Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass eine Bedienungsanleitung kein Memo-Zettel für den Entwickler selbst sein darf, sondern eine Anleitung, die den völlig neuen Nutzer Schritt für Schritt in die Materie einführt. Das wird eigentlich nie getan. Kauft man heute ein MMC64, erfährt man hinterher, dass bestimmte Sachen nicht damit machbar sind. Viele Sachen erfährt man zudem gar nicht. Aber warum? Das ist eigentlich eine Sauerei, um dieses harte Wort einmal zu benutzen. Möchtet Ihr so behandelt werden? Mal ehrlich.
Ich begrüße Euer Vorhaben ausdrücklich. Aber ich warne davor, mit den Kürzeln und Slang-Begriffen rumzutoben. Dann könnte Ihr es gleich für Euch behalten. Und nur 30-40 Leute, die hier regelmäßig posten kapieren es. Das ist definitiv zu wenig - für die Anstrengung, die dahinter steckt, so etwas zu formulieren. Entweder ganz ausführlich - oder das Vorhaben jetzt schnell noch stoppen.
Wenn Achten und seine Hintermänner eine brauchbare Bedienungsanleitung auf den Markt werfen würden, dann würden die das MMC64 und MMCReplay drei bis 10 mal so oft verkaufen. Aber wenn jeder vage Interessierte, so wie ich es bin, der ausloten will, ob diese Zusatzplatinen einen Zugewinn an Fahigkeiten für den C64 darstellen, mit dermaßen armseeligen Anleitungen abgeschreckt wird, dann dürfen sich Vesalia Computer, Protovision und wie sie heißen, nicht wundern, wenn der Verkauf nicht läuft. Ich kaufe mir doch auch keinen Roboter für 300 Euro bei Conrad, der dann im Endeffekt nur laut pubsen kann, aber den Abwasch in der Küche links liegen lässt.
Es ist ein Marketingtrick, in der Produktbeschreibung alles nur anzudeuten. Wenn man das Produkt dann gekauft hat, merkt man, wie hohl das alles ist. Und das macht vorsichtig und misstrauisch. Das kostet ja auch immens viel Zeit, das alles rauszufinden.
Ich möchte das MMC und ähnliche Geräte nicht verteufeln. Im Gegenteil: ich suche bestimmte Funktionen darin. Aber wenn mir die keiner "vorher" haarklein erläutert, dann lasse ich in Zukunft die Finger davon. Herr Achten sollte sich das durch den Kopf gehen lassen. Es ist sein Geld.
Meine Vorschläge sind:
- Begriffe, die sich wiederholen wie MMC64, nicht irgendwann abkürzen in MMC, nur weil man zu faul ist und es selbst "längst" weiß, dass man damit das MMC64 Modul meint. Falsch!!!
- Dateien oder Dateinamen immer mit dem selben Namen benennen, nicht mit einem Pseudo-Erklärnamen und dann im Download mit einem anderen. Das ist Wahnsinn. Falsch!!!
- immer angeben, auf welchem Niveau, in welchem Kontext man sich befindet. Oft werden Handlungen, die man am C64 ausführen soll, mit Handlungen am PC nicht unterschieden. Der Leser kapiert nichts mehr. Es muss ganz nüchtern gesagt werden: "Am C64 Datei xxx öffnen. Dann am PC Programm WinVice starten usw. Auch wenn man beim Schreiben den Langeweiletod stirbt. Es muss sein!!!
- jeden Slang- Ausdruck in Klammern erklären, auch wenn es lästig erscheint. Oder ein Glossar an die Anleitung anhängen. Wie soll man sich diese hunderte von Begriffen merken, wenn man nicht Informatik studiert hat. Falsch!!!
Ich bin gerne bereit, wenn ich das Ganze mal verstanden habe, über diese Texte zu gucken, sie zu lektorieren. Das ist viel viel Arbeit. Wenn ich sie nicht verstehe, braucht man sie gar nicht erst zu schreiben. Es sei denn, man hat zuviel Freizeit und zuviel Geld auf dem Konto. Es geht doch auch immer um den Zeitfaktor. Für eine Reise von München nach Hamburg hat man zu Goethes Zeiten 1 Monat gebraucht. Und um eine Datei von PC auf MMC64-SD Karte zu schieben, ist eine Stunde rumfummeln schon 1000 mal zuviel.
Ich bin echt gespannt, was da auf den Endbenutzer zurollt.
Aber ich wünsche den Anpackern gutes Gelingen.
jomodore9