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Apple Macs mit ARM-Prozessoren

  • Etwa wie bei den rausschmeissbaren Karten aus webOS, die dann iOS ein paar Jahre später erhalten hat (bzw. den Widgets von iOS 14, die von der Funktionalität recht stark an Windows 10 Mobile erinnern).

    Muss ich etwas relativieren, denn ganz so plump war das nun auch wieder nicht:


    Zuerst einmal war webOS im Wesentlichen ein Nachbau des iPhone Betriebssystems (genauso wie Android). Zum zweiten hat iOS (damals hieß es offiziell ja noch iPhone Firmware irgendwas, später iPhone OS) das Kartensystem für den Safari-Browser gehabt, bevor webOS das UI aufgegriffen hat und daraus die genannten Cards gemacht hat. Und zum dritten, und das ist der Grund des ganzen, waren das alles Ex-Apple-Ingenieure, die Jon Rubinstein, ebenfalls vormals Apple, zu Palm und damit später HP mitgenommen hat. So gesehen bleibt alles irgendwie in der Familie.

  • Apple kam mit dem MacBook Air als edle Alternative als sich plötzlich bezahlbare Netbooks in den Markt drückten und wie bköd gekauft wurden.

    Das stimmt nicht so ganz. Als sich die Netbooks wie geschnitten Brot verkauften (angeführt vom Eee PC, ab 2007), riefen alle: Und was macht Apple jetzt? Und Apple hat sich dem Low-End-Konzept verweigert und hat dafür 2010 das iPad gebracht und gesagt: Wenn man richtig ins Internet will, dann nicht auf diesen Netbook-Schrott-Displays, auf denen noch nicht einmal jeder Windows-Dialog draufpasst. Im Prinzip hat Apple mit seinem Multitouch-Tablet (und den späteren Surrogaten von Samsung und Co.) das Netbook gekillt. Das MacBook Air (2008) hingegen spielte vom Preis, der Displaygröße (13.3" vs. 7 bis 12") und der Leistung in einer ganz andren Liga als die Netbooks. Ein Intel-Interner hat später mal gesagt, dass das "Air" die Blaupause für Intels 2011er Ultrabook-Konzept war. Man wollte ein kompaktes aber dennoch leistungsfähiges HiEnd-Subnotebook haben, das sich auch preislich von den billigen Net- und Einsteiger-Notebooks abhebt.


    Was macht Apple aber nun, wenn sich der RasPi 400 dauerhaft wie blöde verkauft? Kommt dann der Tastaturcomputer zurück? Ein "Apple Archimedes Mac ]["?

    Wohl eher nicht. Apple hat Mut zur Lücke und verkauft im PC-Bereich nicht unbedingt das, was alle anderen auch verkaufen. In den letzten Jahren (so ab dem PowerMac G5, später den Xeon-Kisten) hat Apple ja z.B. den ganz normalen Desktop-PC-Markt (die grauen Kisten) komplett ignoriert. Sie haben entweder Server/Workstation-Technik (Xeon) oder aber Mobile-Technik verwendet/gebaut (auch in den iMacs und Mac Minis steckt ja nicht unbedingt Desktop-Technik). Den Desktop-Kram in der Mitte, mit dem die Dells und Medions dieser Welt ihr Geld verdienen, hat Apple einfach ausgelassen – bringt kein Geld und macht (über die großen Stückzahlen) nur Arbeit. Apple konzentriert sich auf die lukrativen Nischen, nicht auf das Margen-arme Massengeschäft.


    Von daher werden sie sicherlich kein Konkurrenz-Modell zum Pi 400 herausbringen – das rechnet sich nicht oder wird zu teuer. Wenn es um die Smarthome-Zentrale, Casual-Gaming oder Video-Streaming geht, hat Apple ja schon länger sein Apple-TV auf ARM-Basis im Markt. Aber das ist halt kein universeller Computer, mit dem man auch Home-Office oder ähnliches machen kann.

  • Und ja, etwas, das die PC-Industrie vorgemacht hat, wird meiner Meinung nach Einzug am Mac halten: Touch. Warum? Spätestens mit der Entscheidung, dass iOS Programme auf den ARM-Macs laufen können, ist das offensichtlich.

    "Federighi said there's no secret plan to change the way the Mac works and Apple isn't aiming for a touchscreen Mac." - https://www.macrumors.com/2020…apple-execs-m1-interview/

  • Schöne neue Welt, in der einem alles bestimmt wird:


    ARM-Mac’s führen keinen unsignierten Code mehr aus


    Wie fast schon vermutet wird Apple mit den kommenden ARM-Prozessoren die Mac-Plattform weiter einschränken. Rechner mit Apple Silicon Prozessor sollen deshalb keinen unsignierten Code mehr ausführen können, für Mac’s mit Intel-CPU soll sich dagegen nichts ändern wie der Konzern in seiner Dokumenation für Entwickler festhält.

  • "Federighi said there's no secret plan to change the way the Mac works and Apple isn't aiming for a touchscreen Mac." - https://www.macrumors.com/2020…apple-execs-m1-interview/

    Interessant. Aber wörtlich hat er gesagt. "All of these things led us to the design for the Mac, that felt to us most comfortable, actually in no way related to touch."


    Wie auch immer. Apple ist bekannt dafür, dass sie zuerst das eine sagen und dann das andere machen.


    iPods werden nie Video können -> Ein Jahr später konnten sie es.

    Who wants a stylus? If you see a stylus, they blew it. -> Apple Pencil


    oder

    "We really feel that the ergonomics of using a Mac are that your hands are rested on a surface, and that lifting your arm up to poke a screen is a pretty fatiguing thing to do." - Und genau das macht man seit 2010 mit einem iPad und der Apple-eigenen Tastatur. Erst seit diesem Frühjahr gibt es optional eine Tastatur mit Trackpad. Und trotzdem KANN man diese "ermüdende" Bewegung machen und mit den Fingern auf den Schirm greifen.


    Ich glaube, dass der Mac relativ zeitnah auch Touch lernen wird. Und nein, das wird nicht die einzige Eingabeform werden, auch nicht die primäre. Es wird eine zusätzliche sein. Gesten, wie zum Beispiel einen Bildschirminhalt scrollen, Mission Control aktivieren und ein Fenster auswählen, Control Center runterziehen und eine Funktion aktivieren. So etwas in der Art. Was ich nicht glaube ist, dass MacOS total auf Touch umgebaut wird (wie es Microsoft mit Windows 8 versucht hat) und daher alle Schaltflächen größer macht. Das kommt meines Erachtens sicher nicht.

  • Schöne neue Welt, in der einem alles bestimmt wird:


    ARM-Mac’s führen keinen unsignierten Code mehr aus


    Wie fast schon vermutet wird Apple mit den kommenden ARM-Prozessoren die Mac-Plattform weiter einschränken. Rechner mit Apple Silicon Prozessor sollen deshalb keinen unsignierten Code mehr ausführen können, für Mac’s mit Intel-CPU soll sich dagegen nichts ändern wie der Konzern in seiner Dokumenation für Entwickler festhält.

    Äh Frage was soll denn da "ALLES" bestimmt werden ? Hast du das denn auch genau nachgelesen ?


    Es geht doch nur darum ob die Apps signiert werden, beim Builden z.B. in XCode ... Der Enduser merkt ja doch gar nichts davon .... Und selbst wenn du Code als Enduser z.B. von GitHub runterlädst und selbst in Xcode baust, dann brauchst du nicht mal ein DeveloperZertifikat zum signieren ... Xcode bietet dir da eine automatische Ad-Hoc Signierung beim Builden an...


    Es geht hier nicht darum jemandem was einzuschränken ... sondern generell wird alles auf den ARM Macs immer signiert sein ... du kannst aber alles installieren wie bereits schon immer auf dem Mac


    Das ist beim ARM-Mac anders als bei iOS oder iPadOS. bei iOS/iPadOS werden tatsächlich nur signierte Apps von registrierten Enwicklern zugelassen die den Appstorereview überstanden haben ... z.B. Emulationen findest du in iOS kaum ... (als Ersatz gibt es dort seit iOS11 PWAs die sich fast so wie native Apps anfühlen wenn du sie auf dem Homescreen installierst, z.B. ist auch vc64web so eine PWA)


    Beim ARM-Mac kann aber jeder signierte Apps bauen, sie bedürfen kein Appstore Review und du kannst sie überall verteilen etc. ... complete freedom


    Die signieren die Apps deshalb, weil sie feststellen wollen ob das Programm verändert wurde ... von Viren oder so ... wenn MacOS das feststellt, kannst du das Programm tatsächlich nicht mehr verwenden ... willst du aber auch nicht ... es kommt eine Meldung "Achtung das Programm wurde modifiziert oder so ..." du musst es dir nochmal neu installieren ...


    Ich finde das war längst überfällig und würde dieses Sicherheitsfeature auch ganz gerne für die anderen Betriebssysteme so haben wollen ... oder was spricht dagegen was ich noch nicht sehe?

  • ARM-Mac’s führen keinen unsignierten Code mehr aus

    Um das nicht so theatralisch stehen zu lassen:


    heise: Der Signatur-Zwang soll allerdings nicht verhindern, dass Nutzer und Entwickler "beliebigen Code auf ihren Macs" ausführen können, betont Apple. Das neue Verhalten ermögliche es dem Betriebssystem aber, "Modifikationen von Code besser zu erkennen" und die Vorgaben für die Code-Ausführung auf ARM-Macs vereinfachen, so der Konzern weiter.


    Es gibt keine spezielle "Identitätsvoraussetzung" für die erforderliche Signatur, führt Apple aus. Es sollte also kein Zertifikat des Herstellers vonnöten sein, das etwa zahlende Entwickler beziehen können (Developer ID), die ihre Mac-Software auch außerhalb des Mac App Store vertreiben wollen. Stattdessen reiche eine "simple lokale Ad-Hoc-Signatur".


    Apples Entwicklungsumgebung Xcode und Kommandozeilen-Tools wie clang oder ld sollen das Signieren automatisch vornehmen, so dass etwa über die Paketverwaltung Homebrew installierte Software weiter laufen müsste, ohne erst eine manuelle Signatur durch den Nutzer zu benötigen.


    Quelle


    Ich glaube, dass der Mac relativ zeitnah auch Touch lernen wird.

    Da habe ich keine Einschätzung zu. Aber solange Apple nicht so einen Murks fabriziert, wie MS, soll es mir recht sein. Ich habe vor einiger Zeit mit einem "Surface" herumgespielt. Zuerst noch verbunden mit dem Keyboard fühlte sich das Ding so an, wie ein normales Notebook. Aber wenn man es vom Keyboard trennt und es sich in den Tablet-Mode schaltet, funktionieren manche Sachen nicht mehr wie gewohnt. Drag & Drop geht z.B. nur mit Maus/Trackpad aber mit dem Finger nicht. Was soll das? Das ist beim iPad besser gelöst.


    Ich persönlich bräuchte kein (primäres) Touch-Display am MacBook. Was ich mir aber cool vorstellen könnte, wäre ein kleines Multitouch-Display statt des Touchpads unten vor dem Keyboard. Und bitte gleich mit Apple-Pencil-Unterstützung.

  • Da habe ich keine Einschätzung zu. Aber solange Apple nicht so einen Murks fabriziert, wie MS, soll es mir recht sein. Ich habe vor einiger Zeit mit einem "Surface" herumgespielt. Zuerst noch verbunden mit dem Keyboard fühlte sich das Ding so an, wie ein normales Notebook. Aber wenn man es vom Keyboard trennt und es sich in den Tablet-Mode schaltet, funktionieren manche Sachen nicht mehr wie gewohnt. Drag & Drop geht z.B. nur mit Maus/Trackpad aber mit dem Finger nicht. Was soll das? Das ist beim iPad besser gelöst.

    Ich habe ein paar Kollegen, die ein Surface verwenden und auch im Starbucks - damals vor der Corona-Zeit - sah man immer wieder mal eines. Was ich aber noch nie gesehen habe ist, dass jemand ein Surface wie ein Tablet verwendet. Es wird - so meine Beobachtung - immer nur als Laptop mit Tastatur eingesetzt. Das Surface vereint eigentlich das schlechteste beider Welten. Als Notebook ist es ein Gerät, das seinen Schwerpunkt oben hat, bei dem die angesteckten Kabeln von oben runterhängen und das am Schoß dank Kickstand nicht gescheit mit der angeschlossenen Wackeltastatur bedienbar ist. Und als Tablet (was ich wie gesagt noch nie in freier Wildbahn gesehen habe), hat man ein dickes, heißes und mit Lüfter und Ventilatoren versehenes Gerät ohne gescheite Akku-Laufzeit - also mit all den Nachteilen eines klassischen Notebooks.

  • Ich habe mir auch die Keynote von Apple angeschaut, mach ich eigentlich nicht, weil mich dieses Marketing Blabla tierisch nervt, aber ich habe es mal ertragen.


    Man wird jetzt sehen was die Dinger in der Praxis bringen. Für mich kommt Apple sowie nicht in Frage, von daher kann es mir egal sein was die raus bringen. Ob nun die PC-Welt irgendwann ihre eigenen ARMs entwickelt, wer weiß. Mir ist nur wichtig, dass meine Software läuft, die CPU-Architektur und das OS ist mir dabei komplett egal. Einschalten Firefox starten und browsen, Blender starten und 3D machen, was in Libre-Office schreiben, oder für die Arbeit was in VisualStudio programmieren und in Teams mit den Kollegen in Kontakt bleiben. Das sind die Dinge, die ich brauche. Welcher Rechner oder OS mir das bietet, spielt überhaupt keine Rolle.


    Computer sind nur Werkzeuge und jeder muss für sich entscheiden welches er nutzt. Am Ende zählt nur, kann ich mit dem Gerät meinen Job erledigen, meinen Film gucken oder was in son Forum hier schreiben. Ja, kann ich, also gekauft wenn der Preis stimmt.


    Was nur nervt sind Appleuser, die ihre Rechner als etwas superduper Tolles ansehen und auf Missionars Kurs gehen und alle bekehren wollen, die nicht so denken wie sie, als würde Apple ihre Firma sein. Das ist einfach ein Computerhersteller weiter nix. Ob Apple nun morgen noch auf dem Markt ist oder nicht, wen juckst? Irgendein Hersteller wird schon einen Computer bauen, den man nutzen kann. Mir ist auch egal, ob es Microsoft noch morgen gibt oder Google. Irgendwie geht es in der Techindustrie doch immer weiter.


    Verstehe dieses Emotionale Getue nicht wegen eines Werkzeuges. ARM, x86, Intel, AMD, Nvidia, wen interessierst? Macht die Kiste ihren Job wird gekauft, ansonsten weg damit.

  • Verstehe dieses Emotionale Getue nicht wegen eines Werkzeuges. ARM, x86, Intel, AMD, Nvidia, wen interessierst? Macht die Kiste ihren Job wird gekauft, ansonsten weg damit.



    :emojiSmiley-30:Aber ... aber beim SID und C64 dürfen wir doch emotional sein oder ? Und beim Amiga auch noch oder ?😍


    (Im Studium gabs bei mir echt Leute die während der Vorlesung ständig in Vobisblättern geblättern haben, die Blätter kannten sie in und auswendig ... das hatten sie voll gerne ... )


    das ist halt Aluminium Love ❤️💗💕♥️😍

  • Ich habe mir auch die Keynote von Apple angeschaut, mach ich eigentlich nicht, weil mich dieses Marketing Blabla tierisch nervt, aber ich habe es mal ertragen.

    Ich erwarte von so einer Keynote (ob nun von Apple, Samsung oder Microsoft) sogar Marketing Blabla. Wenn ich nur kühle Infos will, dann lasse ich mir von Siri das Spec-Sheet aus dem Netz vorlesen. ;) Eine Keynote ist halt eine Show und die ist nur gut, wenn sie nicht langweilig ist. Und ich fand die aktuelle Veranstaltung (obwohl in Corona-Zeiten nicht live und mit Publikum) nicht langweilig. OK, an die Steve-Jobs-Keynotes kommen die aktuellen von Apple trotzdem nicht heran – aber besser als die meisten anderen finde ich sie immer noch.


    Hehe, na klar Retrocomputer :emojiSmiley-173: sind ja auch ein Stück Geschichte und Geräte die nicht mehr hergestellt werden.

    Naja, die heutigen Arbeitsgeräte sind die Klassiker von morgen – oder eben auch nicht. Ich sammle neben Commodore ja auch ziemlich viele andere Marken, wie Atari, Apple, Schneider usw. Und bei Apple ziehe ich halt eine Grenze – nämlich den Intel-Umstieg. Ich habe in meiner Sammlung Macintosh-Rechner mit 68K- und PPC-CPUs – aber keinen mit Intel-Prozessor (obwohl die ersten Geräte auch schon 15 Jahre alt sind). Ab da war die Mac-Technik nichts spezielles mehr, ganz normaler PC-Kram. Taugt halt gut zum Arbeiten und rechnet sich auch über die Nutzung hinweg. Meinen aktuellen Arbeits-Mac sehe ich so profan, wie du deinen PC. Wenn jetzt Apple aber wieder komplett eigenständige Rechner baut (sogar mit eigener CPU, was ja ein Novum ist), dann wird es aus meiner Sicht auch wieder interessant, in 15 oder 20 Jahren die Dinger zu sammeln (gut, ich bin dann 70 und habe vielleicht andere Sorgen – vielleicht aber auch nicht). Bei so etwas "exotischer" Technik schwingt halt irgendwie mehr Flair mit als bei einem "normalen PC".


    ARM, x86, Intel, AMD, Nvidia, wen interessierst?

    Wir sind hier in einem Computer-Forum – da interessiert man sich schon eher für die Innereien eines Computers als z.B. im Näh-Zirkel.


    Und wer sich grundsätzlich nicht für die Technik eines Computers interessiert, sollte vielleicht nicht in den PC-Bereich/Hardware/Apple(Intel) des Forums schauen und sich darüber echauffieren, dass hier über Apple-CPUs geredet wird. ;)


    Wenn Apple einfach nur eine neue Generation eines Intel-Core-Chips verbaut hätte, hätte hier sicherlich niemand darüber geschrieben – halt der ganz normale, langweilige, Gang der Technik-Geschichte. Aber in die Computer einen selbstentwickelten Prozessor auf ARM-Basis einzubauen ist (zumindest für Apple) schon ein Meilenstein. Und vielleicht sogar für die gesamte Computer-Industrie – weil Apple oft genug den Lauf der IT-Geschichte beeinflusst/beschleunigt hat. Das war ja auch eigentlich die Grundfrage hier: Ist das "nur" ein wichtiger Schritt für die Macintosh-Plattform oder wird der Schritt die Entwicklungsgeschichte des generischen (Windows-) PCs auch beeinflussen – ist also ARM grundsätzlich zukunftskompatibler als X64 oder wird es ähnliche Performance-Sprünge bei beiden Plattformen geben?

  • Ob Apple nun morgen noch auf dem Markt ist oder nicht, wen juckst? Irgendein Hersteller wird schon einen Computer bauen, den man nutzen kann. Mir ist auch egal, ob es Microsoft noch morgen gibt oder Google. Irgendwie geht es in der Techindustrie doch immer weiter.

    Das halte ich - wenn ich die Vergangenheit Revue passieren lasse - aber für eine eklatante Fehleinschätzung.


    Ich erinnere mich noch gut an die Zeit um 1994. Das war so ein Punkt, wo der Amiga und der ST den Markt verließen, der Mac kräftig strauchelte und dann nur noch schlechte und viel zu teure WinDOSen und extrem zu teure UNIX-Workstation blieben. Es geht in der IT-Industrie eben nicht immer weiter sondern manchmal kommt auch ein heftiger Backlash und es braucht dann wieder einige Zeit, um das Niveau von davor wieder zu erreichen und zu übertreffen. Ich hatte bis 1992 einen Amiga 500, las 1989 vom NeXT in der P.M. Computer und durfte im Schülerpraktikum bei Siemens 1990 mal an einem 5800er Bürosystem arbeiten (ein umgelabeltes XEROX 6085). Als ich dann Mitte der 1994er einen PC brauchte, war ich entsetzt, wie weit die noch verfügbaren Betriebssysteme hinter das zurück gefallen waren, was ich noch von viel früher kannte.


    Die Jahre später gab's so etwas immer wieder. Nicht nur, dass man auf das 1989 vorgestellte NeXTStep als Endnutzer bis 2001 (dann als Mac OS X) warten musste, um es kaufen zu können, auch wenn du da 2005 wen mit Apple iMac G5 64-Bit kanntest und dachtest ich kauf mir auch so einen iMac: Ätschibätsch, 2006 gab's dann nur noch Apple iMac Core Solo/Duo in 32-Bit (mehr als 3 GB RAM nicht möglich).


    Oder schauen wir auf etwa 2011 und den Smartphone-Markt: Die Zukunft greifbar mit HP Pre 3 inkl. Touchstone. War dann abgekündigt und obsolet und es hat Jahre gedauert, bis es sowohl ein UI auf ähnlichem Niveau als auch induktives Laden bei Smartphones der anderen Hersteller gab ... und noch viel schlimmer: Bei Tablets bis heute - anders als damals beim HP Touchpad mit Touchstone - nicht und dabei sind gerade Tablets für Rentner (mit schlechteren Augen) besonders geeignet und da muss man immer noch Micro-USB, USB-C oder Lightningkabel reinpfriemeln.


    Schönes Beispiel ist auch das Continuum der letzten Windows-10-Mobile-Geräte. Heute sind Smartphones längst auf einem ausreichenden Leistungsstand für Office-Arbeiten und eine Vielzahl der Nutzer braucht eigentlich gar keinen Desktop-PC oder ein Notebook mehr, außer das eine Mal im Jahr, wenn die Steuererklärung zu erledigen oder eine Seminararbeit zu schreiben ist. Damit war Continuum ein kurzer Blick in die Zukunft ... und wurde mit Windows 10 Mobile abgekündigt, denn die verbliebenen Systeme iOS und Android unterstützen so eine Funktion nicht von Haus aus obwohl die Hardware längst noch viel potenter geworden ist.


    Genau deshalb geht es eben nicht immer weiter, sondern - wenn es der Marktführer (oder auch nur der, den alle als Designikone sehen) macht oder der Zeitgeist verlangt - werden Errungenschaften auch gerne mal abgeschafft und du als Nutzer stehst im Regen und wirst erst mal auf ein viel niedrigeres Niveau zurück geworfen (wenn du genau dann neue Hardware brauchst). Deshalb hängen viele von uns gebannt an den Vorstellungen Apples, weil dort zu sehen ist, ob was Großartiges durch die Branche zieht oder wir nun auf breiter Front schurigelt werden. Gerade Apple ist da ein schönes Beispiel: Vom am besten zu wartenden Tower-PC der ganzen Branche (PowerMac G5) bis zum verklebtesten Mist heute haben die doch vorgeturnt, was binnen der letzten 15 Jahre dann viele Marktteilnehmer (aber die wenigstens nur bei Notebooks) nachgemacht haben.

  • Ich erinnere mich noch gut an die Zeit um 1994. Das war so ein Punkt, wo der Amiga und der ST den Markt verließen, der Mac kräftig strauchelte und dann nur noch schlechte und viel zu teure WinDOSen und extrem zu teure UNIX-Workstation blieben.

    Mit den WinDOS war ich gut versorgt und immer sehr zufrieden. :D

    Und so teuer habe ich die jetzt auch nicht in Erinnerung. Der PC-Markt war zum Glück von einem einzelnen Herstelle abhängig und ab Mitte der 90iger habe ich mir die Komponenten einzeln gekauft und selber zusammen geschraubt. Sowas gab's weder bei Amiga noch bei Atari noch bei Apple.


    Aber ich hatte so einen technischen Rückfall mit dem Aussterben der Tastatur-Handys, speziell dem Nokia Communicator. Zu dem Zeitpunkt war ich nämlich weitgehend papierlos in Meetings unterwegs (bruflich und privat). Seit der Anfang 2010 eingestellt wurde und nur noch Touch-Geräte verfügbar sind, bin ich wieder mit Kladde und Stift unterwegs, so wie zuletzt in den 90iger Jahren. Das hat micht gut 15 Jahre zurück geworfen.

    Dazu kommt noch, dass es inzwischen uncool ist, in Meetings auf dem Handy rumzutippen. Aber das ist ein anderes Thema.

  • Na wir werden ja sehen wohin der ARM Ausflug führt, vielleicht bleibt Apple dabei, vielleicht rudern sie irgendwann wieder zurück, wer weiß das schon? Vielleicht ziehen Intel und AMD hinterher und bauen noch bessere ARMs als Apple, oder verbessern ihre CPUs, wer weiß?


    Ja, für die interne Hardware interessiere ich mich tatsächlich nicht mehr. Ist eben kein 6502 oder 68000er. Die heutigen Geschichten sind mir schlicht zu komplex als dass es sich lohnt sich näher damit zu beschäftigen. Mir ist es mittlerweile egal auf welcher Plattform ich meinen C oder C++ Code kompiliere, denn das ist die unterste Schicht bis ich der ich derweil denke auf den aktuellen Rechnern. Daher ist es mir auch schnurz ob darunter nun ein ARM für RaspPI, Apple oder Mikrocontroller steckt oder ein x86.


    Ich verfolge natürlich die Meldungen über den M1, aber irgendwelche Emotionen oder gar einen Kaufreiz löst das bis jetzt nicht aus. Ich möchte jetzt kein Apple Betatester werden, schaue mir das aber gern aus der Ferne aus an und :popcorn:

  • Heute sind Smartphones längst auf einem ausreichenden Leistungsstand für Office-Arbeiten und eine Vielzahl der Nutzer braucht eigentlich gar keinen Desktop-PC oder ein Notebook mehr, außer das eine Mal im Jahr, wenn die Steuererklärung zu erledigen oder eine Seminararbeit zu schreiben ist. Damit war Continuum ein kurzer Blick in die Zukunft ... und wurde mit Windows 10 Mobile abgekündigt

    Continuum wurde auch auch deswegen beerdigt, weil es eigentlich niemand auf den Windows Phones, auf denen es lief, genutzt hat. Das Problem war doch auch, dass du dir dafür alles anschaffen musstest, was ein PC auch braucht (Tastatur, Maus, Monitor, Drucker) – nur halt die Zentraleinheit nicht, weil stattdessen das Handy genutzt wurde. Der Rest stand aber trotzdem das ganze Jahr herum und das Handy hat das ganze Jahr diese PC-Funktionalität (ink. dem Speicherverbrauch) mit sich herumgeschleppt, ohne dass das genutzt wurde. Für 150 Euro konnte man sich hingegen dann auch noch zum restlichen Geraffel (Monitor ...) einen Billig-PC für diese Arbeiten hinstellen, der auch der Familie zur Verfügung stand, wenn der "Herr des Hauses" mit seinem Handy unterwegs war.


    Keyboards kann man ja an jedes Handy hängen. Meines Erachtens wäre es (wenn überhaupt) sinnvoll, einfach das Display per Funk (Miracast, Apple-TV, Chromecast ..) auf den ohnehin vorhandenen Fernseher zu schicken – schon hat man auch eine Art PC – wenn es denn unbedingt sein muss.


    Genau deshalb geht es eben nicht immer weiter, sondern - wenn es der Marktführer (oder auch nur der, den alle als Designikone sehen) macht oder der Zeitgeist verlangt - werden Errungenschaften auch gerne mal abgeschafft und du als Nutzer stehst im Regen und wirst erst mal auf ein viel niedrigeres Niveau zurück geworfen

    Manchmal kommt es einem aber auch nur in der Übergangsphase so vor, als wäre es ein Rückschritt. Was wurde doch damals geweint (vor allem unter PC-Usern), als Apple beim iMac G3 das Diskettenlaufwerk wegließ – "Frevel, das Gerät ist dadurch komplett unbrauchbar". Dabei waren schon damals 1,44 oder 2,88 MB ein Witz. Ich schloss über USB mein 100 MB Zip-Laufwerk an und alles war gut – alles andere kam über CD-Rom, LAN oder das Internet auf den Rechner.


    Ich mag ja die verklebten und schlecht reparierbaren Geräte der heutigen Zeit (Microsofts Surfaces sind da z.B. nicht besser als Apples Geräte) auch nicht besonders und verwende daher nach wie vor das letzte MacBook Pro, bei dem man noch alles relevante selbst auswechseln kann. Aber wenn man sich selbst gegenüber ehrlich ist: Der PC, wie wir ihn kennen (groß, laut, zerlegbar, aufrüstbar...), wird langsam verschwinden. Grundsätzlich wird es immer weniger Desktops und Tower geben, dafür immer mehr AIOs, Subnotebooks und Tablets. Und die Integration wird auch immer weiter zunehmen. Wenn man sich mal anguckt, was auf Apples aktuellem ARM-SoC alles drauf ist – 8 Rechenkerne, RAM, GPU, i/O, KI usw. – was bleibt dann überhaupt noch, was man reparieren will? In meinem G5 füllte das (vor allem die dafür nötige Kühlung) noch einen Tower aus – das aktuelle MacBook-Mainboard ist kaum größer als ein iPhone, der Rest sind Akkus und Gehäuse. Irgendwann ist der PC ein monolithisch zusammengeschweißtes Ding, wie jetzt schon Smartphones, Spielkonsolen, Fernseher und Elektro-Autos. Den kauft (oder mietet) man sich für 10 Jahre, dann kommt er ins Recycling. Eben gerade, weil sich eigentlich niemand dafür interessiert, was da drin ist – Hauptsache es tut, was es soll.

  • Weil das ein User oberhalb erwähnt hat - ich hatte schon 1992 eine NeXTstation und hab über Jahre damit gearbeitet. Den hab ich immer noch - plus eine NeXTstation color... :)

    Du Glücklicher, ich hatte 1989 nur das hier gelesen - und der Gegensatz von diesem Computer zu allem anderen in dem gleichen Heft war EXTREM - und mir gedacht, genau so müssen Computer sein. Ich habe Macs heute auch nur, weil ich seit dem immer NeXTStep haben wollte, nicht weil ich Apple-Fanboy bin. Ich fand immer AmigaOS besser als das alte MacOS (und mit Windows NT 4.0 SP3 hatte sogar Microsoft Apple im Jahr 1997 endgültig überrundet).


    NeXT_PM-Computer_JanFeb1989.pdf


    PS: Außerdem fand ich die optomagnetischen Disks toll. Es ist so ärgerlich, dass durch zu viel Restriktionen es Sony verkackt hat die MiniDisc (MD) als Nachfolger der 3,5"-Diskette zu platzieren, denn damit hätten wir ein hervorragendes OM-Medium für alle bekommen können, das Daten sogar sicher speichert (und ein Commodore Amiga 1400 mit MD bzw. ein CDTV2 in der Optik eines MD-Desks wären auch die Knaller gewesen).

  • ich hatte schon 1992 eine NeXTstation und hab über Jahre damit gearbeitet.

    Ich hätte auch fast einen NeXT-Computer zum Arbeiten bekommen. Ich habe während des Studiums (zur Finanzierung desselben) in der Grafik- und Werbeabteilung eines Industrieunternehmens (Umwelt-Branche) gearbeitet und eines Tages hatten der Werbeleiter und ich einen Termin bei einem Computerhändler, der neben Apple auch NeXT anbieten wollte. Sehr viel grafische Software gab es für den NeXT noch nicht aber Adobe Photoshop und Illustrator hatten es schon auf das neue OS geschafft. Leider stürzte der Rechner während der Präsentation von Adobe Illustrator ab (war wohl noch ziemlich beta) und das Wieder-hochfahren dauerte wegen der automatischen Reparatur des Dateisystems zu lange für weitere Vorführungen. Das war dann auch (neben dem Fehlen weiterer wichtiger Software) das ausschlaggebende Argument meines Vorgesetzten gegen den Kauf der NeXT-Maschine. Ich war aber schon mit der vorhandnen Technik in der Grafikabteilung "gesegnet" – dort hatte ich einen leistungsfähigeren Mac zur Verfügung als an der Hochschule – (und ich durfte abends auf Wunsch länger bleiben und meine Studienaufgaben dort erledigen).


    (ein NeXT fehl mir immer noch in meiner Sammlung und den besten Zeitpunkt zum Kauf habe ich wohl leider schon verpasst)


    und mit Windows NT 4.0 SP3 hatte sogar Microsoft Apple überrundet

    Du meinst bei Apple das klassische OS. ja, Apple kam damals nicht aus den Puschen, was ein modernes Betriebssystem anging. Die hatte zwar tolle Konzepte (ich erinnere da u.a. an OpenDoc – genau das Gegenteil zur heutigen App-Zentrierung) aber nichts wurde richtig fertig. Dann hatten sie ja überlegt, BeOS zu kaufen und dann kurz vor Vertragsabschluss ist es doch NeXT geworden. Auch wenn BeOS vielleicht sogar innovativer war (Datenbank-gestütztes Dateisystem, sehr performant bei Multimedia), so war es meiner Meinung nach die richtige Entscheidung, NeXT zu "übernehmen" (intern war es ja eher umgekehrt). Nicht nur, weil sie durch den Kauf Steve Jobs zurückbekamen, sondern auch, weil NeXT ein Unix war und man über diese Kompatibilität sehr schnell sehr viele (OpenSource) Tools unter dem neuen System zum Laufen bekam. Die Nähe zu Unix und Linux war schon ein großer Vorteil für Apple ab diesem Jahrhundert.