Hello, Guest the thread was called5.1k times and contains 124 replays

last post from fepo at the

Habt Ihr mal daran gedacht dem C64 untreu zu werden?

  • Es gab massig niederländische Zeitschriften (die bei uns erhältkichen waren sämtlich Übersetzungen der NL Pendants), Clubs, Homebrew... Eben alles was eine aktive Szene ausmacht. Dennoch war auch der C64 stark vertreten.

    Interessant. Was waren in der Gründerzeit (ca 1983 bis 1985) so die Highlights bei MSX? Spiele, Demos, andere Software? Hardware?

  • "Untreu" ist das falsche Wort.


    Habe ich den 64 verlassen? Ja.

    Habe ich den Amiga verlassen? Ja.

    Habe ich den Windows verlassen? (Noch) nicht.


    Besuch ich sie noch hin und wieder? JA!

    Die abgelegten Rechner sind für mich (mindestens) alte Bekannte.


    Es gibt flüchtige Bekannte,

    dann die paar, mit denen man viel Zeit verbracht hat.

    Und dann sind da zwei oder drei echte Freunde. Bei denen ist alles wie immer, selbst wenn man sich zehn Jahre nicht gesehen hat:

    "moin mal wieder" *klick* läuft!


    *philosphier*

  • Die abgelegten Rechner sind für mich (mindestens) alte Bekannte.

    Es gibt flüchtige Bekannte,

    dann die paar, mit denen man viel Zeit verbracht hat.

    Und dann sind da zwei oder drei echte Freunde. Bei denen ist alles wie immer, selbst wenn man sich zehn Jahre nicht gesehen hat:

    "moin mal wieder" *klick* läuft!

    Wenn ich mal etwas pathetisch werden darf - die große Liebe war bei mir sicher der C64 (bis heute), und auch der DOS-PC + inkl den Ultima Underworlds & Co .

    Mit dem Amiga bin ich nie sooo warm geworden, wie mit dem C64 - auch die DOSen waren mir näher. Aktuell bin ich wieder von meinem Ryzen 5 3600 sehr angetan - und auch Win 10 macht was es soll.

  • die große Liebe war bei mir sicher der C64 (bis heute), und auch der DOS-PC

    Ist bei mir exakt dasselbe - und der Amiga steht und steht und wird nicht mehr angesehen. Früher sehr oft mal eine Runde PANG! - aber heute auch nicht mehr...
    Die Beziehung zu diesem Rechner hatte nie die gleiche "Qualität" wie zum Cevi.


    Aber auch nicht zum PC. Auch wenn man den PC als "seelenlose Arbeitsmaschinen" bezeichnet.

    Dadurch, dass mich der Cevi so früh mit der Materie Computer hat verschmelzen lassen, hatte ich natürlich (wie sicher viele andere hier) nie Berührungsängste, an andere Rechner zu gehen.
    Und da mein Dad so lieb war, früh einen PC anzuschleppen (IBM PS/2 286), ging es da eben auch nahtlos weiter.

    Ich habe mein ganzes Leben an PCs geschraubt, unzählige Rechner zusammengebaut, repariert und Windows installiert (allein schon dadurch, dass ich eben das seit fast 30 Jahren im selben Laden gemacht habe) - da ist eine gewisse Liebe zum PC bei mir nicht abzustreiten. ;)

  • Quote

    Was waren in der Gründerzeit (ca 1983 bis 1985) so die Highlights bei MSX? Spiele, Demos, andere Software? Hardware?

    Das war eine interessante Zeit. Beim C64 hielt gerade die zweite Generation von Spielen Einzug. Ich hatte nur eine Datasette, wohnte aber in der Stadt, war also gut versorgt mit Kaufhof -und Karstadtware. ;) Ich war verwöhnt mit Spielen wie Ghostbusters, Hacker, LCP und eben Elite. F15 Strike Eagle und Rambo wechselten den Ladescreen mit Goonies und Web Dimensions (:)). Eine großartige Welle mit grafik- und soundintensiven Spielen. Ich überlegte mir im Sommer von meinem Geld als Ferienjober noch kurz eine 1541 zu kaufen um auch GI Joe und Seven Cities of Gold datteln zu können.

    Ich entschied mich für ein Fahrrad.

    Zum Jahreswechsel, kam auch der Wechsel zum HitBit. Den Commodore habe ich für 300 Mark in einem Secon-Hand Laden verhükert und mir gleich darauf bei Photo-Porst (!) am Bahnhof den MSX gekauft. Der Verkäufer hat mir noch 4 DM nachgelassen, das es für ein S-Bahn Ticket reicht und mir die Tür aufgehalten.

    Dann saß ich da mit dem blanken MSX und habe mir notgedrungen das (das Begleitbuch zum C64 ist echt gut aber das BASIC Handbuch das beim Sony beilag ist bis heute ungeschlagen!) Handbuch durchgelesen. Vieles kannte ich natürlich vom BASIV V2, das MSX BASIC war aber eben viel Befehlsorientierter. SCREEN, PLAY, COLOR, LINE! Sprites waren in HEX, dezimal oder binär einzugeben, somit war ja fast schon ein Spriteeditor im System integriert.

    Meine erste Ausgabe war dann ein FLASHRAMSPEICHER! 4 Kilobyte. Alter das hat gerockt! Von der Cassette zum Flashspeicher. Ich pfeiff' auf langsame Floppies!

    Das Modul war teuer und konnte nur eine Datei speichern, deshalb folgte ein Bitcorder. Der war ebenfalls schnell, die 1541 hätte ihre Mühe gehabt.

    Meine ersten Spiele waren Konamimodule. Athletic Land ersetzte somit Pitfall, Antarctic Adventure Pitstop. Nur mit Pinguin halt. Die Games waren einfach, die Grafik dennoch recht gut, schnell war so ein Spiel bis zum Ende durchgezockt. In den drei Läden die MSX führten lernte ich dann auch meine neuen Leidensgenossen kennen und schnell wurde wieder getauscht, klar auch Spiele. In erster Linie jedoch selbstgebrautes.

    1986 kam Nemesis. Erstmals erntete ein Spiel von meinen ehemaligen Commodore Kollegen Staunen. Die spätere C64 version war auch nur ein Abklatsch vom Konami Modul.

    Konami beherschte den Spielmarkt. HAL verzauberte noch mit EggerlandMystery und Activision überschwemmte den Markt mit Spielen, die auch andere Systeme beherschetn.

    Die wenigen Spiele auf Tape waren oft Spectrum Konversionen, nicht der Rede wert. Bis zum MSX2 vergingen jedoch noch ein paar Tage.

    Auch hier konnte ich die Zeit mit "sinnvollerem" als datteln füllen: Das PhilipsMusicModule lieferte OPL Sound, Samples mit 16Khz und Keyboardunterstützung. Samples! Gute Soundschnipsel die in einem Sequenzer mit 12 Stimmen angeordnet werden konnten.

    Mit Trackball habe ich gezeichnet und die Bilder in Demos mit OPL Sound eingebaut. Der Vierfarbplotter brachte es zu Papier.

    Das alles nahm mich in seinen Bann, bis ich dann 1986 einen MSX2 in meinem Computerladen stehen sah. Mit Maus. Doch das ist ein anderes Kapitel. Ein großes.

  • Quote

    Ich würde mich freuen, auch mehr selbstgeschriebene Software und auch Hardware-Basteleinen dafür zu sehen.

    Wir veranstallten seit 14 Jahren die msx.dev. das sind viele Hombrewperlen programmiert worden, oft werden auch einige als Cartridges produziert. Das beste ist, die Spiele sind alle kostenlos zu haben, mittlerweile ist da ein schöner Katalog zusammen gekommen.

    Die aktuelle MSX:21:dev läuft noch bis August, die beiden letzten Ausgaben hatten jeweils über zwanzig sehr interessante Spiele zu bieten.

    An Hardwarebasteleien gibt es vom Keyboardadapter bis zum MSXVR alles, was das Herz begehrt. Eine nette Gruppe stellt hier ihre Ergebnisse aus. Die Projekte sind OpenSource, Gerberfiles frei verfügbar. Wie es eben sein muss. ;)

    Mittlerweile bin ich hier jedoch sehr weit vom Topic entfernt... ;)

  • Ich überlegte mir im Sommer von meinem Geld als Ferienjober noch kurz eine 1541 zu kaufen um auch GI Joe und Seven Cities of Gold datteln zu können.

    Ich entschied mich für ein Fahrrad.

    Fahrrad hatte ich auch eines, aber irgendwie waren die C64-Disketten immer kaputt, nachdem ich sie dort eingelegt habe. Wahrscheinlich doch irgendwie inkompatibel dazu gewesen das Teil. Hab's dann irgendwann wieder verkauft.

  • Zum Jahreswechsel, kam auch der Wechsel zum HitBit. Den Commodore habe ich für 300 Mark in einem Secon-Hand Laden verhükert und mir gleich darauf bei Photo-Porst (!) am Bahnhof den MSX gekauft. Der Verkäufer hat mir noch 4 DM nachgelassen, das es für ein S-Bahn Ticket reicht und mir die Tür aufgehalten.

    Geile Story :D



    1986 kam Nemesis. Erstmals erntete ein Spiel von meinen ehemaligen Commodore Kollegen Staunen. Die spätere C64 version war auch nur ein Abklatsch vom Konami Modul.

    Muss ich mir mal anschauen.


    MSX ist ja ein Standard - d.h. es war eigentlich egal welchen Rechner man kaufte, da die eh alle kompatibel waren, oder gab es besonders gute/begehrte MSX?


    Bis zum MSX2 vergingen jedoch noch ein paar Tage.

    Auch hier konnte ich die Zeit mit "sinnvollerem" als datteln füllen: Das PhilipsMusicModule lieferte OPL Sound, Samples mit 16Khz und Keyboardunterstützung. Samples! Gute Soundschnipsel die in einem Sequenzer mit 12 Stimmen angeordnet werden konnten.

    Mit Trackball habe ich gezeichnet und die Bilder in Demos mit OPL Sound eingebaut. Der Vierfarbplotter brachte es zu Papier.

    Das alles nahm mich in seinen Bann, bis ich dann 1986 einen MSX2 in meinem Computerladen stehen sah. Mit Maus. Doch das ist ein anderes Kapitel. Ein großes.

    Klingt alles seeehr interessant. Was ging dann beim MSX2 ab?

  • Quote

    gab es besonders gute/begehrte MSX?

    Der CX5M von Yamaha hatte quasi einen halben DX7 plus MIDI eingebaut. Das spielte im Vergleich zu Piepsgeneratortönen (auch im Vergleich zum SID) in einer komplett anderen Liga. Sanyos MPC kam mit Lichtgriffel, die HitBitreihe mit integrierter Datenbank und der Möglichkeit die erwähnten batteriegepufferten Speichermodule zu nutzen.

    Casio hatte einen Rechner am Start in Spectrumgröße. Der SVI738 erlaubte 80 Zeichendarstellung. An Canons V20 konnte man die neue T-90 Spiegelreflexkamera anschließen um Einstellungen vorznehem und auszulesen. Bei uns erhältliche Modelle hatte meist lokalisierte Keyboards.

    Nicht in D, aber in GB und natürlich Japan verbreitet war ein Videocomputer von JVC der das Superimposing und das Ansteuern von Laserdisks erlaubte. So gab es von Hitachi einen MSX mit per Software ansteuerbarem Cassettenlaufwerk, auch andere Hersteller wie Sony und Sanyo hatten ähnlich dem CPC eingebaute Tapelaufwerke im Angebot.

    Interessant war, das es von jedem Hersteller mehrere Modelle gab um alle Preisregionen abzudecken. Die Peripherie war reichlich (und natürlich herstellerübergreifend austauschbar). Die ersten 3,5" Diskettenlaufwerke (Sony war da ja Lizensnehmer), 5,25 Laufwerke von SVI und der deutschen Firma (!) CE-TEC), Vierfarbplotter und Nadeldrucker, Keyboards verschiedener Größen (nicht nur von Yamaha - Toshiba hatte sogar eines mit Sensor-Menütasten), RS232 Interfaces, Quickdisklaufwerke, Grafiktabletts, Speichererweiterungen, Lightpens, Trackballs, Taito brachte Arkanoid mit speziellem Pad, Philips die Maus dem MSX nahe.

    Wer jetzt sagt, das gab's ja auf meinem Rechner damals auch: Wir befinden uns noch im Jahr 1984, knapp nach Start des Stantards. Natürlich war alles teuer und gewollt im höheren Preissegment angesiedelt. Die bei uns erhältlichen HB75D und VG8020 kratzten noch die 1000.- DM Schwelle als es meinen C64 um 550.- DM im Laden gab.

    Zum Weihnachtsgeschäft änderte sich das jedoch schlagartig: Alle Modelle stürzten im Preis, mein Sony von 1000 auf 300 (!) DM. Das hatte mehr mit der Einführung des MSX2 Standarts in Japan zu tun, war aber natürlich wirklich schlechtes Marketing. Immerhin schuf das mehr MSX User, ähnlich dem späteren veramschen der C16 Reihe bei Aldi. Auch ich konnte wechseln und war mächtig stolz auf meinen CRX. ;)

    Wenn ich jetzt hier noch von meiner MSX2 Zeit erzähle, werde ich des Threads verwiesen. :)

    Wir waren letztes Jahr zu einem Podcast eingeladen über MSX zu erzählen. Da wurden locker 8 Stunden draus. Bei Intresse hör' ruhig mal rein:

    http://blog.retrokompott.de/re…13-msx-part-i-22-03-2020/

  • controlport2 Seeeeehr geile Idee. Oder könnte man das vielleicht direkt auslagern? :dafuer:

    Hamlet Ja biiiiitte erzähl weiter! :popcorn:

    Ich werde mich auch noch beteiligen. In diesem oder eben deinem Thread. Soviel verraten: Als bekennender C64 Liebhaber hat bei mir alles mit Spectravideo SVI328 MK2 angefangen. Er war ja quaaaasi MSX, zwinker. Hab ihn auch heute noch plus einen Zweiten.


    Wollte mich schon lange hier beteiligen, aber zur Zeit nur Stress, Stress, Stress und Überstunden im Job und es reicht schon fast nicht mehr dazu, hier im Forum mitzulesen. Meißt schaffe ich das gerade mal nachts am Wochenende, was für mich immer ein zwei Stunden der totalen Entspannung sind. :fui

    Aber ich hole meinen Beitrag so schnell wie möglich nach.

  • Wenn ich jetzt hier noch von meiner MSX2 Zeit erzähle, werde ich des Threads verwiesen. :)

    Ich hab Dir hier geantwortet 8)


    Der MSX Thread


    Aber mach doch einen neuen Thread dafür auf - gibt genug Leute, die das interessiert! :)

    Done ;)



    Hamlet Ja biiiiitte erzähl weiter! :popcorn:

    Ich werde mich auch noch beteiligen. In diesem oder eben deinem Thread. Soviel verraten: Als bekennender C64 Liebhaber hat bei mir alles mit Spectravideo SVI328 MK2 angefangen. Er war ja quaaaasi MSX, zwinker. Hab ihn auch heute noch plus einen Zweiten.


    Wollte mich schon lange hier beteiligen, aber zur Zeit nur Stress, Stress, Stress und Überstunden im Job und es reicht schon fast nicht mehr dazu, hier im Forum mitzulesen. Meißt schaffe ich das gerade mal nachts am Wochenende, was für mich immer ein zwei Stunden der totalen Entspannung sind. :fui

    Aber ich hole meinen Beitrag so schnell wie möglich nach.

    Mach das - wenn es nur zu MSX ist dann s.o. ;)

  • Ich weiß gar nicht, ob mir bei der Anschaffung des ersten C64 klar war, ob es überhaupt andere (Home-)Computer gibt. (-; Im Umfeld hatten ausnahmslos alle einen C64.


    Später hatte es mir das Design der Amstrad-/Schneider-CPCs angetan, aber ein Wechsel kam nicht in Frage. Mit dem C64 C hatte Commodore dann auch beim Design wieder die Nase vorn - bis heute, ein schnittigerer Computer ist mir nicht mehr untergekommen. So gesehen ist es fast tragisch, dass die Allgemeinheit beim C64 meist nur an den Brotkasten denkt, auch wenn der freilich (auch bei mir) den größeren Nostalgie-Faktor hat.


    Dass man später mal auf einen 16-Bitter wie ST/Amiga umstieg ist eh klar

    In meinen Augen konnte der C64 über Amiga und Atari ST nur müde lächeln. Kein BASIC im ROM, also keine Seele. UND keine Grafikzeichen - da war das Maß an Unzumutbarkeit für mich schon voll. Die frühen Zeiger-GUIs (auch GEOS) fand ich fummelig und hässlich. Als mir ein abgelegter A500 zuging, daddelte ich die beiliegenden Spiele durch (von denen mich nur Dune II beeindruckte), dann landete er auf dem Speicher.