C64 Probleme beim reaktivieren

Es gibt 133 Antworten in diesem Thema, welches 14.143 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (6. März 2021 um 22:06) ist von Ruudi.

  • Ist das nur das schlechte Schaltnetzteil?

    Zu 64-80%. :) Kannst ausprobieren, indem du das Netzteil samt 1541 (im eingeschalteten Zustand) vom Videokabel wegbewegest.

    Sollte man überhaupt Schaltnetzteile verwenden?

    Nur halbwegs gute. Sonbst kann es Bildstörungen geben. Wenn Lautsprecher im Spiel sind, auch Tonstörungen. In ganz krassen Fällen auch Einstreuungen in die Datenübertragung.


    Oder kann es auch noch mit an dem RetroTINK 2X MINi liegen?

    Nur indirekt. Das Ding liegt ja quasi offen da. Acryl schirmt nicht viel. Wirkt halt wie eine Antenne. Wenn du es in ein Metallgehäuse verfrachtest, könnte das schon helfen.

  • OK, dank dir für die Hilfe.

    Werde dann wohl ein paar Netzteile bauen müssen.

    Gabs da nicht jemanden der schon solch "herkömmlichen" Netzteile mit Trafo und Gleichrichter neu aufgesetzt hat?

    VG

  • Ist das nur das schlechte Schaltnetzteil?

    Gut möglich. Schlecht abschätzbar über die Ferne.

    Sollte man überhaupt Schaltnetzteile verwenden?

    Gute sind kein Problem. Mich haben die Meanwells noch nicht entäuscht.

    Oder kann es auch noch mit an dem RetroTINK 2X MINi liegen?

    Sicher, auch möglich. Oder beides gleichzeitig.

    Lässt sich nur durch ausprobieren sicher ermitteln.

    Gabs da nicht jemanden der schon solch "herkömmlichen" Netzteile mit Trafo und Gleichrichter neu aufgesetzt hat?

    Zuhauf, z. B.:

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  • Noch eine Frage:

    Die Elkos im C64, sollte man die nach so langer Zeit generell tausche?

    Habe so einige Videos gesehen wo c64 aufgearbeitet wurden und immer wurden alle ELKOS getauscht.

    Ich frage auch deshalb weil bei meinem wiederbelebten Exemplar ja der Takt von 0,98MHz in der aufsteigenden Flanke ober so einen Radius hat. Ich finde das nicht so sauber.

    Auch auf meinem neuen Oszi sieht das so aus.

    Andererseits sind die großen Elkos ja zur Glättung da, oder? Und haben mit dem Takt wenig zu tun.

    Danke

    VG

    Christian

  • Andererseits sind die großen Elkos ja zur Glättung da, oder? Und haben mit dem Takt wenig zu tun.

    So ist das.

    Zwei der drei großen Elkos in den älteren Boards (bis 250466) dienen der Erzeugung der 12V= für den VIC und den SID aus den 9V~ (Villard-Schaltung). Generell halten die. Weder fließen hohe Ströme, noch sind die Temperaturen im Inneren dramatisch hoch. Du kannst sie tauschen, dagegen spricht nichts. Das wird meist gemacht, weil man das so schön sieht, weniger weil es notwendig ist. :)

    Eine ideale Rechteckspannung wirst du aber niemals nicht in einer Schaltung aus den 1970ern finden. Das ist alles so konstruiert, dass da verhältnismäßig große Toleranzen in alle Richtungen möglich sind. Die CPU ist vermutlich gar nicht für Rechteck ausgelegt. :D

  • Alles klar.

    Wenigstens zeigt mein neuer Oszi die Frequenzen schon an und ich muss nicht immer grob ablesen und rechnen.

    Bei mir sind es 984 kHz, das sollte ja bei der PAL Versin passen, oder?

    Danke

  • Die Elkos im C64, sollte man die nach so langer Zeit generell tausche?

    Das ist eine Glaubensfrage.

    Tatsache ist, dass es nur eine Sorte Elkos im C64 gibt, die siffen. Die finden sind bei 250407 und früher im VIC-Kasten und teilweise im Modulator. Gibt hier irgendwo einen Thread mit Fotos.

    Tatsache ist auch, dass es maximal Einzelfälle gibt, wo die anderen - insbesondere die großen - Elkos schadhaft geworden sind.

    Ich persönlich tausche Bauteile, wenn sie defekt sind oder bekanntermaßen zu Defekten neigen.

    Habe so einige Videos gesehen wo c64 aufgearbeitet wurden und immer wurden alle ELKOS getauscht.

    Meine Meinung: Das wurde aus Langeweile, weil man es kann, weil es schön ist oder "vorbeugend" gemacht. Wobei ich niemanden kenne, der vorbeugend einen Zahn ziehen und durch eine Prothese ersetzen lässt, weil er demnächst vielleicht Karies bekommt.

    ch frage auch deshalb weil bei meinem wiederbelebten Exemplar ja der Takt von 0,98MHz in der aufsteigenden Flanke ober so einen Radius hat. Ich finde das nicht so sauber.

    Die Flanken haben nichts mit den Elkos zu tun, diese Art der Flanken ist der verwendeten Technik (NMOS) geschuldet. Die zieht schnell nach unten (aktiver Transistor), aber langsam nach oben (Pull-Up).

    Andererseits sind die großen Elkos ja zur Glättung da, oder? Und haben mit dem Takt wenig zu tun.

    Genau.

    Da sollte man eher die Sauberkeit der Versorgung anschauen. Wenn die mehr als ein paar (zig) mV Welligkeit hat, dann sind eventuell die Elkos angeschlagen.

  • Habe übrigens ab Morgen ein 100MHz Oszi, um die alten Hameg abzulösen. Die haben mir ja auch bei diesem Problem ein paar mal einen Streich gespielt.

    Ich arbeite sonst nur mit NF Signalen von Audiotechnik (Verstärkern, Röhrenverstärkern, Kassettendecks usw) da reichten die 20MHz Geräte.

    Edit: Ichhätte noch ein Projekt, mein erster Computer. Ein Sinclair ZX81. Der hat nur einen UHF Ausgang, da kann man doch sicher einen Videoausgang Umbau vornehmen?

    Gibt es hier im Forum etwas über Sinclair Computer? Hatte gesucht und erstmal nichts gefunden.

    Hameg: ich würde die parallel zu dem neuen Oszi behalten, denn die analogen Oszis haben auch ihre Vorteile, Hameg hatte nicht ohne Grund lange Zeit Dual-Mode-Oszis, die rein analog konnten, aber eben auch digital unterstützt, um so Bequemlichkeitsfunktionen wie da Umrechnen von Zeiten in Frequenzen oder Div in Volt etc. integrieren zu können, weil die dümmer werdenden Benutzer am Markt das eben so forderten. Für Audiotechnik würde ich die Hamegs auf jeden Fall behalten, da stört Dir das Digital-Oszi *) eventuell mehr rein, als es Dir beim ausmessen hilft...

    Schaltnetzteile: die "schlechten" sind meist sogar gefährlich! Insbesondere wenn,wie beim CBM-Buskonzept üblich, mehrere Geräte mit eigenen Netzteilen gekoppelt werden.

    Netzteile mit rein sekundären Schaltwandlern vermeiden das.

    Das originale C64-Netzteil ist besser als sein Ruf und als Fußwärmer unersetzlich :wink:

    Kann man mit Schaltreglern, die den 7805 ersetzen pimpen, ebenso mit stärkeren Dioden (falls man auch schnellere nimmt, dann an Entstörkondensatoren oben drüber denken!) und die Tantal-Perle am 5V Ausgang sollte man auch durch was weniger "explosives" ersetzen (Angaben im Datenblatt der Linear- oder Schaltregler beachten,

    manche brauchen gewisse Mindestkapazitäten oder ESRs, generell sollte hinten nur gefiltert werden, gepuffert aber VORNE).

    Elkos würde ich ersetzen, bevor ich das Gehäuse dann wieder SICHER verschliesse, sei es durch Plastikkleber am Rand, sei es durch Umgehäuse aussen rum oder Ersatzgehäuse mit ordentlicher Verschraubung.

    Würde mir meine Zähne auch machen lassen, bevor ich für längere Zeit auf Expedition fernab eines Zahnarzts gehe, um Kinzis Vergleich zu bemühen. 8)


    Meanwell ist ein akzeptabler Kompromiss im Low-Cost-Bereich, aber als "gut" würde ich die nicht unbedingt bezeichnen, da gäbe es andere Kandidaten für, z.b. TDK-Lambda.

    Und wenn dann wirklich die gesamte Anlage über EIN EINZIGES Schaltnetzteil laufen lassen und die X und Y Kondensatoren durch Markenfabrikate ersetzen, die aus sicherer Quelle stammen (große Distributoren). Die werden leider ebenso gerne gefälscht, wie alte 65xx & Co. relabelt werden...


    *) insbesondere, wenn es keines von den großen Marken wie Tektronix, LeCroy oder R&S sein sollte und halbwegs neu dazu...