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Der MSX Thread

  • Als die Treffen im Ulmer Raum weniger wurden, (ich erinnere mich wie Gerd Peppela da gelitten hat), sind wir der Einladung einer niederländischen Hackergruppe gefolgt und zum ersten mal auf ein MSX Treffen nach Tillburg gefahren. Die Schweizer hatten ja schon länger Kontakte über Stitching Sunrise. Und natürlich wollten sie ihr Konzept vorstellen den TurboR als High End Maschine in Europa zu vermarkten.

    Sie hatten ja ein Entwickler Kit des Yamaha V9990 besorgt und dieses am MSX lauffähig gemacht. Das war schon erstaunlich.

    Der V9990 hätte wohl als 9978 im TurboR seinen Platz finden solle, schaffte es aber nicht rechtzeitig in die Fabrikation. So wurde der TurboR halbherzig mit dem Grafikchip des MSX2+, dem V9958 ausgeliefert. Eigentlich stimmt das so auch nicht ganz, den der V9990 ist nicht kompatibel zu den bisher verwendeten MSX Grafikprozessoren.

    Also machte Yamaha eher in der Entwicklung kehrt, nachdem Panasonic sich für eine Weiternutzung des 9958 entschied und gab den V9990 als Entwicklerboard samt Dokumentation auf den Markt.


    Dieses hat sich Henrik dann unter die Lupe genommen und ein Board für den Chip entwickelt, das wir vom MSX aus ansprechen konnten.

    Die Daten waren eines TurboR würdig:

    20 mal schneller als der bisherige VDP

    zusätliche 512k VRAM

    theoretische 1024x424 Bildpunkte,

    32768 Farben. Gleichzeitig. Das ist schon ein Wort!

    125 Sprites im Bitmap Mode.

    Superimposing und Digitalisierung


    Der V9990 Chip arbeitete unabhängig zur Standard VDP. Es sit also möglich diese Hardwareerweiterung an einem MSX1 zu betreiben. Viele Spiele nutzen dies tatsächlich. So ist der neue Ghost'n'Goblins Port auf MSX1 spielbar, bietet jedoch Parallaxscrolling auf einem TurboR.

    Meist wird jedoch ein MSX2 vorrausgesetzt.

    Wird ein Spiel auf Cartridgeausgeliefert, werden auch die Slots knapp, die Graphics 9000 benötigt einen, das Spiel, evtl. eine Speichererweiterung, oder auch Soundmodule. Doch dafür gibt es Multi-Cartridge Expander. Ich werde noch davon berichten, vielleicht im Rahmen der Kaufberatung, sicher noch wenn ich näher auf die Slotarchitektur eingehe.


    Auch war ein zweiter Monitor (oder zumindest ein Monitor mit umschaltbaren Eingängen) nötig um die Vorzüge des Graphics 9000 genießen zu können. Der MSX1 Shooter Codename:Intruder bietet auf dem 9990 Schirm Multilayerscrolling und Actiongeballere und auf dem 9918 Monitor eine Karte mit der Übersicht des Geschehens an.


    Zwei unabhängige Monitore begeistern auch C128 Nutzer!


    Hier im Bild die Graphics 9000 Platine zum Video9000 Board aufgerüstet (Das Huckepack Daughterboard ist nicht im Bild). Schön zu erkennen ist der V9990 Chip. Das Video9000 bietet Superimposing- und Digitizingmöglichkeiten auf V9990 Niveau. Zum Upgrade musste ich mein Board zu Hendrik schicken und bekam es dann mit der Huckepackplatine und Videoeingang zurück.

    Heutzutage werden noch V9990 Cartridges von tecnobytes aus Brasilien angeboten, ich hoffe die verfügbaren Chips gehen nicht so schnell zur Neige.

    Auch der CPC profitiert davon: Über ein Bridgeboard kann auch der Amstrad die Fähigkeiten des V9990 nutzen.


    Zum Glück des geplanten High-End Systems fehlte natürlich noch Software. diese sollte meinFfreund MiChi liefern:

    Eine GUI, wie Windows, multitaskigfähig. Mit Entwicklertools damit sich Software wie von selbst einfinden würde.

    Doch wie immer ist dies genug Stoff für ein eigenes Kapitel.

  • Genau. EIne Width 40 macht den Unterschied.

    Ok, habe ich ergänzt. Ebenso wie die Auswahl Joystick/Keyboard und ein paar epische Soundeffekte. Außerdem gibt es jetzt mehr zum Einsammeln.

  • Wie gesagt, hatte nie einen DX7, kenne nur Samples und so im Lauf der Jahrzehnte ein paar Tests anderer Leute, da bin ich mittlerweile vorsichtig.

    da hast du nichts verpasst. Die Bedienung ist megaumständlich. ich hab mehrere Yamaha Sythies und kann dir sagen, dass der DX7 zwar einen schönen Klang hat, aber die 4 OP Synths irgendwie mehr nach Retro und Childhood, RPG Spiele usw. klingen, und auch bratziger, knackiger, wärmer. Sie eignen sich hervorragend für Musik wenn man in dem Gebiet unterwegs ist, und sind auch einfacher zu programmieren. Gibt da so einige Dinge die da mit reinspielen, dass man mehr auf diese Klänge steht usw., und als Retroist sowieso. Bin daher sehr froh meinen CX5M wiederzuhaben. Die beste Art einen 4 OP zu programmieren geht über den.

  • Hier habe ich die interessanten Seiten aus dem Niedermeyer-Katalog Frühjahr/Sommer 1986 gepostet, und ein Posting davor gibt es einen leicht lädierten Ausschnitt aus einem anderen österreichischen Prospekt mit einem Angebot für einen VG 8010.

    Wie ihr seht, sind die MSX-Computer in Ö prominent angeboten worden und haben dadurch auch sicher viele Käufer in Österreich gefunden.


    Hat jemand von euch den Philips-Datenrecorder von Seite 70? Den habe ich damals sooo cool gefunden...


    Flodder: auch mir hatte damals der rote Yashica YC-64 sehr gefallen, aber was mich als 12-jährigen mehr beeindruckt hat, waren die beworbenen "80" KB RAM des Philips VG-8020. ;-)


    Themenwechsel, wir bleiben jedoch beim MSX, vielleicht kann sich jemand noch daran erinnern: im österreichischen Fernsehen gab es 1987/1988 am Montag oder Dienstag auf FS2 im Werbeblock um ca. 21:00 eine per-Telefon-Mitmach-Gameshow namens "Schau hin und gewinn". Da konnte man anrufen und "interaktiv" (soweit das damals möglich war) verschiedene einfache Computerspiele spielen (und irgendeinen Preis gewinnen), indem man dem Showmaster telefonisch Kommandos gab.

    Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass da ein MSX2-Computer im Einsatz war, offenbar gesponsert von Philips. Hier habe ich eine Sendung gefunden - leider ist das zu sehende Zahnpasta-Spiel genau so ein Schrott wie die Werbespots: :-)



    Ich kann mich aber noch an das allererste Spiel in dieser Gameshow erinnern, das war ein Memo-Kartenspiel mit - aus heutiger Sicht - schöner Retro-Grafik.

  • Einen schönen Synth-Thread würde ich mir auch wünschen :) Vielleicht kann man das hier dafür rausnehmen...

    Ja, das hatte ich früher auch am liebsten gewollt, die Synthleute sind aber entweder hier raus, oder ich habe sie mit der Vielschreiberei verschreckt :/:D. Aber im Ernst: ist wohl hier (bei 64er Szene) nicht so passend, obwohl schon etwas schade und mir auch ein Rätsel (wer Producing kennt und alles, was z.B. retromäßig geht, weiß, mit wieviel Technik und Computeranwendung das zu tun hat. Und viel Retrostimmung: auch sowas wie Entwicklungen bei Laufwerken, Ersatz, oder weiterhin Disks besorgen, Wartung etc.). Aber na gut, ich würde in so einem Thread dann als oberste Prämisse an mich selbst die Zurückhaltung sehen oder mich in Prägnanz üben. Auch, falls Dukestah in seinem Thread zum Arbeitsstand (oder wie das hieß, Live Set mit C64 etc., wäre so passend hier) da weiter machen würde, ich halte mich raus oder zurück. Und bei den 4 MSSIAH Threads auch (plus die mit den einzelnen Fragen), da kann jeder was schreiben und ich habe momentan eh keine Zeit dafür, sondern bin vor Produktionsarbeit und Sound Explorations eher komplett vereinnahmt - nichts anderes geht mehr :) .

    Lohnt sich nicht, programmieren ist unintuitiv und umständlich. Selbst mit Software-Programmer wirst du am Ende auf die ca. 20000 Sounds in den Libraries zurückgreifen, statt selber zu erstellen. Aber ich will den DX7 nicht dissen -

    Jap, genau das ist auch eher mein Ding, weil ohnehin Sampler-Fan. Alleine das bietet unendliche Möglichkeiten. Könnte mir nur vorstellen, auf anderen Geräten zu versuchen, diese Sounds nachzubauen, da kommt dann oft was anderes, aber interessantes bei raus. Nord Modular ist dafür geeignet, aber auch schon wieder so lange discontinued und im Nu ist das alles retro. Anderes Thema :) .

    Die Bedienung ist megaumständlich. ich hab mehrere Yamaha Sythies und kann dir sagen, dass der DX7 zwar einen schönen Klang hat, aber die 4 OP Synths irgendwie mehr nach Retro und Childhood, RPG Spiele usw. klingen, und auch bratziger, knackiger, wärmer.

    Ja dafür ist er auch legendär geworden- Viele wollen den Klang, aber es soll wenig Spaß machen, selber zu erstellen. Vielleicht noch diesen kleinen Yamaha DX200 im Desktop-Groovebox Format, der soll gut sein, plus Editorprogramm dann auch besser bedienbar. Aber richtig retro wäre dann z.B. 4 OP, MSX etc., keine Frage ;) .

    Wie gesagt, kann vielleicht als Synththread ausgelagert werden, ich bin hier weiterhin Leser und freue mich über so ausgiebig MSX.

  • Hier habe ich die interessanten Seiten aus dem Niedermeyer-Katalog Frühjahr/Sommer 1986 gepostet

    Ja, in Österreich gab es eine treue Philips Gemeinde. ich hatte auch einen Disk-Tauschpartner aus A. Netter Kontakt, erinnere ich mich gerne. Leider fällt mir weder Name noch Ort dazu ein, ist ja schon weit über 40 Jahre her...


    Hat jemand von euch den Philips-Datenrecorder von Seite 70?

    Keine Firma ließ es sich nehmen Datenrecorder zu produzieren. Einige nutzten die Chance ihre alte Monoware als spezifische Bandlaufwerke an den Mann zu bringen (ich erinnere mich an die billig Teile von WHSmith, andere produzierten hochwertige Taperecorder mit automatischer Tracksuchfunktion. Der Philips war schon ein besonderes Gerät, erst als D6450, später als NMS1510 verkauft passte er optisch sehr gut zu Philips NMS Linie.

    Aiwa und Sanyo hatte da ebenfalls HighEnd Geräte, die teilweise bis 4800Baud konnten.

    Ungewohnt, da ich vom 64er kam war die Aufnahme auch hören zu können. Dies ließ sich zwar abschalten, brennte sich jedoch in mein Gehirn wie das Faxsignal.

    Über den Tapeausgang kann man (auch ähnlich dem C64) auch den Motor des Rekorders steuern. Im BASIC gibt es den Befehl MOTOR ON und MOTOR OFF. Bei manchen Maschinen hört man da zusätzlich ein lautes Relais klicken.

    Jedenfalls eine einfache Möglichkeit eine kleine Steuerung zu bauen...

    mir hatte damals der rote Yashica YC-64 sehr gefallen, aber was mich als 12-jährigen mehr beeindruckt hat, waren die beworbenen "80" KB RAM des Philips VG-8020.

    Die Geräte kamen mit meist 64kB Hauptspeicher plus 16kB VideoRAM (der VRAM war Standart, weniger gab es nicht. Kurios, denn so gab es Maschinen mit lediglich 8kB Haupt- aber 16kB Videospeicher).

    Philips hat da zu marketingzwecken einfach addiert. Nicht nur beim VG8020, auch später noch bei der MSX2 Reihe. So hatte der VG8235 256kB RAM. :)

    Der Sony HBF700D hatte "echte" 256kB RAM plus 128kB Videospeicher.

    Den VRAM konnte man auch als RAM Disk nutzen, war nützlich beim Diskettenkopieren. Mit 512kB Speichererweiteung hat dann locker eine gesamte Floppy in den Speicher gepasst. ;))

  • Macht Laune. Baust Du noch eine Bande ein? Sonst läuft der Wurm einfach durch...

    Du hast den einfach immer durchlaufen lassen, oder? Auf die Idee bin ich bisher nicht gekommen, aber klar...dann läuft der, bis der Bildschirm voll ist. Mal schauen...wenn wieder ein Sonntag verregnet ist oder so.

  • offenbar gesponsert von Philips

    Ja, der schiefe Philips Aufkleber auf dem Monitor spricht Bände!

    Da arbeitet jedenfalls kein 8280 drunter, sondern lediglich ein 8235.

    Ich habe mal gelesen (muss da die Quelle jedoch erst wieder suchen), das in den NL noch lange mit HBF900 und Betamax bei Fernsehsendern gearbeitet wurde.

    Ganz sicher war sein größter Konkurent in der MIR stationiert war.

    Ein HB-G900 Genlocker im All:

  • Ende 1990 erreichte uns eine Kopie von Metal Gear2. Wir hatten schon auf einen Nachfolger gehofft und schon Contra dafür gehalten. Hideo hat es sich nicht nehmen lassen persönlich für das Gelingen zu sorgen und hat die Nintendo Version anderen überlassen. Doch das MSX MG2 entstammte der Feder des Meisters.

    Aus japanischen Zeitschriften hatten wir zwar Bilder gesehen, mehr wußten wir jedoch nicht, auch nicht über neue Moves und die Geschichte.

    Zu ersteinmal beeindruckte das Intro, so etwas Stimmumgsvolles fand man selten. Wer ein SCC Cartridge umgebaut hatte konnte dem in Konamitypischen 8 stimmigen Sound lauschen. Wir haben auch oft F1 Spirit nach dem Einschalten vorsichtig in den Sony gesteckt - meist ging es gut, einmal auch nicht.

    Natürlich war das Spiel japanisch und wir verstanden nichts. Nichts von der Story, nichts von den Gesprächen oder Funksprüchen. Deshalb durften wir das Spiel viel intensiver genießen und alles doppelt und dreifach checken.

    Ein GameMasterII erlaubte die Spielstände abzusaven, ansonsten konnten wir auch gewohnt auf Cassette speichen. Und das war nötig. Solid Snake war schwer, wenn man einfach draufhielt, es erzog uns zum umsichtigen Handeln. Ich erinnere mich gerne an die Verfolgung im Jungel oder dem vorsichtigen Marsch durch das Moor.

    Echt der Hammer.

    EIn Freund rief mich aus einer Kneipe an, da er kein eigenes Telefon besaß. Er fragte was er mit dem Plastiksprengstoff anstellen sollte - und die Gäste der siebziger Jahre Kneipe verstummten. Ich stelle mir die Situation heute noch gerne vor. :)

    Solid Snake beschäftigte uns über Tage, wenn einer weiterkam rief er die anderen unserer Gruppe an.

    Das waren wir schon von verschiedenen Titel wie War of the Dead oder den YS Spielen gewohnt aber so sehr packte uns bisher kein Spiel (zumal wir ja gar nicht verstanden um was es ging).

    Viele zeichneten Pläne, die wenigen Tipps wurden in den letzten Zeitschriften oder auch im Computer Flohmarkt veröffentlicht. Wer in einem Game nicht weiterkam nutzte diese Kanäle gerne, musste auf ANtworten aber auch oft vier oder mehr Wochen warten.

    MSX Kurier, MSX Contact oder das hauseigene HSH Magazin (mit Dynamic Publisher gestaltet) waren unsere bevorzugten Informationsquellen.

    Peter Gertsentheimer und Gerd Pepela waren die treibenden Kräfte hinter dem Contakt. Meine letzte Ausgabe ist von 1/94, ob es danach weiterging ist mir nicht mehr bekannt.

    Natürlich ging es in den Niederlanden noch sehr geschäftig zu, von hier kam Software NAchschub als die Diskettenlieferungen aus Japan nachließen.

    Messen, die ganze Sporthallen füllten, Menschenschlangen vor den Eingängen, über 60 Aussteller.

    Das war Tilburg.

  • Für die Anzahl der verschiedenen Zeitschriften habe ich die C64 Szene natürlich immer bewundert. Selbst im CHIP waren Commodore Artikel ja reichlich vertreten. Von MSX laß man meist nur aufgebohrte Presseberichte und -mitteilungen der sponsorenden Gerätefirmen. Zum Start des Systems sah das natürlich noch anders aus, die Berichterstattumg flaute jedoch nach der anfänglichen Euphorie bald ab. Im deutschen Sprachraum dominierte die MSX Revue, später umbenannt in HCA, Home Computer Active.

    Man merkte den Einfluß des Nachbarstaates, Berichte wurden meist aus dem holländischen übersetzt. Ab 1986 teilten sich MSX und Atari ST die Seiten, bald darauf als HCA Ataris Achtbittter und selbst der TI994/A.

    In Glanzzeiten fanden sich zahlreiche hervorragende Listings, u.a. von Volcker Becker, in der Zeitschrift. Doch wer über Neues Informirt werden wollte mußte sich spätestens ab 1988 auf dem japanischen Zeitschriften Markt umsehen. Natürlich dekratierte dies die meisten von un zu reinen Bilder- Konsumenten. Ähnlich dem Playboy interessierten wir uns ausschließlich für die Abbildungen, der Text zog an uns vorüber.

    Es gab natürlich noch ambitioniete Clubzeitschriften, insbesonders möchte ich hier den auf Floppy vertiebenen DiskFan nennen, der von meinem Freund MiChi programmiert und von PzO mit Inhalt versorgt wurde. Eine Publikation wie diese waren meist nur im Abo erhältlich, eine Verfügbarkeit am Kiosk war jedenfalls ausgeschlossen.

    Die Berichte aus Japan hielten unsere Szene jedenfalls am Leben und wir streuten das Wort der importierten Hochglanzmagazine auf in schwarz/weiß kopierten Blättern.

  • Ab 1994 reißten wir regelmäßig nach Holland, wie das herranwachsende in unserem Alter oft taten. Alleine der Grund unterschied uns von unseren Kollegen. Auch wenn dieser im Grunde nicht weniger Illegal war.

    Nicht Amsterdam oder Venlo hatten es uns angetan, sondern Tilburg und Zandvort. Große Treffen die Sporthallen mit Menschen füllten ließen uns Staunen. Sowohl Soft- als auch Hardwareszene scheinten hier zu überleben. Abseits des 16bit Wahns erlebten wir hier die letzte 8Bit Enklave, oder eher Oase inmitten der von Amiga und ST dominierten Heimcomputer Welt.

    Nach japanischem Vorbild programmierte RPG wie Pumkin Advenure oder Ducktales, schnelle Plattformer wie Frantic und Klassiker von AnMa laden auch heute noch gerne zu einem Ausflug in die MSX Softwareszene der 90er ein.

    Hier wurden OPL4 Erweiterungen und V9990 in PC Gehüse verbaut auf den Ständen präsentiert und Diskettenspiele mit kopierten Anleitungen verkauft.

    Natürlich wurde auch viel getauscht und geraucht. Hier hätte es dem Marlboromann gefallen.

    Bemerkenswert war die große Musikerszene. Dies war in ersterlinie wohl einem Program zu verdanken. Moonblaster war der erste ernstzunehmende Tracker. Mit ihm konnten (auch mehrere) OPL4, das FM Pac und die PSG einfach programmiert werden. Bis heute hält sich dieses Programm in den Diskettenboxen der User und schlägt sich wacker mit neueren Trackern und Playern um die Gunst der Musikfreunde. Hierüber freute ich mich am Meisten, war mein Philips Musik Module doch längst im heimischen Schrank verstaubt. Außerdem brachte ich von meiner ersten Messe in Holland noch einen Hanscanner von HAL mit nach hause, der mich in der nächsten Zeit viel ClipArt für den Dynamic Publisher produzieren llies.

    In dieser Zeit, in der der PC im Haushalt gerade erst Fuß fasste, konkurierte lediglich noch der Amiga um die Gunst der Systemwechsler. Jedoch nicht mehr lange. Die Hoffnung schwand als auch noch Panasonic seinen Abschied vom MSX Markt verlautbaren lies.

    Die ehemaligen MSX Gefährden Goldstar und Matshuita fanden Gefallen an einem neuen Standard 3DO, Philips versuchte mit dem CDi den Konsolenmarkt aufzumischen.

    Sony ging einen anderen Weg, zumindest einen, der uns Solid Snake wieder nahe bringen sollte.

    Doch noch war die Welt in der wir uns bewegten 2D.

  • Das war die Zeit, als er MSX CONTAKT herausgegeben hat oder?

    Die ersten beiden Jahrgänge hab ich :thumbsup: obs 94 noch weiterging weiß ich aber garnicht.

    Im MSX Forum sucht ein User nach Scans der Ausgaben. Leider habe ich nur einzelne Hefte. Könntest Du Deine scannen und hochladen (MSX.pics oder file-hunter.com)? Das würde eine große Lücke schließen! Schließlich war der Contact sicherlich das letzte deutschsprachige Heft von überrregionaler Bedeutung.

  • Im MSX Forum sucht ein User nach Scans der Ausgaben. Leider habe ich nur einzelne Hefte. Könntest Du Deine scannen und hochladen (MSX.pics oder file-hunter.com)? Das würde eine große Lücke schließen! Schließlich war der Contact sicherlich das letzte deutschsprachige Heft von überrregionaler Bedeutung.

    Ja, das sollte gehen. Ich kann das vielleicht nächste Woche in der Arbeit machen, selber hab ich keinen Scanner.


    Mein Sanyo PHC-28P (GE) ist auch in eurem Wiki :thumbsup:

  • EIn Freund rief mich aus einer Kneipe an, da er kein eigenes Telefon besaß. Er fragte was er mit dem Plastiksprengstoff anstellen sollte - und die Gäste der siebziger Jahre Kneipe verstummten. Ich stelle mir die Situation heute noch gerne vor. :)

    :D


    Apropos Telefon...

    Viele zeichneten Pläne, die wenigen Tipps wurden in den letzten Zeitschriften oder auch im Computer Flohmarkt veröffentlicht. Wer in einem Game nicht weiterkam nutzte diese Kanäle gerne, musste auf ANtworten aber auch oft vier oder mehr Wochen warten.

    MSX Kurier, MSX Contact oder das hauseigene HSH Magazin (mit Dynamic Publisher gestaltet) waren unsere bevorzugten Informationsquellen.

    Gabs daaamals™ in der Mailboxszene nix punkto MSX?

    Wenn ich daaamals™ bei C64 Games nicht weiter kam, bzw eh keinen Plan hatte - was sehr oft vorkam (bei so ziemlich jedem Game hatte der (ebenfalls nicht vorhandene) Hund die Anleitung gefressen *g*), schaute ich kurz in die BBS meines Vertrauens, und postete da meine Frage, wenn die in der Mailbox nicht eh schon in diversen Helpfiles beantwortet war. Dauerte in der Regel keine Wochen - sondern in so 30-60 Minuten hatte man eigentlich immer die Antwort - so ähnlich wie hier im F64 8)

  • Gabs daaamals™ in der Mailboxszene nix punkto MSX?

    Da bin ich schlecht informiert. Bis die Post ihre Anschlüsse in Deutschland freigab lebte ich noch bei den Eltern. Und die hätten weder eine Sondernutzung der Telefondose als auch die erhöhte Telefonrechnung nicht toleriert. Computerzeugs war zumindest für meine Eltern nicht unbedingt Teufelszeug, dennoch unnötig. Aus diesem Grund sorgte ich mit Ferienjobs auch selbst für men Equipment. Nur ein eigener Telefonanschluß war da halt nicht drin.

    In WGs später und auch beim ZiVi war es ähnlich. Das Internet erreichte mich erst in öffentlichen Cafés Mitte der 90er.

    Das hatte natürlich auch etwas, damit brachte ich den MSX damals jedoch nicht in Verbindung.

    Ein Sony HBT-7 Communication Terminal.


    Es gab natürlich Modems zu kaufen, ich besitze sogar zwei MSX bei denen ein solches bereits eingebaut war. Auch das paßte ja super in das ursprüngliche Konzept des Standards.

    Der Sony HBT600 war "börsenorientiert", er kam mit einem speziellen Keyboard.


    Japanische Autohändler konnten dann Anfang der 90er zu einem "hidden" MSX greifen. Der Aucnet war eigentlich ein tR, der es erlaubte auf Gebrauchtwagendatenbanken zuzugreifen.

    Über diese "hidden MSX" muß ich unbedingt auch noch etwas schreiben, da sie heutzutage einen sehr günstigen Einstand in die Welt der MSX2 bieten. ;)


    Was war los in den Telefonleitungen der 80er? Eine interessante Frage, die ich gerne mal ins MSX Forum stellen werde.