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Ich mag Jaggies (in Fonts) [aus: Divzero probiert Linux]

  • Muss wohl, denn mit Cleartype sieht es schlechter weil unschärfer aus.

    Können wir deine persönlichen Befindlichkeiten hier mal zurückstellen? Das bringt uns hier überhaupt nicht weiter. Du magst halt Terminal und 80er-Jahre Pixelfonts. Die Mehrheit mag GUIs und kantengeglättete Schrift. Gehen wir also lieber mal von der Mehrheit der User aus und diskutieren an der Stelle weiter.

  • Also ich bevorzuge auch die Win95-"knackscharfen" Schriften und habe die auch in Linux. Leider funktioniert das im Browser nicht so optimal, daher sehe ich viele "jaggy"-Schriften, daran habe ich mich aber mittlerweile irgendwie gewoehnt (auch wenn ich es selbst komisch finde). Aber weichgezeichnete Schriften in GUIs gefallen mir einfach nicht. Muss vielleicht dazusagen dass ich nach wie vor FullHD-Aufloesung nutze, vielleicht wuerde ich bei 4K "endlich" Weichzeichnung akzeptieren koennen (aufm Handy machts mir auch nix aus).


    Aber vielleicht bin ich da auch sonderbar...


    Zum Coden verwende ich aber so oder so richtige Pixelfonts, das ist bei mir ein Muss. Vielleicht nicht gerade Courier (die finde ich haesslich) aber es gibt da gute Fonts und ich hab mir auch schonmal einen selber gebaut. Ich weiss nicht ob das jetzt was mit Nostalgie oder Altmodisch-sein zu tun hat, aber ich koennte mir das echt schwer vorstellen auf irgendsoein kantengeglaettetes Geschwurbel da umzusteigen...

  • Zum Coden verwende ich aber so oder so richtige Pixelfonts, das ist bei mir ein Muss

    Bei mir auch. Ich habe mir z.B. zum Coden den Atari ST Systemfont als Schriftart gewählt:



    Damit kann ich stundenlang augenschonend arbeiten.


    Bei den "supermodernen" Darstellungen von Schriftarten (so ich manchmal damit arbeiten muss) tun mir nach kürzerer Zeit die Augen weh.

  • Aber weichgezeichnete Schriften in GUIs gefallen mir einfach nicht.

    Bitte sag nicht "weichgezeichnet". Das entspricht dem englischen "blur" (z.B. in Grafikprogrammen) und damit hat Kantenglättung (antialiasing) rein gar nichts zu tun. Da wird nichts weichgezeichnet, sondern Pixel, die beim Rendern in die Bitmap weder schwarz noch weiß wären, werden dann halt grau dargestellt. Das sorgt dafür, dass die ursprüngliche Form der Zeichen (z.B. auch die Strichstärke) erhalten bleibt. Noch besser sieht das aus, wenn man Subpixelrendering zuschaltet (MS-Sprech: Cleartype, Apple: LCD-Schriftglättung), um die Auflösung (horizontal) zu verdreifachen. Eine leichte "Unschärfe" (die kein "blur" ist) akzeptiere ich lieber als diese fizzeligen 1-Pixel-dünnen Schriften aus alten Windows-Versionen. Richtig gruselig wird pixelige Font-Darstellung bei (kleinen) kursiven Schriften – wer Treppenstufen mag, könnte allerdings in Verzückung geraten. ;)

  • Beim Mac übrigens auch. Nur fällt es da wegen der deutlich höheren Auflösung nicht so auf.

    Vermutlich fällt Retrofan das auf seinem Mac auch deswegen nicht so auf, weil bei OSX traditionell das Font-Hinting komplett ignoriert sondern lieber mittels Antialiasing unscharfe Zeichen auf den Bildschirm wirft und er sich daran gewöhnt hat. Das kann zB zu so lustigen Effekten führen, dass im Terminal eine Linie eines Gleichheitszeichens scharf mit einem oder zwei Pixeln gezeichnet wird, die andere aber ein vertikales Pixel mehr zugewiesen bekommt. Durch das Antialiasing werden dann die oberste und unterste Pixelreihe mit der Hintergrundfarbe verrechnet, was wodurch die dann unscharf aussieht. Manchmal wechselt die betroffene Linie des Gleichheitszeichens dann auch noch zwischen den Textzeilen.


    Spontaner Screenshot in iTerm2 auf 10.15 auf einem UHD-Monitor mit "mittlerer" Retina-Platzeinstellung (effektive Auflösung 6016*3384) und aktivem Subpixel-Antialiasing(*), per Nearest Neighbour um den Faktor 4 vergrössert:


    (*) Kann ich leider gerade nicht abschalten ohne zu rebooten


    Wenn man das noch mit einem nicht-ganzzahligen Retina-Skalierungsfaktor kombiniert ist die Katastrophe quasi garantiert, weil OSX intern immer mit einem konstanten Retina-Faktor rendert und das Ergebnis auf die Bildschirmauflösung runterskaliert - Rendering ohne "Übersprechen" in Nachbarpixel ist damit unmöglich. Das Terminal mit den Gleichheitszeichen-Zeilen sieht dann richtig fies aus, jede Zeile anders als die Nachbarn - ich würde gerne einen Screenshot anhängen, aber OSX nimmt dafür das virtuelle Retina-Target wo alles noch gleichmässig aussieht und ein UHD-Signal bekomme ich nicht mal eben aufgezeichnet.


    Noch besser sieht das aus, wenn man Subpixelrendering zuschaltet (MS-Sprech: Cleartype, Apple: LCD-Schriftglättung), um die Auflösung (horizontal) zu verdreifachen.

    Apple hat die Option in 10.14 aus den Systemeinstellungen rausgeworfen, um heutzutage noch Subpixel-Antialiasing zu bekommen muss man die Kommandozeile bemühen oder die Applikation muss es selbst explizit einschalten.

  • Retrofan technisch mag das vielleicht der korrektere Begriff sein (ich weiss das im Prinzip auch alles, bin mit Sicherheit kein Experte aber dieses ganze Hinting- und Subpixel-Gedoens ist mir zumindest im Kern klar was da passiert), aber irgendwo ist es ja doch "weichgezeichnet" wenn die Kanten ansonsten "treppig" sind ;)


    Das Hauptproblem unter Linux ist wohl, dass das Hinting nicht funktioniert (das normale, nicht das Subpixel-Hinting), weil da wohl mal Microsoft und Apple ein Patent drauf hatten oder irgendwie so. Inzwischen gibt es einige Schriften unter Linux die das beherrschen, da die Patente ausgelaufen sind, aber die meisten Schriften koennen das leider nicht. Daher sehen die dann immer "jaggy" aus. Aber ich nutze auch unter Linux in der GUI meist Schriften wie "Tahoma" usw und die koennen das zum Glueck dann. Nur im Browser herrscht halt Wildwuchs, da passiert es auf einigen Seiten dass die Schriften wirklich grauenvoll aussehen... :S

  • Ich habe mir z.B. zum Coden den Atari ST Systemfont als Schriftart gewählt

    Wobei du da eine Art Misch-Darstellung hast, siehe Vergrößerung:


    (klick mich für Vergrößerung)


    Schon beim normalen Schnitt versucht Windows (edit: dein OS) Cleartype anzuwenden (zu erkennen an den hellblauen und bräunlich/rötlichen Kanten) und bei bold und italic hast du dann das volle Kantenglättungs-Programm (was natürlich bei fett gruselig aussieht, weil der passende Schriftschnitt fehlt).

  • Hier mal ein Beispiel wie es bei mir lange Zeit aussah, aktuell probiere ich grad gerne wieder etwas rum mit verschiedenen Schriften usw, aber wahrscheinlich schalte ich irgendwann wieder hierauf zurueck:



    Die Schrift heisst ProggySquareTTSZ, falls die jemand auch nutzen will. Finde die sehr aesthetisch und kompakt. Vom Code-Styling her verzichte ich auf fett und kursiv und sowas. Farbschematisch bevorzuge ich dunkle GUIs, da ich gerne ohne kuenstliches Licht arbeite und dann helle/grelle GUIs unangenehm finde.

  • Aktuell habe ich grad Gefallen an alten IBM/PC/DOS-Schriften, aber eigentlich braeuchte man dazu auch das korrekte Farbschema (mit blauem Hintergrund usw), damit das wirklich wirkt:



    Aber wie gesagt, ich glaube frueher oder spaeter schwenke ich wieder um zu obiger Schrift...

  • Und das hier sind bei mir wirkliche "jaggy" Fonts unter Linux auf vielen Websites (leider):



    Das sieht halt echt fuerchterlich aus aber dafuer sehen alle sonstigen Programme bei mir super aus (bzw so wie ich sie haben will).

  • weil OSX intern immer mit einem konstanten Retina-Faktor rendert und das Ergebnis auf die Bildschirmauflösung runterskaliert

    Hast du für diese Aussage mal eine Quelle?


    Apple hat die Option in 10.14 aus den Systemeinstellungen rausgeworfen

    Wahrscheinlich, weil Subpixel-Rendering bei Retina-Auflösungen obsolet geworden ist (und bei iOS noch nie unterstützt wurde und es bei manchen Subpixel-Anordnungen (AMOLED) auch gar keinen Sinn macht). Apple liefert ja schon seit Jahren keine Geräte mehr ohne Retina-Auflösung aus, wofür also "Cleartype"? Für die paar Leute wie mich, die "Retro-Hardware" verwenden? ;) (ich bin allerdings weiterhin mit 10.13 unterwegs, passt besser zu meiner alten Hardware)


    Vermutlich fällt Retrofan das auf seinem Mac auch deswegen nicht so auf

    Sorry – aber mir fällt ALLES auf, was optischer Natur ist. ;) Das ist zwar häufig mehr Fluch als Segen aber es ist so.


    technisch mag das vielleicht der korrektere Begriff sein

    Nicht "der korrektere", sondern "der einzig korrekte" – der andere ist schlicht falsch. Da wird nix geblurrt, was zuvor scharf war.


    Nur im Browser herrscht halt Wildwuchs, da passiert es auf einigen Seiten dass die Schriften wirklich grauenvoll aussehen...

    Das wäre für mich ein KO-Kriterium. Ist das wirklich so?

  • Ja das ist wirklich so - wenn ich Anti-Aliasing / Kantenglaettung abschalte. Dann sehen die meisten unter Linux vorhandenen Schriften "jaggy" aus. In allen GUIs und zum Coden verwende ich wie gesagt Schriften, die Hinting beherrschen, daher sehen die alle fuer mein Empfinden toll aus (wie unter Windows 95). Im Browser gibt es einige Webseiten, auf denen es auch gut aussieht und korrekt gehintet wird, aber es gibt auch viele Webseiten, bei denen es dann so aussieht wie in dem Bild. Mich stoert aber die Kantenglaettung in all meinen GUIs und im Coden usw. mehr, daher ist DAS fuer mich das KO-Kriterium. Natuerlich waere ich gluecklicher, wenn ALLES passen wuerde.


    Muss aber auch gleich dazu sagen dass ich damals unter Windows 7 schon aehnliche Effekte hatte, wenn ich da ClearType abgeschaltet hatte. Da gab es auch schon GUIs, die in sich inkonsistent waren und Fonts verschieden gerendert wurden und Artefakte aufzeigten (GUIs von Windows wohlgemerkt). Aber seither bin ich eh auf Linux umgestiegen, sodass mich das nicht mehr juckt was unter Windows passiert.

  • ich verwende gar kein Windows. Der Screenshot ist von meiner Programmierumgebung in Zorin OS (ein Ubuntuableger).

    Sorry, dann tut Zorin das halt. Schalte mal Cleartype und Kantenglättung aus, wenn du keine haben willst. ;)


    Aktuell habe ich grad Gefallen an alten IBM/PC/DOS-Schriften

    :kotz

    Das sieht halt echt fuerchterlich aus aber dafuer sehen alle sonstigen Programme bei mir super aus (bzw so wie ich sie haben will).

    OK, also wenn ich die normale Schriftdarstellung nicht anfasse (also Kantenglättung an ist), dann stellt auch Linux die Schrift im Browser lesbar dar? Dann ist für mich erstmal alles wieder im Lot.

  • Da wird nichts weichgezeichnet, sondern Pixel, die beim Rendern in die Bitmap weder schwarz noch weiß wären, werden dann halt grau dargestellt.

    Und schon sieht es unscharf und weichgespült aus.



    Sorry – aber mir fällt ALLES auf, was optischer Natur ist.

    Und dann benutzt du geglättete Schriften? Merkwürdig.



    Das sieht halt echt fuerchterlich aus

    Hab ich kein Problem mit weil es im Gegenzug scharf ist. Ermüdet die Augen beim Lesen nicht so.

    Vermutlich fällt Retrofan das auf seinem Mac auch deswegen nicht so auf, weil bei OSX traditionell das Font-Hinting komplett ignoriert sondern lieber mittels Antialiasing unscharfe Zeichen auf den Bildschirm wirft und er sich daran gewöhnt hat

    Ich hab 10.13 auf dem MacBook Pro (noch kein Retina) und benutze das mitgelieferte Terminal wenn es eine Shell sein darf. Dort ist der Haken für 'Antialias Text' in den Einstellungen zum Terminal nicht gesetzt.

  • Ja genau, im Normalfall ist alles kantengeglaettet.


    Und was mich damals unter MacOS (habe ich nur mal im Studium waehrend eines Projektes genutzt) getriggert hat, war, wenn ich bemerkt habe, dass ein und derselbe Buchstabe an unterschiedlichen Stellen auf dem Bildschirm unterschiedlich dargestellt wurde (subpixel-maessig). WARUM das so ist, war mir klar, aber sowas triggert mich. Vor allem wenn ich davon einen Screenshot mache und das vergroessert anschaue. Ich mag es halt doch irgendwie lieber alles "technisch korrekt" und nicht zwingend "aesthetisch korrekt", wenns auf dem Bildschirm passiert. Mich nerven auch blurry Icons, da heutzutage ja die meisten Icons auf SVGs basieren. Wenn die dann als 16x16 gerendert werden, erkennt man oft ueberhaupt nichts mehr. Da bevorzuge ich hart gepixelte Icons...

  • Das sieht halt echt fuerchterlich aus

    Hab ich kein Problem mit weil es im Gegenzug scharf ist. Ermüdet die Augen beim Lesen nicht so.

    Es ist zwar scharf aber es sind zig "falsche" Pixel drin an Stellen wo sie nicht hingehoeren. Es ist zwar scharf aber trotzdem irgendwie kaputt.

  • Hast du für diese Aussage mal eine Quelle?

    on a high-resolution display, there are four onscreen pixels for each point


    Oder einfach mal mit den Retina-"Looks like"-Einstellungen herumspielen und mit Command-Shift-3 Screenshots machen lassen, die sind in beiden Dimensionen doppelt so gross wie die "Looks like"-Auflösung.