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Erste Apple Macs mit ARM-Prozessoren

  • Ich wäre sehr überrascht wenn es bei Apple besonders auf dem Schirm wäre im Vergleich zu den großen kommerziellen Tools...

    Ich gehe auch eher davon aus, dass Apple es einfach so laufen lässt – zumal die Blender-Community ja angekündigt hat, die Software für den M1 zu optimieren. (Und wie gesagt, ich hoffe, dass in dem Zuge auch der Metal-Support angegangen wird, denn das würde zusätzlichen Speed bringen).

    Also die „Blender-Community“ wohl eher nicht, wenn dann die Entwickler der Blender Foundation.

    Und das Programm mal mit neuem Xcode für ARM zu übersetzen dürfte vertretbarer Aufwand sein.

    Aber Eevee von OGL auf Metal zu portieren und für Cycles noch ein Metal Device erstellen (zusätzlich zu „scalar“ C++, CUDA C++, OpenCL und OptiX) dürften beides schon mittelgroße Projekte sein.

    Blender bekommt inzwischen ordentlich Geld von Epic, MS, NV, AMD, FB u.a. die natürlich die finanzielle Zuwendung mit gewissen Erwartung bzgl. neuer Features verknüpfen, die sie brauchen. Das Apple Metal Support dazugehört, bezweifel ich aber.

    Am Ende des Monats muss die Blender Foundation auch Gehälter und Büromiete zahlen und da ist eine überschaubare „Community“ von Usern mit M1 Macs recht irrelevant, wenn sie vorwiegend Blender kostenlos runterladen, aber die Platinum Dev Fund Members 90% der Knete beisteuern.

  • da ist eine überschaubare „Community“ von Usern mit M1 Macs recht irrelevant, wenn sie vorwiegend Blender kostenlos runterladen, aber die Platinum Dev Fund Members 90% der Knete beisteuern.

    Im Endeffekt haben wir wieder das Huhn/Ei-Problem. Die Mac-User interessieren sich nicht wirklich für Blender, da es auf Macs "unterperformt" und nehmen lieber kommerzielle Programme, wie Cinema, weil die einfach schneller beim Unterstützen moderner (Apple-) Technologien sind – und die Blender-Leute interessieren sich wenig für die Mac-(PPC-)User, weil die ohnehin andere Software verwenden*. Mir ist es auch relativ egal, ob und wann Blender mit dem M1 (und Nachfolgern) und Metal umgehen kann – wenn es passiert: toll, wenn nicht: dann nicht. Es vergießt kaum jemand Tränen, wenn Blender erst in Jahren oder nie auf Metal angepasst wird. Ohne Metal-Support läuft es ja auch noch auf aktuellen macOS-Systemen – aber wenn man weiß, dass es wahrscheinlich doppelt so schnell sein könnte (Apple hat Metal ja nicht aus Spaß entwickelt), schmälert das halt die Freude beim Benutzen.


    Ich halte es zwar für möglich, dass Apple da ein bisschen Geld reinbuttert – aber nicht für sehr wahrscheinlich. Außer sie sehen einen Vorteil für ihr AR-Projekt, das ja seit Jahren läuft und letztendlich (wahrscheinlich) zu einer Consumer-AR-Brille führen soll. Wenn sich Apple für 3D interessiert, dann nur im Rahmen von AR.


    *) Zudem unterschätzen viele Apples Marktanteil (in spezifischen Märkten) = Marktmacht. Speziell in den USA, wo ja z.B. die westliche Medienproduktion vorwiegend stattfindet (Stichwort Hollywood), hat Apple einen Desktop-OS-Marktanteil bei der "installierten Basis" von rund 30% (während z.B. Linux keine 2% hält). Und im Bereich "Medien", wo ich Blenders "Kunden" sehe, ist der Mac-Marktanteil garantiert noch einiges höher. Wenn die Blender Foundation das ignorieren will, dann ist das wahrscheinlich eher ihr Problem, denn Apples.


    So, wie ich das z.Z. sehe, werden Apple die aktuellen M1-Macs aus der Hand gerissen – da wartet niemand auf die Anpassung von bestimmten Nischen-Programmen. Die meiste Software läuft ja sehr gut und Apple hat gar keinen Grund, irgendwen finanziell zu unterstützen, um Software anzupassen.

  • Ich bin ja nicht so ein Fan der deutschen Technik-YouTuber, die sind mir oft zu oberflächlich. Auch der hier jetzt hier von mir verlinkte Felixba ist da nicht unbedingt eine Ausnahme. Aber dieses Video finde ich wirklich gut recherchiert und auch gut aufbereitet. Und gute deutsche Videos zu den M1-Macs sind nun mal deutlich in der Unterzahl im Vergleich zu englischsprachigen.



    Und hier ist ein eher technisches Video von einem Software-Entwickler und Coding-Coach, welches u.a. auf die grundsätzlichen Vorteile von ARM gegenüber X86 eingeht.


  • ARM im Mac: Apples Plan schon ein Jahrzehnt alt (heise)


    "... Apple habe für den A7 im Jahr 2013 – den ersten 64-Bit-Chip des Konzerns [...] – die Instruction-Set-Architektur (ISA) selbst vorangetrieben und damit ARMs interne Bemühungen um ein 64-Bit-Design überflügelt. 'Als Apple damit begonnen hat, iPhones mit ARM64-Chips zu verkaufen, war ARM noch nicht einmal mit seinem eigenen Kerndesign fertig, um es an andere zu lizenzieren.'


    Apple macht ganze ARM-Branche flotter

    ARM64 bildet wiederum die Grundlage für die M1-Chips im Mac, die in MacBook Pro, MacBook Air und Mac mini stecken. 2010 hätte sich fast niemand für 64-Bit-ARM-Kerne interessiert. Samsung und Qualcomm, zentrale Kunden von ARM, seien so überrascht worden, als Apple ab 2013 lieferte, so Ron.


    Der Ex-Ingenieur meinte auch, dass die M1-Leistung nicht aufgrund von ARMs eigenem ISA so hoch sei, sondern dass sich das ARM-ISA aufgrund von Apples Plänen [...] entsprechend entwickelt habe. Damit trieb der Konzern also die ganze Branche nach vorne.


    Mit Erscheinen der M1-Macs hatte sich die Branche über die hohe Performance der neuen Maschinen gewundert. Diese emulieren zum Teil Intel-Code schneller, als dieser nativ ausgeführt werden kann. [...] Der M1 enthält rund 16 Milliarden Transistoren."

  • daher wunderte ich mich, dass Du fandest, dass alle sich darueber wundern

    heise: "Mit Erscheinen der M1-Macs hatte sich die Branche über die hohe Performance der neuen Maschinen gewundert."

    Ich schrieb, dass sich viele über die Performance wunderten. Und genau das steht da doch, oder?


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    heise: Intel verhandelt mit Samsung und TSMC über Outsourcing der CPU-Produktion

    Das könnte man als Reaktion u.a auf Apples neue 5nm-Chips verstehen. Sollte Intel wirklich die Chip-Produktion ihrer wichtigsten CPUs (i3, i5, i7 ...) outsourcen, dann wäre das schon ein kleines IT-Erdbeben. Allerdings würde die Umstellung erst 2023 Früchte tragen. Das wäre noch eine lange Durststrecke.

  • Das könnte man als Reaktion u.a auf Apples neue 5nm-Chips verstehen.

    Oder als Reaktion darauf, dass Intel seit Jahren ihren 10nm-Prozess nicht vernünftig hinbekommt.



    Sollte Intel wirklich die Chip-Produktion ihrer wichtigsten CPUs (i3, i5, i7 ...) outsourcen, dann wäre das schon ein kleines IT-Erdbeben.

    Ich tippe eher auf die Chipsätze, die hat Intel mindestens bis zur 3x0-Generation noch teilweise in 22nm hergestellt, um mehr 14nm-Produktionskapazität für die CPUs nutzen zu können.

  • Oder als Reaktion darauf, dass Intel seit Jahren ihren 10nm-Prozess nicht vernünftig hinbekommt.

    Was aber jetzt durch den M1 nochmal extremer auffällt als ohnehin schon. Wenn ein Konkurrent auf einmal mit einem 5nm-Chip daherkommt, wirken 14nm halt besonders veraltet.



    Ich tippe eher auf die Chipsätze, die hat Intel mindestens bis zur 3x0-Generation noch teilweise in 22nm hergestellt, um mehr 14nm-Produktionskapazität für die CPUs nutzen zu können.

    Intel soll ohnehin schon Ende letzten Jahres mit TSMC über die Atom- und Xeon-Fertigung verhandelt haben. Wenn das Thema jetzt neuerlich und bzgl. 4nm-Fertigung aufs Tapet kommt, könnte ich mir schon vorstellen, dass es jetzt zusätzlich um die bekannteren i-CPUs geht. Auf jeden Fall steht Intel gehörig unter Druck. Angeblich wollen sie zur nächsten Quartalskonferenz (21. Januar) etwas zu den Plänen sagen.

  • Ein Video, das eher lustig denn informativ ist – aber sowas kann man sich ja auch mal reinziehen:



    Und hier kann man mal direkt in den M1 reingucken. Ganz schön unordentlich, die modernen Chips – hätte ich nicht gedacht:

    Apple Silicon Die-Shot offenbart M1-SoC im Detail

  • Apples M1 lenkt die Aufmerksamkeit auch auf andere Nicht-X86-Architekturen, wie z.B. (hier auch schon erwähnt) RISC-V:

    Rediscovering RISC-V: Apple M1 sparks renewed interest in non-x86 architectures


    Und hier wird genau das beschrieben, was ja meine Ausgangsfrage war: Verändert Apples M1 die gesamte Branche oder bleibt das ein Apple-only-Ding?

    Apple M1 is the boost the Windows ecosystem needed: Qualcomm


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    Was wirklich interessant ist bei der ganzen Entwicklung: Aus meiner Sicht begannen viele Stränge der aktuellen Situation relativ früh und teils vielleicht auch vom Wettbewerb unbemerkt:


    Apples Investitionen mit Acorn zusammen, um 1990 ARM Ltd. zu gründen.

    Apples Fokus auf die Mobil-Fähigkeiten der ARM-Chips, um eine maßgeschneiderte CPU für den Newton zu bekommen

    Apples Unterstützung/Nutzung der ARM-Plattform durch den Newton (bis 1998) und später den iPod (ab 2001) und das iPhone usw.

    Apples offizielle Beendigung des "Desktop-Kriegs" und Akzeptanz von Microsoft als Gewinner

    Apples Aufgabe der PPC-Plattform (zugunsten von Intel) aufgrund des schlechten Performance/Watt-Verhältnisses der IBM G5-Chips

    Apples immer stärkere Fokussierung auf Mobil-Technik, ob nun iPod, iPhone, iPad, Watch, Airpods oder (ultramobile) Notebooks (bei den PCs)

    Apples Einstieg in die eigene ARM-CPU-Entwicklung ab dem A4-SoC (iPhone 4), dann der erste 64-Bit-Consumer-Smartphone-Chip (A7 im iPhone 5s)

    Microsofts "Epic Fail" auf dem Smartphone-Markt – trotz Kooperation mit (und späterer Übernahme/Abwicklung von) Bis-dahin-Marktführer Nokia

    Langfristige Veränderungen des IT-Marktes weg vom klassischen PC (vor allem Desktops) hin zu Mobiltechnik (inkl. fast 10-jährigem Niedergang der PC-Verkäufe)

    Androids (in den USA: iOSs) derzeitiges Kopf-an-Kopf-Rennen mit Windows um die Internet-Nutzer-Marktführerschaft

    Apples Marktführerschaft bei einigen Post-PC-Devices, wie Tablets und Smartwatches

    Apples kleiner Neustart des (behauptet) verloren-gegebenen Kampfs um den PC-Markt – über den (langen) Umweg der Mobiltechnik (iPhone, iPad, M1-Macs)


    Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie das weitergeht. Was wird Intel tun, was Qualcomm, Microsoft oder Apple ...

  • Das mit risc v find ich genial. Wenn Entwickler sind grundsätzlich drauf einstellen, dass ihre Apps auf mehreren Plattformen laufen, dann ist eine weitere Architektur kein sooo grosser Aufwand mehr.


    Und bei risc v passieren ja gerade spannende Dinge. Wie z. B. die Karte mit 1000 Kernen die neulich bei heise gezeigt wurde.

  • Jetzt mal ein Vergleich zwischen ARM und ARM (beide von 2020). Auch hier meint man, dass Apples M1 dazu führen könnte, dass endlich auch unter Windows Anpassungen erfolgen.



    Und die neuen Geräte (und natürlich auch Corona) zeigen Wirkung bei Apples Stückzahlen:

    IDC: Mac-Verkäufe steigen um knapp 50 Prozent

    Das sind rund 2.4 Mio. Macs mehr als im Vergleichsquartal 2019.

  • Und hier wird genau das beschrieben, was ja meine Ausgangsfrage war: Verändert Apples M1 die gesamte Branche oder bleibt das ein Apple-only-Ding?

    Apple M1 is the boost the Windows ecosystem needed: Qualcomm

    Qualcomm hat übrigens gerade bekanntgegeben, dass sie Nuvia aufkaufen. Das ist ein Startup, welches an der Entwicklung von besonders effizienten ARM-Cores arbeitet und unter anderem von Gerard Williams gegründet wurde, der bei Apple Chefarchitekt für alle CPU-Designs bis mindestens zum A13 war.

  • Qualcomm hat übrigens gerade bekanntgegeben, dass sie Nuvia aufkaufen.

    Die von mir erhoffte Bewegung im Markt scheint zu entstehen. Es war ja nicht nur so, dass Intel (vor allem durch AMD, jetzt eben auch durch Apple) ein bisschen abgehängt war, sondern auch Apples Haupt-Konkurrent bei Smartphone/Tablet-CPUs irgendwie nicht mehr richtig mitkam und in Benchmarks 1 bis 2 Jahre/Generationen hinterher hing. Konkurrenz belebt das Geschäft – von daher :emojiSmiley-106:



    Auch bei Intel tut sich jetzt was:

    Intel-CEO Bob Swan tritt zurück, Pat Gelsinger übernimmt


    Und wie zuvor gemunkelt:

    Intel lagert erstmals Produktion hochwertiger CPUs aus


    "Intel wird einen Teil seiner CPU-Produktion auslagern. TSMC wird bereits im zweiten Halbjahr Core-i3-Prozessoren in Taiwan in Stückzahlen herstellen. Nächstes Jahr sollen CPUs aus dem mittleren und oberen Preissegment hinzukommen. Das ist quasi ein Tabubruch bei dem Weltmarktführer, der stets Wert darauf gelegt hat, zumindest seine besseren CPUs immer selbst zu bauen."


    "Allerdings ist offen, wieviel Produktionskapazität die Taiwaner für Intel haben. Laut einem Bericht hat sich Apple TSMCs komplette 3-nm-Kapazität geschnappt. TSMC produziert Chips für Apples iPhones, iPads und Mac-Computer. Apple wechselt in seinen Macs von Intel- auf ARM-Prozessoren, diese als M1 bekannten Chips stellt TSMC in 5-nm-Technik her. Darüber hinaus nutzt AMD TSMCs Dienste für Ryzen-Prozessoren und Radeon-Grafikchips."



    Und auch mal wieder was direkt zu Apple:

    Grafikschnittstelle: Vulkan offiziell für Apple-Plattformen verfügbar


    "Die Khronos Group hat ein Update des Software Development Kit (SDK) für Vulkan veröffentlicht, das offiziell Apples Plattformen abdeckt. Es setzt auf Vulkan Portability auf und deckt auch Apple Silicon ab. Damit können Entwicklerinnen und Entwickler Cross-Plattform-Anwendungen auf Vulkan schreiben, statt sie nativ für Apples eigene Grafikarchitektur Metal umzusetzen. Über Universal Binaries laufen Vulkan-Anwendungen auch auf Apple Silicon."