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Gab es wirklich gebrannte PS1-Spiele?

  • a.) bei PS1 sollte man möglichst "Blaue" CD-Rohlinge -> damals waren VERBATIM das Beste ;) , nehmen...

    Die damaligen Sony-Laufwerke waren in der Tat sehr wählerisch, mit welchen Rohlingen die klargekommen sind. Das galt auch für Hifi-Anlagen und Ghettoblaster. Das hat sich aber seitdem deutlich gebessert.

    Meine waren definitiv nicht alle blau. Durch die Goldbeschichtung, die viele Rohlinge damals noch hatten, sah der blaue Farbstoff auch grün aus. Die einfachste Möglichkeit, die Verträglichkeit von Rohlingen zu testen, ist eine bereits gebrannte Audio-CD einzulegen, um zu sehen, ob sie einwandfrei spielt. Ist das der Fall, kann man den jeweiligen Rohlingstyp auch für PS1-Spiele verwenden. Die Qualität vom Brenner ist allerdings genauso wichtig, wie die Rohlinge.

    Aber auch Vorsicht bei Verbatim. Die haben verschiedene Rohlinge im Sortiment. Da wurde auch zeitweise ziemlicher Schrott verkauft. Deren Pasteldiscs waren aber stets die hervorragenden Taiyo Yuden und daher eine sichere Wahl, wenn man mal im begrenzten Supermarktsortiment unterwegs war.

    Die Verbatim wurden von Taiyo Yuden hergestellt und waren in der Tat mit die Besten. Afaik war Taiyo Yuden auch der letzte Hersteller, welcher noch CD-Rohlinge (die selber brennbaren) produziert hat.

    Die haben die CD-Rohlinge praktisch erfunden und stets ordentliche Qualität abgeliefert. Die große Mehrheit meiner gebrannten CDs und DVDs sind deswegen auch Taiyo Yuden, und mit denen hatte ich keinen einzigen Ausfall. Die Produktion wurde bis heute nicht eingestellt. Vor ein paar Jahren hat CMC die Fabrikationsstraße von Taiyo Yuden aufgekauft, und produziert die jetzt als CMC Pro. In Europa werden die von JVC vertrieben.


    Und wo schon PS2 DVDs angesprochen wurden, da wurde tatsächlich vor nicht allzu langer Zeit ein Exploit gefunden, der es ermöglicht, Spiele so zu brennen, daß sie auf einer unmodifizierten PS2 booten: https://cturt.github.io/freedvdboot.html

  • Ich kann mich auch noch vage an so einen Ratschlag erinnern, die Playstation erst mit einem Original zu starten und dann die CD zu wechseln, indem ich vorher ein Streichholz in die Klappe stecke :D Ich hatte aber nie eine.

    Kann ich so bestätigen, habe ich damals mit Resident Evil so gemacht.klappe auflassen in den Schalter der runtergedrückt wird mit der Klappe etwas festklemmen originalcd bis zum Playstation Logo drin lassen und dann schnell wechseln.

    Jup, bei uns nannte man es den "Kippenstummeltrick", Klappe auf, Kippenstummel zwischen Schalter und Kunstoffnase des Deckels und mit Originalspiel booten. Wenn das PS-Logo kam mit dem Ton, dann im fliegenden Wechsel CD raus und die gebrannte Sicherungskopie des eigenen Spiels rein, danach war der Bootloader schon intus und machte nach erneutem Anlaufen mit der gebrannten Sicherungskopie weiter. Später bauten wir sie um. War eine coole Zeit.

  • aber egal... will das noch heute "jemand brennen " ?? , die "Lieblings Spiele" hat man doch "einfach"...

    Auch wenn es jetzt OT wird:


    Für die SEGA Dreamcast gibt es "GDEMU", da ersetzt man das GD-ROM-Laufwerk gegen eine Platine mit SD-Slot.

    Eine wirklich tolle Sache, man kann so ziemlich alle GD-Spiele auf eine SD-Karte kopieren und direkt aus dem Auswahl-Menue starten, in Verbindung mit einem HDMI--Adapter (wandelt das VGA-Signal der Dreamcast in ein HDMI-Signal um) und einem neuen internen Netzteil wird die SEGA Dreamcast Konsole ein perfekte umgebautes Gerät, denn wie auch bei der PS1 oder PS2, das optische CD/DVD-Laufwerk ist ein Verschleißteil und eigentlich das erste was in so einer Konsole eben kaputt geht.


    GDEMU (ersetzt das GD-ROM-Laufwerk)

    https://www.amazon.de/Denash-G…hvtargid=pla-750987255729


    HDM-Kabel für Dreamcast:

    https://www.ebay.de/itm/for-Se…70d5f3:g:rrgAAOSwibJfX~OS


    Neues internes Netzteil für Dreamcast (ein externes 12V-Netzteil wird zusätzlich benötigt)

    https://www.ebay.de/itm/DreamP…d8b888:g:HX4AAOSwRYZf2GP0

  • Da erinnere ich mich noch gut.

    Das muss so um 1998 gewesen sein.

    Meine Schwester und ihr Mann hatten eine PS1 mit vereinzelt gebrannten Spielen.

    In der näheren Großstadt gab es einen Laden für gebrauchte Videospiele den ein Inder führte.

    Er machte die Umbauten. Da kam glaube ich ein Chip rein und dann erkannte der Laser auch gebrannte Scheiben.

    Solche Läden habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Das war damals ziemlich cool.

  • Auch wenn es jetzt OT wird:


    Für die SEGA Dreamcast gibt es "GDEMU", da ersetzt man das GD-ROM-Laufwerk gegen eine Platine mit SD-Slot.

    Eine wirklich tolle Sache, man kann so ziemlich alle GD-Spiele auf eine SD-Karte kopieren und direkt aus dem Auswahl-Menue starten, in Verbindung mit einem HDMI--Adapter (wandelt das VGA-Signal der Dreamcast in ein HDMI-Signal um) und einem neuen internen Netzteil wird die SEGA Dreamcast Konsole ein perfekte umgebautes Gerät, denn wie auch bei der PS1 oder PS2, das optische CD/DVD-Laufwerk ist ein Verschleißteil und eigentlich das erste was in so einer Konsole eben kaputt geht.

    Ein spannendes Projekt wäre da auch das DCIO, derzeit aber auf Eis.

    Die Jungs haben aber bereit das PSIO entwickelt, ein Laufwerks-emulator für die PS1, sehr zuverlässig und hochwertig:

    https://ps-io.com/

    Evtl. wäre das ja was spannendes.

  • Die CD´s im laufen gewechselt ? Ui, das ging viel einfacher.

    Audio Player gestartet, Original CD rein und Schalter (ich hatte einen zusätzlichen an der PS1) umgelegt. Kurz warten bis der Player die CD erkannt hat und dann den Rohling rein.

    Beim verlassen des Player hat die PS1 nicht nochmal gecheckt und dachte es sei noch immer das Original drin.

    Einziger Wehrmutstropfen - das CD Audio passte nicht mehr.

  • PSIO ist totaler Murks. Bis heute nicht komplett kompatibel. Da gibt es mit xstation eine deutlich bessere Lösung, spielt alles klaglos von SD Karte ab. So macht PSX Gaming wieder Spaß.


    Was GDemu angeht: Tolle ODE. Nur wird das Netzteil intern zu heiß. Da sollte man dringend DreamPSU/PicoPSU einbauen, und dann ein gutes externes 12 Volt/3-4 Ampere Netzteil nutzen.

  • Schöne Forum64-typische Diskussion. Die Ausgangsfrage für den Thread bezieht sich auf ein Video, das auch noch verlinkt ist, und kaum jemand schaut es sich an, schreibt dann aber trotzdem hier rein. Und so schnell weg vom Ursprungsthema geht's auch eher selten, denke ich. :facepalm:


    Hier ab 6:15 wird aber behauptet, daß es gebrannte Spiele gab, die ohne Mod-Chip booten konnten. Wie kann das möglich sein? Eine modifizierte Brenner-Firmware kann doch nicht die gepressten Eigenschaften einer CDR verändern.

    Zu der Frage hat mir schumi einige Auskunft geben können. Der hatte da etwas Einblick in bestimmte Dinge. :] Ich zitiere ihn hier mal (leicht angepasst, da es ursprünglich aus einer Konversation stammt):



    Ergänzen möchte ich noch ein Zitat von psx.dev:


    I genuinely believe it is not possible to burn a wobble groove which is why I came up with the theory in my prior remarks of this topic. Everything people post about being able to do so are uneducated and are just spreading false information on the Internet without any proper citation or point of reference. Just because someone says something doesn't mean it's true. So, until someone can explain how they managed to write to the ATIP (where the wobble would be on a pressed disc) on a CD-R and then get the drive burner to track and still burn a PlayStation game, then I will be interested. Until then, people need to stop spreading false information on the Internet like this because it's not professional and makes researching information a minefield.

  • Sehr informativ, danke.

    Es hat leider nicht jeder Zeit, sich ein Video anzuschauen, um auf einen Beitrag zu antworten. Meistens schaut man ja eher mal nebenbei hier rein und ist nicht Vollzeit online. Da passiert es dann leider, das Sachen erwähnt werden, die auch schon im Video gezeigt wurden.

  • Und was ist mit "Rückwärtsdrehen" gemeint ? Denn das gibt es teils bei CD Rom Laufwerken wirklich. Hatte ich ab und an als ich an meinem FM Towns versuchte den Laser einzustellen.

    Ich hab das mit dem Rückwärtsdrehen noch nie gehört. Deine Beobachtung ist aber wohl eher der Bremsvorgang. Da können Laufwerke schonmal über das Ziel hinaus schießen und mal eine leichte Rückwärtsdrehung hinlegen. Hab ich schon bei etlichen Laufwerken beobachtet. Ich denke aber, gemeint ist, daß die CD rückwärts aufgezeichnet wäre. Das wäre durchaus eine realistische Idee, wenn man ein System absichtlich inkompatibel machen will.

  • Nein ich meine wirkliches Rückwärtsdrehen. Der Laser sucht die CD, diese zuckt kurz in die richtige Richtung und dreht dann wie irre in die andere.

    Das ist kein Normalbetrieb sondern ein Effekt der bei mir auftrat als ich versucht habe den Laser am FM Towns Laufwerk einzustellen. Bin hier kein Profi und hab auch kein richtiges Equipment dazu, aber passiert ist mir das ein paar mal. Die CD dreht dann auch in hoher Geschwindigkeit. Das ist schlicht ein Fehlverhalten, wie es dazu kommt, keine Ahnung.

  • Das ist schlicht ein Fehlverhalten, wie es dazu kommt, keine Ahnung.

    Wahrscheinlich war der Fokus soweit daneben, daß er nichts mehr gesehen hat und die Regelschaltkreise jede Orientierung verloren haben. Gerade bei so Uraltlaufwerken, wo noch Potis mit "Focus" und "Gain" beschriftet auf dem Board waren, ist das gut möglich. Da sollte man vorsichtig sein, denn im ungünstigsten Fall kann die Linse gegen die CD schlagen und beides zerkratzen.

  • a.) bei PS1 sollte man möglichst "Blaue" CD-Rohlinge -> damals waren VERBATIM das Beste ;) , nehmen...

    Die Verbatim wurden von Taiyo Yuden hergestellt und waren in der Tat mit die Besten. Afaik war Taiyo Yuden auch der letzte Hersteller, welcher noch CD-Rohlinge (die selber brennbaren) produziert hat.

    (Es gab von Verbatim diese Pastellfarbenen, Pink war für pr0n ;))

    Zustimmung, daß Taiyo Yuden die besten Rohlinge herstellte.


    Aber: Verbatim waren zumindest damals nicht von Taiyo Yuden.

    Verbatim hatte die sogenannten "AZO" CD-R - das war eine eigene Erfindung. Ob die zeitweise von Taiyo

    beliefert wurden entzieht sich meiner Kenntnis.


    Philips Rohlinge waren lange Zeit von Taiyo Yuden! Und wenn der Mit-Erfinder der CD die

    nimmt, hat das IMHO etwas zu bedeuten.




    Und noch ein Nachtrag:


    Die ATIP, die - wie Shadow (psxdev.net Admin) schreibt - im Wobble untergebracht wurde ist nicht beschreibbar.


    ATIP steht für Absolute Time in Pre-Groove. Es ist eine Zeit-Information im Format M:S:F, die VOR den eigentlichen

    Nutzdaten in der immer vorhandenen geprägten Spur der noch ungebrannten CD-R untergebracht ist.

    Jeder ordentliche Lizenznehmer für die Herstellung von CD-Rs hat damals eine bestimmte M:S:F (Minute-Second-Frame)

    zugewiesen bekommen und war daran erkennbar. Die Rekorder nutzten diese Info auch um ggf.

    Ihre Schreibparameter anzupassen (z.B. Laserleistung etc. Ein Grund warum billige Fälschungen dann nicht

    gut brennbar waren: Falscher Code untergebracht!).


    Diese ATIP war auch praktisch die Framenummer, ab dem die Disk beschreibbar war (beginnend mit der TOC!).

    Manche SCSI-Kommandos zum schreiben erwarteten die Schreibposition im M:S:F Format!

    Wer die ATIP gemäß dem Orange/Red-Book auswertete, konnte auch feststellen:

    Es ist praktisch eine negative Sektor/Framenummer (also vor dem Nutzdatenbereich!)


    Es gab ein paar Programme, die dies auslesen konnten und eine Zuordnung zu den Hersteller-Codes machte.

    Das erste war der "CDR-Identifier" von mir, später war das oft in den Rekorder-Softwares drin!

    ATIPs sind kein Geheimnis mehr. Meine Quelle für die Codes war eine Website von Sony/Philips,

    auf der diese Codes damals noch *frei* einsehbar waren.

    Diese Seite wurde aber ungefähr Ende der 90er/Anfang 2000 gesperrt und war nur noch für

    Lizenznehmer (USD5000/annum) einsehbar. Eine gewisse Zeit wurden mir die Codes anonym zugesendet.... aber

    ich habe die Software dann irgendwann begraben.


    "Damals" - noch bevor RAW-Mode-fähige Brenner für die Allgemeinheit verfügbar waren, bekam ich

    eine inoffizielle Firmware von Plextor, mit der ich RAW-Sektoren incl. Subcode in diesem Bereich schreiben

    konnte und damit auch eine eigene manipulierte TOC erzeugt habe; d.h. sowohl die 2352 Byte Audio-Stream,

    als auch die Subcode Bits (P, Q bis W!).

    Das ganze Prozedere um die FW zu erhalten lief per NDA und Rechtsanwalt ab... das war also nix

    offizielles. Der Brenner war IIRC ein PX-W412T(S) o.ä.... auf jeden Fall mit Caddy.


    TLDR;

    Ob das Schreiben einer eigenen TOC für eine PSX ausreichen würde? Keine Ahnung, da ich nie eine hatte/wollte...

    aber ich gehe sehr stark davon aus, das es machbar wäre! Denn grundsätzlich ist der ATIP Bereich beschreibbar!

    Been there, done that!

    Die meisten Brenner (auch RAW-mode fähige!) generieren aber die TOC beim abschliessen der Disc. Es braucht

    also viel Hirnschmalz um das alles selbst zu machen.

  • Ob das Schreiben einer eigenen TOC für eine PSX ausreichen würde?

    TOC sicherlich, Kopierschutzmarker eher nicht. Um die Kopierschutzmarkierung auf normalen Rohlingen zu replizieren müsste der Brenner dazu in der Lage sein, zwar dem Pregroove als Spurvorgabe zu folgen, aber die Spur mit einem häufig wechselnden Offset relativ zum Pregroove zu schreiben, damit bei der Wiedergabe die von der Konsole gesuchte Markierung im Tracking-Error-Signal auftaucht.

  • TOC sicherlich, Kopierschutzmarker eher nicht. Um die Kopierschutzmarkierung auf normalen Rohlingen zu replizieren müsste der Brenner dazu in der Lage sein, zwar dem Pregroove als Spurvorgabe zu folgen, aber die Spur mit einem häufig wechselnden Offset relativ zum Pregroove zu schreiben, damit bei der Wiedergabe die von der Konsole gesuchte Markierung im Tracking-Error-Signal auftaucht.

    Ok... mir war nicht klar, das die PSX auch das Tracking Error Signal auswertet. Beim flüchtigen überfliegen eines

    MOD-Chip Source-Codes habe ich nur die Hinweise auf den Q-Sub gesehen. :whistling:

  • Unseen


    Ich hab' noch eine Idee, wie man* zumindest Tracking Errors reinbekommen könnte:


    Normalerweise werden CD-Rom Sektoren (Frames) ja per XOR gescrambelt um zu verhindern, daß

    hier regelmäßige Bytefolgen auftauchen- D.h. Jeder Sektor wird mit einem

    bestimmten (immer dem gleichen) Sektorinhalt XOR verknüpft.


    Es gibt nun bestimmte Doppel-Byte-Folgen im Frame, die den vorgegebenen

    Algorithmus zur Berechnung der Mergebits** in eine Fehlersituation bringen:

    Dann sind die Anzahl der Pits/Lands ungleich und in Folge kommt das Tracking durcheinander!

    Das wurde ja mal als Kopierschutz genutzt: Legale Sektoren wurden geschrieben, die durch diese

    (im Red-Book spezifizierte Methode!) nach dem schreiben dann aber nicht lesbar waren.



    *Ich habe die Zeit und das Equipment dafür leider nicht (mehr)... auch wen nich es nach wie vor Interessant finde.


    ** 3 Mergebits sind zw. den 8to14 modulierten Nutz-Bytes untergebracht und sorgen dafür, daß die Anzahl Anzah 0 und 1

    Bits ungefähr gleich ist -> DC-Offset am Laser bei Null halten fürs Tracking!

  • Beim flüchtigen überfliegen eines MOD-Chip Source-Codes

    Wo findet man sowas?

    Hier:


    https://github.com/kalymos/PsNee


    oder im Anhang. Mehr habe ich nicht angeschaut! Wie erwähnt hat mich Playstation nicht so sehr interessiert.

    Ich war nur gezwungen mich beruflich mit der Technik der CD zu beschäftigen.