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1040STF mit ziemlicher Macke - Schematics gesucht

  • Moin zusammen,


    neuer Rechner, neues Pech - habe mir mal wieder einen 1040STF geschossen, der einen gewaltigen Defekt zu haben scheint.


    Problem an der Kiste: Es kommt kein Bild, die Floppy läuft nicht an. Die Kiste lief beim Eintreffen vllt 2 Minuten, dann war Sense - hing sich auf.


    In dem Rechner befand sich eine Speichereweiterung, die ich zwar erfolgreich entfernen konnte (hilft ja nichts, wenn die als potentieller Fehler in Frage kommen könnte),

    allerdings mussten dafür ein paar ehemals gecuttete Leitungen wieder verbunden werden und bei der ein oder anderen Neuverbindung stehe ich auf dem Schlauch,

    weil bspw eine gecuttete Leitung auf der Bestückungsseitig dummerweise genau unter einer Latte von Widerständen verläuft und ich das Signalziel nicht erkennen kann.



    Das Board ist ein C070523-001 Rev D - zu der Revision finde ich keinerlei Schaltpläne im Netz. Andere Pläne helfen nur bedingt weiter, da eben die Bautelenummerierung nicht

    stimmt und leider auch PCB-Layouts (Top/Solderside) völlig fehlen; die in dem Falle am wichtigsten wären.


    Fakt ist, das die CPU mit und ohne Speichererweiterung nach dem Einschalten bzw einem Reset ziemlich schnell HALT auf low zieht bzw auf HALT gezogen wird.

    Speicherseitig kann ich bei gehaltenem RESET auf den entsprechenden Bit-Ein/ausgängen bei den ersten sechs RAMs von links aus gesehen ziemlich viel Noise auf dem Oszi

    erkennen und auch über den Lautsprecher des SM124 ein ziemliches Signalmischmasch hören, was bei den restlichen RAMs nicht auftritt. Wenn RESET losgelassen wird,

    normalisiert sich das ganze wieder. Bei den 373er-Latches kann ich keine Aktivität an LE feststellen (immer low, auch kein großartiges Pulsen, ebensowenig, das an den 244ern

    an den OE-Pins sich irgendwas, ausser einem ständigen High-Level, irgendwas rühren würde.


    RAS/CAS-Aktivität lässt sich durchgehend an den RAMs feststellen.


    Die Adress-Datenleitungen wie auch CE an den TOS-ROMs habe ich auf Konnektivität bis hin zur CPU durchgemessen, auch alle gesockelten Chips raus und wieder rein.


    Die Frage ist -was kann da los sein.


    Ich kenne den Ablauf des TOS-ROMS nicht, aber ich glaube zu meinen gelesen zu haben, das erst die Initialisierung der Peripherie (so wohl auch Bildschirm)

    erfolgt und dann der Speichertest vollzogen wird. D.h. er -könnte- ja -eventuell- potentiell Bomben werfen, wenn die Peripherieinitialisierung erfolgreich war.


    Es gibt kurzzeitigen Zugriff auf die beiden untersten TOS-ROMs, die anderen vier stehen ständig high. D.h. weit kommt er wohl gar nicht.


    Es kann ja wie bei Computern so üblich potentiell alles sein, aber am wichtigsten wäre erst einmal die Originalkonfiguration so ordentlich wie möglich hinzubekommen und

    dazu fehlen mit die passenden Schematics.


    Daher meine Bitte: Es wäre super, wenn jemand die passenden Schematics für die oben genannte Boardrevision hätte. Denn sonst ist an einigen Stellen Rätselraten

    angesagt :-(


    Lieben Dank & Gruß

  • Super, danke !


    Eigentlich dat hier:


    https://temlib.org/AtariForumW…0stf_motherboard_revD.jpg


    Nachtrag: Mitterweile HALT ständig auf High, aber auch keine weiteren Aktivitäten mehr zu erkennen.


    Ach je....Wochenendbeschäftigung.....den kleinen Analyzer mal anklemmen und schauen, ob sich was erkennen lässt....


    Beim C64 und Konsorten ist das ja alles noch "relativ" einfach, aber die Dinger sind dann doch ´ne andere Hausnummer....

  • da sind 6 Eproms drin - da wärs dann auch gleich mal anzuraten, auf das neueste "Betriebssystem" upzudaten:

    https://www.exxoshost.co.uk/atari/store2/

    ST/F/M 6 CHIP TOS 1.04 GERMAN £25 2 In Stock [0123]


    vielleicht hat ja auch einer der alten Proms eh nen Hau weg? - die verlieren schon mal ihren Inhalt nach über 25 Jahren..

  • Wäre denkbar. Wundert mich halt, dass das von jetzt auf gleich passierte. Die Kiste war für 20 Jahre eingekellert (roch auch danach). dicke Caps

    oder dergleichen kan nich nciht erkennen und auch die zwei Spannungen sind eigentlich stabil.


    Ich werde mal hergehen und die PROMs sukzessive gegen ein Binary vergleichen. Ein bischen Schaltungskram mit einem Microcontroller aufzubauen ist ja nicht die Welt.

    Aber ich habe die schwere Vermutung, das ich das gleiche mit den DRAMs veranstalten muss. Und davor graust es mir, weil es ohne Entlötstation und nur mit Nuckelpumpe bei der Anzahl von DRAMs

    "a pain in the ass" ist. Einen Fön zu nutzen wäre eine Alternative, aber die Erfahrung hat gelehrt, dass das nicht unbedingt für das Board und die Bausteine destruktionsfrei verlaufen muss.


    Aber, wie gesagt, im Moment baue ich noch darauf, das irgendwas am TOS faul ist. Wenn es die MMU oder der GLUE-Stein ist, dann gute Nacht....


    Wenn irgendwas an den Commodore-8-Bittern oder einem anderen 8-Bitter faul ist, kann ich den Fehler relativ zuverlässig beheben, da ich schon einige auch mit schweren Macken wiederbeleben konnte. Aber das ist ´ne andere Hausnummer.

  • ich hab mir den da besorgt:

    https://www.ebay.de/itm/ZD-211…%3APL_CLK%7Cclp%3A2334524

    ..allerdings von Conrad - aber der haut ja bei nur einer Bestellung Versandkosten drauf, dass einem Graust...


    zum prüfen der DRAMs sehr zu empfehlen:

    https://8bit-museum.de/sonstig…ware-projekte-chiptester/


    ...oder der etwas anrüchige Test, ein funktionierendes DRAM einfach Huckepack auf das vermeintlich defekte (wird meist wärmer als alle anderen) zu stecken ... das geht meist komplett lötfrei - und ist für eine lokalisierung ausreichend

  • Danke für den Tip - kommt drauf an, wie der Defekt aussieht. Wenn das defekte DRAM Pin2 und 14 stänfig high oder low zieht, kann ein funktionierendes DRAM huckepack nciht viel ausrichten. So einen DRAM-Fehelr hatte ich bspw am CPC464. Ein Versuch ist es in jedem Falle wert (passendes DRAM vorausgesetzt).


    Ich habe ja noch die Speichererweiterung mit 4 DRAMs je (anscheinend) 256 KiB. Wenn alle Stricke reißen, kommen die originalen Speicherchips raus und die 4-Chip-Version als Ersatz rein - vorausgesetzt, die hat auch keine Macke. Und für die Erweiterung muß ich auch erst einmal ein Pinout finden.,n nennt sich IMEX II. Wurde über zwei Flachbandkabel je den 244ern und an den Widerständen rechtsseitig vom originalen Board-DRAM verlötet.

  • Ah, habe nochmal nach der Speichererweiterung geschaut. Die hat sogar 2 MB.


    Wie gesagt, wichtig wäre erst einmal für die Boardadrevision der passende Schaltplan. Mit den RevB und RevC Schaltplänen lässt sich zwar auch was anfangen, aber leider nicht vollständig. Wäre wichtig, auch die Zugehörigkeit von verbauten Widerständen usw zu ermitteln.


    Udn wie gesagt, wie die Initialisierungsreihenfolge aussieht. Das Service Manual meint bei schwarzen Schirm und keiner Floppyaktivität => CPU, GLUE und MMU auszutauschen. Und das versuche ich zu vermeiden, solange der Fehler nicht zu 100% eingegrenzt ist. Für die Speichererweiterung musste ja auch am Board selbst herumgepopelt werden.

  • Wenn du die Leiterbahnen wiederhergestellt hast und die Möhre läuft nicht, solltest du zuerst alle Takte prüfen.


    Edit: und natürlich der obligatorische Test, ob irgendwas besonders warm wird. Ich hatte mal das gleiche Symptom. GLUE kaputt und ich meine MMU auch. Außerdem Kurzschluss im RF Modulator. Das war ein STFM und ist jetzt ein STF.

  • HAbe ich zT schon gemacht, schaue heute Nacht nochmal drüber, bin zzt geistig zu versemmelt als das ich da noch ordentlich was messen kann. CPU hat Takt, RAS/CAS-Aktivität ist vorhanden.


    Zzt steht HALT der CPU auf high, was ja ansich schon mal nicht schlecht ist, aber ich kann keine Transferaktivitäten mehr am Adress/Datenbus feststellen; zumindest nicht mit meinem ollen Oszi.

    Dafür muß ich ohnehin den Analyzer konsultieren.

  • In jedem Falle auch ei mn großes danke für den Tip mit der elektrischen Entlötpumpe. Für was "richtiges" fehlen die Kohlen, Entlötlitze ist idR arschteuer und meine Plastiknuckelgeäte sind völliger Mist.


    Was ich aber auch noch probieren werde, wenn wir gerade beim Thema Plastik und Entlöten sind: Auch wenn das lustig und bescheuert klingt - Ich habe vor kurzem aus einer Art "nimm mich mit"-Tauschhäusle, das es bei uns gibt, eine Art batteriebetriebenes Nuckelgerät zur Hautstraffung mitgenommen und das Teil macht mal wirklich einen bösen Unterdruck. Wenn es mit sowas auch geht und die Plastekappe vorne nicht abkokelt - why not. Werde ich in jedem Falle mal probieren. Haja, ´ne Entlötstation ist ja auch nichts anderes.


    Erfinderisch muss man sein :-)

    Edit: Na, das hat keinen Sinn, die Luftgeschwindigkeit reicht nicht. Hab mir jetzt die elektrische Pumpe gezogen; das soltle ja eine halbwegs sinnvolle und (hoffetnlich) langfristige Investition sein. Nicht das wahre, aber besser als der Plastescheiß, von dem man ohnehin alen Furz lang neue Pumpen bzw Spitzen braucht.

    Und die Metall + Plasteteile sind nebenbei auch nicht gerade ungefährlich. Es hat mir, sogar bei fast neuen Pumpen, einige male beim Spannen die Spitze samt Plastikgewinde rausgeschossen. Und das ein oder andere Geschossziel in vllt 40 cm Entfernung will ich nicht näher definieren. Es hat in jedem Falle zwei Tage lang ziemlich weh getan....

  • Mich wundert, dass da Leiterbahnen durchgeschnitten wurden. Das interne Ram kann man normalerweise problemlos stilllegen, ohne Leiterbahnen durchzuschneiden. Kannst du von den Bereichen mal hochauflösende Fotos machen?


    Wenn der CPU Takt da ist, dann ist das schonmal gut. GLUE erzeugt aber noch weitere Takte. Die solltest du dir mal ansehen. Wenn die fehlen, könnte GLUE defekt sein.


    Wenn du gesockelte GLUE und MMU Chips hast, dann kannst du die auch mal rausnehmen und wieder einsetzen. Gelegentlich soll es Kontaktfehler geben, ist mir aber noch nie passiert.


    Ansonsten zum Thema Ram Fehler nochmal hier unter Punkt D gucken: https://www.classic-computing.org/atari-st-reparaturtipps/

  • Viel wird man nicht mehr sehen können, da ich schon Brücken gezogen habe. Das war eine Erweiterung, die zusätzlich 2 MB, also insgesamt 3 MB lieferte. Wenn ich das richtig interpretiere, gabs an den Widerständen rechtsseitig von dRAM (wohl [MA0..7}) einen Abgriff und dann gibts ja oberhalb nochmal drei /vier Widerstände (Quelle / Ziel im Moment nicht erkennbar), die dazu einseitig ausgelötet wurden und wie in einer Art Brücke über die Speichererweiterung geleitet wurden.


    Dann wie gesagt das Anflanschen an die 244er - und an der GLUE wirden noch zwei Adressleitungen verknotet. Dann halt noch die gecutteten und ein paar neu gezogene Leitungen unterhalb dieser vier Widerstände - Ziel-Quelle nicht erkennbar. Müsste ich durchpiepen.


    ich muss ohnehin noch nach einer PDF für die Erweiterung zwecks eventuellem Wiedereinbau suchen, dürfte sich allerdings wohl außerordentlich schwer gestalten. In der Einbauanleitung soll das Prozedere wohl dargelegt sein. In einer Atari-Magazinausgabe von 1992 wurde das Teil vorgestellt und mit 249 Tacken beworben.

    Wenn ich das Teil mal am laufen habe ,schaue ich mir das in Ruhe nochmal an. Im Moment zuviel mit Fehlersuche beschäftigt :-(

    Edit: Nach Schalplankonsultation dürften die vier Widerstände oberhalb (ebenfalls korrigiert) MAD [0..8] zu CAS0H/CAS0L/RAS1H/RAS1L gehören. Macht Sinn. Vermutlich konnte man nicht einfach einen Abgriff ohne auslöten vornehmen.

  • Sieht schwierig aus. Die TOS-Roms habe ich bislang noch nicht ausgelesen, das wird der nächste Schritt sein, aber zum großen Teil durchgemessen.


    Die MMU liefert die 4/8 MHz, ihre Datenleitungen landen ordentlich in den 373er/244er. RAS/CAS alles da.


    Am 68K sind stehen FC0 auf low, FC1 auf high, FC2 auf high, CLK geht rein, Reset ist auf high. HALT ist high, BERR ist high, IPL0-2 high, UDS und AS takten mit hoher Frequenz, LDS bleibt auf dem gleichen Pegel. Der Shifter liefert 16 MHz.


    Was auffällig war: Beim LS05 für den Reset standen sowohl Eingänge als auch Ausgänge auf low. Frohlockend getauscht, war aber sinnlos. Erst bei einem Pull entweder von GLUE als auch MMU und wieder reinsetzen konnte die Reset-Line nach Tasterdruck schalten. Zufallsbefund oder nicht, in der Regel spinnt Reset nach dem Einschalten wieder; das legt sich aber nach ein paar Minuten.


    Der 68K kann Reset auch selbst low ziehen, wies scheint. Wann und warum er das tun kann- kein Plan.


    Falls sich die ROMs als in Ordnung erweisen, wird es wohl in der Tat der 68000er sein. Entweder liest oder interpretiert er durch einen defekten Adress/Datenbus Mist, oder das Ding hat grudnsätzlich eienn Hau weg. Was anderes kan nich mir gerade nicht erklären. Vor allem, warum die Ksite anfangs ein paar Minuten lief und dann komplett mit dunklem Schirm abkachelte.


    Ja, das hätte und könnte auf die RAMS/ROMs verweisen können, aber das Verhalten der Reset-Line ist abnormal. Das darf nicht sein. Und der 68K ist , -eventuell- neben der GLUE bzw der MMU der einzige, der eine bidirektionale Reset-Line hat. Wenn die CPU Reset nach Gusto aus jedweden Gründen ständig nach low zieht, kann man lange probieren. Aber selbst bei normalem High-Pegel arbeitet das Mistteil ja nicht.

    Vor allem, wenn das eine Failcondition sein sollte und die CPU Reset selbst low zieht, warum lässt sie Reset nicht mehr los.


    Edit: Aha, mal nachgelesen: Um den 68K vollständig zu resetten muss sowohl RESET als auch HALT low gezogen werden. Deswegen gehen beide Signale wohl auch in einen Open Collector-Buffer. Und, wunder was, beim Druck auf den Resettaster geht nur RESET low, aber HALT bleibt high. Das is nich richtig.

  • Habe mich mal derweil auf einem engllischsprachigen Atariforum unterhalten und weiter analysiert - scheint der GLUE-Baustein zu sein, der eine Macke hat. Produziert ab und an Fehler bei der Adressdekodierung und somit ROM-Ansteuerung bzw zieht/setzt Leitungen, wo er nicht soll, zieht dabei das ganze System in den Abgrund. Die Fehler scheinen von einem Punkt zum anderen zu wandern. Aber keine Garantie, das er und auch wiklich nur er es ist. Ich habe die Vermutung, das da noch einiges mehr im argen ist.

    Falls jemand einen GLUE-Stein zu einem vernünftigen Preis anbieten könnte, wäre ich sehr happy.