Livestream-Capture mit dem Brotkasten - Ein sehr spezielles Problem mit XSplit

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 1.413 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (14. Mai 2020 um 09:15) ist von GeTE.

  • Hallo!

    Wie im Titel schon angedeutet, habe ich ein sehr spezielles Problem, zu dem ich bisher im kompletten Internet (haha) nichts finden konnte.

    Ich veranstalte manchmal kleine LiveStreams und benutze dafür die Streamingsoftware XSplit. Dort kann man alle möglichen Quellen abgreifen und auf den Bildschirm zaubern.

    Das funktioniert auch ganz gut und immer auf dieselbe Weise: Je nach Konsole/Ausgabegerät diese/s mit einem HDMI-Adapter an meine AVerMedia Capture-Karte anschließen, diese per USB in den PC stecken und schon kann man die Quelle in XSplit (oder auch OSB) einbinden.

    Wenn ich dieses Verfahren beim C64 anwende, ist DAS das Ergebnis (siehe Bild).

    Ich benutze dazu die "Video"-Buchse des C64 - (5-Poliger Rundstecker auf Scart-Männlich), von dort gehe ich in einen Splitter, von dem ich Chinch abgreifen kann. Das Chinch-Kabel geht dann wiederum in einen AV2HDMI-Wandler, der in die erwähnte Capture-Karte führt.

    Ziemlich wildes Setup, zugegeben, funktioniert aber mit allem - nur mit dem Zefi nicht.

    Da das Bild nach irgend einer Art von Phasenverschiebung aussieht, habe ich auch schon in XSplit selbst so ziemlich alle Video-Einstellungen ausprobiert, die ich finden konnte, das gespaltene Bild bleibt aber bestehen. Übrigens tritt das Problem bei meinem C64c und meinem Brotkasten auf.

    Falls jemand eine Ahnung hat, wo das Problem liegen könnte, möge er sich gern melden - Mein Dank würde ihm oder ihr ewig nachschleichen ;)

    Run/Stop

    Tom

  • Das ist normal, wenn du eine Capture Lösung hast, die stark anfällig auf den Chroma Shift im C64 Signal ist.

    Wenn ich mit der Epiphan DVI2PCIe vom C64 per SVideo capture sieht das Bild so aus (BASIC Screen ganz am Anfang)

    Bitte melde dich an, um dieses Medienelement zu sehen.

    Alle ungeraden Zeilen zeigen den starken Chroma Shift und es findet keine Mittelung von Chroma statt. Wenn man dem Standard für PAL folgt, dann ist das Bild korrekt, wenn auch nicht so brauchbar.

    Wenn ich mit einer BT878 basierten Capture Karte aufnehme (Hauppauge WinTV etc.), dann sieht das Bild so aus:

    Bitte melde dich an, um dieses Medienelement zu sehen.

    Die Karte macht eine Chroma Mittelung zwischen den geraden/ungeraden scanlines. Das ganze Bild ist also "etwas lilaer".

    (Stichwort: chrominance comb filtering using a line store)

    Das könnte man natürlich der Bildausgabe der Epiphan Karte auch noch nachträglich als Filter anwenden.

    Bei deinem Bild sieht es aus, als ob es nur Chroma aus den odd scanlines nutzt, was das gesamte Bild viel zu rotstichig macht.

    Wirklich machen kannst Du da nicht viel, außer eine Capture Lösung zu suchen, die besser mit dem Non-Standard Signal des C64 zurechtkommt.

    Generell sieht man auf Capture Karte die Farbverschiebung durch den Chroma Shift viel stärker als auf einer Röhre.

    Ich hatte rein zufällig letztens Fotos von 1084S mit verschiedenen Röhren für den Denise Emulator gemacht, wo man sieht, dass der gleiche Effekt auch auf der Röhre zu sehen ist:

    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    Wenn Du dort etwas herunterscrollst, kommen zwei Fotos. Bei dem ersten sieht man, dass die Röhre genauso abwechselnd blau/lila scanlines zeigt. Die andre Röhre zeigt nur blaue.

    Wenn man das mit dem Bild der Capture Karte ganz oben vergleicht (mit Chroma Comb), sieht man, dass es lilaer ist, als es sein sollte.
    Da so ein Capture Chip den Chroma Shift aufgrund des sehr präzisen PLL Taktes bestimmen kann, kommt das dort deutlich mehr raus als bei analoger Elektronik.

  • Das Problem ist umfassender:

    - Der C64 gibt 2x pro Frame das gleiche Halbbild aus. Trotzdem muss der Farbvektor gemäß PAL-Verfahren zwischen den angrenzenden Zeilen gemittelt werden.

    Edit: habe gerade nochmal nachgelesen - es geht um unmittelbar aneinander angrenzende Zeilen. Den Farbton zwischen den benachbarten Zeilen der Halbbilder zu mitteln ist gar nicht vorgesehen und evtl. eine falsche Implementation, die nur normalerweise wenig Probleme macht. Diese Probleme kenne ich z.T. auch beim Capturen von Material, das analog mit starkem Subcarrier-Fehler aufgenommen wurde.

    Da ist dann ein Halbbild grünlich, das andere rötlich.

    - Jedes dieser Halbbilder ist eine halbe Zeile zu früh "fertig". Es ist ohne Pufferung, die wiederum Latenz erzeugt, und ständige Nachsynchronisierung nicht möglich, daraus ein standardkonformes 576i25 zu erzeugen.

    Bitte melde dich an, um dieses Bild zu sehen.

    '°'°'°'°'°'°'°'°'°Oo.~>| BASIC programmers never die! They just GOSUB without RETURN! |<~.oO°'°'°'°'°'°'°'°'°'

    Einmal editiert, zuletzt von ius (13. Mai 2020 um 20:02)

  • Danke für die schnellen Antworten! Gibt es denn eine Möglichkeit, diesen Puffer zu erzeugen?

  • Der Framemeister soll das ganz gut hinbekommen. Habe ich aber nicht selbst.

    Das beste, was ich aus "professionellem" Video-Equipment herausbekommen habe, war ein 25p-Bild mit halber Auflösung, das ca. alle 8 Sekunden einen starken Ruckler drin hatte.

    Ich habe mir noch so eine 15€-Capture-Karte besorgt, die Empfehlung kam, glaube ich, von GeTE , die kann das erstaunlich gut ab, die Qualität des Signals ist aber relativ schlecht, und es funktioniert unter WinDoze nur mit der mitgelieferten Software. Wo genau hier getrickst wird, weiß ich nicht. Ob die Aufzeichnung eines Signals der Ultimate64 oder solch eines Signals, wenn es durch einen RetroTink gelaufen ist, per HDMI möglich ist, weiß ich auch nicht. Spätestens bei der Synchronisation Bild/Ton müßte es schwer werden. Das Verhältnis Samples/Pixel müßte ja idealerweise gleich bleiben.

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  • Ich habe eine Beschreibung meines Capture Setups hier: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. im Absatz "Capture from Commodore 64". Das nutze ich genauso für Live Streaming.

    Für die Streams von SID-Spieler wird der PDA-V100 HD Video Konverter von Pioneer genutzt.

  • Der Framemeister soll das ganz gut hinbekommen. Habe ich aber nicht selbst.

    Das beste, was ich aus "professionellem" Video-Equipment herausbekommen habe, war ein 25p-Bild mit halber Auflösung, das ca. alle 8 Sekunden einen starken Ruckler drin hatte.

    Ich habe mir noch so eine 15€-Capture-Karte besorgt, die Empfehlung kam, glaube ich, von GeTE , die kann das erstaunlich gut ab, die Qualität des Signals ist aber relativ schlecht, und es funktioniert unter WinDoze nur mit der mitgelieferten Software. Wo genau hier getrickst wird, weiß ich nicht. Ob die Aufzeichnung eines Signals der Ultimate64 oder solch eines Signals, wenn es durch einen RetroTink gelaufen ist, per HDMI möglich ist, weiß ich auch nicht. Spätestens bei der Synchronisation Bild/Ton müßte es schwer werden. Das Verhältnis Samples/Pixel müßte ja idealerweise gleich bleiben.

    Zu viel der Ehre. Ich bin nur auf der Suche nach einem Monitor mit S-Video-In für die alten Maschinen. Was Capture-Cards betrifft, nun das Einzige was ich da habe ist ine Fast Movie Machine in einem PC von 1995. Die ist Overlay und keine wirkliche Empfehlung für den heutigen Einsatz (wer hat schon noch freie ISA-Steckplätze?). ;)

    Ideen, die ich mit eurer Hilfe gerne wahr machen würde:

    1. Eine wirklich neue Maus am C64 auf Basis der Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    2. Die erste echte Maus für die 264er mittels Anschluss einer Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.