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Schneider AT Tower 201 80287 nachrüsten

  • Hallo,


    ich habe mir für meinen neuen Schneider AT Tower 201 ("light") jetzt einen 80287 Prozessor besorgt. Ein Sockel dafür ist bereits auf der CPU-Platine vorgesehen. Ich habe also den 80287 eingesetzt und den Rechner gestartet. Es kommt kein Bild und der Lautsprecher piept lang kurz lang kurz lang kurz (nach jedem Einschalten / Reset). Ich habe keine Serviceunterlagen für den Rechner, muss ich bei dem 80287 irgendetwas beachten oder noch Jumper einsetzen ?


    Dann ist mir auf der CPU-Platine aufgefallen, dass da noch 4 RAM-Steckplätze frei sind:


    Weiß evtl. jemand, welche RAMs ich dort einsetzen kann und wie ich die ggf. "aktivieren" muss ? (Jumper oder im BIOS ?)


    Grüße,

    Ralf

  • Weiß evtl. jemand, welche RAMs ich dort einsetzen

    Vermutlich 41256-Chips - wird dir aber keinen zusätzlichen Speicher bringen weil das nur die Parity-Bits sind.


    Die unbestückten Plätze daneben sehen nach Sockeln für 30-Pin-SIMMs aus, das könnte erfolgversprechender sein. Da immer zwei davon eingerahmt sind und das ganze nach einer Steckkarte aussieht sind aber möglicherweise Sockel für schräge Halterung der DIMMs vorgesehen um keine Platzprobleme zu bekommen - ob man dafür überhaupt noch passende Sockel auftreiben kann?

  • Hier mal ein Foto von dem 80287 und der 80286 CPU, "passen" die zueinander ?



    Ich habe jetzt festgestellt, dass der Rechner auch mit dem eingesetzten 80287 startet. Das Fehlerpiepen kommt offenbar ganz zufällig - mal startet der Rechner, meistens nicht. Wenn er startet, wird immer ein BIOS Konfiguration Error angezeigt. Wenn ich dann mit F2 ins BIOS Setup gehe, wird unter 80287 "-----" angezeigt, als ob der Rechner den 80287 nicht erkennt. Neben dem 80287 ist ein Jumper - ob der für die Aktivierung zuständig ist ? Ansonsten hatte ich in den Bios-Einstelliungen nichts geändert, vorher war der Fehler nicht vorhanden. Zwischendurch hatte ich lediglich die CPU-Karte und das Netzteil herausgenommen, um einen Elko zu ersetzen.


    Grüße,

    Ralf

  • Paritätsbits: Geschwindigkeit bringt das nicht. Aber Du bekommst eine Meldung, wenn ein Fehler aufgetreten ist. Im Sinn für einen stabil arbeitenden PC sind die wichtig. Ohne bemerkst Du nicht, wenn es mal einen Bit-Kipper oder Bit-Fehler gibt. Hochwertige Systeme arbeiten damit.


    Speichermodule: Damals waren 30-pol-SIMM's nicht unbedingt gegeben. Davor gab es 30-pol-SIPP's. Von der Funktion gleich, jedoch ist dafür vielleichter ein Sockel einzubauen, da es sich dabei einfach nur um eine 30-pol-reihige Sockelleiste handelt.


    80287: Was für einen hast Du Dir denn besorgt? Es gibt verschiedene Varianten und die werden auch unterschiedlich mit einem Takt versorgt. Was geht, hängt von Deinem Typ ab und was der Tower AT 201 für einen Takt am Sockel hat. Einige Exemplare arbeiten mit einfachem Takt, andere mit 2/3-Takt und einige können beides und man wählt aus, wie er laufen soll. Prinzipiell kann der 80287 synchron oder asynchron im 80286-System laufen. Für Anpassungen gibt es auch Zwischensockel, wenn man beispielsweise in einem eher niedrig getakteten 286'er (es gab sie ab 6 MHz) einen sehr schnellen 80287 laufen lassen möchte (regulär und ohne Übertaktung bis 20 MHz, mit Übertaktung auch mehr).

  • Schmitti : Fotos vom 80287 und vom 80286 habe ich im Post#4 gemacht. Ich kann im Bios-Setp verschiedene Takte einstellen. Im Moment ist "10 MHz / 5 MHz" ausgewählt. Man kann auch nur 10 MHz oder nur 5 MHz einstellen. Was wäre da die richtige Einstellung ?


    Ich schaue mal, ob ich 41256 RAMs habe - dann könnte ich die Parity-Bits schonmal nachrüsten.


    Grüße,

    Ralf

  • Ah, das hat sich wohl gerade mit dem Foto und meinem Beitrag überschnitten.


    80287: Ich habe icm Datenblatt geschaut. Der Typ sollte beide Varianten können:

    a) Pin 32 ist der Takteingang.

    b) Pin 39 entscheidet über die Variante 1 oder 2, ob der Takt direkt oder per Teiler intern im 80287 verwendet wird.

    b1) Direkte Nutzung: Pin 39 ist High

    b2) Teiler durch 3: Pin 39 ist Low.

    Anmerkung: Pin 39 sollte dazu mit Pin VCC (Pin 9) oder VSS (Pin 10 und Pin 30) verbunden sein und muss 20 Taktzyklen auf Low bzw. High sein, bevor der Reset auf Low wechselt.


    Du könntest mal prüfen, ob die Pin der Steckbrücke beim Koprozessorsockel eine Verbindung zu Pin 39, 9, 10 und/oder 30 hat. Wenn ja, ist die Funktion geklärt.


    Hast Du ein Frequenzmessgerät, mit dem Du den Takt an Pin 32 messen kannst? Wenn Du auch Nummer Sicher gehen willst, würde ich vermuten, dass der 80287 im Tower AT 201 mit Takteiler durch drei auf jeden Fall laufen müsste.


    Meistens hatte damals der 80286 einen Quarz oder Quarzoszillator mit der doppelten Frequenz, also in Deinem Fall mit 20 MHz. Wenn es für den 80287 keinen eigenen Taktgeber gibt, bekommt der Sockel entweder die Frequenz vom 80286, also 10 MHz oder die 20 MHz. Im letzteren Fall müsstest Du den Teiler durch 3 aktivieren. Mit 20 MHz wird der 80287 nicht laufen, vermute ich. Mit 20 durch 3 = knapp 7 MHz würde er aber laufen.

    Wenn gewünscht, kann man später das ganze tunen.


    Nur am Rande: Der 80287 kann auch mit dem 80386 verwendet werden. Das ist wenig bekannt und war eine preiswerte Möglichkeit, den 80386 mit einem Koprozessor aufzurüsten.


    Siemens 80286: Gerade erst gesehen: Schön, eine recht seltene Siemens-Version des 80286-Prozessors steckt bei Dir im Sockel. Bei Dir ist es die 10 MHz Version. Wenn Du mehr Speed haben möchtest, könnte man dem Prozessor vielleicht auch noch etwas mehr Dampf beibringen. Wenn es reicht, ist aber auch gut.


    Hier gibt es noch eine Fan-Seite über das Modell 220, 240 und 260:

    http://www.planetmulti.de/v2/i…v2/schneider/towerat.html


    Und in einem anderen Forum ein Thema zu den Schneider 286'er:

    https://forum.classic-computin…ider-tower-system-220-at/

    https://www.planet3dnow.de/vbu…eider-Tower-AT-System-201

  • So ich habe jetzt mal nachgemessen, ob der Jumper irgendwie mit den Pins 39, 9, 10, 30 des 80287 verbunden ist, das ist nicht der Fall. Ich habe dann einfach mal probiert, den Jumper (3 Pins) in die andere Position zu stecken. Einmal ist der Rechner so gestartet aber kurz darauf abgestürzt, ansonsten kam kein Bild und ein hoher Dauerpiepton und einmal kam das hier:



    Also den Jumper wieder in die urspr. Position zurückgesetzt, Situation wie gehabt, Pieptonsequenz lang kurz lang kurz lang kurz. Ich habe einmal mitgezählt, nach dem 24. Betätigen des Resetschalters ist der Rechner gestartet. So sieht der Setup-Bildsdchirm aus:



    Ich habe den CPU/BUS Takt auf jeweils 5 MHz eingestellt, um den Rechner erstmal möglichst "stabil" zu machen, das scheint aber keinen Einfluss auf das Startverhalten zu haben. Könnte das Problem evtl. an der VGA Grafikkarte liegen ? Es ist eine Trident TVGA8900C mit 1 MB Ram:



    Grüße,

    Ralf

  • So ich habe jetzt die Schaltpläne für den Schneider AT Tower bekommen und auch den Teil für den 80287 und den Jumper JU1 gefunden:



    So wie ich das verstehe, kann mit dem Jumper entschieden werden, ob der 80287 20 oder 24 MHz bekommt, die dann im 80287 intern durch 3 geteilt werden, also es dann 6,67 oder 8 MHz. Da ich ja einen 10 MHz 80287 habe, dürften die 6,67/8 MHz ja kein Problem sein ? Könnte der 80287 defekt sein ?


    Grüße,

    Ralf

  • So heute nochmal ein update: Ich habe jetzt herausgefunden, dass der Rechner mit der CPU/Bustakt Einstellung "5 MHz/CPU-Takt" recht stabil läuft, er startet jedenfalls häufiger als dass "Fehlstarts" kommen. Den 80287 muss ich weglassen, damit startet der Rechner kaum noch - naja macht nichts, die FPU kommt jetzt in die CPU-Sammlung.


    Grüße,

    Rakf

  • Ich könnte mir vorstellen, dass die Versorgungsspannung nicht besonders stabil ist und der Rechner daher nur mit 5 MHz recht stabil startet. Je höher die Frequenz, desto höher die Stromaufnahme und die Anforderung an Kondensatoren, den Ripple auf der Spannung weg zu bekommen.

    Insofern würde es ins Bild passen, dass der Rechner nicht läuft, wenn der 80287 dazu gesteckt wird, da der auch nochmal den Stromverbrauch erhöht und zusätzlichen Ripple ins Spiel bringt.


    Ob der 80287 defekt ist, kannst Du nur herausfinden, wenn Du ihn in ein anderes Mainboard steckst. Aber ich würde erstmal obigen Punkt prüfen. Normal sollte der Rechner ja zuverlässig mit allen Taktraten laufen.


    Da der Rechner an sich 10 MHz kann, würde ich da dann wahrscheinlich so umbauen, dass der 80287 auch mit 10 MHz läuft. Über Pin 39 kannst Du ja steuern, ob der Teiler verwendet wird oder nicht. Das sollte problemlos gehen und wäre in Spezifikation. Mit Tuning würde wahrscheinlich noch mehr gehen, wenn man das möchte.

  • Eben mal die Spannungen auf dem Oszi angeschaut, Du hattest Recht, das Oszillogramm sieht katastrophal aus, auf allen Spannungen ist ein Ripple mit einer SS-Spannung von ca. 200mV drauf, bei den +12V gehen einige Spikes bis 250mV. Der Ripple ist auch nicht regelmäßig, irgendwie scheinen sich da 2 oder mehr Frequenzen zu überlagern - daher lässt sich das "Signal" auch nicht stabil auf dem Oszi triggern. An dem Netzteil hatte ich bisher nichts gemacht (auch keine Elkos ausgetauscht ;-) ). Es scheint komplexer aufgebaut zu sein, als die Commodore PC10-III Netzteile, es sind auch einige ICs darin. Hier mal ein Foto von dem geöffneten Netzteil. Ich muss mal sehen, ob es davon einen Schaltplan gibt.


  • Ich habe mal nach dem Schaltplan des Netzteils gesucht und auch was im Service-Manual gefunden, allerdings nur ohne Werte / Bezeichnungen der Bauteile:



    Die Hauptplatine trägt nach dem o.a. scan (Mitte) eine andere Bezeichnung, nämlich SNT 90/B03 (statt 90/E02). Ich weiß nicht, ob das ein Fehler ist, denn zu dem 90/E02 gibt es im SM keinen Schaltplan der Hauptplatine. Außerdem gibt es im Service-Manual noch einen einen weiteren Schaltplan des Netzteils "SNT 90/B03", der unterschiedlich ist, sowohl von der Controillerplatine als auch von der Hauptplatine. Auf den ersten Blick scheint der mittlere scan jedenfalls zu meinem NT zu passen.


    Was könnte ich jetzt machen, um den Ripple zu beseitigen oder wenigstens zu reduzieren ? Evtl. die Elkos auf der Sekundärseite mal - einen nach dem anderen - durchmessen ? (den Primärelko 220uF/400V hatte ich doch bereits ausgetauscht, habe ich in meinen Unterlagen gesehen - aber sonst nichts weiter).

  • Ich würde es in jeden Fall in kleinen Schritten machen.

    Als erstes würde ich mir die Kondensatoren C11 und C13 genauer ansehen, ob die elektrischen Eigenschaften noch brauchbar aussehen. Das ist der 5V-Zweig, der normalerweise der geregelte ist.


    Wenn das nichts ergibt mal den 12V-Zweig mit C10.


    Welche Werte haben denn die Kondensatoren? Kannst Du Hersteller und Serie erkennen? Dann könnte man schauen, ob man ein Datenblatt bekommt.


    C7 und C8 sind vermutlich Keramikkondensatoren (zumindest keine Elkos) oder? Kannst Du das mal prüfen?


    Danach würde ich sagen, schauen wir weiter. Mit etwas Glück funktioniert einfach nur die Glättung nicht mehr richtig.


    Den -12V-Zweig würde ich erst anfassen, wenn der 5V-Zweig funktioniert, da darauf in der Regel kaum Last ist.

  • Die beiden Elkos im 5V-Zweig haben den Aufdruck ROE, 105 Grad

    1000uF/10V "V5": 1122uF, ESR=0,12 Ohm, Vloss=0.8%

    1000uF/10V "W8": 1093uF, ESR=0.18 Ohm, Vloss=0.9%

    Der Elko mit der Aufschrift "V5" ist ca. 1cm länger als der andere (gleicher Durchmesser).


    C7,C8 und C9 sind Keramikkondensatoren

    2 x 10nF mit schwarze "Kappe" , 1 x 1nF mit blauer oder grüner Kappe (der ist ganz schlecht abzulesen).


    Also soweit nichts auffälliges, oder ? Morgen werde ich C10 durchmessen.

  • Der C10 (12V-Zweig) hat die Aufschrift 470uF/25V Marcom 105 Grad, CE-UF 8445 4YB: Gemessen habe ich ihn mit 484uF, ESR=0.11 Ohm, VLoss=0.4%.

    Dann gibt es noch einen weiteren Elko, der jedenfalls nicht zu den -12V gehört: 470uF/40V EKR von ROE. Den habe ich gemessen mit 543uF, ESR=0.14 ohm, VLoss=0.5%.


    Der C5 (Primärkreis) ist ein 330uF/400V Erlko. Den hatte ich ja bereits ausgetauscht, allerdings gegen einen 85 Grad Elko. Den habe ich gemessen mit 209uF, ESR=0.27 Ohm, VLoss=0.3%.

    Ich habe den jetzt gegen einen 105 Grad Typen mit folgenden Werten ausgetauscht: 188uF, ESR=0.4ohm, VLoss=0.5%.


    Dann habe ich alles wieder zusammengebaut und den Ripple erneut gemessen (ohne Festplatte / Floppy, da ich an diesem Stecker gemessen habe). So sieht das ganze bei den 5 Volt aus:



    Sie SS-Spannung beträgt knapp 150mv (50mV pro Kästchen) und die Frequenz von dem Salat schwankt etwa zwischen 390-400 kHz.


    Und hier der 12 Volt Zweig:



    Dieses "Signal" ist deutlich niederfrequenter, so 75-80 kHz. VSS ist 250mV (ebenfalls 50mV pro Kästchen).


    So wie es aussieht, sind die Elkos ja alle okay, der Ripple aber immer noch 3-fach (5V) bzw. mehr als 2-fach (12V) über der ATX-Spezifikation. Sollte ich als nächstes die 3 Kerkos C7-C9 mal durchmessen ?

  • ROE steht für die Firma Roederstein, heute ein Teil von Vishay.

    Die Messwerte sehen nach meinem Empfinden gut aus und zeigen auch, dass man damals mit der Kapazität großzügig kalkuliert hat. Heute sähe das oft bei neuen eher anders aus.


    V5 kodiert das Produktionsdatum, W8 genauso.

    Dass der größere der beiden leicht bessere elektrische Werte hat, passt auch.


    Ja, sehe ich auch nichts auffälliges.


    Dann schauen wir mal, was bei C10 herauskommt.

    Wenn C10 auch nichts auffälliges zeigt, würde ich mir C5 und C6 anschauen.

  • C10 sieht auch erstmal unauffällig aus.


    Welches Cx ist der 470uF/40V EKR von ROE?


    C5 ist aus meiner Sicht defekt, wenn das ein neuer guter Kondensator sein soll. Verstehe ich Dich richtig, C5 ist original 330 µF?

    Dann würde ich da auch etwas einbauen, was 330 µF hat. 209 oder 188 µF wäre für einen stark gealterten Elko denkbar, neu aus meiner Sicht nicht ok.


    Ja, der gemessene Ripple ist auf jeden Fall zu hoch.


    Bei den Keramikkondensatoren würde ich eigentlich nichts erwarten. Aber tja genau kann man das natürlich nicht sagen. Erstmal würde ich noch C5 bereinigen. Naja, Du könntest den Ripple an C5 mal messen (gleiche Bedingung wie bei den anderen Ripple-Messungen). Wenn das glatt sein sollte, kann man den vor erst ausschließen (unter Volllast sieht es dann vielleicht anders aus, denn umsonst wurden dort keine 330 µF spendiert).