen kann. Bei der Leistung von 30 W sollte das funktionieren.

    Die Spannungswerte sind m. E. ok (5,14 V DC, 12,8 V AC (ohne Last).

    Meine C128er laufen mit dem Netzteil einwandfrei. Mein C64, Assy 250425, zeigt ein Bild, aber schwarz (Signal kommt). Floppy scheint initialisiert zu werden. Aber blinde Load"$",8 Eingabe wird nicht erkannt.

    Das kuriose ist nun, wenn ich den original Türstopper anschließe läuft der C64 mit Bild und Ton so wie er soll. Das neue Netzteil samt Kabel (25cm) habe ich durchgemessen. Alle Pins sind richtig verbunden und auch die Spannungen am Netzschalter beim C64 sind ok. Wenn ich mein Netzteil verwende messe ich allerdings 4,2V DC und 8,7 V AC am Userport. Das ist natürlich zu wenig.

    Das Board ist noch im Originalzustand (inkl. Kondensatoren und Transistoren). Der PLA könnte mal gewechselt worden sein (optische Spuren an den Seiten. Leider habe ich derzeit kein funktionsfähiges Zweitmodell zum testen, aber da die C128er funktionieren und der C64 mit Türstopper auch, sollte kein Defekt auf der Platine bestehen, oder?

    Erfahrung im Löten sind vorhanden, aber bevor ich hier weiter einsteige (z. B. mit dem Oszi) wollte ich mal Eure Erfahrungen nutzen. Vielleicht kennt jemand dieses Phänomen?

  • Welches dieser Netzteile liefert jetzt 4,2V und 8,7V? Das alte oder der Neubau?

    Wie/womit sind die 128er angeschlossen? Gleiches Kabel?

  • Ich hatte sowas schon mal mit 5V auf Pin 4 oder Pin 5. Es sollte zwar eigentlich egal sein, wars aber bei mir nicht.

  • Ich hatte sowas schon mal mit 5V auf Pin 4 oder Pin 5. Es sollte zwar eigentlich egal sein, wars aber bei mir nicht.

    Ja, das habe ich auch schon überlegt. Aber die Pinouts vom Türstopper und von meinem Kabel sind definitiv identisch.

    Vielleicht wechsel ich die Pins mal. Wäre aber schon komisch.

  • Welches dieser Netzteile liefert jetzt 4,2V und 8,7V? Das alte oder der Neubau?

    Wie/womit sind die 128er angeschlossen? Gleiches Kabel?

    Die Werte habe ich bei Nutzung des neuen Netzteils am Userport. Wenn ich den Türstopper nutze, habe ich 5,1 V DC und 9,8V AC am Userport. Irgendwo geht auf dem Board die Spannung verloren. Könnte das an der hohen Leistung des neuen Netzteils liegen? Meanwell hat 5A bei 5V DC.

  • Könnte das an der hohen Leistung des neuen Netzteils liegen? Meanwell hat 5A bei 5V DC.

    Wüsste nicht wie. Ein Spannungseinbruch könnte passieren, wenn zuwenig Leistung zur Verfügung steht. Aber auch das ist bei Schaltnetzteilen eher unüblich. Zuviel Leistung schadet nicht. Der Strom fließt nur, wenn es was zu fließen gibt. Im Kurzschlussfall zum Beispiel, aber das hättest du schon gemerkt/gerochen. :)

    Ich wäre da erstmal bei Netzteil - Leitung - Stecker - Buchse. Deswegen die Frage, wie die 128er angeschlossen sind.

    Das mit den Pins 4 und 5 kann schon sein, auch wenn es nicht die im Vergleich zur Leerlaufspannung recht niedrigen 8,7V AC erklärt. Was ist das für ein 9V-Trafo? Welche Daten hat der?

  • Die +5V vom Netzteil sind auf Pin 4 und Pin 5. Die sind C64-seitig an der Netzbuchse normalerweise intern gebrückt. Hier beispielhaft am 2502407:

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    blau eingekreist, auf der Unterseite des Boards. Beim 250425 ist diese Brücke auf der Oberseite, direkt unter der Buchse. Hab leider gerade keins ohne Buchse und finde auch kein Bild. Auf dem 250466 ist es aber zu erkennen:

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    (ein leeres Board eines SixtyClone 466 auf retroport.de)

    GND (Masse) ist auf Pin 1, 2 und 3 auf dem Board, auch die sind normalerweise gebrückt. Somit ist es prinzipiell egal, ob beim Stecker die +5V auf Pin 4 oder Pin 5 liegen und GND auf Pin 1, 2 oder 3. Es gibt Original-Netzteile, die haben Stecker, wo nur 4 der eigentlich 7 Pins verbaut sind und natürlich wurde da seitens Commodore auch mal gewechselt:

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.

    (Bild stammt aus Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.)

    Nun könnte es sein, dass einer dieser Kontakte der Netzbuchse im C64 nicht oder nicht richtig angelötet ist, zum Beispiel, nachdem die Netzbuchse gewechselt wurde oder dass die Kontakte der Buchse korrodiert sind. Da ja Spannungen zu messen sind, dürfte es kein fehlender Kontakt sein. Aber ein schlechter Kontakt ist möglich.

    Wenn nun das Original-Netzteil bspw. die +5V auf Pin 4 liefert (im Foto schwarzer Stecker) und das neue Netzteil aber auf Pin 5 (grauer Stecker), in dem jahrzehntelang kein Pin war, könnte es dort einen Übergangswiderstand durch Korrosion/Staub geben, der eine zu geringe Spannung verursacht, wenn der C64 eingeschaltet wird und Strom fließt. Da der VIC mit den 9V AC versorgt wird, aus denen sowohl die +5V für den VIC (und SID) als auch die +12V erzeugt werden, kann es sein, dass der VIC macht, was er soll, aber der Rest des Boards (CPU, PLA, RAM usw.) haben zu wenig Spannung und deswegen bekommt der VIC gar keine Daten, die er zu einem Bild meißeln könnte. Ergebnis: Black screen.

    Sollte beim Neubau allerdings der exakt gleichen Pin belegt sein, ist diese Theorie nicht mehr viel wert. :) Ich hatte allerdings mal einen Stecker, dessen Pins waren sichtbar dünner. Wenn die Kontakte der Buchse durch dickere Pins schon etwas ausgeleiert sind, könnte auch das Kontaktprobleme verursachen.

    Deshalb nochmal die Frage, wie bzw. womit die C128 ihren Strom bekommen. Der C128 hat ja eine eckige Netzbuchse und der C64 eine runde. Das lässt den Schluss zu, dass du da verschiedene Kabel am gleichen Netzteil verwendest. Vielleicht hat sich eine Lötverbindung im Stecker gelöst oder wenn du ein Kabel von einem Original-Netzteil wiederverwertet hast, könnte da auch eine Leitung gebrochen sein. Die haben alle nicht das ewige Leben.

    All das fällt bei einer bloßen Durchgangsprüfung nicht gleich auf. Solche Übergangswiderstände machen sich erst bemerkbar, wenn nennenswert Strom fließt.


    Wo hast du die Leerlaufspannungen (5,14V DC und 12,8V AC) eigentlich gemessen? Direkt im Netzteil?

  • Ich verwende unterschiedliche Kabel mit neuen DIN-Steckern (7 polig). Die habe ich mit 5 pologigen Steurkabeln verlötet. Für den C128-Stecker habe ich einen eckigen Stecker eines defekten Amiga-Netzteils verwendet. Ich sende mal Fotos (später).

    Ich denke auch, daß es irgendeine Sache im Bereich des Netzeingangs des C64 ist.

    Danke für die Tipps. Ich werde mal verschiedenen Messpunkte durchgehen und mal schauen wie sich die Spannungen beim einschalten konkret verhalten.

    Melde mich mit Ergebnissen/Fotos wieder. Ah, die Leerlaufspannung habe ich am Netzteil und an der Netzbuchse des C64 gemessen. Also Kabel schließe ich daher mal aus, oder doch nicht, wenn das mit dem Überbrückungsstrom zutreffen sollte. Also, messen messen messen. DIN-Stecker zu löten macht auch keinen Spaß 😀

  • Entweder Stecker nicht sauber/falsch gelötet, oder die Buchse ist ausgeleiert, sodass sie zum alten Stecker passt, zum neuen nicht.

    Da der 128 einen anderen Stecker hat und läuft, ist Variante eins wahrscheinlicher.

  • Ich verwende unterschiedliche Kabel

    Ja, dann überprüf mal alles zwischen Netzteil und Schalter des C64 also Kabel, beide Stecker (ich nehme an, Netzteil wird auch gesteckt), Netzbuches des C64. Das ist erstmal die naheliegendste Fehlerquelle.

    Melde mich Ergebnissen/Fotos wieder.

    Fotos sind immer gut. :)

    5 pologigen Steurkabeln

    Hast du für den C64 alle 5 Leitungen verwendet? Ich meine beim C128 (oder wars beim Amiga) ist noch die Abschirmung mit angeschlossen. Nicht, dass es da irgendwo Kontakte im/am Stecker und/oder der Buchse gibt, die nicht sein sollten...

  • Die +5V vom Netzteil sind auf Pin 4 und Pin 5. Die sind C64-seitig an der Netzbuchse normalerweise intern gebrückt

    Das stimmt natürlich, aber genau da hatte ich Pech und die Brücke war unterbrochen. Das war sehr leicht das über Pin 4, Pin 5 an den verschiedenen Netzteilen zu messen.

    Ich habe es nur angemerkt, weil das easy zu überprüfen ist. Meine Boards waren 250407 Boards.

  • aber genau da hatte ich Pech und die Brücke war unterbrochen.

    Genau, das kann vorkommen. Vermutlich habe ich mich an deinen Bericht erinnert, falls du das hier berichtet hast. :) Aber ist sicher auch schon öfter vorgekommen.

    Deswegen habe ich bei meinen Selbstbau-Netzteilen auch beide Pins schon im Stecker verbunden. Jedenfalls dann, wenn ich das Kabel selbst mache. Man muss da nur aufpassen, dass die Lötstellen im Stecker gut isoliert sind, weil ja Pin 3 mit GND genau dazwischen ist. Je nach Leistung des Netzteil kann sonst der Stecker schmelzen, bevor das NEtzteil abschaltet oder durchbrennt. Eher ungünstig. :D

    Ich habe aber auch ein Netzteil mit einem Kabel von einem defekten C64-Netzteil bestückt, wo der Stecker nur die 4 Pins hat. Da muss man darauf achten, ob auf die Netzbuchse des Computers diesen Kontakt auch wirklich weiterreicht. Wobei das natürlich ein "easy fix" ist. Aber wenn man das nicht weiß, sucht man sich erst mal dämlich.

  • Das stimmt natürlich, aber genau da hatte ich Pech und die Brücke war unterbrochen. Das war sehr leicht das über Pin 4, Pin 5 an den verschiedenen Netzteilen zu messen.

    Ich habe es nur angemerkt, weil das easy zu überprüfen ist. Meine Boards waren 250407 Boards.

    Glückwunsch zu deinem 4.444 Beitrag :thumbsup:

    Jetzt bitte nix mehr posten :P

  • Was für ein Kabelquerschnitt hat denn deine “Steuerleitung“?

    Vielleicht ist der zu gering und es fällt zu viel Spannung ab.

  • Was für ein Kabelquerschnitt hat denn deine “Steuerleitung“?

    Vielleicht ist der zu gering und es fällt zu viel Spannung ab.

    Danke. 0,5 er. Das kann ich als Ursache ausschließen bei 25cm Kabellänge Ich mache nachher mal Fotos.

  • Es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Meanwell ist ein Schaltnetzteil und Commodore Linearnetzteil.

    Ein Schaltnetzteil produziert viel mehr Ripple und Oberwellen auf der Spannung. Eventuell kommt der C64 im Gegensatz zum C128 damit nicht zurecht. Am besten mal mit dem Oszilloskop messen, was tatsächlich aus dem Meanwell-Teil herauskommt. Dann weiß man mehr, denn zuviel Ripple und Oberwellen sind nicht gut nd Meanwell ist da sicherlich nicht das beste und könnte da eine Schwachstelle haben, die sich nicht überall gleich auswirkt.

  • Nabend Zusammen,

    sorry, ich bin heute nicht zum Hobby gekommen, daher noch keine Bilder und Ergebnisse. Schmitti Das klingt interessant. Kann das den so einen Spannungsabfall verursachen? Na ja, sind ja alte Bauteile und ICs. Ich werde mal die Netzeile mir dem Oszi vergleichen.

    Ich hoffe, daß ich morgen etwas Zeit für den C64 habe 😀