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lemon03

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Tuesday, May 22nd 2012, 7:58pm

Escom nach der Commodore-Übernahme im WDR-Computerclub

Hallo,

Ich weiß nicht, ob Ihr dieses Video schon kennt, aber ich war leicht erschrocken, als ich es gesehen habe.

Ich war früher selbst in der Anti-DOSen Fraktion, habe das aber immer als jugendlichen Überschwang gedeutet. Was hier aber von den Moderatoren und dem Escom-Dingsbums erzählt wird, finde ich schon etwas herbe.

"Moloch Intel-Microsoft" So was könnte man sich heute in seriösen Umgebungen gar nicht mehr vorstellen. Und dann immer die Behauptung, der Amiga kann dies und das schon seit 10 Jahren. Wen interessiert das denn? Wichtig ist was die Rechner (der damaligen Zeit) aktuell auf dem Kasten haben.


Retro-Schulzi

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Tuesday, May 22nd 2012, 8:28pm

Ich versteh die letzten beiden Sätze des Posts grad nicht.
Und dann immer die Behauptung, der Amiga kann dies und das schon seit 10 Jahren. Wen interessiert das denn? Wichtig ist was die Rechner (der damaligen Zeit) aktuell auf dem Kasten haben.

Was sollen den Amiga/Escom Rechner heute noch drauf haben, wenn es diese Firmen gar nicht mehr (oder bei Amiga nur als Namen) gibt? Intel/M$ konnte sich die letzten fast 20 Jahre frei entfalten und entwickeln, der rest ist 90er, und so gesehen war damals ein Amiga eben kein Unterlegener. Und ich bin bei weitem kein Amiga-Fanboy ;)

schlonkel

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3

Tuesday, May 22nd 2012, 9:00pm

Man hört etwas die Angst raus dass die PC-Schiene die Amiga-Schiene technisch gerade fürchterlich am ablösen ist. Während der Amiga seit Jahren stagniert macht der PC immer wieder Fortschritte. ESCOM hatte imho gar nicht vor hier weiterzuentwickeln. Irgendwie hört sich das nämlich nicht so an, eher wie: "Schaut mal, das was der PC heute kann konnte der Amiga schon 1986". Was der PC morgen können wird scheint egal - auch wenn es klar absehbar ist.

Guter Bericht - trotzdem.

DoReCo #37: 22.06.2013 - INFO - Stammtisch #29: xx.06.2013 - INFO

lemon03

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Tuesday, May 22nd 2012, 9:02pm

Deswegen habe ich ja in Klammern gesetzt (der damaligen Zeit).

Und man kann natürlich die damaligen Entwicklungen nur aus heutiger Sicht sehen.

Ich habe Anno 95 diesen Beitrag selbst nicht gesehen, aber es hat doch bischen Nebengeschmäckle, wenn man sich von den damaligen Pentiums und DOS/Windows-Versionen damit abgrenzt, Multitasking hätte der Amiga schon immer beherrscht.

Welchen User hätte das damals wirklich interessiert, ob der Amiga schon 85' Multitasking beherrschte?

Wenn, hätte man darauf hinweisen sollen, was der Amiga aktuell schaffen konnte. Eine zeitgemäße Entwicklung des Amiga hatte aber schon Commodore verschlafen und wenn ich diesen Typen von Escom sehe, ist mir klar, das dann auch nicht viel folgen konnte.

Retro-Schulzi

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Tuesday, May 22nd 2012, 9:06pm

dass die PC-Schiene die Amiga-Schiene technisch gerade fürchterlich am ablösen ist.

Ich erklärs Dir als Exil-Dortmunder mal eben ;) In Westfalen heißt das: "...am ab am Lösen..."

6

Wednesday, May 23rd 2012, 9:40am

dass die PC-Schiene die Amiga-Schiene technisch gerade fürchterlich am ablösen ist.

Ich erklärs Dir als Exil-Dortmunder mal eben ;) In Westfalen heißt das: "...am ab am Lösen..."


Und in Duisburg "...am ab am Lösen dabei ist..." :D

Ich finde, Schlonkel hat den Nagel auf den Kopf getroffen: Letztlich hatte der PC die Nase vorn, weil er zukunftsweisender war. Ich hatte 1988 einen 286er mit CGA, ohne Soundkarte. Was haben mich die Amiga-Typen ausgelacht. Dass ich ne HD-Floppy hatte und eine 20 MB MFM HDD, juckte keinen. Nur kam da mit der Zeit noch Erweiterungsspeicher rein, ein Cyrix 287er, ne Soundblater Pro 2.0 und letztlich sogar VGA. Und da sah die Sache dann schon anders aus.

Retro-Schulzi

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Wednesday, May 23rd 2012, 9:59am

Ach... mach mich doch nicht dat Hemd am Flattern

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Wednesday, May 23rd 2012, 10:53am

Ich hatte 1988 einen 286er mit CGA, ohne Soundkarte. Was haben mich die Amiga-Typen ausgelacht. Dass ich ne HD-Floppy hatte und eine 20 MB MFM HDD, juckte keinen. Nur kam da mit der Zeit noch Erweiterungsspeicher rein, ein Cyrix 287er, ne Soundblater Pro 2.0 und letztlich sogar VGA. Und da sah die Sache dann schon anders aus.
Echt? Also das was ein PC mit SB Pro und VGA machen konnte, halte ich gegenüber einem Amiga immer noch für bestenfalls sehr mäßig. Schau' Dir mal Spiele auf dem PC für diese Eckdaten an und vergleich' mit denen auf dem Amiga. VGA heißt im Zusammenhang meist MCGA, also 320x200 in 256 Farben - gerade mal etwas besser als C64-Grafik. SB Pro heißt de facto für die Spiele damals "Adlib-Sound mit vielleicht ein paar wenigen Sprach-Samples eingestreut". Gegenüber dem Adlib-Fiepen ist der SID des C64 schon die reine Wonne, und die vier Digitalkanäle des Amiga sind noch eine ganz andere Liga. Was HDD angeht, die bekommt man ja auch an einen Amiga, wenn man damals gewillt war, das Geld dafür auszugeben (was beim PC aber auch nicht anders war).

Klar, von den reinen technischen Daten (insbesondere MByte und MHz) waren die PCs schnell überlegen, aber das ist halt nicht alles.

Rayne

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Wednesday, May 23rd 2012, 10:59am

Echt? Also das was ein PC mit SB Pro und VGA machen konnte, halte ich gegenüber einem Amiga immer noch für bestenfalls sehr mäßig.


Soweit mir bekannt ist hatten die PC Versionen der Spiele die es auch für den Amiga gab am PC mehr Farben. Auf Youtube gibt's irgendwo einen Vergleich zwischen Amiga/PC-Version wo du erkennen kannst dass der Amiga weniger Farben darstellt. Der konnte doch bei den frühen Spielen auch nichtmal 256 Farben gleichzeitig.
Im Auftrag der Commodore Semiconductor Group unterwegs.

passatuner

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Wednesday, May 23rd 2012, 11:44am

Ca. 1000,- DM kostete der Amiga 1200 im Jahr 1995 bei Escom? Das finde ich schon ein Argument für den Amiga. Ich glaube heute noch, dass es was hätte werden können, WENN Escom überhaupt Interesse gehabt hätte, die Amigaschiene weiterzuentwickeln.
Wie Schlonkel bin ich der festen Überzeugung, dass die das aber nie wirklich vor gehabt haben.

Wer weiß, was Dell daraus gemacht hätte, aber gut, darüber kann man nur spekulieren...

Grüße,
Passatuner

11

Wednesday, May 23rd 2012, 12:03pm

Ich hatte 1988 einen 286er mit CGA, ohne Soundkarte. Was haben mich die Amiga-Typen ausgelacht. Dass ich ne HD-Floppy hatte und eine 20 MB MFM HDD, juckte keinen. Nur kam da mit der Zeit noch Erweiterungsspeicher rein, ein Cyrix 287er, ne Soundblater Pro 2.0 und letztlich sogar VGA. Und da sah die Sache dann schon anders aus.
Echt? Also das was ein PC mit SB Pro und VGA machen konnte, halte ich gegenüber einem Amiga immer noch für bestenfalls sehr mäßig. Schau' Dir mal Spiele auf dem PC für diese Eckdaten an und vergleich' mit denen auf dem Amiga. VGA heißt im Zusammenhang meist MCGA, also 320x200 in 256 Farben - gerade mal etwas besser als C64-Grafik. SB Pro heißt de facto für die Spiele damals "Adlib-Sound mit vielleicht ein paar wenigen Sprach-Samples eingestreut". Gegenüber dem Adlib-Fiepen ist der SID des C64 schon die reine Wonne, und die vier Digitalkanäle des Amiga sind noch eine ganz andere Liga. Was HDD angeht, die bekommt man ja auch an einen Amiga, wenn man damals gewillt war, das Geld dafür auszugeben (was beim PC aber auch nicht anders war).

Klar, von den reinen technischen Daten (insbesondere MByte und MHz) waren die PCs schnell überlegen, aber das ist halt nicht alles.


Nee, stimmt so nicht ganz. MCGA kann 640x480 zB nur monochrom darstellen, VGA bekommt das immerhin noch mit 16 Farben hin. Gerade mal "etwas besser als C64-Grafik"? Das find ich jetzt aber ganz schön gewagt!

Und ob einem die FM-Synthese der AdLib oder des Amiga besser gefiel, ist wohl Geschmacksache. (Auch wenn ich Dir da zustimme, lol). Und klaro klang der SID geiler! ^^ Die SB Pro 2.0 war 16-Bit bei 44khz (allerdings Mono, Stereo nur 22khz) und hatte somit eine *deutlich* bessere Samplequali als der Amiga. Und soviel Sprachausgabe hatte man bei Amiga-Spielen auch nicht, das ist einfach eine Frage der Speicherkapazität... da verlor der Amiga wohl auf allen Froten gegenüber dem PC. Der Quantensprung kam bald danach mit CDs und Wavetables, aber da war der Amiga mEn schon dead as disco.

Und vergiss nicht den 287er CoPro, der hat Flugsims die Sporen gegeben. Auf dem Amiga 500 zumindest war alles in der Richtung nur Dia-Show und ging gar nicht. Vom hantieren mit 12 oder mehr Disketten brauchen wir gar nicht zu reden. Klar gabs auch Leute mit HDDs am Amiga - aber ich kannte keinen. Alles nur Standard A500 mit 1 oder 2 MB FastRAM, das wars.

Was Passatuner sagt, find ich dagegen schon stichhaltiger: Man hat für einen PC das Mehrfache an Kohle aufwenden müssen.

12

Wednesday, May 23rd 2012, 12:42pm

Ich kann mich noch gut daran erinnern, was der damalige VOBIS-Chef und Gründer Theo Lieven zum damalige Amiga/Commodore-Deal gesagt hat "wer in der IT-Branche Tod ist, den kann man nicht mehr lebendig machen" (oder so ahnlich).
Für ESCOM war der Kauf von Commodore/Amiga der Anfang vom Ende, weil sie dafür vielzuviel Geld hinlegen mussten, was später dann der Firma fehlte.

Was aus Escom nur 1 Jahr später passierte, wissen wir ja. Als ESCOM pleite war, hat Theo Lieven "Vobis" verkauft und sprach "das Rennen um die Marktführerschaft im PC-Markt ist entschieden...")

Nachzulesen hier:
Gnadenlos verkalkuliert

Wenig später waren sie so pleite, dass nicht mal ein Vergleich durchgeführt werden konnte.....

Zitat:

Letztlich war es der Weihnachtsmann, der das deutsche Computerhaus Escom in die Pleite trieb. Anders als in den Vorjahren blieb der Boom zum Ende 1995 für die PC-Branche aus Escom-Gründer Manfred Schmitt, der in falscher Erwartung groß eingekauft hatte, mußte den Hut nehmen. Doch die allzu schnell gewachsene Ladenkette war nicht mehr zu retten: Selbst für einen Vergleich war zuwenig Geld in der Kasse. Das Unternehmen mit rund 4400 Mitarbeitern mußte nun Konkurs anmelden. Im Regen stehen nicht nur die Aktionäre um Großteilhaber wie die Schickedanz-Gruppe und Siemens. Die meisten Mitarbeiter können nur dann auf einen funktionierenden Sozialplan hoffen, wenn sich wenigstens Teile der maroden Firma verkaufen lassen.

Escom ist der Zange aus schwächerem Wachstum am PC-Markt und eigenen Fehlern nicht mehr entkommen. Die Heppenheimer Firma hatte vergangenes Jahr nicht nur eine zusätzliche Filialkette gekauft, sondern auch die Lager mit veralteten PCs überfrachtet. "Wir waren alle verwöhnt", meint der Chef des Konkurrenten Vobis, Theo Lieven. Doch Escom sei wegen seiner Strategie mehr als andere zum Wachstum verurteilt gewesen. Die Branche müsse aber erkennen: "Das wird ein Markt wie jeder andere auch."

Einige Anteilseigner hatten es zumindest geahnt: Börsenaufseher ermitteln gar wegen Insiderhandels "gegen Unbekannt", weil vor Bekanntwerden der Pleite achtmal so viele Escom-Aktien umgesetzt wurden wie normalerweise.


Die kauften damals in Massen Pentium 75 ein und wollten damit das Weihnachtsgeschäft versorgen, doch leider hat Intel den schnelleren Pentium 90 schnell günstiger verkauft als ESCOM für die auf Halde gelegten Pentium 75 bezahlt hatte .....

Ehrlicher

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13

Wednesday, May 23rd 2012, 1:02pm

Ich finde, Schlonkel hat den Nagel auf den Kopf getroffen: Letztlich hatte der PC die Nase vorn, weil er zukunftsweisender war. Ich hatte 1988 einen 286er mit CGA, ohne Soundkarte. Was haben mich die Amiga-Typen ausgelacht. Dass ich ne HD-Floppy hatte und eine 20 MB MFM HDD, juckte keinen. Nur kam da mit der Zeit noch Erweiterungsspeicher rein, ein Cyrix 287er, ne Soundblater Pro 2.0 und letztlich sogar VGA. Und da sah die Sache dann schon anders aus.

Und vergiss nicht den 287er CoPro, der hat Flugsims die Sporen gegeben. Auf dem Amiga 500 zumindest war alles in der Richtung nur Dia-Show und ging gar nicht. Vom hantieren mit 12 oder mehr Disketten brauchen wir gar nicht zu reden. Klar gabs auch Leute mit HDDs am Amiga - aber ich kannte keinen. Alles nur Standard A500 mit 1 oder 2 MB FastRAM, das wars.

Das ist ein gutes Beispiel, warum die Amiga-Linie irgendwann hinter den aufkommenden Spiele-PC zurück gefallen ist. Beim PC war (und ist) es toleriert in ihn zu investieren (RAM, HDD, GraKa, Sound usw.). Beim Amiga, und gerade beim A500, war das nicht so. Es durfte sich nichts ändern, sonst gab es ein riesiges Theater. Alles musste mit dem Minimalsetup laufen, auf dem dann die Programmierer wild herum gepoked haben, um das letzte Quäntchen herauszuholen. Das Resultat waren dann Anwendungen (aka Spiele) auf einem aufgerüsteten Amiga ironischerweise nicht funktionierten. Man möge sich das vorstellen: Der progressive Amiga-User, der bereit war in seine Anlage zu investieren, um der Programmierern eine leistungsfähigere Plattform für seine creativen Ideen zu bieten, wurde letztendlich bestraft. Und irgendwann war das Minimalsetup ein so starres Korsett, dass man den (Minimal-)Amiga als Zielplattform abgeschrieben hat. Hinzu kamen natürlich die wirtschaftlichen Verwerfungen bei Commodore. Aber das war dann nur noch der letzte Sargnagel.

Letztlich bleibt die Frage, warum die Endkunden auf den beiden Plattformen so verschieden gedacht und gehandelt haben.
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Ehrlicher

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Wednesday, May 23rd 2012, 1:13pm

Ich kann mich noch gut daran erinnern, was der damalige VOBIS-Chef und Gründer Theo Lieven zum damalige Amiga/Commodore-Deal gesagt hat "wer in der IT-Branche Tod ist, den kann man nicht mehr lebendig machen" (oder so ahnlich).
Für ESCOM war der Kauf von Commodore/Amiga der Anfang vom Ende, weil sie dafür vielzuviel Geld hinlegen mussten, was später dann der Firma fehlte.


Das ist definitiv nicht korrekt. Escom ist nicht gegen der Amiga-Übernahme in Konkurs gegangen, sondern man hatte sich für das Weihnachtsgeschäft 1995 mit großen Mengen Intel-CPUs eingedeckt, weil man einen hohen Absatz solcher Rechner erwartete. Kurz nachdem Escom entsprechend gekauft hatte, wurden die Preise von Intel gesenkt und die Lager waren voll mit Komponenten, die nun unter Preis verkauft werden mussten. Das ging zu Lasten der Liquidität, was letztlich von den Banken durch Verweigerung von neuen Krediten quittiert wurde. Dann haben natürlich die Lieferanten gezickt und der Drops war gelutscht.
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READY.

15

Wednesday, May 23rd 2012, 1:22pm

Quoted

Letztlich bleibt die Frage, warum die Endkunden auf den beiden Plattformen so verschieden gedacht und gehandelt haben.


Eine gute Frage! Das mag damit zusammenhängen, dass Homecomputer das Image eines Spielerechners hatten, und IBM-kompatible als Rechenknecht vermarketet wurden. Die riesigen Absatzzahlen der PCs kamen ja damals auch nicht in erster Linie von Heimanwendern, sondern von Unternehmen. Da wollte keiner für Sound und Grafik bezahlen, die dort nicht verwendet wurde. Da waren Festplatten, HD Floppys und hohe Auflösungen bei vernünftigen Bildwiederholraten gefragt.

16

Wednesday, May 23rd 2012, 1:35pm

Ich kann mich noch gut daran erinnern, was der damalige VOBIS-Chef und Gründer Theo Lieven zum damalige Amiga/Commodore-Deal gesagt hat "wer in der IT-Branche Tod ist, den kann man nicht mehr lebendig machen" (oder so ahnlich).
Für ESCOM war der Kauf von Commodore/Amiga der Anfang vom Ende, weil sie dafür vielzuviel Geld hinlegen mussten, was später dann der Firma fehlte.


Das ist definitiv nicht korrekt. Escom ist nicht gegen der Amiga-Übernahme in Konkurs gegangen, sondern man hatte sich für das Weihnachtsgeschäft 1995 mit großen Mengen Intel-CPUs eingedeckt, weil man einen hohen Absatz solcher Rechner erwartete. Kurz nachdem Escom entsprechend gekauft hatte, wurden die Preise von Intel gesenkt und die Lager waren voll mit Komponenten, die nun unter Preis verkauft werden mussten. Das ging zu Lasten der Liquidität, was letztlich von den Banken durch Verweigerung von neuen Krediten quittiert wurde. Dann haben natürlich die Lieferanten gezickt und der Drops war gelutscht.


Ich schrieb auch " der Anfang vom Ende", ESCOM hat für den Amiga 12 Mio Dollar bezahlt, die Folgekosten (Kosten damit der Amiga wieder in die Läden kommt), wurden unterschätzt, das Geld fehlt dann um den Fehler, welche man im Weihnachtsgeschäft 1995 machte, auszumerzen.
Wie schon geschrieben, bei der ESCOM-Pleite war nichts mehr da, was sich zu Geld hätte machen können, aber wahrscheinlich wäre ESCCOM auch ohne den Amiga-Deal pleite gegangen, da wirst Du sicherlich recht haben...

MaTel

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Wednesday, May 23rd 2012, 1:50pm

Bezüglich Aufrüstbarkeit waren die Amigas ja nun auch nicht gerade schlecht. Es gab in den Desktops (A2000/A3000/A4000) genug Steckplätze für Erweiterungen aller Art. Und selbst für die Tastatur PCs ( A500/A600?/A1200 ) gab es Erweiterungen noch und nöcher.

Bei Erscheinen des Amigas waren dessen Fähigkeiten über mehrere Jahre geradezu revolutionär. Leider hat sich Commodore auf seinen Pfründen zu lange ausgeruht und bis auf das viel zu späte AGA/CPU Update nicht viel gemacht.
Commodore hätte von Anfang an aktiv auf Softwareentwickler zugehen müssen um dafür zu sorgen, dass bekannte Anwenungen eine adäquate Amiga-Umsetzung erhalten... nichts ist passiert.
Zum Schluss habe ich es sprichwörtlich Commodore gegönnt, das sie Pleite gegangen sind.... die letzten beißen die Hunde.
ESCOM wollte mit dem Amiga nur kurzfristig etwas Kapital schlagen.... das Kapital hat aber ESCOM erschlagen :bgdev
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Wednesday, May 23rd 2012, 2:00pm

Bei Erscheinen des Amigas waren dessen Fähigkeiten über mehrere Jahre geradezu revolutionär. Leider hat sich Commodore auf seinen Pfründen zu lange ausgeruht und bis auf das viel zu späte AGA/CPU Update nicht viel gemacht.
Commodore hätte von Anfang an aktiv auf Softwareentwickler zugehen müssen um dafür zu sorgen, dass bekannte Anwenungen eine adäquate Amiga-Umsetzung erhalten... nichts ist passiert.


Da könnte was dran sein, wenn Commodore z.B. die Zuzammenarbeit mit Microsoft gesucht hätte (und die auch mitgemacht hätten), evtl. tippten wir jetzt alle auf Amiga-PCs herum. Auch die Tatsache, dass Commdore in den 80er drauf und dran war Apple zu kaufen und man sich nur um wenige tausend Dollar mit Steve Jobs nicht einig wurde, hätte vielleicht heute zur Folge, dass auf IPhone und IPods nicht der Apfel drauf ist, sondern das Commodore "C=".

Aber wie sagt man bei uns im Schwabenland "Hät de Hund net gschisser, hätter de has kriegt !!", wenn jemand ständig im Konjunktiv spricht und davon erzählt, was alles wäre, wenn andere Dinge passiert wären ....

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19

Wednesday, May 23rd 2012, 2:11pm


Eine gute Frage! Das mag damit zusammenhängen, dass Homecomputer das Image eines Spielerechners hatten, und IBM-kompatible als Rechenknecht vermarketet wurden.


Jaja... Kenne ich... Das hielt aber nur genausolange an bis man auf dem PC auch brauchbar spielen konnte (also als die VGA-Karten endlich mehr als reine Framebuffer waren), dann wurde er genauso als Spielekiste benutzt wie der Amiga und C64 vorher. War interessant wie damals die, die den Computer doch nur für die Arbeit brauchten und auf die Spielekisten heruntersahen auf einmal selber zockten und von ihren früheren Äußerungen nichts mehr wissen wollten.

Quoted


Da wollte keiner für Sound und Grafik bezahlen, die dort nicht verwendet wurde. Da waren Festplatten, HD Floppys und hohe Auflösungen bei vernünftigen Bildwiederholraten gefragt.


Stimmt nicht ganz... Kaum waren die Grafikarten brauchbar (EGA/VGA) wurden sie auch im Unternehmen eingesetzt. Mit Farbe war vieles einfach besser darzustellen. Die Bildwiederholraten waren auch lange nicht besonders, nur hat man eben lang nachleuchtende Monitore benutzt, da fiel das nicht auf. Die taugen aber eben nicht für Spiele.

AntaBaka

Z̵̰͊ͮ̏͗͐ͣ̒A̬̲̪̣̤͆̍̚L̥̦̈ͬ́G͏͉O̝̞̣̜̬͂̐ ҉̲̦̜̫I̛̟̥̯̳͂̽̃̈́̐S̿̃̑͆̓ͦͯ͏̘̣̝̹̙̣̮ ͔̳͚̞̖̙̥͌͗ͧ̅̓́̊͢Ţ͙̗́ͦ́̅O̩̼̠̣̺͐̊ͪN̦̄ͧ͒Y͓̺͍̖͂ͦͯ͝ͅ ̞̘͇̣͐̓ͤ̇͐T͚͖̑̿ͯ̃͐̋͡Ḧ̡̻͚͔̳̙̤́̀̽̋ͥ̚E̵͉̤̻̘̰͆ ͑̄҉̞̗͓̣͍P̵̝̘̼͍̱͌̍̾͒ͅO̸ͭN̺ͦ̀ͫÝ͖̦ͤ̒̃̽̾̚

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Wednesday, May 23rd 2012, 2:21pm

Beim Amiga, und gerade beim A500, war das nicht so. Es durfte sich nichts ändern, sonst gab es ein riesiges Theater. Alles musste mit dem Minimalsetup laufen, auf dem dann die Programmierer wild herum gepoked haben, um das letzte Quäntchen herauszuholen.
Ist nicht Dein Ernst 8|
Wenn ich mir anschaue, was für den Amiga an Zusatzhardware herauskam.... fängt ja schon mit den neuen Chipsätzen an, dazu Grafikkarten, Prozessorkarten usw.
Das Problem beim Amiga war meiner Meinung nach nicht, dass es keine Zusatzhardware zum Aufrüsten gegen hätte - sondern, dass die grundsätzliche Hardware nicht upgegraded werden konnte, ohne die Programme zu beeinträchtigen, d.h. dass Programmierer nicht unabhängig von der exakten Hardwarekonfiguration programmiert haben. Das geht ja schon los mit Spielen, die es nicht vertragen, wenn man den 500er auf 1MB aufrüstet.

War bei den frühen PCs aber auch nicht wirklich anders.
Ein Spiel mit Hercules-Treibern lief halt nicht auf einer anderen GraKa (normelerweise gab es dann aber versionen für andere GraKa's).
Ein Spiel ohne AdLib-Unterstützung blieb eben stumm bzw. hat den internen Piepser verwendet.
Aber so ein Spiel lief normalerweise ohne Probleme auf einem 8088, 8086, 80186, 80286, 80386, 80486, solange man genug Speicher organisieren konnte und DOS lief.