danke, vielleicht hat es beim Lesen schon so ausgesehen als würde ich mit "Umpolen" automatisch schon bescheid wissen, dass damit nichts anderes gemeint sein kann, als die Referenzspannung eines Komparators umzupolen und damit das trägerfrequente Farbsignal automatisch zu demodulieren; da ich aber nicht genau wusste ob auch ein High-Pegel der normalen TTl-Logik genug Strom abgibt um im Rahmen eines Widerstandsnetzwerks an der Referenzspannungsseite eines Komparators den Pegel "hinzuziehen", hab ich mich nicht getraut das genauer hinzuschreiben ...
Du brauchst beim Input eines Op-Amp keine Sorge zu haben, dass da zu viel Strom reinfließt. Im Gegenteil: Beim Rechnen mit Op-Amps kann man in guter Näherung einen unendlichen Widerstand annehmen. Unsere Frequenzen hier sind auch gering genug, dass die Eingangskapazität keine nennenswerte Rolle spielt. Wenn Du also das Vergleichs-Widerstandsnetzwerk nicht gerade mit 100mA Dauerstrom auslegst, reicht ein NMOS-Ausgangssignal allemal, um sichere Reaktion eines Op-Amps zu haben.
Ich würde nichtmal versuchen, die erzeugten Spannungen besonders zu glätten, sondern davon profitieren, dass das Rauschen auf der VIC-Versorgungsspannung auch anteilig im Ausgangssignal enthalten ist. Somit sollten sich die Digitalwerte noch sicherer ermitteln lassen.
Den Ball darf ich aber gern zurückspielen und auch zur Versöhnung der Standpunkte sagen, dass ich die erwähnten Komparatoren für die "digitalsten" Analogbausteine überhaupt , die es gibt, halte, und die Sache mit dem Pixelterror ... nun ja, es ist eine Option .. wer darauf optimierte Spiele spielt, wird weiterhin per FBAS oder S-Video anschliessen, wer naturwissenschaftliche Simulationen bevorzugt wo klar unterscheidbare Kurven im Multicolormodus gezeichnet werden, wird die gestochen scharfe Darstellung mit der unerreichten Farbsättigung und -klarheit von RGB inspirierend finden.
An der Stelle kann man ja die Unschärfe und die Korrelationen benachbarter Pixel und Zeilen wieder digital nachbilden. Du hast da so einen kleinen Block rechts unten in Deiner Skizze, der viel Logik und schnellen Speicher voraussetzt (FPGA+SD-Ram beispielsweise). Da kann man den ganzen Kram wieder reinrechnen - aber das wäre der zweite Schritt nach der Erkennung der Farben.
Hab ich Jens richtig verstanden dass ein RGB-analog-Ausgang rauskäme?
Ja - das würde man dann zur Kontrolle in einen 15kHz-fähigen RGB-Monitor füttern (1081, 1084 oder sonstige Amiga-taugliche Modelle) bevor man sich mehr ausdenkt.
btw., habe eine kleine Schaltskizze heute früh gemacht. Dabei wird versucht sich zunutze zu machen, dass der VIC II (ab Revision R3) im C64 nur 9 Helligkeitsstufen generiert, in denen aber schon ein Grossteil der Farbe mitkodiert wird. Dann könnte man die 9 Farb-Schwellenstufen auf 2 eindampfen, indem man aus der Luma-Erkennung Umschaltsignale auskoppelt.
Genau das würde ich NICHT machen, denn damit beschränkst Du die Schaltung auf den C64. Bedenke, dass wir ohnehin ins Innere des Computer müssen, damit wir an die 17,73MHz kommen. Wenn das schon "Pflicht" ist, dann hat die Schaltung schon reichlich an Reiz verloren, denn Chameleon bietet die gleiche Funktion (mit vielen Extras) non-Intrusive am Expansionsport.
Gewinnen würden wir, wenn die Schaltung auch für die 264-Modelle und für den VC20 einsetzbar wäre. Das geht aber nur, wenn wir die vielen Farbwinkel des TED auch erkennen können. Da die jedoch auch immer in 45-Grad Schritten erfolgen, dürfte selbst eine universelle Schaltung recht simpel zu halten sein. Die Chroma-Stufen von VIC, VIC-II und TED sind meines Wissens nach alle sehr verwandt.
Am Schluss, nach dem ROM, würde noch ggf. ein Register anliegen das mit der steigenden Flanke des Dot-Clock die aktuell gültigen digitalen Farbdaten "latcht" bzw. aktualisiert.
Das meinte ich mit "gerade ziehen", ja. Beim Anblick Deiner Skizze komme ich aber immer mehr in die Richtung, das alles mit einem CPLD zu erschlagen. Allein die krumme Anzahl Bits für die RGB-Ausgänge würde ein Eprom schon "unbequem" machen, außerdem sind die Teile so schlecht in-system-programmierbar. Die paar Farben in den Gleichungen des CPLD abzulegen dürfte echt kein Ding sein - bei 16 Farben dürften das maximal 8 Produktterme pro Ausgangsbit werden - tendentiell weniger. Die haben wir in *jedem* modernen CPLD.
Abwandlungen wären z.b. die Farbe insgesamt mit 8 Komparatoren zu digitalisieren und die eigentliche Demodulation mit ins ROM zu verlegen; dazu müssten dem ROM die 8,8 und die 4,43 Mhz und der Sandcastle-Impuls (7,8 Khz) zugeführt werden; beim ROM weiss ich nicht ob es dann innerhalb von 62 ns noch schnell genug wäre.
Hier denkst Du meiner Meinung nach noch zu analog. Den Sandcastle-Impuls können wir vollkommen ignorieren, weil wie aus dem Luma-Signal die exakte Lage errechnen können (merke: Wir bekommen auch die Syncs!). Wir erzeugen also den Farbträger exakt so, wie der VIC ihn auch erzeugt: vier mal, was uns mit vier Komparatoren insgesamt acht Farbwinkel geben sollte. Phasenlage wird natürlich auch "pro Zeile" angepasst, damit die Ausgänge der Komparatoren nicht in jeder Zeile ne andere Bedeutung haben.
Jens