Hello, Guest the thread was called607 times and contains 15 replays

last post from Ruudi at the

VC20 aus Familienbesitz mit kleinen Problemen

  • Hallo zusammen ^^


    Ich habe mich soeben für das Forum registriert, weil ich bereits des Öfteren bei der Google Suche hier gelandet bin und das gesammelte Wissen hier schätzen gelernt habe. Heute möchte ich meinen ersten Beitrag erstellen. Kurz zu mir: ich heiße Matthias, bin 47 Jahre alt und mein erster Computer war anno 1984 -- genau der VC20 um den es jetzt im Folgenden geht.


    Das Gerät wurde von meinem Onkel gekauft, er sagte mir immer dass er am ersten Verkaufstag losgezogen ist um den Rechner bei Quelle zu kaufen. Das muss also etwa Mitte November 1981 gewesen sein. Im Herbst 1984 kam das Gerät dann also zu mir, ich habe als erstes Peripheriegerät eine Datasette und kurz danach eine 16K RAM Erweiterung bekommen. Den Rechner und die RAM Cartridge habe ich immer noch. Gestern habe ich das Gerät mal wieder aus dem Karton genommen, inspiziert, grob gereinigt, ein paar Fotos gemacht. Und dann einfach mal wieder am TV angeschlossen.


    Im Prinzip funktioniert alles, bis auf zwei Dinge:

    • der Stromanschluss hat einen Wackelkontakt. Es ist der alte 2 Pin Anschluss. Ist das ein bekannter Fehler, z.B. dass der Stecker mechanisch verschleißt oder die Lötpunkte auf der Platine brechen?
    • manche Tasten funktionieren nur gelegentlich. Ich denke es ist kein elektrisches sondern eher ein mechanisches Problem, beispielsweise geht das 'A' nur bei festem Druck oder bei rabiatem Anschlag. Weiter will ich das nicht versuchen, um nicht noch irreparable Schäden zu verursachen. Kann man die Tastatur so weit zerlegen dass man an die Kontakte rankommt und sie so reinigen dass es besser funktioniert als vorher?

    Zu den Fotos: wie man sieht ist das Gehäuse altersbedingt reichlich vergilbt - aber immerhin gleichmäßig :D ... Ich hatte kurz überlegt ob ich es chemisch aufhellen sollte, aber ich empfinde das jetzt eher als Patina die man erhalten kann. Interessant ist auch dass offensichtlich rechts unten das schwarze Kühlblech über dem Spannungsregler fehlt, das auf allen Fotos die ich bisher von anderen Geräten aus der Zeit die gesehen hatte mit drauf war. Ich habe das sicher nicht entfernt, entweder das passierte schon vor meiner Zeit oder es war nie eingebaut.


    Die zwei oben beschriebenen Themen würde ich gerne lösen. Könnte mir dazu bitte jemand Hinweise geben?


    Danke und viele Grüße

    Matthias

  • Nicht übel...PET-Style-Tastatur, super niedrige Seriennummer. Es echtes Schätzchen hast du da!


    Kann gut sein, dass am Stecker eine Lötstelle gebrochen ist. Einfach mal nachlöten und schauen, ob das hilft.


    Die Tastatur kannst du öffnen, wenn du die Shift-Lock-Taste ablötest (da sind zwei Drähte dran, die müssen ab) und dann die ganzen kleinen Schrauben löst. Die Tasten selber haben so graphitbeschichtete Gummipümpel, die ihrerseits auf graphitbeschichtete Kontakte auf der Platine drücken. Du kannst es erstmal mit reinigen versuchen. Ich würde da aber mit nichts scharfen rangehen, weil du dann u.U. die verbliebene Graphitschicht beschädigst. Du kannst die mit einem etwas rauen Tuch (Küchenkrepp oder so) leicht abwischen (aber eben nicht zu doll reiben). Das gilt für die Platine wie auch für die Pümpel. Wenn das nicht hilft, dann kannst du auch die Graphitbeschichtung neu machen. Es gibt da so Reparatursets für Fernbedienungen, ich nehme immer einfachen Graphitlack aus der Sprühdose und tupfe den mit einem Wattestäbchen leicht auf Pümpel und/oder Kontakte.

  • Wow, ein VC-20 mit PET-Tastatur und niedriger Seriennummer. :thumbup:


    Da würde ich auch nicht zu viel herumschrubben.


    Die Buchse ist vermutlich aus der Platine "ausgebrochen", die würde vielleicht ich mal nachlöten.


    [EDIT]


    EgonOlsen71 war schneller ...


    Diese Tastatur sollte man WIMRE aber nicht mit Graphit bearbeiten. TurboMicha , was hast du mir da mal erzählt?

    (Ich habe leider keine solche.)


    [/EDIT]

    "Steve Jobs hat User hervorgebracht, Jack Tramiel Experten." - Quelle unbekannt.


    Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen." - Voltaire.


    "Diskutiere nie mit einem Idioten - er zieht dich auf sein Niveau hinunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung!" - Volksweisheit.

  • Diese Tastatur sollte man WIMRE aber nicht mit Graphit bearbeiten. TurboMicha , was hast du mir da mal erzählt?

    (Ich habe leider keine solche.)

    Sind die anders? Wenn die keine Graphitbeschichtung hat, dann natürlich nicht....;)

  • Hier steht was interessantes zur Regenerierung von Tastaturgummis.


    Heute so gebastelt ...

    Zuletzt repariert:
    21.2. Logitech M570 Microschalter ausgetauscht - geplante Obsoleszenz durch Billigtaster?
    19.11. Toshiba 3,5" Floppy defekter Elko durch Kerko getauscht auf Motorplatine
    27.11. 1541B Dauerlauf, Elko im Resetschaltkreis defekt, nicht der 7406 wie zuerst verdächtigt!

  • Nicht übel...PET-Style-Tastatur, super niedrige Seriennummer. Es echtes Schätzchen hast du da!

    Ja ... ein sehr altes Modell ... sieht man schon an der extrem niedrigen Seriennummer. Fast schon ein Prototyp! ;) *WOW!* Auf jeden Fall *ungewöhnlich* ... :D.


    Datecodes wären mal sehr interessant zu sehen ... Alu-Pappe habe ich da noch nie gesehen übrigens. Ihr?


    Wackelkontakt ... würde mal auf kalte Lötstellen tippen ... wenn nicht etwas *ausgebrochen* ist. Bitte mal überprüfen ...


    Kühlblech fehlt ... wurde wohl mal abgeschraubt meiner Meinung nach. Verschraubungsloch sieht man ja unten rechts ...

  • Datecodes sind doch eindeutig zu erkennen auf dem Bild, von 81 ...

    "Steve Jobs hat User hervorgebracht, Jack Tramiel Experten." - Quelle unbekannt.


    Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen." - Voltaire.


    "Diskutiere nie mit einem Idioten - er zieht dich auf sein Niveau hinunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung!" - Volksweisheit.

  • Manche kaufen sich ein neues geregeltes Netzteil für den C64, weil alte Netzteile dazu neigen auf einmal 15Volt oder ähnlich durchzulassen und die Chips zu rösten. Keine Ahnung ob das auch für den VC-20 gilt, aber ich halt‘s nicht für unwahrscheinlich.


    Für den C64 gibt es 2 weitere Alternativen. Den C64 MK2 Reloaded, der ein paar Originalchips im neuen Mainboard mit neuer Stromversorgung sicherer betreibt, oder gleich mit dem Ultimate64 auf FPGA Basis keinen der Originalchips mehr verwendet, so das man seinen Originalrechner sicher aufbewahren kann.


    Ein neues Netzteil habe ich (noch) nicht, aber die anderen beiden Alternativen. Gibt es soetwas auch für den VC20?

  • Keine Ahnung ob das auch für den VC-20 gilt, aber ich halt‘s nicht für unwahrscheinlich.

    Für den alten VC-20 (mit Zweipolbuchse) braucht man als Ersatz nur einen Trafo 9 V / 3A. What feltel says - die gehen nicht kaputt.

    Für den VC-20CR (mit DIN-Buchse) taugt jedes Netzteil, das auch für den C64 taugt.

    Ein neues Netzteil habe ich (noch) nicht, aber die anderen beiden Alternativen. Gibt es soetwas auch für den VC20?

    S. o.

    "Steve Jobs hat User hervorgebracht, Jack Tramiel Experten." - Quelle unbekannt.


    Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen." - Voltaire.


    "Diskutiere nie mit einem Idioten - er zieht dich auf sein Niveau hinunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung!" - Volksweisheit.

  • So, ich melde mich heute nach zwei Bastelstunden zurück. Vielen Dank zunächst einmal für die wertvollen Tipps!.


    Den Stromanschluss habe ich zwar nachgelötet, aber ehrlich gesagt gibt's da nicht viel zum Löten. Zwei Pins der Spule zur Platine- das war's dann auch. Ich habe dann aber schnell den Stecker im Verdacht gehabt - die Hülsen darin sind schlicht ausgenudelt und verursachen Kontaktschwierigkeiten zur Buchse. Diese Hülsen haben eine kleine Nut, ich habe den Stecker mit einer Wasserpumpenzange so gedrückt dass sich die Hülsen an der Nut etwas verengt haben. Der Kunststoff des Steckers ist relativ weich, das heißt: mit sanfter Gewalt geht das. Das ist zwar jetzt zunächst eine Pfuschlösung, aber zumindest kenne ich jetzt die Ursache - das Problem ist nämlich damit erst einmal erledigt.


    Die Tastatur habe ich zerlegt und gereinigt. Ich kann mich nicht erinnern dass die jemals vorher auseinandergenommen hatte - und entsprechend sah die auch aus :X .. Detailfotos vom Dreck erspare ich Euch - zumindest hat mich beruhigt dass es sich im Wesentlichen um meinen eigenen handeln dürfte :D:D:D



    Die Leiterplatte der Tastatur habe ich mit einem Glasreiniger vorgereinigt, die Goldkontakte zusätzlich mit Isopropanol und Wattestäbchen. Etwas heikel fand ich die Tastenkontakte, weil ihr meintet dass man da aufgrund der Beschichtung besonders vorsichtig sein muss. Ich habe als Werkzeug das Leder eines Bildschirmreiniges verwendet - der ist etwas angerauht, aber er fusselt nicht. Ich habe es ganz leicht mit Isopropanol benetzt und bin einmal ohne Druck über jeden Kontakt gewischt.




    Danach alles wieder zusammengebaut und große Freude - die Tastatur funktioniert wie NEU!




    Die Bildqualität ist per Scart Kabel am Flachbildfernseher wirklich schlecht. Ich nehme an dass das am vermatschten Composite Video Signal liegt. Ich hatte den VC20 früher nur per TV Modulator an der Röhrenglotze - da fiel mir das nicht so sehr auf ... :rolleyes:




    Jetzt würde ich aber noch gerne das fehlende Kühlblech auf dem Gleichrichter anbringen. Das Bauteil wird sauheiß, gefühlt mindestens 60 Grad - man kann es kaum eine Sekunde anfassen. Hat jemand von Euch so ein Teil übrig, vielleicht von einer Schlachtplatine und würde es mir für ein paar Euro überlassen?


    Vielen Dank & Grüße!
    Matthias

  • Ja ... ein sehr altes Modell ... sieht man schon an der extrem niedrigen Seriennummer. Fast schon ein Prototyp! ;) *WOW!* Auf jeden Fall *ungewöhnlich* ... :D.


    Datecodes wären mal sehr interessant zu sehen ... Alu-Pappe habe ich da noch nie gesehen übrigens. Ihr?

    Die Datecodes auf den großen ICs gehen von 1481 (ROM) bis 3681 (VIC).


    Die Alupappe habe ich schon öfters auf Fotos gesehen. Interessant finde ich auch dass es keine Abschirmung um den VIC herum gibt - manche hatten da doch ein ganzes Metallgehäuse drum, oder?

  • Sehr schönes Gerät und die Patina wirklich gleichmäßig und nicht so "piss"/nikotin-gelb wie sonst oft zu sehen!


    Der Netztrafo extern ist unkritisch, der kann -worst case- (aber unrealistisch) als Sicherheitstrafo nur zw. einzelnen Windungen der gleichen Wicklung durchschlagen, dann wird die Spannung weniger, bis halt irgendwann Aussetzer auftreten, aber nix, was alles grillen würde...


    ABER: sowohl der Gleichrichter, als auch der 5V Regler dahinter, die würde ich beide schleunigst tauschen, denn wenn da was passiert, dann wäre vermutlich der Original-Chipsatz hinüber, was sehr schade wäre!


    Die Gleichrichter gibts in der Bauform immer noch, wenn Du etwas mehr Effizienz willst und Schottky-Dioden nimmst, dann gehören kleine keramische Kondensatoren mit ca. 10nF über die einzelnen Dioden, sonst wird das Ding zum Störsender...


    Für die TO3-Regler gibt es inzwischen "modernen" Ersatz in einer recht ähnlichen Bauform als Schaltregler, da wird dann auch nix mehr so heiss.

    hier mal ein Link, aber nicht der, den ich in Erinnerung hatte:


    https://www.eevblog.com/forum/…witcher-(buck-converter)/


    Wenn Du dann noch ne richtig FETTE 6.2V Zenerdiode oder TVS-Diode antiparallel zu dem 5V Ausgang hängst mit ner Feinsicherung dazwischen

    (oder dünner Leiterbahn :pumpkin:), dann wärst Du auf jeden Fall auf der sicheren Seite.


    Lässt sich alles auf dieser Tochter-PCB machen, dann kann man -für Puristen und Sammler- auch auf die originalen Bauteile zurückrüsten irgendwann mal...


    Wie gesagt, es gibt inzwischen Einige, die solche TO3-Regler als Bausatz rsp. Modul anbieten, musst mal schaun, ob die sich rein auf den Schaltreglerchip verlassen, oder noch nen Ausgangsschutz haben... Aber die 2 Bauteile bringt man sicher auch "fliegend" unter...


    Was Du auf jeden Fall dann noch erneuern solltest, sind die Elkos, denn gerade zusammen mit dem Schaltregler wären die vermutlich hoffnungslos überfordert, was zu Instabilitäten und vermeidbarem Stress für die Chips führen würde... Die großen am Netzteil auf jeden Fall (auch wenn eine Messung mit nem Multimeter noch die aufgedruckte Kapazität bescheinigt!), die kleineren je nach Gusto, ein smd-Kerko, den man unauffällig unten parallel dazu einlötet mit ca. 1/10 der Elkokapazität hilft auch sehr gut und ist fast unsichtbar und auch schnell wieder restlos entfernt, falls Originalität mal zählt...)


    Und wenn Du den VC-20 "vergolden" willst: aktuell wäre wohl der richtige Zeitpunkt dafür, zusammen mit der belegbaren Historie (vielleicht gibts ja sogar noch die Rechnung von Qualle damals), hätte der vielleicht das Potential 4-stellig weg zu gehen, aber ich würd ihn behalten, meiner ist zwar 2 Jahre jünger und somit nicht so begehrt, aber der bleibt auch hier auf jeden Fall, über alle späteren Geräte könnte man vielleicht reden...